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Montag, 26. Januar 2026

Rezension: Caroline Jansen - Der Salon in der Neustadt

Mariannes Neuanfang in der Neustadt

Bremen, 1975: Marianne ist seit sieben Jahren zurück aus London und hat sich in Bremen wieder ein Leben aufgebaut. Obwohl der Friseursalon ihrer Eltern noch vorhanden ist, hat sie sich einen neuen Laden in der Neustadt gesucht. Dort ist es sehr modern und neben Pop-Musik und fröhlichem Geplauder frisiert es sich wunderbar. Da sie bisher nur Frauen annehmen, wagt sie den Schritt, baut den Salon um und möchte ab sofort auch Männern zu schönen Frisuren verhelfen. Allerdings ist das gar nicht so einfach, denn gerade die wollen meist nur von Männern bedient werden, die es bei Marianne aber nicht gibt. So ist Geduld gefragt und erst mit einem Trick ihrer Mutter Gisela locken sie schließlich auch Männer an. Doch trotz des Erfolgs spürt Marianne mehr und mehr, dass die Arbeit sie anstrengt und sie dringend eine Pause bräuchte. Erst mit der Bekanntschaft von Felix Niehaus, dem vermeindlichen Sohn ihres Onkels, erfährt sie wieder ein wenig Leichtigkeit. Dennoch weiß sie nicht so recht, was sie von ihren Gefühlen halten soll, denn Felix könnte ja durchaus ihr Cousin sein.

Caroline Jansen erzählt die Geschichte der drei verwandten Frauen Marianne, Gisela und Ruth auf eine kurzweilige und fesselnde Weise weiter. So ist Marianne in den Vordergrund gerückt, während ihre beiden Tanten nur noch eine untergeordnete Rolle spielen, dennoch so manchen Schicksalsschlag zu verkraften haben. Da der Erzählstil sehr flüssig ist und die Perspektivwechsel für Abwechslung sorgen, fliegen die Seiten nur so dahin. 

Bereits der erste Band der Reihe hat mir sehr gut gefallen. Deshalb war ich nun total gespannt, ob mich auch die Fortsetzung wieder so in ihren Bann ziehen würde - und es ist ihr gelungen! Denn die Familiengeschichte ist so interessant wie mitreißend und hat mich durchweg gut unterhalten. Da die Familie und ihre zwischenmenschlichen Probleme sehr realistisch dargestellt werden, war ich immer wieder sehr berührt und hatte das Gefühl selbst Teil der Handlung zu sein.  

Hier geht es zur Verlagsseite und zur Leseprobe.

 

Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Ullstein Taschenbuch Verlag
Seitenzahl: 320
Ersterscheinung: 29.06.2023
ISBN: 9783548066516 
Preis: 11,99
Reihe: Die Friseursalon-Reihe, Band 2 

Vielen Dank an den Ullstein-Verlag und Caroline Jansen für das Rezensionsexemplar! 

Mittwoch, 12. November 2025

Rezension: Eva-Maria Bast - Der Schmuckpalast - Camille und der Glanz von Gold

Schwere Zeiten für Camille und die Familie Cartier

Paris, 1873: Alfred Cartier kehrt nach erfolgreichen Geschäften in London wieder in seine Heimatstadt Paris zurück. Denn er hat in England den Schmuck des familieneigenen Juweliergeschäfts bekannter gemacht und neben guten Kontakten auch alle Schmuckstücke veräußern können. Da sich sein Vater schon länger mit dem Gedanken trägt, das Familiengeschäft nun in die Hände seines Sohnen zu geben, sieht er den richtigen Zeitpunkt nun gekommen. Und Alfred freut sich sehr über diesen Vertrauensbeweis. Denn obwohl auch seine Schwester Camille und deren Mann Prosper bereits in die Herstellung und Vermarktung der hochwertigen Schmuckstücke einbezogen sind, war immer klar, dass Alfred einmal alles bekommen würde. Doch obwohl nun eine neue Generation die Geschicke lenkt, würde sich der Vater noch nicht komplett aus allem heraushalten und die Familie bleibt so eng verwachsen wie eh und je. Diesen Zusammenhalt brauchen sie auch als zwei Schicksalsschläge in kurzer Zeit Camille und die gesamte Familie Cartier tief erschüttern...

Eva-Maria Bast gelingt es auf perfekte Weise an den ersten Band der Familiensaga anzuknüpfen. Da sie kaum Informationen aus dem Vorgängerroman wiederholt, ist es daher angebracht, die Reihe in der richtigen Reihenfolge zu lesen. So kommt es aber auch zu keinen Längen zu Beginn des Buches. Da die Handlung durchweg interessant und fesselnd ist, auch dank der schweren Schicksalsschläge, fliegen die Seiten nur so dahin. 

Dieser zweite Band hat mich so gepackt, dass ich das Buch innerhalb eines Tages beendet habe. Denn der Erzählstil von Eva-Maria Bast ist so fesselnd, dass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. Daher bin ich auch schon sehr auf den dritten und leider letzten Band gespannt! 

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Aufbau TB
Seitenzahl: 319
Ersterscheinung: 12.03.2025
ISBN: 9783746641492 
Preis: 14,00
Reihe: Die Juwelier-Saga, Band 2 

Vielen Dank an den Aufbau-Verlag und Eva-Maria Bast für das Rezensionsexemplar! 

Donnerstag, 23. Oktober 2025

Rezension: Caroline Jansen - Der Salon am Rosenplatz

Ein Friseursalon, zwei Schwestern und das Leben mit seinen Widrigkeiten

Bremen, 1966: Als der Vater der drei Geschwister Gisela, Kurt und Ruth verstorben ist, hat er in seinem Testament verfügt, dass der Friseursalon an seine älteste Tochter Gisela geht und diese ihren beiden jüngeren Geschwistern dort Arbeit gibt. Allerdings war Gisela immer lieber im Büro als vorne im Geschäft und hat sich daher in den vergangenen Jahren lieber den Zahlen als den Kunden gewidmet. Leider hat sie auch nicht auf ihre Tochter Marianne, die zwischenzeitlich ebenfalls den Beruf der Friseuse erlernt und im Familiengeschäft tätig ist, und Ruth gehört und nichts modernisiert. So kommt es, dass nur noch Stammkunden in den Salon am Rosenplatz kommen und das Geld immer knapper wird. Auch die Stimmung ist angespannt, denn seit Giselas Mann plötzlich und überraschend verstorben ist, hat sie keinen Antrieb mehr und versteckt sich lieber in ihrem Büro. Für Ruth und Marianne wird es dadurch immer anstrengender, lediglich Kurt geht stoisch seiner Arbeit nach. Nachdem erst Marianne den Salon verlassen hat, um als Mannequin in London durchzustarten und Gisela Ruth gekündigt hat, ist sie nun mit Kurt allein und die Kunden werden noch weniger. Der Schmorbrand, der dann auch noch ausbricht, bringt das Fass schließlich zum Überlaufen und fordert die Geschwister heraus, bringt sie aber auch dazu, endlich wieder zusammenzuhalten. 

Caroline Jansen erzählt sehr kurzweilig und wechselt zwischen den Perspektiven von Marianne, Gisela und Ruth ab. So erhalten die Leser viele Einblicke in die Leben der Drei und auch ihre Gedanken und Gefühle. Dank dieser Nahbarkeit, wachsen sie den Lesern weit mehr ans Herz als bei einer eindimensionaleren Erzählweise. 

Leider stand dieser Roman viel zu lange ungelesen in meinem Bücherregal. Denn nun hat er mir wirklich schöne und unterhaltsame Lesestunden geschenkt, weshalb ich auch froh bin, den zweiten Band der Reihe bereits hier liegen zu haben.

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Ullstein Taschenbuch Verlag
Seitenzahl: 320
Ersterscheinung: 30.03.2023
ISBN: 9783548066509 
Preis: 11,99
Reihe: Frauen wie wir, Band 1

Vielen Dank an den Ullstein-Verlag und Caroline Jansen für das Rezensionsexemplar! 

Dienstag, 21. Oktober 2025

Rezension: Ulrike Schweikert - Berlin Friedrichstraße: Novembersturm

Stürmische Zeiten brechen an

Berlin, 1920: Robert, Johannes, Ilse und Luise waren allerbeste Freunde und kaum ohne einander anzutreffen, als sie in ihrer Kindheit viel Zeit zusammen vor und in ihrem Wohnhaus an der Friedrichstraße verbracht haben. Auch Ella aus dem Hinterhaus war immer zugegen und hatte vorallem Augen für den feschen Johannes. Doch nun, nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, ist alles anders, denn Johannes gilt immer noch als verschollen und niemand rechnet mehr damit, dass er jemals nach Berlin zurückkehren würde. So versucht auch Luise weiterzumachen und nimmt schließlich den Heiratsantrag von Robert an. Denn schon früher bestand zwischen ihm und Johannes ein Konkurrenzkampf um Luises Gunst. Dass Johannes aber gerade an dem Tag aus dem fernen Frankreich zurückkehrt, als die Beiden sich das Ja-Wort geben, bringt alles durcheinander. Für die Freunde beginnt eine wilde Zeit voller Unsicherheit, Vergebung und geprägt von den dunklen Schatten, die der vergangene Krieg immer noch auf ihre Leben wirft. 

Ulrike Schweikert widmet diesen ersten Band ihrer Familiensaga rund um diese fünf Charaktere aus der Friedrichstraße in Berlin den Goldenen Zwanzigern mit seinen zahlreichen politischen Umbrüchen, der Inflation, dem damit einhergehenden Hunger, dem neuerwachten kulturellen Leben in der Hauptstadt und dem Erwachsenwerden der Protagonisten. Aufgrund der gründlichen Recherchen der Autorin wirken die Begebenheiten sehr realistisch und ziehen die Leser mitten hinein in diese stürmische Zeit. 

Voller Freude habe ich diesen Roman begonnen zu lesen und fand das Leben der fünf jungen Menschen faszinierend und sehr interessant. Allerdings hat das Buch mit dem Fortschreiten der Handlung an Spannung verloren und ich habe die berührenden, emotionalen Momente vermisst. Denn die Autorin erwähnt jeden politischen Umbruch, jedes Attentat, jeden Putsch und alle anderen historischen Fakten und sorgt so dafür, dass es irgendwann sehr sachlich wird. Ebenso ergeht es mir mit der Nennung der vielen Kulturschaffenden, die zwar sehr prägend für dieses Jahrzehnt sind, aber auch so viel Platz im Geschehen einnehmen, dass das Leben der wahren Protagonisten immer weiter in den Hintergrund rückt, was ich sehr schade finde. Naütrlich möchte ich trotzdem noch den zweiten Teil der Familiensaga lesen und bin gespannt, wie es in der Friedrichstraße mit seinen Bewohnern weitergeht. 

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Bewertung: 4 von 5 Sterne

Verlag: ROWOHLT Taschenbuch
Seitenzahl: 512
Ersterscheinung: 14.09.2021
ISBN: 9783499000089 
Preis: 15,00
Reihe: Friedrichstraßensaga, Band 1 

Vielen Dank an den Rowohlt-Verlag und Ulrike Schweikert für das Rezensionsexemplar! 

Mittwoch, 1. Oktober 2025

Rezension: Kristina Herzog - Was die Liebe ersehnt

 

Eine Familie in Zeiten der Krise

Zürich, 1934: Hannah Friedländer konnte ihr Krankenhaus nun endlich eröffnen und freut sich über den regen Zustrom an Patienten. Allerdings ist sie die einzige Ärztin, sodass sie Tag und Nacht für ihre Patienten da sein muss, auch den drei Schwestern geht es nicht anders und die Kräfte wollen gut eingeteilt werden. Doch Hannah liebt ihr Krankenhaus und will es mit eiserner Disziplin aus den roten Zahlen führen. Daran kann auch ihr Studienfreund Fritz Gerlach mit seinen Überredungskünsten nichts ändern. Auch der Rest der Familie Friedländer kämpft mit so manchem Problem. So stellt Paul Lucie immer wieder vor die Frage, wann sie ihn denn heiraten wolle, denn für ihn zählt nur, dass sie seine Frau wird und Kinder bekommt, ihren Schulabschluss und ihre beruflichen Träume vergisst er zusehends. Auch Ariel steht vor der neuen Herausforderung, nun an der Universität selbst als Lehrender tätig zu sein, was immer wieder Selbstzweifel in ihm hervorruft und zusätzlich eine Liebesbeziehung zu einer Studentin zu führen, was ebenfalls zu vielen zweifelhaften Blicken und Kommentaren führt. Für Daniel ist die Zeit aber gerade am härtesten, denn er findet sich bei seinem neuen Arbeitgeber vor ganz besonderen Herausforderungen, die größte Geheimhaltung erfordern. Auch Kurt steht zwischen seiner Tochter und seiner Tätigkeit als Professor und wird mit seinem Kommentar nicht fertig, weshalb er mit einer großen Unzufriedenheit kämpft. So lebt die Familie nun zwar in Frieden vor den Nationalsozialisten, ein beschauliches Leben führen sie deshalb aber trotzdem nicht.

Kristina Herzog hat auch mit dem vierten Band der Sternberg-Saga wieder nahtlos an den Vorgängerroman angeschlossen und liefert nur dann Informationen zu vergangenen Ereignissen, wenn diese wirklich nötig für das Verständnis der gegenwärtigen Situationen sind. Die Kapitel sind in kürzere Abschnitte eingeteilt, in denen regelmäßige Persepktivwechsel zwischen sämtlichen Familienmitgliedern und der ehemaligen Bediensteten Alma erfolgen. Das sorgt für eine kurzweilige und stets interessante Handlung. Das Leben als deutsche Juden in Zürich wird sehr eindrucksvoll dargestellt und auch das Fortschreiten des Machtgewinns der Nationalsozialisten in Deutschland spielt eine große Rolle.

Da mir diese Familiensaga bereits vom ersten Teil an sehr gut gefallen hat, war ich nun wieder vollkommen gefesselt vom weiteren Schicksal dieser Familie. Mittlerweile sind mir alle Protagonisten sehr ans Herz gewachsen und ich will mir gar nicht vorstellen, wie es einmal sein wird, wenn tatsächlich kein weiterer Band der Reihe mehr erscheint... Da die Autorin so eindrucksvoll und berührend erzählt, fliegen die Seiten tatsächlich nur so dahin und das Ende war schneller erreicht, als ich es mir erhofft habe.

Hier geht es zur Homepage der Autorin.



Bewertung: 5 von 5 Sterne 

Verlag: tolino media
Seitenzahl: 556
Ersterscheinung: 25.08.2025
ISBN: 9783819437557
Preis: 20,99
Reihe: Die Sternberg-Saga, Band 4

Vielen Dank an Kristina Herzog für das Rezensionsexemplar!

Dienstag, 16. September 2025

Rezension: Kristina Herzog - Was das Herz erträumt

 

Ein Neuanfang in der Schweiz

1932: Familie Friedländer konnte nicht länger in Berlin bleiben, denn die Ausschreitungen gegenüber Juden haben extrem zugenommen und nach Ariels großer Verletzung möchte niemand mehr weiterer Gefahren durch die Nationalsozialisten ausgesetzt sein. Doch für alle Mitgleider der Familie bedeutet dieser Umzug einen weiteren Neuanfang, nachdem sie doch gerade erst von Tübingen nach Berlin gezogen sind. Vorallem Lucie ist sehr traurig, da ihr Freund Paul in Berlin bleibt und sie nun auf unbestimmte Zeit von ihm getrennt sein wird. Aber auch Hannah tut sich schwer mit dem Neubeginn, denn die Schatten ihrer Verhaftung in Berlin liegen immer noch über ihr und erschweren ihr den Alltag. Dennoch meistern alle den Umzug, jeder auf seine Weise sehr gut. Dass in Zürich aber keine weiteren Schicksalsschläge auf die Familie warten ist nicht garantiert und leider dauert es bis zum ersten dramatischen Ereignis nicht allzu lange...

Kristina Herzog setzt die Reihe mit diesem dritten Band nahtlos fort und hält sich nicht mit großen Wiederholungen auf, was zu einem flüssigen Lesen beiträgt, aber auch voraussetzt, dass die Vorgängerbände ebenfalls gelesen wurden. Die Autorin beherrscht es sehr gut, die Spannung während der gesamten Handlung hochzuhalten und für fesselnde Lesestunden zu sorgen. So ereilen die Familie immer wieder schwierige Situationen, die ein durchdachtes, aber auch schnelles Handeln benötigen.

Ich war nun sehr gespannt, wie es mit den Friedländers in diesem dritten Band weitergeht und ich war positiv überrascht, wie schnell ich vom Geschehen gefesselt war. Auch die längere Pause zwischen den einzelnen Teilen war kein Problem und ich wusste innerhalb weniger Seiten wieder alles, was zuvor passiert war. Ein großes Lob an die Autorin Kristina Herzog, die so spannend erzählt, dass ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen konnte und mir das Zürich der dreißiger Jahre sehr schön nähergebracht hat! 

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: tolino media
Seitenzahl: 440
Ersterscheinung: 09.10.2023
ISBN: 9783757964917 
Preis: 16,99
Reihe: Die Sternberg-Saga, Band 3 

Vielen Dank an Kristina Herzog für das Rezensionsexemplar! 

Mittwoch, 13. August 2025

Rezension: Ladina Bordoli - Der Geschmack von Freiheit

 

Fanny und die Geheimnisse einzigartiger Schokolade

Vevey am Genfer See, 1861: Fanny Caillers durfte bereits als Kind mit ihrem Vater im Schokoladenatelier das Handwerk einer Chocolatière erlernen. Mit Freude hat sie seither selbst Schokolade hergestellt. Doch nach dem Tod des Vaters wurde Fanny noch als zu jung erachtet, um selbst in der Firme mitzuhelfen und wurde zusätzlich von ihrer Mutter Louise und ihren Brüdern Antoine und Alexandre von der Firma ferngehalten. Lediglich die Aufsicht bei den Frauen, die als Verpackerinnen tätig sind, durfte sie übernehmen. Selbst als ihr Bruder Antoine der Typhusepidemie zum Opfer fiel, durfte sie nicht tätig werden, weshalb sie nach der Heirat mit dem Kerzenfabrikanten Daniel Peter lieber in dessen Manufaktur mithalf. Doch Daniel ist ein modernerer Ehemann, der seiner Frau gerne Freiheiten einräumt, um diese glücklich zu sehen und außerdem deren Potential in der Schokoladenherstellung erkannt hat. Nachdem der Handel mit Kerzen zunehmend schlechter wird, da das Petroleum seinen Siegeszug in den Wohnungen der Menschen antritt, beschließen die Eheleute nun selbst eine Schokoladenfabrik zu gründen und endlich Fannys Traum wahr werden zu lassen.

Ladina Bordoli beherrscht es, die Familiengeschichte der Familien Cailler und Peter auf eine fesselnde Weise zu erzählen. Unter anderem nimmt sie sich auch unterschiedliche Erzählperspektiven zu Hilfe, die mit den einzelnen Kapiteln zwischen einigen der Hauptpersonen wechseln und so für eine Mehrdimensionalität und tiefere Einblicke sorgen.

Dieser Auftaktband der "Schokoladen-Pionierinnen"-Reihe hat mich von der ersten Seite an gefesselt und mir wunderschöne Lesestunden geschenkt. Denn ich liebe Schokolade und historische Romane, was hier perfekt miteinander verbunden wurde. Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Band und auf das weitere Schicksal der mutigen Fanny und dem liebenswürdigen Daniel. 

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Heyne
Seitenzahl: 448
Ersterscheinung: 11.12.2024
ISBN: 9783453425071 
Preis: 12,00
Reihe: Die Schokoladen-Pionierinnen, Band 1 

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Heyne-Verlag und Ladina Bordoli für das Rezensionsexemplar! 

Donnerstag, 3. Juli 2025

Rezension: Anne Jacobs - Der Dorfladen - Was das Leben verspricht

Das Leben in Dingelbach geht weiter...

Dingelbach, am Fuße des Taunus, 1925: Mitten im Ort befindet sich der Dorfladen der Familie Haller, die aus der Mutter Marthe und den drei Töchtern Herta, Frieda und Ida besteht. Gemeinsam sorgen sie dafür, dass die Bewohner des kleinen Dorfes jederzeit genügend Lebensmittel und Kurzwaren im Haus haben. Doch neben ihrer Hilfe im Laden träumt Frieda von einer Karriere als Schauspielerin, weshalb sie seit einiger Zeit die Schauspielschule in Frankfurt besucht. Auch Ida besucht das Gymnasium in Frankfurt, um bald das Abitur abzulegen. Obwohl die Mutter am liebsten hätte, dass alle drei Töchter einen ähnlichen Werdegang wie Herta haben, lässt sie ihnen ihre Ausbildungen. Nur Herta ist immer bei der Mutter und unterstützt sie bei den Verkäufen im Laden. Denn ihre Liebe zu Kurzwarenhändler Sirius Engler ist bisher unerwidert. Doch natürlich wäre das Leben im Dort langweilig und unrealistisch, wenn nicht immer wieder etwas passieren würde. So hat die getrennt lebende Helga Schütz ihren Unterschlupf bei den Hallers nun verlassen und lebt in der Dortwirtschaft. Allerdings ist die Liebe zu Oskar Michalski immer noch unglücklich und vom langen Warten langsam wirklich strapaziert. Dennoch halten sie zusammen und bleiben im Dorf, wo vorallem Helga ständig der Hass der anderen Bewohner entgegenschlägt. Trotzdem will sie ihren Sohn Heinz nicht alleine bei Vater und Großmutter zurücklassen. Wird das auf Dauer eine gute Lösung für alle sein?

Anne Jacobs knüpft mit ihrem zweiten Band der Reihe nahtlos an den ersten an. Obwohl sie keine Wiederholungen in die Handlung einbaut, um wichtige Geschehnisse aus dem ersten Teil wieder in Erinnerung zu rufen, gelingt es ihr unheimlich schnell, ihre Leser an alles Wichtige zu erinnern. Auch jetzt wird das Dorfleben aus vielen unterschiedlichen Erzählperspektiven geschildert, was zu einem tiefen Einblick in den Alltag und die verschiedenen Leben der Dorfbewohner führt. Obwohl keine Kapitelüberschriften auf die Wechsel der Perspektiven aufmerksam machen, wird den Lesern meist schon während der ersten Sätze bewusst, wer nun der Erzählende ist.

Diese Reihe von Anne Jacobs hat mich bisher sehr beeindruckt und ich bin begeistert von der Art, wie es der Autorin gelingt, so vielschichtig und doch kurzweilig und unterhaltsam zu erzählen. Da mir alle Charaktere sehr ans Herz gewachsen sind, ist es sehr traurig, dass ich Abschied nehmen und mich nun bis zum Erscheinen des dritten Bandes gedulden muss. 

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Blanvalet
Seitenzahl: 576
Ersterscheinung: 13.11.2024
ISBN: 9783764508463 
Preis: 18,00
Reihe: Die Dorfladen-Saga, Band 2 

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Blanvalet-Verlag und Anne Jacobs für das Rezensionsexemplar! 

Dienstag, 22. April 2025

Rezension: Lisa Graf - Lindt & Sprüngli. Zwei Familien, eine Leidenschaft

 

Die großen Träume des Rudolf Sprüngli

Zürich, 1826: Rudolf Sprüngli ist der jüngere Sohn von David und Elsbeth Sprüngli. Als seine Mama krank ist und auch noch die Mesizin ausgeht, weiß er sich nicht anders zu helfen, als zu seinem Freund dem Apotheker Flückiger zu gehen. Dieser verkauft ihm nicht nur die übliche Thymian-Medizin, sondern auch zwei Stücke Schokolade, die er gerade selbst hergestellt hat und denen er große Heilkräfte nachsagt. Dass es seiner Mutter dann wirklich besser geht, ist für Rudolf ein Zeichen und sein größter Traum ist es ab jetzt, einmal in seinem Leben selbst Schokolade herzustellen. Nachdem er viele Jahre später seine Ausbildung zum Zuckerbäcker abgeschlossen hat und auf Wanderschaft gegangen ist, hat es ihn zu den beiden Schokoladenmachern gezogen, die es bisher in der Schweiz gibt. Drei Jahre verbringt er fern der Heimat und lernt die Herstellung der Schokolade. Nach seiner Rückkehr nach Zürich muss er den Traum trotzdem für viele Jahre hintanstellen, denn weder sein Vater, der gegen alle Neuerungen ist und gerne beim Altbewährten bleibt, noch die finanziellen Mittel reichen aus, um eine eigene Produktion einzurichten. Doch Rudolf ist mutig und gibt nicht auf. Gestärkt durch seine liebevolle und ebenfalls sehr starke Ehefrau Katharina bleibt die Idee immer bestehen und wartet nur auf den richtigen Zeitpunkt, in die Realität umgesetzt zu werden...

Lisa Graf gelingt es in diesem ersten Band rund um die Familie Sprüngli, ihre Leser zu fesseln und die Entstehungsgeschichte der Firma Lindt & Sprüngli spannend zu erzählen. Obwohl die Autorin nur die Anfänge des Unternehmens von 1826 bis 1862 erzählt und hier der Name Lindt noch nicht einmal fällt, ist es schon sehr interessant und füllt beinahe fünfhundert Seiten. Aufgrund der häufigen Perspektivwechsel bleibt die Handlung durchgehend interessant und erhält mehr Tiefe.

Ich kenne Lisa Graf bereits von anderen Romanen und war von der Trilogie rund um das Dallmayr in München so gefesselt, dass ich diesmal nur zu gerne in die Familie Sprüngli und deren Firmengeschichte eingetaucht bin. Es ist so faszinierend, wie bereits die Anfänge einer so großen Firma wie Lindt & Sprüngli so fesselnd beschrieben werden, dass ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen konnte. Rudolf ist ein beeindruckender Mann, der wagemutig und zukunftsorientiert gehandelt hat, aber immer auch die Konflikte mit seinem Vater hatte und deshalb noch mehr Stärke zeigen musste als sowieso schon. Das hat mir sofort gefallen und ich war von der ersten Seite an sein Fan. Aber obwohl die Autorin vorallem die Belange der Familie Sprüngli in den Mittelpunkt gestellt hat, kommen auch die Politik und das aktuelle Zeitgeschehen nicht zu kurz. Einfach ein rundum perfekt gelungener Reihenauftakt!

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Penguin
Seitenzahl: 480
Ersterscheinung: 02.10.2024
ISBN: 9783328603665
Preis: 17,00
Reihe: Lindt & Sprüngli-Saga, Band 1 

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Penguin-Verlag und Lisa Graf für das Rezensionsexemplar!

Montag, 7. April 2025

Rezension: Anna Husen - Die Frauen der Villa Sommerwind. Das Glück am Horizont.

 

Ein Neuanfang am Timmendorfer Strand

Im April des Jahres 1903 startet das neue Leben für Eberhart Hohnhold und seine drei Kinder Henriette, Sybille und Hermann. Das Hotel, die Villa Sommerwind, hat Eberhart überraschend von einem Verwandten geerbt und in den letzten Monat auf den neuesten Stand gebracht. Nun wurde es auch endlich Zeit für seine Kinder, zu ihm an den Timmendorfer Strand und in das mondäne und wunderschöne Hotel zu ziehen. Henriette ist es gewohnt, wichtige Entscheidungen gemeinsam mit ihrem Vater zu treffen, oder sogar eigenständig, denn die Ausbildung an der Hotelschule hat sich in vielen Bereichen bezahlt gemacht. Auch musste sie ihren Geschwistern schon bald die Mutter ersetzen und viel Verantwortung übernehmen. So ist sie es auch gewohnt, von vielen Männern von oben herab behandelt zu werden und weiß es, sich durchzusetzen. In der Tochter der Schneiderin des Ortes findet sie schnell eine ebenbürtige Freundin, die ebenso wie sie mutig voranschreitet. Doch der Entscheidung, dass Henriette den Architektensohn Eduard Graff heiraten soll, hat sie nichts entgengenzusetzen, denn ihr Vater lässt sie dabei nicht mitreden. So ist diese Heirat beschlossene Sache, auch wenn Henriettes Herz einem anderen gehört...

Anna Husen ist es gelungen, diesen Roman von der ersten Seite an spannend und fesselnd zu gestalten. Denn die Handlung schreitet schnell voran, ist kurzweilig und von vielen packenden Situationen geprägt. Henriette ist eine sehr starke, emotionale und sympathische Protagonistin, die für ihre Träume kämpft, auch weil ihre Mutter ihr das von Kindesbeinen an beigebracht hat. Da die Kapitel nicht allzu lange sind und auch immer mit Zeitangaben versehen wurden, bleibt es trotz des langen Zeitraumes von 16 Jahren immer übersichtlich.

Es passiert mir nicht sehr häufig, dass ich Romane mit fast 500 Seiten innerhalb von 24 Stunden beende, doch dieses Buch gehört dazu. Ich fand den Schreib- und Erzählstil der Autorin so gelungen, dass die Handlung und damit die Seiten nur so dahingeflogen sind. Die Charaktere waren allesamt liebenswürdig und sind mir im Lauf der Geschehnisse immer mehr ans Herz gewachsen, denn von dramatischen Momenten wurden Henriette und ihre Familie nicht gerade verschont. Ein rundum gelungener Auftaktband einer Reihe, die ich nun unbedingt weiterlesen möchte.

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Knaur Taschenbuch
Seitenzahl: 480
Ersterscheinung: 03.04.2023
ISBN: 9783426529720 
Preis: 11,99
Reihe: Timmendorfer Strand, Band 1

Vielen Dank an den Knaur-Verlag und Anna Husen für das Rezensionsexemplar!

Sonntag, 16. März 2025

Rezension: Eva-Maria Bast - Der Schmuckpalast - Antoinette und das Funkeln der Edelsteine

 

Die interessanten Anfänge der Schmuckdynastie Cartier

Paris, 1792: Bei einem spektakulären Raub wurden in den Wirren der Französischen Revolution beinahe alle Kronjuwelen des Königshauses gestohlen. Mittendrin die drei Freunde Pierre, Paul und Manon. Doch angestachelt von einigen geglückten Rauben, werden sie übermütig...

Paris, 1934: Antoinette ist nun zwölf Jahre alt und geht ab nun nicht mehr in die Schule, sondern muss die Mutter beim Verkauf des selbst angebauten Obst und Gemüses auf dem Markt unterstützen. Antoinette ist untröstlich, denn sie liebt die Schule und möchte immer noch mehr lernen. Doch der Vater bleibt auch dann hart, als die Lehrerin sogar anbietet, die Zwölfjährige kostenfrei weiter zu unterrrichten. Trotzdem findet sich eine Gelegenheit und Antoinette bleibt so wissbegierig, wie sie es seit jeher war. Als eines Tages ein junger Mann beinahe mit dem Marktwagen der Familie zusammenstößt, begegnet Antoinette das erste Mal dem Goldschmiede-Lehrling Louis-Francois Cartier und sie sieht sein Gesicht immer wieder vor sich. Als sie sich überraschend an einem Sonntag am Ufer der Seine begegnen, fühlen sie sofort eine tiefe Verbundenheit, die schließlich, nach einigen Jahren, in Liebe mündet. Denn sie verstehen sich und sind nicht nur Liebende, sondern auch beste Freunde mit gemeinsamen Zielen - nämlich einer eigenen Goldschmiede-Werkstatt. Da Antoinette wunderbar zeichnen kann und Louis sehr gewissenhaft arbeitet, gelingt es ihnen nach sehr entbehrungsreichen Jahren, das Geschäft von Louis früherem Lehrmeister zu übernehmen. Obwohl sie nun eine etwas sicherere Zukunft haben, bringt das Leben und die politischen Unruhen in Paris immer wieder neue Unwägbarkeiten, die von den Beiden bezwungen werden müssen.

Eva-Maria Bast erzählt in diesem ersten Band der Trilogie rund um die Schmuckdynastie Cartier die Anfänge der Familiengeschichte. Von historischen Begebenheiten geprägt schildert die Autorin auf anschauliche Weise die Firmengeschichte. Immer bemüht um zeitliche Korrektheit, erzählt sie so die vielen Ereignisse, die Antoinette und Louis in ihrem Leben bestreiten mussten.

Die Autorin ist mir bereits von anderen Werken bekannt und ich war sehr gespannt auf diese neue Reihe. Obwohl mir der Roman sehr gut gefallen hat und ich voller Begeisterung immer wieder in das historische Paris eingetaucht bin, hatte ich manchmal den Eindruck, aufgrund der vielen historischen Details und Begebenheiten, in einer Geschichtsstunde gelandet zu sein. Auch deshalb hat mir manchmal die charakterliche Tiefe der beiden Protagonisten gefehlt, die ja dafür sorgt, dass Personen realistisch und nahbar wirken. Obwohl ich nun kleine Schwächen aufgezählt habe, finde ich den Auftaktband der Reihe durchaus vielversprechend und bin schon sehr auf den zweiten Teil gespannt.

Hier geht es zur Verlagsseite mit Blick ins Buch.

 

Bewertung: 4 von 5 Sterne

Verlag: Aufbau TB
Seitenzahl: 403
Ersterscheinung: 15.10.2024
ISBN: 9783746641065 
Preis: 14,00
Reihe: Die Juwelier-Saga, Band 1

Vielen Dank an den Aufbau-Verlag und Eva-Maria Bast für das Rezensionsexemplar!

Sonntag, 9. Februar 2025

Rezension: Kristina Herzog - Ein fast fehlerloser Prinz

 

Luise und der Prinz

Luise ist die dritte Tochter der Familie Cossin. Schon lange hat sie das Gefühl, nicht gegen ihre beiden älteren Schwestern anzukommen, die Beide eine sehr gute Partie gemacht haben und nun glücklich ihr Familienleben genießen. Luise dagegen fühlt sich oft unzulänglich in der Gegenwart interessanter Männer und kann am allerbesten mit ihrem besten Freund Waldemar sprechen. Deshalb liebt sie die morgendlichen Ausritte, die ihnen seit einiger Zeit zur Gewohnheit geworden sind. Doch als Waldemar nun einen Sohn des englischen Königshauses zu sich einlädt, um endlich wieder Leben auf das Gut der Familie Glokow zu bringen, da der Vater nur noch wenig Zeit zu leben hat und den Trubel immer geliebt hat, kommt unerwartet viel Überraschendes auf die Familie zu. Ist Prinz Robert doch auf Brautschau und soll auf dieser Reise nach Deutschland eine passende Frau aussuchen und mit nach London bringen. Luise sieht in diesem jungen Mann eine perfekte Partie, denn er befindet sich in noch höheren Adelskreisen als die Ehemänner ihrer Schwestern und außerdem sieht er sehr attraktiv aus und tritt selbstbewusst auf. Doch Luise wusste nicht, wie begehrt er bei allen anderen jungen Damen Brandenburgs sein würde und sieht sich bald so einigen Konkurrentinnen gegenüber...

Kristina Herzog lässt ihre Leser wieder mitten hinein in das trubelige Leben der Familie Cossin blicken und erzählt die Geschichte von Luise und ihren Heiratsplänen auf eine unterhaltsame Weise. Denn Luise ist eine ruhige, besonnene junge Dame, die sich in Gesellschaft von Fremden nicht allzu wohlfühlt und deshalb bei den Begegnungen mit Prinz Robert auf ein übertriebenes und affektiertes Verhalten setzt. So wirkt sie gerade auf Waldemar wie ein anderer Mensch und auch die Leser spüren die Veränderung, die durch Luise geht. So kommen langsam Zweifel auf, ob Robert der Richtige für Luise ist und vorallem Waldemar bekommt so seine Zweifel.

Dank des kurzweiligen Erzählstils der Autorin bin ich nur so durch die Seiten geflogen und habe den Roman tatsächlich an nur einem Sonntag beendet. Ich mochte die Rückkehr zu den Cossins sehr, denn die Liebesgeschichten von Friederike und Charlotte haben mich bereits bestens unterhalten und mich gespannt auf Luise und ihre Suche nach dem Richtigen werden lassen. Dennoch unterscheidet sich Luise charakterlich sehr von ihren Schwestern und sorgt so dafür, dass es nicht zu Wiederholungen der Geschichten rund um die Familie Cossin kommt. Mal wieder ein Lesehighlight von Kristina Herzog, das ich allen Fans von Regency-Liebesromanen sehr ans Herz legen möchte!

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: tolino media
Seitenzahl: 286
Ersterscheinung: 04.02.2025
ISBN: 9783910798076
Preis: 14,99
Reihe: Die Cossin-Saga, Band 3

Vielen Dank an Kristina Herzog für das Rezensionsexemplar!

Samstag, 1. Februar 2025

Rezension: Elke Becker - Das Haus Kölln. Wahres Glück

Erneut kommen schwere Zeiten auf die Familie Kölln zu...

Elmshorn, 1938: Die Firma Kölln verkauft so viel, wie nie zuvor. Doch die politische Lage in Deutschland spitzt sich immer weiter zu und niemand weiß, wohin es weiterhin führen soll. Als dann der Krieg ausbricht, bangt Else sehr um ihren ältesten Sohn Peter, der alt genug für den Kriegsdienst ist und auch ihr Mann Claus ist noch nicht zu alt, um an die Front berufen werden zu können. Doch da die Regierung die Firma als kriegswichtig einstuft, hat Claus nichts zu fürchten. Peter dagegen bekommt den Einberufungsbefehl und muss in den Krieg ziehen. Else bangt um sein Leben und ist froh um jeden Tag, den er überlebt. Seine Schwestern trifft der Krieg ganz anders, denn Berta bleibt in Hamburg, hat sie dort doch ihre Arbeit im Blumenladen, ihre Swinger-Freunde, mit denen sie während der ersten Kriegsjahre noch wilde Feste feiert und schließlich auch ihren Freund Karl Gerdes, der als Arzt Hamburg nicht verlassen kann. Magdalena dagegen kehrt nach Elmshorn zurück und übernimmt die Modeboutique von Else. So kämpft jedes Familienmitglied der Köllns mit seinen ganz eigenen Schwierigkeiten, die Familie bleibt für alle aber immer an erstes Stelle.

Elke Becker schildert das Schicksal der Familie Kölln während dem 2. Weltkrieg sehr fesselnd. Während nun die Firma und die Produktion ein wenig in den Hintergrund gerückt ist, da die politischen Bedrohungen zunehmen, steht die Familie im Vordergrund. So müssen die jüdischen Familienmitglieder das Land verlassen und in Dänemark bei Marie und John Zuflucht suchen. Peter und Ernsthermann müssen in den Krieg ziehen, während Else und Claus sich weiterhin um die Firma kümmern, leider nicht ohne die Zuhilfenahme von Ostarbeitern und Berta und Magdalena, die sich ein neues Leben aufbauen müssen, da das Studium nicht weitergeführt werden darf. Somit zeigen sich die unterschiedlichsten Probleme, die mit Hitler und seiner schrecklichen Regierung aufkommen und wie sie die Menschen auf eine harte Probe stellen.

Ich habe diese Reihe unheimlich gerne gelesen und war begeistert, wie facettenreich es der Autorin gelungen ist, die politische Lage mit dem Familienleben der Köllns zu verbinden. Dass die Reihe nun zu Ende ist, finde ich schade, aber ich finde den Schluss trotzdem sehr rund und gelungen.

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Heyne
Seitenzahl: 384
Ersterscheinung: 10.07.2024
ISBN: 9783453427198 
Preis: 12,00
Reihe: Die Kölln-Saga, Band 3

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Heyne-Verlag und Elke Becker für das Rezensionsexemplar!

Dienstag, 14. Januar 2025

Rezension: Tanja Janz - Was die Gezeiten versprechen. Die St.-Peter-Ording-Saga

 

Carolinas Träume

St. Peter-Ording, 1997: Carolina macht in einem Jahr ihr Abitur und hat danach große Pläne. Denn schon lange träumt sie davon, Schauspielerin zu werden. Doch erstmal hat sie jetzt die Hauptrolle in einem Theaterstück der Schule und liebt es, den Text zu lernen, gemeinsam zu proben und schließlich den Applaus bei der Aufführung entgegen zu nehmen. Auch in der Liebe läuft es momentan großartig, denn in Jonas hat sie einen freundlichen, hilfsbereit und äußerst attraktiven Freund gefunden. Dass er aber nicht ganz nachvollziehen kann, warum Carolina unbedingt diesen Beruf ergreifen will, enttäuscht sie schon. Hat sie doch auch in der Familie keinen Rückhalt, wenn es um diesen Traum geht. Denn die Familie lebt allesamt für das Familienhotel und ihre Mutter noch zusätzlich für das Strandcafé, das zugegeben wunderschön ist und auch sehr gut bei den Touristen ankommt, aber dennoch nicht in Carolinas Zukunftsvision vorkommt. Da kommt der Dreh einer Fernsehserie direkt in St. Peter-Ording doch wie gerufen und Caro darf sogar als Statistin eine kleine Rolle übernehmen. Carolina kann es nicht fassen und beschließt, ihren Traum weiterzuverfolgen.

Tanja Janz hat mit diesem Band die Reihe abgeschlossen und mit Carolina die dritte Frau aus der Familie als Protagonistin gewählt. Doch auch die anderen Generationen, die in den Vorgängerromanen die Hauptrollen inne hatten, spielen noch eine Rolle in der Handlung, sodass deren Lebensgeschichte weiterverfolgt werden kann. Der Erzählstil der Autorin ist gewohnt kurzweilig, was für einen schnellen Lesefluss sorgt und die Seiten nur so dahinfliegen.

Leider ist die Reihe nun am Ende angelangt und ich finde es ein wenig schade, denn ich mochte die Lesestunden, die ich gemeinsam mit den Charakteren in St. Peter-Ording verbringen durfte, wunderschön und hatte so immer ein wenig Nordseefeeling bei mir zuhause in Bayern. Hoffentlich wird Tanja Janz auch in Zukunft noch viele Bücher schreiben, die allesamt in diesem wunderschönen Ort spielen!

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: HarperCollins Paperback
Seitenzahl: 272
Ersterscheinung: 25.06.2024
ISBN: 9783365003893 
Preis: 16,00
Reihe: Die St.-Peter-Ording-Saga, Band 3

Vielen Dank an den HarperCollins-Verlag und Tanja Janz für das Rezensionsexemplar!

Montag, 13. Januar 2025

Rezension: Lotte Grünewald - Gut Friesenhain - Zwischen Liebe und Skandal

 

Clara - Zwischen Vernunft und Gefühl

Münsterland, 1896: Clara von Scheweney ist die jüngere der beiden Töchter auf Gut Friesenhain. Seit jeher ist sie sehr vernünftig und denkt immer zuerst an das Wohl ihrer Mitmenschen, bevor sie an sich selbst denkt. So ist es auch nicht verwunderlich, dass sie sich in allen Fragen rund um den Betrieb des Gestüts und die Pferde selbst sehr gut auskennt und während ihr Bruder unter seiner plötzlichen Erblindung litt und ihr Vater im Koma lag, die Geschäfte größtensteils alleine führte. Doch nun, da es Wilhelm wieder besser geht und auch der Vater wieder wohlauf ist, weiß sie, dass sie niemals die Herrin über das Gestüt werden wird und sobald sie eine Ehe eingeht, den Hof verlasssen muss. Ihr einziger Ausbruch aus ihrem gehorsamen Leben sind die Treffen in der alten Jagdhütte mit ihrem Nachbarn Richard von Thebe. Dort fühlt sie sich lebendig und ernst genommen und genießt die angeregten Gespräche über die unterschiedlichsten Themen sehr. Als aber der Kaiserliche Rittmeister Georg von Hofburg Interesse an einigen Pferden und dann auch an Clara bekundet, ist sie zwischen der Vernunft, nur das Beste für das Gut zu wollen, und den Gefühlen für Richard gefangen...

Lotte Grünewald hat die Reihe rund um die drei jungen Frauen, die auf dem Gestüt leben, nun zu einem perfekten Abschluss gebracht. So manches ungelöste Rätsel findet nun seine Auflösung und auch die Liebe ereilt sie alle drei, wenn auch auf die verschiedensten Arten. Die Spannung bleibt bis zu den letzten Kapiteln hoch und ein aufregendes Ereignis reiht sich an das nächste.

Diese Reihe rund um das Gut Friesenhaim im Münsterland wird wohl für immer zu meinen Lieblingsreihen gehören, denn die Autorin schreibt so wunderbar und schafft es, die Spannung über siebenhundert Seiten hinweg perfekt aufrecht zu halten. Obwohl ich keine Pferdenärrin bin, liebe ich es, wie die Charaktere mit den Pferden umgehen und wie sie ihre Tierliebe immer wieder zum Ausdruck bringen. Natürlich sind es vorallem die Liebesgeschichten, die mich gefesselt haben, aber auch andere Ereignisse wie der Brand der Ställe oder die Art von Reuben, mit seinen Kindern umzugehen, sorgen für emotionale und mitreissende Momente. Gerade sitze ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge hier und schreibe diese Rezension, denn die Reihe ist einfach rundum gelungen. Was mich hoffen lässt, dass ich bald wieder einen Roman der Autorin in den Händen halten darf.

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Blanvalet
Seitenzahl: 720
Ersterscheinung: 17.04.2024
ISBN: 9783734110924 
Preis: 13,00
Reihe: Münsterland-Saga, Band 3

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Blanvalet-Verlag und Lotte Grünewald für das Rezensionsexemplar!

Freitag, 22. November 2024

Rezension: Claudia Romes - Die Fabrik der süßen Dinge - Helenes Träume

 

Ein großartiger zweiter Teil der Reihe!

Köln, 1933: Helene Kronenberg führt die Süßwarenfabrik ihrer Fabrik nun gemeinsam mit ihrem Bruder Alfred, der ihr in vielen Belangen nicht zustimmt und sie gerne aus seinen Entscheidungen ausschließt. Da Helene nun schwanger ist, ist ihr bewusst, dass sie bald weniger Zeit für die Firma haben wird. Dennoch freut sie sich sehr auf das Kind, das in ihr heranwächst. Die Ehe mit Georg hat sich aber seit Beginn der Schwangerschaft sehr gewandelt, schläft er doch kaum noch mit ihr im Ehebett und befindet sich auch sonst nur noch auf Geschäftsreisen, sodass Helene sich zunehmend alleine gelassen fühlt. Als dann auch noch eine Süßwarenfabrik Klage gegen Helene einreicht, die angeblich das Rezept ihrer Erdbeertaler von ebendieser Firma gestohlen haben soll, fühlt sich Helene noch einsamer und verliert beinahe den Mut.

Claudia Romes hat mit diesem zweiten Band der Süßwaren-Saga perfekt an den ersten Teil angeschlossen. Helene steht weiterhin im Mittelpunkt der Handlung und zeigt, wieviel ihr am Erfolg ihrer Firma liegt. Gemeinsam mit ihrem Mann muss sie sich häufig gegen Alfred zur Wehr setzen und beweist immer wieder, wie klug und vorausschauend sie denkt. Dennoch macht ihr die politische Lage und die rückwärtsgewandte Haltung vieler Männer das Leben schwer und Helene sieht sich immer öfter vor ungeahnten Schwierigkeiten stehen.

Bereits der erste Band hat mir sehr gut gefallen, da war ich sehr erleichtert, dass der zweite Teil so nahtlos anschließt und mich ebenso fesseln konnte. Einziger Kritikpunkt ist für mich der Klappentext, der leider sehr viel der Handlung vorwegnimmt und durchaus geheimnisvoller daherkommen könnte. Nachdem ich das Buch nun beendet habe und das Ende sehr viel Spielraum für Spekulationen lässt, hoffe ich sehr, dass die Autorin noch mindestens einen weiteren Teil dieser großartigen Reihe schreibt und ich bald wieder nach Köln und zu Helene zurückkehren kann.

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Aufbau TB
Seitenzahl: 334
Ersterscheinung: 15.01.2024
ISBN: 9783746639444 
Preis: 12,99
Reihe: Die Süßwaren-Saga, Band 2

Vielen Dank an den Aufbau-Verlag und Claudia Romes für das Rezensionsexemplar!

Dienstag, 5. November 2024

Rezension: Elke Becker - Das Haus Kölln. Große Hoffnung

 

Die starken Frauen der Familie Kölln beweisen Mut

Elmshorn, 1912: Die Firma Kölln hat dank Berthas Erfindung der Haferflocken großen Erfolg in Deutschland und Skandinavien. Mittlerweile arbeitet Marie als Maschinenbautechnikerin und hat hierfür extra noch bessere Walzen für die Firma ihrer Familie, die mittlerweile von ihrem Bruder Peter und dessen Sohn Claus geführt wird, entworfen. Bertha ist begeistert und freut sich, dass die Firma nun noch bessere Produkte herstellen und sicher in die Zukunft geführt werden kann. Als dann aber 1914 die Nachricht über den Beginn des Krieges eintrifft und Claus sofort den Einberufungsbescheid erhält, ist Bertha verzweifelt, denn Peter kränkelt und ist nicht mehr so stark, wie noch vor einigen Jahren, Claus frischangetraute Ehefrau Else ist schwanger und auch alle anderen Männer bis fünfzig in der Familie und der Fabrik werden eingezogen, sodass nur noch wenige Arbeiter verbleiben. Bertha und Else lassen sich aber nicht unterkriegen und führen die Firma nun beinahe ohne Peters Hilfe alleine durch die schwerden Zeiten, immer in der Hoffnung, dass alle den Krieg überleben und alles zu einem guten Ende kommt.

Elke Becker knüpft perfekt an den ersten Band an, wiederholt die allerwichtigsten Details aber nochmals, sodass ein Anknüpfen auch nach einer Pause gut möglich ist. Auch hier beweisen die Frauen wieder viel Stärke, Mut und Weitblick und führen die Firma so durch schwere Zeiten und sorgen für ein Auskommen der Familie. Obwohl die Kriegszeit hart und entbehrungsreich war, halten sie die Familie zusammen und sorgen für sie, insbesondere Bertha, Else und Caroline sind hier zu erwähnen, weshalb sie den Lesern auch schnell ans Herz wachsen.

Ich mochte bereits den ersten Band der Reihe sehr gerne und habe ihn verschlungen, ebenso ging es mir jetzt mit der Fortsetzung. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass der Klappentext viel zu weit vorgreift und so wichtige Geschehnisse bereits bekannt sind, die aber beim Lesen nach zwei Dritteln des Buches noch nicht vorgekommen sind.

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Heyne
Seitenzahl: 400
Ersterscheinung: 11.04.2024
ISBN: 9783453427181
Preis: 12,00
Reihe: Die Kölln-Saga, Band 2 

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Heyne-Verlag und Elke Becker für das Rezensionsexemplar!

Mittwoch, 18. September 2024

Rezension: Tanja Janz - Was die Dünen verheißen. Die St. Peter-Ording-Saga

 

Julias Traum von Freiheit

St. Peter-Ording, 1978: Julia ist siebzehn Jahre alt und träumt schon lange davon, ihren Heimatort an der Nordsee baldmöglichst zu verlassen. Obwohl sie sehr gut in der Schule ist und im nächsten Jahr ihr Abitur machen kann, möchte sie abbrechen und die Welt entdecken. Ihr Vater Tom und auch ihr Zwillingsbruder Achim können ihren Freiheitsdrang nicht nachvollziehen, denn für sie ist St. Peter-Ording mit dem Strandhotel und dem Strandcafé der beste Ort der Welt. Aber Sabine, Julias Mutter, die erst wegen Tom aus Gelsenkirchen weggegangen ist, kann sie verstehen und unterstützt sie in ihren Zukunftsplänen. Von einer Bewerbung als Stewardess bei der Lufthansa weiß sie aber auch nichts. Da alles heimlich geschehen muss, freut sich Julia sehr, als sie Björn kennenlernt, der sie heimlich auf der Rollschuhbahn fotografiert hat und ihr nun die perfekten Bewerbungsfotos liefern kann. Doch Björn ist keineswegs nur Mittel zum Zweck für Julia, denn vom ersten Moment an hat er ihr Herz schneller schlagen lassen...

Tanja Janz hat einen fesselnden Erzählstil, der die Leser dazu bringt, immer weiterlesen zu wollen. Obwohl der Zeitsprung zwischen dem ersten und zweiten Band der Reihe beinahe zwanzig Jahre beträgt, findet man sich sofort wieder zurecht und freut sich, das weitere Leben der bereits bekannten Charaktere weiterverfolgen zu können und dabei auch noch nachfolgende Generationen kennenlernen zu dürfen. St. Peter-Ording passt als Schauplatz einfach perfekt zu dieser Familiensaga und verleiht der gesamten Handlung eine wunderschöne Athmosphäre.

Schon der ersten Band der Reihe habe ich nahezu verschlungen und war nun total gespannt, wie es den Protagonisten in ihrem weiteren Leben ergangen ist. Und ich muss sagen, ich war von der ersten Seite gefesselt und konnte kaum mehr aufhören zu lesen, sodass ich das Buch letztendlich innerhalb eines Tages beendet habe! Deshalb bekommt es eine ganz klare Leseempfehlung von mir!

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: HarperCollins Paperback
Seitenzahl: 304
Ersterscheinung: 23.01.2024
ISBN: 9783365003886 
Preis: 16,00
Reihe: St. Peter-Ording-Saga, Band 2

Vielen Dank an den HarperCollins-Verlag und Tanja Janz für das Rezensionsexemplar!

Freitag, 12. Juli 2024

Rezensio: Lisa Graf - Dallmayr. Das Erbe einer Dynastie

 

Mut und Zuversicht in schweren Zeiten

München, 1933: Lotte und Paul Randlkofer haben nach dem Tod von Therese, der früheren Chefin, nun die gesamte Geschäftsführung des Feinkostgeschäfts Dallmayr übernommen. Obwohl Therese dem Laden bereits zu seiner jetzigen Größe verholfen hat, träumt Lotte von einer eigenen Kaffeemischung, die direkt in München zubereitet wird. Deshalb ist sie mit Paul nach Bremen gereist, wo die großen Kaffeeröstereien ihren Sitz haben, um einen fähigen Mitarbeiter für ihren neuen Geschäftszweig zu finden. Diesen finden sie auch in Fiete und genießen die Verkostungen mit ihm in der Hinterhofmanufaktur. Doch obwohl das Geschäft sehr gut läuft, versetzt die neue politische Lage nicht nur die Familie Randlkofer, sondern auch viele andere Münchener in Angst und Schrecken.

Lisa Graf schildert das Leben der Familie Randlkofer während der Zeit des Nationalsozialismus sehr bewegend und fesselnd. Denn auch in diesem dritten Band der Familiensaga lässt sich das Leben der verschiedenen Familienmitglieder weiterverfolgen und sorgt so für ein noch größeres Interesse am Fortgang der Familiengeschichte. Da das Buch nicht in Kapitel, sondern nur Jahreszahlen untergliedert ist, variiert die Länge dieser stark. Dennoch liest sich das Buch flüssig und ohne Verwirrungen, da die Perspektivwechsel deutlich und auch immer wieder Monatsnamen oder exakte Daten in die Handlung eingestreut sind.

Ich habe diese Reihe voller Begeisterung gelesen, auch wenn die einzelnen Bände doch ganz schön viele Seiten haben, flogen die Seiten nur so dahin und ich habe nicht wesentlich länger gebraucht, als für andere Bücher mit viel weniger Seiten. Mittlerweile sind mir einzelnen Charaktere schon richtig ans Herz gewachsen und ich finde es schade, nun nicht mehr weiterlesen zu können. Eine wirklich großartige Familiensaga!

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Penguin
Seitenzahl: 496
Ersterscheinung: 01.11.2023
ISBN: 9783328602248 
Preis: 16,00
Reihe: Dallmayr-Saga, Band 3

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Penguin-Verlag und Lisa Graf für das Rezensionsexemplar!

Samstag, 18. Mai 2024

Rezension: Michaela Grünig - Blankenese - Zwei Familien: Schwere Entscheidungen

 
Eine Familie während dem Nationalsozialismus

Hamburg, 1939: Fanni liebt ihre Arbeit als Kinderkrankenschwester, doch das Leid das sie dort oft sieht, ist manchmal schlimm anzusehen und nicht jeder Arzt behandelt die Kinder so gut wie Otto, den sie schon ihr ganzes Leben lang kennt. Nicht viele wissen für ihre Verliebtheit in den neun Jahre älteren Arzt, denn Fanni befürchtet, dass er diese Liebe nie erwidern wird. Dennoch geht sie mit ihm, als er sie bittet, mit ihm in seiner neueröffneten Kinderarztpraxis zu assistieren. Sonja Casparius ist die Tochter des Reedereibesitzers John Casparius, der seine Firma mit viel Herzblut aufgebaut hat. Leider musste er vor den Nazis untertauchen, weshalb nun Sonjas Mutter und sie selbst die Reederei weiterführen. Da Sonja aber eine Vierteljüdin ist, will ein hochrangiger Nazi ihnen den Betrieb wegnehmen und arisieren. Mit allen Mitteln wehren sie sich, aber schnell merken sie, dass ihre Aussichten nicht allzu gut sind. Darum müssen Sonja und ihre Mutter Kompromisse eingehen, die ihr gesamtes weiteres Leben beeinflussen werden. Kurt Jacobson ist Jude und musste als Jugendlicher aus Deutschland fliehen. Seine Evakuierung gelang mit einem der Kindertransporte nach England, wo er zuerst in einem Heim, später dann bei einem Adeligen in London lebt. Doch nach einer der schweren Bombardierungen Londons stirbt der Lord und Kurt flieht aus der Stadt, wo er eine Gefangennahme als Deutscher fürchten muss. Während seines Fußmarsches in Richtung Kent gelingt es ihm, an einen britischen Pass und somit eine neue Identität zu bekommen. Somit muss er eine Festnahme nicht mehr fürchten und wird schließlich sogar Pilot bei der Royal Air Force. 

Michaela Grünig erzählt in diesem zweiten Band der Reihe über einen sehr bewegenden Teil der deutschen Geschichte. Dank der Erzählweise in drei Handlungssträngen, die sich zwar überschneiden und ergänzen, aber erst ganz am Ende zusammenkommen, ist die Handlung sehr vielschichtig und somit noch fesselnder und interessanter. Die Autorin erzählt alles sehr emotional und authentisch, sodass sofort spürbar ist, wie viel sie über diese geschichtlichen Ereignisse recherchiert hat. Obwohl dieser Roman der Teil einer Reihe ist, ist er in sich abgeschlossen und kann durchaus auch alleine gelesen werden, denn am Ende bleiben keine offenen Fragen. 

Bereits der erste Teil der Reihe hat mich sehr gefesselt, sodass ich schon nach dem Abschließen des Buches den zweiten Band auf meine Wunschliste gesetzt habe. Da die Autorin eine so packende und fesselnde Erzählweise hat, habe ich den über fünfhundert Seiten umfassenden Roman innerhalb von nur zwei Tagen gelesen. Deshalb gehört der Roman zu einem meiner Highlights in diesem Jahr und ich werde ab jetzt sehnsüchtig auf den dritten Band warten, der aber leider erst im Februar 2025 erscheinen wird.

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Lübbe
Seitenzahl: 528
Ersterscheinung: 28.03.2024
ISBN: 9783785728611
Preis: 17,00
Reihe: Die Zeitenwende-Reihe, Band 2

Vielen Dank an Michaela Grünig für das Rezensionsexemplar und die Teilnahme an ihrer Leserunde bei Lovelybooks.