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Dienstag, 28. Februar 2023

Rezension: Mhairi McFarlane - Fang jetzt bloß nicht an zu lieben

 

Das Leben und die Liebe

Harriet ist in ihrem Beruf als Hochzeitsfotografin erfolgreich und beinahe jedes Wochenende auf einer Hochzeit gebucht. Dennoch glaubt sie nicht an die Ehe und möchte niemals heiraten. Das allerdings glaubt ihr ihr Freund Jon nicht und macht ihr am Vierzigsten Hochzeitstag seiner Eltern einen Antrag - vor seiner ganzen Familie. Harriet fühlt sich in die Enge getrieben und sagt notgedrungen ja, widerruft aber schon wenige Stunden später im Hotelzimmer ihre Zustimmung. Jon hat keinerlei Verständnis für sie und Harriet merkt, dass er sie zwar immer gefragt hat, was sie möchte, aber niemals versucht hat, sie wirklich zu verstehen. Da sie nun eine neue Wohnung braucht, ist sie froh, als sie über ihre beste Freundin Roxanne von einem Zimmer zu Untermiete erfährt. Der Vermieter Cal gibt ihr das Zimmer ohne persönliches Treffen, denn schon am Telefon stimmt die Chemie. Allerdings ist Harriets Vergangenheit mit dem Auszug bei Jon nicht abgeschlossen, denn es kommen stetig neue Geheimnisse ans Licht. Und noch schlimmer, teilweise wird Cal in das ganze Chaos mit hineingezogen...

Mhairi McFarlane hat in diesem Roman ernste Themen mit einer unterhaltsame Geschichte verbunden. So dreht sich nicht nur alles um das chaotische Leben der Harriet, sondern auch Gaslighting und Verleumdung werden thematisiert. Die Mischung aus Ernst und Unterhaltung gelingt der Autorin sehr gut, was dem Roman wieder eine gewisse Leichtigkeit verleiht. Die Protagonistin Harriet ist eine junge Frau, die meint, mit ihrer Vergangenheit abgeschlossen zu haben, allerdings immer wieder davon eingeholt wird und merkt, dass Verdrängung nicht die beste Methode ist. Cal dagegen wird immer mehr zu ihrem Freund und bestärkt und unterstützt sie immer wieder in ihrem Tun, was sie schlussendlich wieder an die Liebe glauben lässt.

Ich habe beinahe jeden Roman der Autorin bisher gelesen und bin sehr begeistert von ihrer Art, die Geschichten zu erzählen. Auch dieses Buch habe ich innerhalb eines Tages gelesen, denn ich konnte einfach nicht mehr aufhören und wollte unbedingt wissen, wie Harriet mit allem umgeht und ihr Leben wieder in geordnete Bahnen bringt.

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Knaur Taschenbuch
Seitenzahl: 432
Ersterscheinung: 01.12.2022
ISBN: 9783426529348 
Preis: 12,99

Vielen Dank an den Knaur-Verlag und Mhairi McFarlane für das Rezensionsexemplar!

Donnerstag, 19. Januar 2023

Rezension: Jörg Maurer - Shorty

 

Shorty - der Retter der Erde

Shorty ist ein unsteter Mensch, der in seinem Leben noch nie etwas beendet hat. So kann er auf eine lange Liste an Jobs zurückblicken, die er alle nur kurze Zeit ausgeübt hat, sogar in den Knast hat ihn schon einer davon gebracht. Doch nun, mit 40 Jahren, wird er von einer Stimme kontaktiert, die ihn um seine Mithilfe bittet. Da er als Putzer in einem Elektrizitätswerk arbeitet, soll er dort nur schnell für einen Kurzschluss sorgen, währenddessen reparieren die Ruu'n ein Leck und die Menschen sind abgelenkt und spüren nichts von den kurzzeitig starken Magnetwellen. Leider kommt es zu einer Panne und Shorty kann den Plan nicht vollständig umsetzen. In dessen Folge sehen einige Menschen, wie der Himmel kurz aufreißt und etwas offenbart, das noch nie jemand gesehen hat. Alle machen Shorty zum Verantwortlichen - eine irrwitzige Flucht beginnt!

Jörg Maurer hat in diesem Buch eine Geschichte über das Ende der Welt geschrieben, das von einem kleinen Ereignis ausgelöst wurde und immer größere Kreise zieht, sodass letztendlich die komplette Erde betroffen ist. Sein Schreibstil ist humorvoll, die Situationen beschreibt er interessant und auch kleine Details werden nicht verschwiegen.

Da ich großer Fan der Jennerwein-Krimis von Jörg Maurer bin, stand für mich fest, dass ich auch diesen Roman unbedingt lesen möchte. Nur leider wurde ich sehr enttäuscht, denn ich konnte weder über die irrwitzige Geschichte lachen, noch war ich gefesselt. Mir war teilweise eher langweilig und ich habe oft mit mir gerungen, ob ich weiterlesen soll oder abbreche. Ich konnte auch nichts mit den Beschreibungen der 193 anderen Spezies, die da irgendwo unsichtbar auf der Erde leben, anfangen und fand das eher zu viel des Guten. Schade, dass dieser Roman eher ein Flop für mich war, denn das Highlight, das ich mir erwartet habe.

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Bewertung: 3 von 5 Sterne

Verlag: FISCHER
Seitenzahl: 464
Ersterscheinung: 26.10.2022
ISBN: 9783949465079 
Preis: 22,00

Vielen Dank an den Fischer-Verlag und Jörg Maurer für das Rezensionsexemplar!

Samstag, 5. November 2022

Rezension: Debbie Macomber - Liebe mit Aussicht

 

"Es ist besser so."

Dieser Satz spielte in Julias Leben schon öfter eine Rolle, denn ihr Großvater pflegte es immer zu sagen, wenn eine Situation auf den ersten Blick niederschmetternd wirkte. So dachte sie auch daran, als sie ihre Scheidungspapiere vor sechs Jahren unterzeichnete und einer ungewissen Zukunft entgegenblickte. Heute weiß sie, dass die Scheidung kein Fehler war und sie ihre Ehe nicht mehr retten konnte, trotzdem hat sie den Männern abgeschworen. Denn ihr Leben ist gut wie es ist. Sie lebt in einer Wohnung im Wohnkomplex "The Heritage", diese ist sehr zentral gelegen, sodass sie alles zu Fuß erreichen kann. Täglich trainiert sie dort im Sportraum und genießt die Ruhe, denn durch ihre Teilzeitarbeit kann sie dort sein, wenn die meisten arbeiten. Doch eines Tages ist ein Mann dort. Erst will sie wieder gehen, doch dann zieht sie ihr Training durch. Dieses stille miteinander trainieren wiederholt sich die ganze Woche, bis sich der Mann zu Beginn der nächsten Woche vorstellt. So baut sich ganz langsam eine Freundschaft auf und Julia merkt, wie sehr sie die Zeit mit ihm genießt...

Debbie Macomber hat das riesengroße Talent, Romane zu verfassen, in denen die Liebe zwar im Mittelpunkt steht, aber auch andere Themen Platz haben. So dreht sich in diesem Roman alles um die Probleme von zwei Familien, die miteinander im Streit liegen, nachdem die Eltern sich scheiden ließen und nun einen Neuanfang mit neuen Partnern wagen. Die Sprache ist emotional, aber niemals übertrieben romantisch. Ihre Charaktere sind sympathisch und durchweg realistisch durch ihre Macken und ihre Vergangenheit, die sie nicht einfach abschütteln können.

Ich habe bereits einige Romane der Autorin gelesen und war immer begeistert. Die Mischung aus Liebesgeschichte und anderen Problemen ist ausgewogen, sodass die Handlung mich fesselt und ich immer weiterlesen möchte. Daher kann ich die Bücher von Debbie Macomber nur weiterempfehlen!

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Blanvalet
Seitenzahl: 352
Ersterscheinung: 18.04.2022
ISBN: 9783734111471 
Preis: 11,00

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Blanvalet-Verlag und Debbie Macomber für das Rezensionsexemplar!

Samstag, 1. Oktober 2022

Rezension: Emily Henry - Kein Sommer ohne dich

 

From Friends to Lovers...

Poppy lebt in New York, hat eine tolle Wohnung und einen Job, der ihr Konto füllt und ihre Leidenschaft zu Reisen befriedigt. Trotzdem fühlt sie sich unglücklich, will es sich aber nicht eingestehen, denn eigentlich kennt sie auch die Ursache dafür. Ursächlich für alles ist nämlich das Schweigen zwischen ihr und ihrem besten Freund Alex, das mittlerweile zwei Jahre andauert. Insgesamt sind Poppy und Alex schon seit dem Studium in Chicago befreundet, doch nun zwölf Jahre und einige Sommerurlaube später hat sich alles verändert. Poppy nimmt all ihren Mut zusammen und kontaktiert Alex, sodass endlich die Funkstille endet und sie ihn fragen kann, ob er dieses Jahr wieder einen Sommerurlaub mit ihr unternehmen möchte - und er stimmt zu!

Emily Henry hat einen kurzweiligen und unterhaltsamen Schreibstil. Durch die wechselnden Zeitebenen der Kapitel bleibt es interessant und der Leser erfährt zeitgleich zur Gegenwart auch die Vergangenheit und das Entstehen und Wachsen der tiefen Freundschaft der Protagonisten.

Das Thema "From Friends to Lovers" ist spannend und von der Autorin gut beschrieben worden. Trotzdem konnte mich die Handlung nicht so sehr fesseln, wie ich es mir gewünscht habe. Insgesamt aber eine tolle Lektüre für kuschelige Leseabende!

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Bewertung: 4 von 5 Sterne

Verlag: Knaur Taschenbuch
Seitenzahl: 432
Ersterscheinung: 01.07.2022
ISBN: 9783426525197 
Preis: 10,99

Vielen Dank an den Knaur-Verlag und Emily Henry für das Rezensionsexemplar!

Donnerstag, 25. August 2022

Rezension: Julie Heiland - Die Freundinnen vom Strandbad: Wellen des Schicksals

 

Drei Freundinnen erleben Zeitgeschichte

Der Müggelsee in Ostberlin ist der Schauplatz, an dem 1956 die Freundschaft der drei komplett verschiedenen Mädchen Clara, Betty und Martha begann. Denn gemeinsam haben sie dem älteren Gast des Freibades, Horst, das Leben gerettet. Niemals hätten sie gedacht, dass aus diesem Ereignis eine Freundschaft fürs Leben entstehen würde. Doch nun, vier Jahre später, sind sie eine Einheit und vertrauen alles einander an. Martha wächst in einer sehr parteigetreuen Familie auf, Bettys Eltern werden von Marthas Vater dagegen nur als Mitläufer bezeichnet, während Claras Eltern keine Mitglieder der SED sind und sie dadurch ständigen Schikanen in ihrem Alltag ausgesetzt ist. Leider ist hinter den fröhlichen Fassaden so manche Traurigkeit zu erahnen, denn längst nicht alle Lebensträume lassen sich in der DDR so einfach erfüllen...

Julie Heiland schafft es, den Leser schon auf den ersten Seiten mitten in die Handlung zu ziehen, sodass man sich sofort als Teil der Geschichte fühlt. Die drei jungen Frauen sind sehr vielschichtige Protagonistinnen und sorgen so für viele Einblicke in das alltägliche Leben im sozialistischen Ostberlin. Die historischen Ereignissen werden wie nebenbei in die fiktive Handlung eingebunden und werden so erlebbar und gehen teilweise unter die Haut.

Ich konnte das Buch kaum mehr aus der Hand legen, denn ich war so gefesselt. Schon immer bin ich Fan von historischen Romanen, doch Julie Heiland schafft es auf besondere Weise, diese so zu schildern, dass sie lange Zeit im Kopf bleibt und mich emotional sehr berührt hat. Nun kann ich es kaum mehr erwarten, mit dem zweiten Teil zu beginnen, denn das offene Ende hat es in sich und ich hätte zu gerne Antworten...

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Ullstein Taschenbuch Verlag
Seitenzahl: 624
Ersterscheinung: 27.05.2022
ISBN: 9783548065595 
Preis: 11,99
Reihe: Die Müggelsee-Saga, Band 1

Vielen Dank an den Ullstein-Verlag und Julie Heiland für das Rezensionsexemplar!

Sonntag, 21. August 2022

Rezension: Nina Bilinszki - No Flames too Wild

 

Niedliche Koalas, wunderschöne Landschaft und tolle Protagonisten!

Sophie und Isabel verbringen ein Work-&-Travel-Jahr in Australien und sind gerade von Melbourne nach Eden gekommen. Dort finden sie schnell eine Arbeitsstelle mit freier Kost und Logis in einem Reservat für verletzte oder kranke Koalas. Obwohl Isabel Angst vor Tieren hat, fasst sie mit der Zeit Vertrauen zu ihnen und traut sich auch mit ihnen zu arbeiten. Aber nicht nur die Arbeit macht ihnen beiden Spaß, sondern auch die Menschen sind freundlich und durch die Mitarbeiterin Alice finden sie sogar Freunde und fühlen sich wohl in der kleinen Stadt am Meer. Für Isabel unbegreiflich und doch nicht zu verdrängen, ist aber auch die Tatsache, dass Liam, der Sohn der Reservatsbesitzer und Mitverantwortliche für die Koalas, ihr Herz zum Höherschlagen bringt...

Nina Bilinszki hat einen wunderschönes Schreibstil bei dem die Seiten nur so dahinfliegen. Ebenso versteht sie es, die Landschaften und Personen so gut zu beschreiben, dass es sich für den Leser anfühlt, als wäre er selbst Teil der Handlung.

Ich bin total begeistert von diesem Auftaktband der neuen Reihe "Love Down Under" der Autorin, denn ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Ich mochte die verschiedenen Kernthemen sehr, denn die Koalas sind nicht nur niedlich, sondern weisen auch auf die vielen Probleme hin, die der Klimawandel mit sich bringt, ebenso die sehr emotionale Geschichte von Isabel und Liam, die durch ständige Hoch und Tiefs gezeichnet ist. Aber auch die Suche nach Spuren von Isabels Vater ist emotional, denn diese ist doch lange nicht von großem Erfolg gekrönt. Nun bin ich schon sehr gespannt auf den zweiten Teil der Reihe und freue mich sehr auf eine erneute Reise nach Australien!

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Knaur Taschenbuch
Seitenzahl: 400
Ersterscheinung: 01.06.2022
ISBN: 9783426528594 
Preis: 12,99
Reihe: Love Down Under, Band 1

Vielen Dank an den Knaur-Verlag und Nina Bilinszki für das Rezensionsexemplar!

Sonntag, 7. August 2022

Rezension: Helene Lynd - Klinikum Berlin - Herzklopfen

 

Arbeitsplatz: Notaufnahme Klinikum Berlin

Die junge Assistenzärztin Lieselotte Richter, aber von allen Lotti genannt, beginnt ihre neue Stelle in der Notaufnahme des Klinikums Berlin. Eigentlich wollte sie ihr kleineres Krankenhaus in den bayerischen Alpen gar nicht verlassen, doch ihr gebrochenes Herz hat sie dazu gebracht. So beginnt sie nun ihre Arbeit bei einem Maximalversorger und wird am ersten Tag einfach mitten hineingeworfen, denn ihr Oberarzt Dr. Turmer hält nichts von Einführungen und lässt sie einfach arbeiten. Doch Lotti kämpft sich durch und lernt so auch die sympathische Chirurgin Kira und die liebenswerte und immer freundliche Anästhesistin Catrin kennen. Nur ihr Kollege Daniel macht es ihr schwer und glänzt zwar durch großes Fachwissen, aber nicht durch Freundlichkeit. Wäre da nicht Dr. Tobias Lupus, der ihr Herz höherschlagen lässt, obwohl jeder sie vor ihm warnt.

Helene Lynd hat diesen Roman mit viel Liebe zum Detail und unheimlich großem Fachwissen verfasst. Ich mag es sehr, dass sie selbst Ärztin mit einem großen Erfahrungsschatz ist und sich im Alltag einer Notaufnahme auskennt.

Ich war sofort hin und weg von diesem Reihenauftakt, denn er überzeugt durch authentische Beschreibungen der Arbeit in einer Notaufnahme. Da ich selbst Krankenschwester in einer solchen bin, hatte ich oft das Gefühl, die Autorin beschreibt meinen eigenen Alltag. So hatte ich auch nie Probleme mit den Fachtermini, die sie doch häufig verwendet, und die für einen Laien doch eher verwirrend sein können. Auch die zwischenmenschlichen Probleme wurden gut beschrieben und wirken nicht konstruiert. Da ich den zweiten Teil noch nicht hierliegen habe, muss ich mich wohl noch etwas gedulden bis ich weiterlesen kann, aber wie sagt man so schön: Vorfreude ist die schönste Freude!

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Goldmann
Seitenzahl: 464
Ersterscheinung: 17.01.2022
ISBN: 9783442491063 
Preis: 10,00
Reihe: Klinikum Berlin-Reihe, Band 1 

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Goldmann-Verlag und Helene Lynd für das Rezensionsexemplar!

Mittwoch, 3. August 2022

Rezension: Ladina Bordoli - Das Bauwerk der Sehnsucht

 

Eine neue Generation der Mandelli-Familie geht ihren Weg...

1978 am Comer See: Rosalba ist im letzten Jahr für einige Zeit in der Schweiz gewesen und hat dort im Betrieb ihres Cousins mitgearbeitet. Denn auch Rosalba hat den Beruf der Muratrice ergriffen, wie auch schon ihre Mutter Aurora. Als sie nun ein Jahr nach dieser Reise wieder in die Schweiz reisen möchte, aber diesmal um in schweizer Betrieben zu arbeiten und deren Arbeitsweisen kennenzulernen, ist Aurora nicht begeistert und wirft ihr vor, nur dorthin zu wollen, um den Architekten Remo wieder zu sehen. Natürlich weiß Rosalba selbst, dass auch Remo ein Grund für diesen Auslandsaufenthalt ist, dennoch ist sie tief mit ihrer Heimat am Comer See verwurzelt und würde ihre Familie und den mütterlichen Betrieb nie für immer zurücklassen wollen. Leider machen die Schweizer ihr den Anfang sehr schwer und letztendlich arbeitet Rosalba doch wieder bei ihrem Cousin und entlastet diesen, damit er sich von seiner Krankheit kurieren kann. Währenddessen wächst auch die Zuneigung zwischen ihr und Remo weiter...

Ladina Bordoli hat einen fesselnden und sehr gut zu lesenden Schreibstil, sodass die Seiten nur so dahinfliegen. Ihre Darstellung der italienischen Familienbande sind sehr realistisch, ebenso die des emotionalen Zwiespalts der Protagonistin. Auch die guten Beschreibungen der Kulisse und der Werke der jungen Maurerin tragen dazu bei, dass sich der Leser immer gut zurechtfindet und sich in der gesamten Handlung integriert fühlt.

Ich liebe diese Saga rund um die Familie Mandelli und bin begeistert vom Mut und der Stärke dieser Frauen. Durch die Zeitsprünge zwischen den einzelnen Bänden wird es nicht langweilig, trotzdem hat man beim Lesen nie das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Diese Reihe gehört eindeutig zu meinen Jahres-Highlights und ich bin schon sehr auf den dritten und letzten Teil gespannt!

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Heyne
Seitenzahl: 384
Ersterscheinung: 13.09.2021
ISBN: 9783453424647 
Preis: 12,99
Reihe: Die Mandelli-Saga, Band 2

Montag, 1. August 2022

Rezension: Eva Pantleon - Ein Stern macht noch keinen Himmel

 

Eine Ärztin mit unverarbeitetem Kindheitstrauma

Janne ist Landärztin in Pfaffingen, im tiefsten Baden-Württemberg, und verbringt ihre Tage damit, alle möglichen Krankheitsbilder zu behandeln. Doch eines Tages hat sie ein Erlebnis in einer Gastwirtschaft, das Erinnerungen in ihr heraufbeschwört, mit denen sie erst einmal nichts anzufangen weiß. Als das Verdrängen nichts mehr bringt, muss sie sich doch auf die Spurensuche begeben. Gut, dass ihr neuer Bekannter Leon ihr immer zur Seite steht und sie in allem unterstützt, auch wenn Janne mit vielem alleine klarkommen muss...

Eva Pantleon hat hier einen sehr tiefgründigen und nachdenklichen Roman geschaffen, der aber trotz seiner vielen ernsten Situationen den Leser immer wieder zum Lachen bringt. Janne ist eine sehr starke Persönlichkeit, die eigentlich immer funktioniert und auch für andere stark ist, doch irgendwann schafft auch sie es nicht mehr, die bruchstückhaften Erinnerungen aus ihrer Vergangenheit zu verdrängen. Gemeinsam mit dem Leser begibt sie sich dann auf eine nervenaufreibende und teilweise traurige Reise in die Vergangenheit.

Ich hatte mich auf einen locker leichten Roman eingestellt, denn weder das Cover noch der Klappentext lassen eine derartige Tiefe und solch ernste Themen erahnen. Doch obwohl ich nicht darauf vorbereitet war, hat mir der Roman gefallen und ich habe immer wieder versucht, mich in die Protagonistin zu versetzen, was mir aber leider nicht immer gelungen ist.

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Bewertung: 4 von 5 Sterne

Verlag: ROWOHLT Taschenbuch
Seitenzahl: 448
Ersterscheinung: 12.04.2022
ISBN: 9783499003929 
Preis: 16,00

Vielen Dank an den Rowohlt-Verlag und Eva Pantleon für das Rezensionsexemplar!

Freitag, 22. Juli 2022

Rezension: Debbie Macomber - Das kleine Cottage am Meer

 

Ein Glücksort am Meer

Annie lebt seit sechzen Monaten in einer Blase. Sie kann sich kaum mehr an die vergangene Zeit erinnern und trauert nach wie vor um ihre verstorbenen Eltern, ihren Bruder mit seiner Frau und der kleinen Bella. Sie alle sind bei einem vollkommen überraschenden Erdrutsch ums Leben gekommen. Allerdings sehen ihre Freunde und ihre Cousine Gabby es so, dass sie endlich weiterleben sollte. Deshalb fragt Gabby sie irgendwann, welcher Ort denn ihr Glücksort wäre, mit welchem Ort sie ihre glücklichsten Erinnerungen verbinde. Annie beginnt nachzudenken und sie erinnert sich an ihre Familienurlaube in Oceanside. Kurzentschlossen fährt sie dorthin und kann endlich wieder eine Nacht durchschlafen. Auf dem Rückweg merkt sie aber wieder, wie sie nicht mehr nach Seattle zurückkehren möchte und trifft eine folgenschwere Entscheidung...

Debbie Macomber beherrscht eine sehr emotionale Erzählweise, womit sie den Leser direkt in die Geschichte eintauchen lässt und ihn fesselt. Der Schauplatz ist traumhaft schön und lädt zum Träumen ein. Ihre Protagonisten sind alle sympathisch und liebenswürdig, dass man sie einfach mögen muss und so nur noch das Beste für sie wünscht.

Ich habe den Roman sehr gerne gelesen, denn ich wurde bisher nie von der Autorin enttäuscht, so auch hier nicht. Ihre Sprache und die interessante Handlung haben mir sehr gut gefallen, allerdings war ich nicht so gefesselt, wie ich es bei ihren anderen Büchern war und hätte mir noch etwas mehr Spannung gewünscht.

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Bewertung: 4 von 5 Sterne

Verlag: Blanvalet
Seitenzahl: 416
Ersterscheinung: 15.04.2019
ISBN: 9783734107269 
Preis: 9,99

Mittwoch, 20. Juli 2022

Rezension: Fenna Janssen - Ein Sommer in Rimini

 

Ein Neuanfang in Rimini

Hamburg 1955: Nina lebt gemeinsam mit ihrer beinahe dreißig Jahre älteren Freundin Henni in einer Kellerwohnung. Um Geld für das tägliche Leben zu verdienen, arbeitet sie als Hilfsköchin im Hotel "Vier Jahreszeiten", doch sie ist schon viel länger nur Hilfsköchin als sämtliche ihrer männlichen Kollegen, die allesamt vorgezogen werden. Doch dann kommt ihr Tag, denn mit ihrer Idee den Salat mit Mandarine und Walnüssen zu verfeinern, wird ihr Talent von einem italienischen Feinkosthändler entdeckt. Dieser bietet ihr an, ihr eine Stelle im "Grand Hotel" in Rimini zu besorgen. Nach einigen Zweifeln macht sie sich dann mit Henni, in deren Isetta, auf den Weg über die Alpen und in die Adriastadt Rimini...

Fenna Janssen hat einen sehr gut zu lesenden Schreibstil. Die Geschichte von Nina und Henni ist sehr ergreifend und schafft es, den Leser emotional zu berühren. Auch die Kulissenwahl ist sehr gut, denn das kalte und arme Hamburg, das dem warmen und einladenden Rimini gegenübersteht, bildet einen deutlichen Gegensatz und sorgt für Urlaubsstimmung.

Dieser Roman hat mir sehr gut gefallen, denn er hat mich schnell in das frühere Rimini versetzt und Lust auf eine Reise nach Italien an die Adriaküste gemacht. Einzig am Ende ging mir alles etwas zu schnell, da hätte sich die Autorin noch etwas mehr Zeit lassen können.

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Bewertung: 4 von 5 Sterne

Verlag: Rütten & Loening Berlin
Seitenzahl: 256
Ersterscheinung: 17.05.2022
ISBN: 9783352009808 
Preis: 15,00

Vielen Dank an den Aufbau-Verlag und Fenna Janssen für das Rezensionsexemplar!

Donnerstag, 14. Juli 2022

Rezension: Sue Moorcroft - Sommerinselträume

 

Wenn aus Nicht-Dates Dates werden...

Rosa verbringt den Sommer gemeinsam mit ihrer Mutter Dory auf Malta. Da Dory erfolgreiche Kochbuchautorin ist und für ihr neues Buch die mediterrane Küche erkunden will, hat sie Rosa vorübergehend als Assistentin eingestellt. Rosa mag die Insel und ist froh, Abstand zu ihrem Ex-Freund in England schaffen zu können, denn die Beziehung nahm kein schönes Ende. Und obwohl sie in nächster Zeit keine Lust Männer hat, findet sie sich eines Abends bei einem Nicht-Date mit Zach, das von ihrer Mutter eingefädelt wurde. Gut, dass sich beide einig sind, momentan keine Beziehung zu wollen. Aber sie verstehen sich sehr gut. Aufgrund der Nachbarschaft treffen sie sich immer wieder und es entwickelt sich eine Freundschaft, aus der vielleicht doch noch mehr werden könnte...

Sue Moorcroft hat einen gut zu lesenden Schreibstil, sodass sich der Roman shcnell und flüssig liest. Die Insel Malta ist eine wunderschöne Kulisse, die Lust auf einen Urlaub dort macht und den Leser automatisch in Urlaubsstimmung versetzt. Obwohl sich der Klappentext eher liest wie eine oberflächliche Liebesgeschichte, steckt doch viel mehr in diesem Roman, denn die Arbeit mit den Jugendlichen ist durchaus herausfordernd und auch die Neuorientierung der beiden Protagonisten verleiht dem Roman Tiefe.

Dieser Roman der Autorin hat mir gut gefallen, allerdings kenne ich bereits Bücher von ihr, die mir besser gefallen und mich auch mehr gefesselt haben. Trotzdem fand ich die Kernthemen sehr interessant und gut gewählt, denn ein reiner Liebesroman in einer Urlaubsgegend wäre vielleicht doch etwas langweilig geworden. Insgesamt also ein recht gelungener Liebesroman mit Tiefgang!

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Bewertung: 4 von 5 Sterne

Verlag: HarperCollins
Seitenzahl: 432
Ersterscheinung: 22.03.2022
ISBN: 9783749901364
Preis: 11,00 

Vielen Dank an den HarperCollins-Verlag und Sue Moorcroft für das Rezensionsexemplar!

Dienstag, 12. Juli 2022

Rezension: Åsa Hellberg - Ein Besuch im Sommer

 

Ein Erbe, das für Unfrieden sorgt

Nikki liebt ihr Leben auf dem Land, denn sie genießt die Zeit mit den Pferden und die Ruhe auf dem großen Pferdehof. Doch als ihr Vater überraschend stirbt, wird ihr Leben unruhig, was nicht zuletzt daran liegt, dass sie durch das Testament von einem Halbbruder erfährt, von dem sie noch nie etwas gehört hatte. Die Annäherung der beiden Geschwister verläuft sehr holprig und nicht gerade freundlich, obwohl doch deren Anwälte ihr Bestes geben, um eine gute Lösung zu finden...

Åsa Hellberg hat einen sehr gut zu lesenden Schreibstil, der dafür sorgt, dass sie Seiten nur so dahinfliegen. Als Kulisse wurde die wunderschöne Landschaft Schwedens gewählt, was für idyllische Urlaubsträume beim Leser sorgt. Die Handlung liest sich im Klappentext eher einfach, ist aber doch von einer Tiefe, dass sie den Leser zum Nachdenken bringt und die Lektüre zu mehr als nur einem einfachen Sommerroman macht.

Mir hat der Roman gut gefallen und ich habe ihn sehr gern gelesen. Leider konnte er mich nicht so sehr fesseln, wie ich es mir gewünscht hätte, trotzdem hatte ich einige schöne Lesestunden und meine Sehnsucht nach einem Urlaub in Schweden ist weiter gewachsen.

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Bewertung: 4 von 5 Sterne

Verlag: Ullstein Taschenbuch Verlag
Seitenzahl: 480
Ersterscheinung: 31.03.2022
ISBN: 9783548290959 
Preis: 10,99

Vielen Dank an den Ullstein-Verlag und Åsa Hellberg für das Rezensionsexemplar!

Montag, 4. Juli 2022

Rezension: Lisa Graf - Dallmayr. Der Traum vom schönen Leben

 

Das Dallmayr - Ein Familienbetrieb im Wandel der Zeit!

München 1897: Erst seit kurzer Zeit führen Anton und Therese Randlkofer den Delikatessenladen Dallmayr, doch es läuft sehr gut. Leider ist der Chef schwer erkrankt und verstirbt innerhalb weniger Wochen. So führt Therese den Laden alleine weiter und meistert jede Herausforderung. Denn sie hat ihrer drei Kinder, von denen der Älteste, Hermann, bereits selbst eine Ausbildung zum Kaufmann bei seinem Onkel Max Randlkofer in dessen Kramerladen absolviert und nach dem Abschluss seiner Mutter eine Stütze im Laden sein wird. Doch auch Balbina, die Nichte von Therese, ist unabkömmlich im Haushalt und der Küche, so entwickelt sie mit dem Auszubildenen Ludwig immer neue Rezepte für die Süßwarenabteilung. Doch nach dem Tod Antons wächst Max' Neid immer weiter und er versucht, der Familie das Erbe streitig zu machen und auch am Ruhm des erfolgreichen Ladens teilhaben zu können, doch die Familie hält zusammen...

Lisa Graf ist hier ein gelungener Reihenauftakt gelungen, der Lust auf mehr macht, vorallem auf die leckere belgische Schokolade, die im Laden verkauft wird, oder auf den so lecker riechenden Kaffee, denn jeder kennt den tollen Duft, wenn man das Geschäft von Dallmayr in München betritt. Mir gefällt es sehr, wie sie die Geschichte der Familie Randlkofer faszinierend und spannend erzählt, sodass es schwer fällt, das Buch aus der Hand zu legen. Einzig das Nachwort fehlt mir, in dem erklärt wird, welche Personen real und welche fiktiv sind.

Ich mochte den Roman sofort und habe ihn auch innerhalb weniger Tage beendet, obwohl er über 600 Seiten misst. Auch das Ende finde ich sehr gelungen, ist es doch nicht zu offen, sondern schön rund und beantwortet die wichtigsten Fragen zu den einzelnen Schicksalen, sodass es leichter fällt, auf den nächsten Teil zu warten, aber die Neugier trotzdem da ist, und man den nächsten Band unbedingt lesen möchte.

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Penguin
Seitenzahl: 640
Ersterscheinung: 09.11.2021
ISBN: 9783328602040 
Preis: 15,00
Reihe: Dallmayr-Saga, Band 1

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Penguin-Verlag und Lisa Graf für das Rezensionsexemplar!

Montag, 27. Juni 2022

Rezension: Lea Santana - Der Sommer der Blütenfrauen

 

Die Freundschaft der drei Blütenfrauen

Deutschland: Rose muss mal wieder zur Agentur für Arbeit, denn auch dieses Mal hat sie es nicht lange bei ihrer neuen Arbeitsstelle ausgehalten. Frau Biest weiß langsam nicht mehr weiter und auch Rose ist verzweifelt, aber sie hat regelmäßig das Gefühl, bei der Arbeit im Büro zu ersticken. Als sie auf der Fahrt zum Arbeitsamt das Schild eines Biohofes sieht, der Erntehelfer sucht, probiert sie dort ihr Glück und bekommt eine Chance - zwar nicht als Erntehelferin, aber als Ackergehilfin. Anfangs kann sie es sich nicht vorstellen, dort länger als nötig zu arbeiten, aber mit der Zeit fühlt sie sich immer wohler und bleibt länger als geplant...

Frankreich: Marguerite ist Geschäftsführerin eines noblen Restaurants, da ihr Mann immer seltener da ist, führt sie den Betrieb beinahe allein. Als dann herauskommt, dass er wieder einmal eine Affäre hat, da sieht sie rot. Denn er hat sie nicht nur im Stich gelassen, nein, er hat auch das Geschäftskonto leergeräumt und sie kann nun sehen, wie sie das Restaurant weiter am Laufen hält oder sie muss ihre Mitarbeiter entlassen, obwohl sie ihr doch so ans Herz gewachsen sind. Die Rettung sieht sie in Roses Blog, auf dem viele Rezepte mit Blüten vorgestellt werden...

Italien: Viola ist erfolgreiche Food-Journalistin. Sie lebt in Verona und wirkt nach außen hin zufrieden. Allerdings ist sie in letzter Zeit immer weniger zuhause, denn ihre Mutter möchte sie ständig verkuppeln und Viola ist genervt. Dabei liebt sie ihre Familie und vermisst ihre Nonna sehr. Als sie nun immer mehr Probleme mit dem Chefredakteur bekommt und kündigt, kehrt sie wieder auf das Weingut ihrer Eltern zurück und beginnt darüber nachzudenken, was sie eigentlich im Leben möchte...

Alle drei Frauen haben sich auf einer Food-Messe kennengelernt und sich dort, im Champagner-Rausch, versprochen, immer füreinander da zu sein, sollte jemals eine von ihnen Probleme haben. Dass dieser Moment schneller eintritt als gedacht, kommt für alle überraschend.

Lea Santana hat einen sehr gut zu lesenden Schreibstil, sodass die Seiten nur so dahinfliegen. Der Wechsel der Erzählperspektiven zwischen den drei Frauen macht die ganze Handlung interessanter und sorgt für mehr Einblicke in die Gedanken und Gefühle der Protagonistinnen. Auch die großen Unterschiede in den Charakteren sind spannend und interessant zu beobachten.

Ich mochte den Roman sehr gerne, zudem zwei meiner großen Leidenschaften, Garten und Kochen, Kernthemen sind.

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Lübbe
Seitenzahl: 384
Ersterscheinung: 29.04.2022
ISBN: 9783404188284 
Preis: 12,99

Vielen Dank an die Bloggerjury, den Lübbe-Verlag und Lea Santana für das Rezensionsexemplar!

Samstag, 25. Juni 2022

Rezension: Claudia Dahinden - Die Uhrmacherin - Im Sturm der Zeit

 

Eine junge Frau wagt den Schritt in die Eigenständigkeit fernab des Elternhauses

Grenchen in der Schweiz, 1873: Die junge Frau Sarah hat ihr Elternhaus verlassen, weil sie es dort nicht mehr aushalten konnte. Ihre Mutter zeigte keinerlei Verständnis für die, auch nach einem Jahr, noch anhaltende Trauer um ihren verunfallten Verlobten. Auch sonst störte sie die Rückwärtsgewandtheit ihres Vaters, der immer Vergangenem hinterhertrauert. Nun ist sie in Grenchen, einem kleinen Ort, in dem die Uhrenindustrie beheimatet ist. Dort hat sie eine Stelle als Hauslehrerin bei der Familie Schneider, sie soll die beiden Kinder unterrichten und ihnen alles Wichtige für das Leben beibringen. Doch dann findet sie das tote Hausmädchen Emmi und schwört sich, diesen Todesfall aufzuklären, weil schon ihrem Verlobten nicht genug Zeit gewidmet wurde und alles als Unglücksfall abgetan wurde. Aber alles wird schwieriger als erwartet, doch aufhören kommt nicht mehr in Frage für Sarah...

Claudia Dahinden hat einen gut zu lesenden Schreibstil, der anfangs aber etwas gewöhnungsbedürftig erscheint. Die Kulisse des Romans ist interessant und eher außergewöhnlich, sodass das Interesse des Leser schnell geweckt ist. Auch die Kämpfe zwischen den Christkatholiken und den papsttreuen sind ein spannendes Thema. Die Protagonistin Sarah ist eine starke Frau, die schnell die Sympathien der Leser weckt.

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, auch wenn ich zu Beginn einige Schwierigkeiten hatte, denn ich wusste bisher nichts über die Schwierigkeiten der Katholiken untereinander und auch die Sprache war mir manchmal etwas zu ausholend und sperrig. Aber nach dem ersten Drittel fiel mir alles leichter und ich habe gut in die Handlung eingefunden. Nun bin ich gespannt, wie es im zweiten Band weitergeht, denn ich mochte Sarah sehr gerne und bin neugierig auf ihren weiteren Werdegang.

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Bewertung: 4 von 5 Sterne

Verlag: Penguin
Seitenzahl: 480
Ersterscheinung: 13.12.2021
ISBN: 9783328105633 
Preis:10,00
Reihe: Die Uhrensaga, Band 1

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Penguin-Verlag und Claudia Dahinden für das Rezensionsexemplar!

Donnerstag, 16. Juni 2022

Rezension: Cecilia Ahern - Sommersprossen

 

"Jeder Mensch ist eine Mischung der fünf Leute, mit denen er oder sie die meiste Zeit verbringt."

Allegra ist bei ihrem Vater aufgewachsen, nachdem ihre Mutter sie nicht behalten wollte. Doch nun, mit 24 Jahren, möchte sie ihre Mutter doch einmal kennenlernen und sehen, wie viele Ähnlichkeiten es zwischen ihnen gibt. Deshalb ist sie nach Dublin gezogen, hat ihre Mutter auch gefunden, aber sie, nach nun beinahe einem halben Jahr, immer noch nicht angesprochen. Sie wartet immer noch auf den richtigen Zeitpunkt. Währenddessen geht sie gewissenhaft ihrer Arbeit als Parkraumwächterin nach und verteilt gnadenlos Strafzettel an alle, die sich nicht an die Gesetze halten. So auch täglich an den gelben Ferrari, der auch nach zwei Wochen noch keinen Parkschein löst. Als er sie dann dabei ertappt, macht er seinem Ärger Luft und beschimpft sie sehr, aber das Zitat, das er ihr an den Kopf wirft, nämlich dass der Mensch eine Mischung aus den fünf Menschen ist, mit denen er die meiste Zeit verbringt, das bringt sie zum Nachdenken und beschert ihr schlaflose Nächte...

Cecilia Ahern hat dieses interessante Zitat als Leitthema dieses Romans gewählt, denn Allegra befindet sich ab dem Zeitpunkt, an dem ihr Tristan das Zitat an den Kopf wirft, auf der Suche nach ihren fünf Menschen. Allegra ist eine sehr spezielle Persönlichkeit, die Schwierigkeiten damit hat, die Reaktionen anderer Menschen richtig zu deuten und das richtige zu sagen, sodass sie häufig aneckt und auch deshalb nach wie vor keine Freunde in Dublin hat.

Obwohl der Roman sich sehr flüssig liest, hatte ich lange Probleme in einen Lesefluss zu kommen, denn Allegra ist mir etwas suspekt und ich kann ihr Denken und Handeln oft nicht nachvollziehen. Erst das letzte Drittel hat mir etwas besser gefallen, denn da passiert ein wenig mehr und die Handlung nimmt an Tempo auf. Dieses Zitat als Kern eines Romanes zu verwenden finde ich aber super und habe mittlerweile selbst oft darüber nachgedacht, wer denn meine fünf Personen sind.

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Bewertung: 3 von 5 Sterne

Verlag: FISCHER Krüger
Seitenzahl: 400
Ersterscheinung: 27.10.2021
ISBN: 9783810530455 
Preis: 20,00 

Vielen Dank an den Fischer-Krüger-Verlag und Cecilia Ahern für das Rezensionsexemplar!

Sonntag, 12. Juni 2022

Rezension: Maria Nikolai - Töchter der Hoffnung

 

Eine Reise ins wunderschöne Meersburg am Bodensee

Meersburg 1917: Idyllisch am Ufer des Bodensees gelegen, befindet sich der Gasthof Lindenhof. Gerade führt ihn die Hausherrin Elisabeth Lindner allein, unterstützt durch ihre drei Töchter. Doch die Geschäfte laufen schlecht und der Hausherr Gustav Lindner wurde, wie alle Männer, an die Front eingezogen. Als er endlich zurückkehrt, ist er versehrt und durch seine Unterschenkelamputation nicht mehr voll leistungsfähig. Elisabeth hat schon lange den Plan, den Lindenhof zu verkaufen und an einem anderen Ort neuanzufangen, doch das Herz der restlichen Familienmitglieder hängt an dem herrschaftlichen Haus und sie steht alleine mit ihren Plänen da. Um die Finanzen aufzubessern, fasst die älteste Tochter Helena einen Entschluss, sie werden Kriegsversehrte aus dem Krankenhaus aufnehmen, denn dieses ist überbelegt und froh um neue Kapazitäten. Doch damit kommt viele Arbeit auf sie zu, aber alle sind bereit, Opfer zu bringen, um ihren Heimatort zu halten - nur Elisabeth versucht, ihnen Steine in den Weg zu legen und den Gasthof in den Bankrott zu treiben...

Maria Nikolai hat es geschafft, das Zeitgeschehen und die Geschichte einer fiktiven Familie miteinander zu verweben. Die Familie besteht aus vielen unterschiedlichen Charakteren, die sich aber perfekt ergänzen und allesamt sympathisch sind, ausgenommen Elisabeth, die mit unlauteren Mitteln für ihre Träume kämpft.

Schon die Schokoladenvilla habe ich verschlungen, umso mehr habe ich mich über diese neue Reihe der Autorin gefreut - und ich wurde nicht enttäuscht. Die Familiengeschichte hat mich sofort gefesselt und die Seiten sind nur so dahingeflogen. Wie immer versteht die Autorin es, Spannung aufzubauen und am Ende die Handlung zwar abzuschließen, aber der Wunsch sofort den zweiten Teil zu lesen ist groß. Absolute Leseempfehlung!

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Penguin
Seitenzahl: 592
Ersterscheinung: 25.10.2021
ISBN: 9783328107941 
Preis: 11,00
Reihe: Die Bodensee-Saga, Band 1

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Penguin-Verlag und Maria Nikolai für das Rezensionsexemplar!

Freitag, 3. Juni 2022

Rezension: Kristina Günak - Mit dir ist alles schöner

 

Eine ungeplante Rückkehr in die alte Heimat

Franziska ist vor Jahren regelrecht aus ihrer Heimat, der Gemeinde Laboe an der Ostsee, geflüchtet, denn ihr war es dort einfach zu eng. So ist sie nach Hannover gegangen und hat sich als Fotografin selbstständig gemacht. Doch gerade läuft alles aus dem Ruder, denn ihr Freund seit fünf Jahren trennt sich einfach von ihr und sie steht auf der Straße, der Auftrag, der ihr die Zukunft als Fotografin gesichert hätte, wurde kurzfristig gekündigt und dann erreicht sie auch noch die Nachricht über den Tod ihres Vaters... Franziska ist am Boden zerstört und sieht keine andere Lösung, als in ihre Heimat zurückzukehren, den Campingplatz ihres Vaters zu verkaufen, um dann schnellstmöglich wieder in die Stadt zu gehen und ihr neues Leben weiterzuleben. Allerdings erwartet sie ein sehr heruntergekommener Campingplatz, mit dem sie keinen Blumentopf mehr gewinnen kann. Also gilt es, die Finanzen zu sichten und die nötigsten Reparaturen durchzuführen, das dauert aber länger als geplant...

Kristina Günak beherrscht es, den Leser von der ersten Seite an zu fesseln und mitten in die Handlung zu integrieren. Der Naturcampingplatz ist eine wunderschöne Kulisse, die durch seine heimelige Atmosphäre überzeugt. Dennoch ist nicht immer alles nur wunderschön, denn die Trauer um Franziskas Vater ist allgegenwärtig.

Dieser Roman hat mich sofort gepackt und ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Während dem Lesen musste ich lachen, aber auch weinen und war emotional komplett in der Handlung abgetaucht. Umso trauriger war ich dann, als das Buch zu Ende war. Ich kann euch diesen Roman nur wärmstens ans Herz legen - für mich ganz klar ein Must-read 2022!

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Lübbe
Seitenzahl: 336
Ersterscheinung: 29.04.2022
ISBN: 9783404187812 
Preis: 10,99

Vielen Dank an den Lübbe-Verlag und Kristina Günak für das Rezensionsexemplar!

Donnerstag, 26. Mai 2022

Rezension: Franziska Jebens - Die Liebe fliegt, wohin sie will

 

Die Bretagne - die neue Herzensheimat von Cleo?

Cleo ist Stylistin und lebt ihren Mädchentraum, denn sie wollte immer frei sein und all das machen, worauf sie Lust hat. Sofort nach ihrem achtzehnten Geburtstag ist sie zuhause ausgezogen und hat ihr eigenes Ding gemacht. Gerade weil ihre Eltern sehr umweltbewusst waren und sie damit oft stark eingeschränkt haben, war ihr ihre Freiheit so wichtig. Leider hat sie in den letzten Jahren ihre Arbeit immer ihren persönlichen Kontakte vorgezogen und so hat sie Oma Helene, eigentlich die Oma ihrer besten Freundin, vor deren Tod nicht mehr gesehen. Das belastet sie mehr, als sie es sich eingestehen möchte, weshalb sie auch nicht zögert, auf deren Wunsch hin vier Wochen auf einem Bio-Bauernhof in der Bretagne zu arbeiten, statt wie geplant durch die Welt zu reisen. Natürlich sind die beiden Klamottenkisten auch ein Anreiz, aber sie weiß, dass sie ihrer Ersatz-Oma nie einen Wunsch abschlagen könnte. Anfangs hadert sie sehr mit ihrer Entscheidung, denn die Arbeit fällt ihr schwer und erinnert sie mehr als gedacht, an die vielen Wochen auf dem Bauernhof ihres Onkels und ihrer Tante, wo sie doch immer viel lieber in den Urlaub geflogen wäre und das ihren Eltern bis heute übelnimmt. Doch mit der Zeit schleicht sich die wunderschöne Landschaft, die Ruhe und auch die Gemeinschaft dieser absolut unterschiedlichen Menschen in ihr Herz und sie beginnt, ihr Leben zu überdenken...

Franziska Jebens ist, wie sie selbst sagt, eine große Romantikerin, die es liebt, wunderschöne Liebes- und Lebensgeschichten zu schreiben. Unabdingbar ist da natürlich eine traumhaft schöne Kulisse, aber auch liebenswürdige Protagonisten sind wichtig - und beide Kriterien erfüllt dieser Roman perfekt.

Ich mochte schon die beiden vorherigen Romane der Autorin und habe mich deshalb sehr auf diesen gefreut. Als ich dann mit dem Lesen begonnen habe, war mir schnell klar, dass ich hier ein wunderschönes Buch lese, das mir noch lange in Erinnerung bleiben wird. Cleo ist mir schnell ans Herz gewachsen, denn obwohl sie lange hadert und nicht genau weiß, was sie in der Zukunft tun möchte, war mir als Außenstehende schon früh bewusst, dass sie perfekt auf den Bauernhof von Finn und auch an Finns Seite gehört. Dieser Roman ist wie eine Reise in die Bretagne und ich habe ihn geliebt! Ein Must-read diesen Sommer!

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Bewertung: 5 von 5 Sterne 

Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
Seitenzahl: 320
Ersterscheinung: 18.05.2022
ISBN: 9783423220019 
Preis: 10,95

Vielen Dank an Lovelybooks, den dtv-Verlag und Franziska Jebens für das Rezensionsexemplar!