Wenn Glück und Unglück nah beieinanderliegen
1963: Vivi ist seit vielen Jahren in den etwas älteren Douglas
verliebt. Doch niemand ahnt etwas von dieser Schwärmerei, weshalb es sie
umso mehr trifft, als er sie bei ihrem ersten Jagdball alleine stehen
lässt und nur noch Augen für die ätherische Athene hat. Auch die
Hochzeit der Beiden ist eine Tortur für Vivi und sie zieht sich bald
immer mehr aus ihrer alten Heimat zurück und verbringt die meiste Zeit
in London.
2001: Suzanna ist die älteste Tochter von Vivi und Douglas. Als das
schwarze Schaf ihrer Familie hat sie bereits einige schwere Jahre hinter
sich. Hat sie doch in den vergangenen Jahren extrem viel Geld
ausgegeben, um sich über ihre unglücklichen Gedanken hinweg zu trösten.
So waren sie und ihr Mann Neil bald hemmungslos verschuldet und mussten
ihre Wohnung in London verkaufen und zu Vivis Eltern nach Dere Hampton
ziehen. Doch Suzanna fühlt sich in der Kleinstadt nicht wohl und möchte
auch so wenig Kontakt wie möglich zu ihrer Familie, wo jedes Wort zu
Streitereien führt, denn Suzanna ist nur Vivis Stieftochter und
eigentlich die Tochter von Athene, die aber bei der Geburt verstorben
ist. Mit einem eigenen Laden im kleinen Städtchen möchte sie sich einen
Traum erfüllen und nicht nur für sich eine Aufgabe finden, sondern auch
anderen Menschen einen Rückzugsort bieten, wo sie in aller Ruhe einen
Kaffee trinken können. Dass sich ihr Traum sogar erfüllt und sie mit
ihren Stammkunden auch Freunde hinzugewinnt, hätte Suzanna nicht für
möglich gehalten.
Jojo Moyes schildert das Familienschicksal der Fairley-Hulmes auf
eine bewegende Weise, mit vielen emotionalen Momenten und Einblicke tief
in die Gedanken der Familienmitglieder, wobei aber Vivi und Suzanna im
Mittelpunkt der Handlung stehen. Was anfangs etwas verwirrend wirkt,
gibt nach einigen Seiten Sinn und bildet einen roten Faden, der sich
durch das Geschehen zieht. Denn gerade der erste Teil des Buches, der im
Jahre 1963 spielt, scheint nicht zum Klappentext und dem erwarteten
Roman zu passen, fügt sich schlussendlich aber perfekt in die Handlung
ein.
Leider hatte ich mit diesem Buch so meine Schwierigkeiten. Denn ich
habe einige Zeit gebraucht, um mit den Charakteren warm zu werden, die
allesamt immer wieder etwas seltsam agiert haben und auch wenig nahbar
waren. Das hat sich mit der Zeit aber gelegt und ich war neugierig, wie
die Familiengeschichte der Fairley-Hulmes und der Peacocks weitergeht.
Allerdings war ich während der knapp 500 Seiten nie so gefesselt, dass
ich das Buch nicht freiwillig aus der Hand legen wollte, was schade war,
denn ich hatte mir mehr erhofft.
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Bewertung: 4 von 5 Sterne
Verlag: ROWOHLT Taschenbuch
Seitenzahl: 496
Ersterscheinung: 28.08.2025
ISBN: 9783499267949
Preis: 18,00
Vielen Dank an den Rowohlt-Verlag und Jojo Moyes für das Rezensionsexemplar!