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Montag, 15. Juni 2026

Rezension: Hanna Aden - Die Kryptografin: Für Träume braucht man Mut

 

Eine junge Frau, die Mathematik und große Träume

München in den 1950er Jahren: Margot musste zum Ende des Zweiten Weltkriegs aus Pommern in das weit entfernte München flüchten. Dort lebt sie nun mit ihrer Mutter bei deren Cousine zur Untermiete. Dass Margot die Universität besucht und dort als erste Studentin Mathematik studiert, hat sie ihrem Vater zu verdanken, der sich das immer für ihre Tochter gewünscht hat. Denn in den Zahlen kann Margot Ruhe finden und ihre Leidenschaft für Logik und nachvollziehbare Aufgaben voll ausleben. So besucht sie auch die Vorlesungen der Kryptografie und spürt schnell, dass das ein sehr erfüllendes Themengebiet ist. Auch ein Gasthörer bemerkt schnell ihre besondere Begabung für alles Mathematische und schlägt sie seinem Chef bei der Organisation Gehlen, dem zukünftigen Bundesnachrichtendienst, als neue Mitarbeiterin vor. Obwohl Margot sich von diesem Angebot geehrt fühlt, spürt sie auch die negative Seite, denn niemand darf erfahren, für welche Organisation sie tätig ist. 

Hanna Aden hat in diesem historischen Roman eine seltene Erkrankung in den Mittelpunkt gestellt - die Synästhesie. Diese sorgt bei den Betroffenen dafür, dass sie, wie die Protagonistin, Zahlen und Strukturen als Farben wahrnehmen und auch Charakterzüge und Stimmungen als eine Art farbige Wolke oder andere Effekte sichtbar werden. Allein dieses Thema ist außergewöhnlich und faszinierend. Aber auch die Anfänge des Bundesnachrichtendienstes werden fesselnd und interessant geschildert.

Obwohl die Autorin sehr packend schreibt und das Leben der Margot und anderer, ihr nahestehender Personen nahbar und realistisch erzählt, konnte mich der Roman nicht dauerhaft fesseln, sodass ich immer wieder durch kleinste Dinge in meinem Umfeld abgelenkt wurde. Trotzdem waren die Inhalte und Geschehnisse sehr interessant und haben mich neugierig auf die Reihenfortsetzung gemacht. 

 Hier geht es zur Verlagsseite mit Leseprobe.

 

Bewertung: 4 von 5 Sterne

Verlag: Penguin
Seitenzahl: 480
Ersterscheinung: 10.12.2025
ISBN: 9783328604112
Preis: 18,00 
Reihe: Die Kryptografin, Band 1 

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Penguin-Verlag und Hanna Aden für das Rezensionsexemplar! 

Freitag, 8. Mai 2026

Rezension: Lisa Graf - Lindt & Sprüngli. Zwei Rivalen, ein Traum

Die Familien Lindt und Sprüngli und ihre Liebe zur Schokolade

Bern, 1863: Rudolphe Lindt ist acht Jahre alt, als er beinahe stirbt. Denn eine neuartige Blüte hat ihn so in ihren Bann gezogen, dass er nur durch ein mutiges Mädchen vor einer herannahenden Kutsche gerettet wurde. Seither verbindet ihn eine tiefe Freundschaft und Zuneigung zu Binia. Diese übersteht auch die vielen Jahre, die Rudolphe später bei seinen Verwandten in Lausanne am Genfer See verbringt und dort die Schokoladenherstellung erlernt. Denn durch seinen Großonkel durfte er endlich ein Ziel für sein zukünftiges Leben entdecken. So macht er sich nach seiner Rückkehr nach Bern gleich auf die Suche nach den perfekten Fabrikgebäuden für seine Schokoladenmanufaktur. Immer unterstützt von Binia. 

Zürich, 1863: Die Familie Sprüngli genießt ihren guten Ruf in der Stadt und hat mit seiner Konditorei und angeschlossenem Erfrischungsraum etwas weit über die Stadtgrenzen hinaus berühmtes erschaffen. Doch auch hier übernimmt langsam die jüngere Generation die Führung und es ändert sich so manches. 

Lisa Graf hat eine flüssige Weise zu erzählen und zieht damit die Leser*innen schnell in ihren Bann. Obwohl dieser Roman ein zweiter Teil ist, könnte auch erst hier mit der Reihe gestartet werden, denn die Autorin wiederholt wichtige Fakten im Verlauf der Handlung. Einzig die vielen Namensgleichheiten in den Familien sorgen manchmal für kurzzeitige Verwirrung, diesen Fakt kann die Autorin aber nicht verändern und macht das Bestmögliche daraus. 

Bereits der erste Band der Reihe hat mir sehr gut gefallen und ich war neugierig, wie sich die Familiengeschichten fortsetzen. Vorallem die Familie Lindt steht nun im Mittelpunkt, denn Rudolphe widmet sein Leben nun der Schokolade. Was mich verwundert und gleichzeitig begeistert hat, denn gerade er war planlos und wusste nur, was er nicht machen wollte in der Zukunft. Doch seine Liebe zur Schokolade ist erwacht und diese Leidenschaft ist nun nicht mehr auszulöschen. 

Ein Roman, der dringend eine Tafel Schokolade beim Lesen erfordert, denn die Lust auf Schokolade ist immer da und muss gestillt werden!  

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Penguin                                             
Seitenzahl: 480
Ersterscheinung: 15.10.2025
ISBN: 9783328604174
Preis: 17,00
Reihe: Lindt & Sprüngli-Saga, Band 2

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Penguin-Verlag und Lisa Graf für das Rezensionsexemplar! 

Sonntag, 12. April 2026

Rezension: Maria Nikolai - Little Germany - Der Geschmack von Freiheit

Eine fesselnde, perfekt gelungene Reihenfortsetzung!

New York, 1904: Mittlerweile haben sich Lissi und Julia mit ihrer "Swabian Pretzel Bakery" ein eigenes Geschäft aufgebaut und stehen auf eigenen Beinen. Doch das große Schiffsunglück, bei dem die "General Slocum" erst gebrannt hat und dann gesunken ist und viele hundert Menschen mit sich in den Tod gerissen hat, hat das ursprüngliche Little Germany verändert. Denn viele Familien sind nun unvollständig und das gesamte Viertel steckt in einer Art Schockstarre. Da kommt es für die beiden Frauen, die ebenfalls um Lissis Mann Paul Steiner trauern, wie gerufen, dass ein Gebäude in Yorkville zum Verkauf steht. Dieses Neuanfang wollen sie nutzen, um neue Kundschaft anzulocken, das Sortiment zu verändern und vor den belastenden Erinnerungen zu fliehen. Doch ist das möglich?

Maria Nikolai hat mit diesem zweiten und letzten Band der Reihe um Little Germany nahtlos an den Vorgängerteil angeschlossen. Doch obwohl sie kaum Dinge wiederholt, haben ihre Leser*innen sofort das Gefühl, wieder mitten im Geschehen zu stecken und selbst Teil davon zu sein. Vorallem die Schicksale von Lissi und Julia stehen wieder im Mittelpunkt, die auf ihre ganz eigene Weise mit der Liebe hadern und denen das Leben so manche Steine in den Weg legt, bevor sie ihr Glück ohne Haken finden dürfen. 

Ich habe diese Dilogie wirklich geliebt und innerhalb kürzester Zeit nun auch den zweiten Band verschlungen. Leider war ich viel zu schnell am Ende angelangt und weiß nun, dass ich nicht mehr zurück nach New York zu Lissi, Julia, Toby, Aurelia, Harry, Annedorle, Frederick und all den anderen kehren darf, was sehr schade ist.  

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Penguin
Seitenzahl: 512
Ersterscheinung: 24.09.2025
ISBN: 9783328111771
Preis: 13,00
Reihe: Die Bäckerinnen von Manhattan, Band 2 

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Penguin-Verlag und Maria Nikolai für das Rezensionsexemplar! 

Freitag, 20. März 2026

Rezension: Corina Bomann - Die Frauen vom Rosenhag. Sehnsucht nach Freiheit

... denn den Mutigen gehört die Welt!

Karlskrona, 1910: Nur weil Marlene und Liv nicht aufgegeben haben, konnten sie ihr Jagdhüterhaus auf Rosenhag halten und in Marlenes Besitz bringen. Doch auch wenn sich dieser Sieg so endgültig und großartig angefühlt hat, stehen nach kurzer Zeit neue Schwierigkeiten ins Haus. So ist Sten, Livs Ehemann, zwar in Untersuchungshaft, seine Anwälte möchten ihn aber bis zum endgültigen Verfahren auf Kaution aus dem Gefängnis holen, was allerhöchste Gefahr für die beiden Frauen bedeutet. Zudem taucht überraschend ein junger Mann auf, der Marlenes verstorbenem Mann wie aus dem Gesicht geschnitten ist und sie vor große Zweifel stürzt. Zeitungsreporter und Versicherungsermittler Oskar liebt Marlene zwar über alles, ist aber noch verheiratet, was er Marlene bisher nicht anvertraut hat. Können die mutigen Frauen ihren Zufluchtsort gegen all diese Widrigkeiten verteidigen und schützen, um ihren Traum dauerhaft zu verwirklichen und in Freiheit zu leben?

Corina Bomann knüpft mit diesem Roman nahtlos an den ersten Band der Dilogie an. Obwohl sie kein einführendes Kapitel vor die Handlung stellt, gelingt es problemlos an das Geschehen des ersten Bandes anzuknüpfen. Daher ist es ratsam, die Reihe in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Durch die kurzen Kapitel und häufigen Perspektivwechsel zwischen den vier Hauptpersonen Liv, Marlene, Oskar und Alexej fliegen die Seiten nur so dahin und sorgen für eine kurzweilige und fesselnde Handlung. 

Ich bewundere Corina Bomann sehr für ihr großes Talent, so fesselnde und bewegende Romane zu schreiben, die trotz ihrer Dicke nur so dahinfliegen. Auch dieses Buch habe ich innerhalb von zwei Tagen beendet und war leider viel zu schnell am Ende angelangt. Deshalb empfehle ich das Buch uneingeschränkt weiter und würde am liebsten mehr als die verfügbaren fünf Sterne vergeben!  

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Penguin
Seitenzahl: 608
Ersterscheinung: 27.08.2025
ISBN: 9783328603498
Preis: 16,00
Reihe: Die Schweden-Saga, Band 2

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Penguin-Verlag und Corina Bomann für das Rezensionsexemplar! 

Sonntag, 15. März 2026

Rezension: Lia Louis - 21 Tage zum Verlieben

Zwei vertauschte Handys und der Beginn einer Liebesgeschichte

Allie und Milo tauschen vor ihrem Flug die Plätze und dabei versehentlich auch die Handys. Das bemerken sie aber erst, als Allie bereits im abgelegenen B&B ihrer Schwester in England und Milo am Drehort seines neuen Films in Rumänien angekommen ist. So haben sie 21 Tage Zeit, um sich kennenzulernen, während sie sich gegenseitig mit den wichtigsten Nachrichten auf den Handys auf dem neuesten Stand halten. Doch als diese langen drei Wochen endlich vergangen sind und das Treffen zum Tausch der Smartphones kurz bevorsteht, tauchen plötzlich alle ihre Nachrichten öffentlich in den Medien auf. Allie blockiert Milo daraufhin und flüchtet an die Arktis, wo sie ein Forschungsprojekt betreut. Überraschenderweise unternimmt Milo nach zwei Jahren Funkstille mit seinem besten Kumpel Jameson einen Ausflug zur Forschungsstation, um eine Doku für YouTube zu drehen und so Spenden für das wichtige Projekt zu sammeln. Allerdings wissen Beide nichts vom Anderen und sind dementsprechend geschockt...

Lia Louis entführt ihre Leser*innen in diesem Roman an einen wirklich besonderen und für Romane dieses Genres auch sehr besonderen Ort - die Arktis. Dort im "ewigen Eis", wo die Sonne während der Sommermonate niemals untergeht, treffen die beiden Protagonisten Allie und Milo plötzlich wieder aufeinander. Somit ist die Kulisse eine sehr spezielle, die vorallem dadurch überzeugt, dass es sehr ruhig dort ist und lediglich die anderen Campbewohner und die Tiere dort für störende Einflüsse von außen sorgen können. 

Ich mag die Romane der Autorin sehr gerne und war schon sehr gespannt auf dieses neue Buch. Gerade der Beginn war vielversprechend und hat durch seine besondere Liebesgeschichte überzeugt, allerdings wurde die Handlung ab dem zweiten Teil sehr langatmig und hat extrem an Tempo verloren. Vorallem Allie hatte hier ihre anstrengenden Momente, als sie vollkommen übertrieben an ihren Überzeugungen festhält, um dann sehr schnell doch umzuschwenken. Leider war dieser Roman deshalb nicht der stärkste der Autorin, ich hatte aber trotzdem schöne Lesestunden!  

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Bewertung: 4 von 5 Sterne

Verlag: Penguin
Seitenzahl: 432
Ersterscheinung: 11.02.2026
ISBN: 9783328113270
Preis: 16,00 

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Penguin-Verlag und Lia Louis für das Rezensionsexemplar! 

Montag, 29. Dezember 2025

Rezension: Corina Bomann - Die Frauen vom Rosenhag. Traum vom Neubeginn

Eine Freundschaft entgegen der Konventionen

Marlene Walsted ist seit drei Jahren Witwe, nachdem ihr Mann, der Kapitän eines Segelschiffs, auf See geblieben ist. Doch noch immer hofft sie auf ein Lebenszeichen von ihm. Dass die anderen Seefahrerwitwen ihren gesamten Hass auf sie projezieren ist schrecklich und sorgt für ein ungemütliches Leben in ihrer Heimatstadt. Doch niemals könnte sie Karlskrona verlassen, denn hier war ihr Leben mit Bjarne. Die Arbeit in der Lampenfabrik ist zwar hart und mühselig, aber Marlene hat ein Auskommen und kann für ihren Lebensunterhalt sorgen. Als sie eines Tages der Ehefrau des Reeders Sten Boregard zu Hilfe eilt und sie nach ihrem Kutscheunfall ins Hospital bringt, hätte sie nie gedacht, dass aus dieser Begegnung eine Freundschaft entstehen könnte. Aber die Frauen verstehen sich sehr gut und sind sich in vielen Dingen einig, was nicht zuletzt auch an der Herkunft der Bürgerlichen Liv liegt. Bei ihren Treffen spüren sie eine Verbundenheit, die sie zu Freundinnen werden lässt. Als Liv überraschend das Wildhüterhaus ihres Vaters erbt, entsteht der Gedanke eines Hauses, das als Zufluchtsort Frauen retten könnte, die in gewalttätigen Ehen gefangen sind. Allerdings wird ihre gemeinsame Zeit von so manchen Personen sehr ungern gesehen und es droht Gefahr für die Freundinnen.

Corina Bomann entführt ihre Leser*innen in diesem Roman in das Schweden des Jahres 1910. So manche Ansicht ist noch sehr eingestaubt und Frauen müssen für die kleinsten Zugeständnisse hart kämpfen. So ist Liv in ihrer Ehe mit dem sehr bestimmenden Reeder Sten Boregard gefangen, während die Arbeiterin Sigrun von ihrem Ehemann beinahe totgeschlagen wird. Auch Marlene lebt mit den ungerechtfertigten Anfeindungen der Seefahrerwitwen, die lediglich einen Schuldigen für das schreckliche Unglück brauchen. Der Journalist Oskar dagegen versucht für Gerechtigkeit zu sorgen und zeigt, dass Männer auch anders sein können. Da die Autorin regelmäßig zwischen den drei Protagonisten und deren Perspektiven wechselt, sorgt sie für tiefe Einblicke in deren Leben. Dank der eher kurzen Kapitel von nur drei bis fünf Seiten, lesen sich die knapp sechshundert Seiten wie im Flug. 

Voller Spannung habe ich diesen Roman begonnen und konnte kaum mehr aufhören zu lesen. Denn alle drei Charaktere sind sehr sympathisch und haben mit ihrem ganz eigenen Schicksal zu kämpfen. Es begeistert mich, wie lebendig die Autorin erzählt und wie schnell ich mich selbst als Teil der Handlung gesehen habe. Ein rundum gelungener Roman, der zu meiner großen Freude noch mit einem zweiten Band aufwartet! 

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Penguin
Seitenzahl: 592
Ersterscheinung: 01.05.2025
ISBN: 9783328603481 
Preis: 16,00
Reihe: Die Schweden-Saga, Band 1 

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Penguin-Verlag und Corina Bomann für das Rezensionsexemplar! 

Freitag, 19. Dezember 2025

Rezension: Hanna Blixt - Schwedenträume und Schokoladenzauber

Ein Neuanfang zur Weihnachtszeit

Als Hilma bei der Beerdigung ihrer Arbeitskollegin feststellt, dass diese noch viel zu jung zum Sterben war, beginnt sie, über ihr eigenes Leben nachzudenken. Denn Hilma arbeitet in einer PR-Agentur und spürt mittlerweile, dass kaum mehr Platz für ihr Privatleben ist, immer dreht sich alles nur um die Arbeit. Kurzerhand kündigt sie und bewirbt sich in Leksand auf eine Stelle in einem Café. Die Anzeige zu diesem Job ist ihr vorallem wegen des wunderschönen Pavillons aufgefallen, der malerisch gelegen eine schöne Abwechslung zu ihrem Stadtleben abgibt. Doch obwohl die Ruhe entspannend ist, die Chefin Maggie sehr freundlich und liebenswert, spürt Hilma schnell, dass Maggies Herzensprojekt wirtschaftlich große Probleme hat. Aber Hilma hat sich schon lange nicht mehr so an einem Ort wohlgefühlt und ist bereit, den Pavillon am See zu retten. Dass auch noch Herzklopfen und Schmetterlinge im Bauch hinzukommen und ihren Aufenthalt noch verschönern würden, damit hätte sie nie gerechnet. 

Hanna Blixt ist mit diesem Roman eine bezaubernde Weihnachtsgeschichte über Neuanfänge, Gemeinschaft, Erinnerungen und Liebe gelungen. Denn neben der Gegenwart erhalten die Leser immer wieder Einblicke in das Leben eines Mannes, dessen Identität erst im letzten Kapitel gelüftet wird, aber für Neugierde auf Seiten der Leser sorgen und diese bis zum Ende aufrechterhält. 

Dieser Weihnachtsroman hat mir tolle Lesestunden vor einer bezaubernd schönen Kulisse geschenkt. Denn der Siljansee und seine Umgebung gehört zu den Orten, die ich gerne einmal selbst besuchen würde. Da die Autorin sehr schön erzählt, habe ich das Buch voller Vergnügen gelesen, allerdings hätte es manches Mal noch etwas emotionaler für mich sein können. 

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Bewertung: 4 von 5 Sterne

Verlag: Penguin
Seitenzahl: 288
Ersterscheinung: 24.09.2025
ISBN: 9783328112631 
Preis: 13,00

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Penguin-Verlag und Hanna Blixt für das Rezensionsexemplar! 

Mittwoch, 3. Dezember 2025

Rezension: Emily Stone - Mein Dezember mit dir

Lexies Erbe

Lexie ist stolz darauf, dass all ihre Habe in zwei Taschen verstaut werden kann. Denn nur so gelingt es ihr, regelmäßig ihre Arbeit und die dazugehörigen Wohnorte zu wechseln. So lebt sie momentan in den Alpen in Österreich und betreut zwei Kinder im Chalet der Familie. Doch als sie die Nachricht bekommt, dass ihr Vater verstorben ist, holt die Vergangenheit sie ein. Denn sie hat ihren Vater in den letzten Jahren nie gesehen, hat er die Familie doch verlassen als sie erst sieben Jahre alt war, um mit einer neuen Frau neuanzufangen. Auch zu ihrer Halbschwester Rachel pflegt sie keinen Kontakt. Umso überraschender ist das Erbe, das ihr Vater ihr hinterlässt. Gemeinsam mit Theo, einem treuen Angestellten seines Reiseunternehmens in Bath, erbt sie die Firma zur Hälfte. Allerdings nur unter der Bedingung, dass sie ein Jahr gemeinsam die Leitung übernehmen und Gewinne erzielen. Erst dann ist es möglich, das Unternehmen zu verkaufen. Lexie lässt sich zähneknirschend darauf ein, denn das Testament lässt ihr keine andere Wahl. Auch mit Theo ist alles sehr kompliziert, ist er doch alles andere als freundlich zu ihr. Aber ihre Beziehung ändert sich und Lexie kann plötzlich nur noch an Theo denken...

Emily Stone hat einen kurzweiligen und unterhaltsamen Erzählstil, der auf keiner Seite Langeweile aufkommen lässt. Ihre beiden Protagonisten Lexie und Theo sind sehr sympathisch und stehlen sich mit ihren kleinen Wortgefechten in die Herzen der Leser. Natürlich ist dann schnell absehbar, wie das Ende des Romans sein wird, was aber gar nicht stört. Neben dieser romantischen Story kommt auch die Reiselust nicht zu kurz und die Trips in fremde Städte sind interessant und entfachen Fernweh. 

Ich mochte den Roman total gerne und haben die romantischen und unterhaltsamen, wie auch die ernsten Szenen begeistert gelesen. Die Mischung aus Romantik, Trauer, Reisen und Selbstfindung ist perfekt gelungen und hat mir wunderbare Lesestunden beschert. Obwohl das Cover und der Titel auf einen Winterroman hindeuten, finde ich, dass der Roman nicht unbedingt in diese Kategorie einzuordnen ist, sondern ganzjährig eine schöne Lesezeit schenkt.

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Penguin
Seitenzahl: 352
Ersterscheinung: 24.09.2025
ISBN: 9783328112372 
Preis: 13,00

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Penguin-Verlag und Emily Stone für das Rezensionsexemplar! 

Montag, 24. November 2025

Rezension: Maria Nikolai - Little Germany - Der Duft der Neuen Welt

Ein Neuanfang in einer fremden Welt 

Stuttgart und Hannover, 1901: Lissi ist als Hausmädchen bei einer Stuttgarter Familie beschäftigt. Das Leben ist hart, aber sie verdient Geld und liegt ihrer Familie nicht länger auf der Tasche. Als sie aber auf die Liebesschwüre von Sohn Isidor hereinfällt und letztlich mit einer Schwangerschaft, aber ohne Mann und Arbeitsstelle dasteht, weiß sie nicht mehr weiter. Da kommt die, auf den ersten Blick mildtätige und freundliche Dame mit der Unterkunft für ledige Schwangere gerade richtig. Aber Lissi durchschaut sie und erblickt hinter der Fassade eine gierige, berechnende Frau, die die Babys an Fremde verkauft. Lissi beschließt zu flüchten und macht sich auf den Weg nach Amerika, in eine hoffentlich bessere Zukunft. Zeitgleich fasst auch Julia von Varrell einen Plan. Denn auch sie möchte nicht länger unglücklich in der Ehe mit dem Gutbesitzer Frederick gefangen sein, der sie nicht achtet und sogar ihren Hengst gewinnbringend verkauft, der sie seit ihrem zehnten Lebensjahr begleitet hat. Ihre Freiheit sieht sie nur fernab der Heimat in Amerika. So treffen die beiden jungen Frauen in Bremen aufeinander und beschließen, sich auf der langen Reise gegenseitig Kraft zu schenken. Und das tun sie, denn auch die Fahrt auf dem Dampfer ist schwierig und erfordert Zusammenhalt. In New York angekommen steht fest, dass sie ab nun gemeinsam für ein selbst bestimmtes Leben kämpfen wollen. 

Maria Nikolai schildert das Schicksal der beiden jungen Frauen auf eine sehr eindrückliche und berührende Weise. So fesselt sie die Leser und Leserinnen und sorgt für unvergessliche Lesestunden. Denn die historischen Begebenheiten entsprechen der Realität, lediglich die Protagonistinnen und die anderen Charaktere, die den Freundinnen nahestehen, sind fiktiv. Das ist auch sehr ausführlich am Ende des Buches nachzulesen. 

Dieser Roman hat sich extrem schnell lesen lassen, trotz der über sechshundert Seiten, denn der Autorin ist es von Beginn an gelungen, mich zu packen und mitzureißen. So konnte ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen und wollte einfach nur wissen, wie es mit Lissi, Julia und all den anderen weitergeht. Als dann das Ende so offen und mit einem (eigentlich) großartigen Cliffhanger aufhört, war ich zuerst genervt, denn ich habe den zweiten Band noch nicht. Bin aber auch begeistert, wie gut es der Autorin gelingt, die Spannung hochzuhalten und in den nächsten Teil zu transportieren. 

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Penguin
Seitenzahl: 656
Ersterscheinung: 01.05.2025
ISBN: 9783328111764 
Preis: 13,00
Reihe: Die Bäckerinnen von Manhattan, Band 1

Vielen Dank an das Bloggerportal und Maria Nikolai für das Rezensionsexemplar! 

Samstag, 6. September 2025

Rezension: Persephone Haasis - Marmeladensommer

 

Ein Sommer voller Marmeladenglasmomente

Emmi liebt die Arbeit in der Catering-Firma ihrer Mutter und fühlt sich auch in ihrer Heimatstadt Frankfurt rundum wohl. Doch als sie eines Tages ein unscheinbares Kästchen auf einem Buffet im Keller der Villa ihrer Mutter findet, ändert sich schlagartig alles. Findet Emmi darin neben einem Brief, den sie aus Respekt ihrer Mutter gegenüber nicht liest, auch Fotos vom Bodensee, ihrer Mutter und einem unbekannten Mann vor einem Bauernhaus. Für Emmi ist schnell klar, dass es sich bei ihm durchaus um ihren Vater handeln könnte, den ihr ihre Mutter immer vorenthalten hat und auch nun, bei einer Konfrontation mit dem Foto, nicht preisgibt. Kurzentschlossen macht sie sich, gemeinsam mit ihrer besten Freundin Lea, auf den Weg an den Bodensee. In dieser Woche findet Emmi nicht nur ihren Vater auf seinem Bio-Bauernhof, der leider kurz vor dem Konkurs steht und dringend Emmis Hilfe gebrauchen kann. Ganz nebenbei lernt Emmi aber auch den äußerst attraktiven Oliver kennen, von dem sie sich nicht nur Segelunterricht geben lässt, sondern auch Schwimmunterricht und erlebt so manchen wunderschönen Moment mit ihm. Als aber Tim, der ebenfalls sehr nette und gutaussehende Hotelier Interesse an Emmi zeigt, steht sie plötzlich zwischen den beiden Männern und muss sich entscheiden...

Persephone Haasis beherrscht es, in ihrem Roman eine sommerliche Stimmung und Leichtigkeit mit emotionalen Momenten, Familiengeheimnissen und dem wunderschönen Bodensee zu kombinieren. So entsteht ein gelungener Sommerroman, der die Sonne und Urlaubsstimmung einfängt. Außerdem beinhaltet der Roman einige Marmeladenrezepte, die Lust auf mehr machen und dazu einladen, sie einmal selbst nachzukochen.

Dieser Roman ist nicht mein erster der Autorin und ich habe mich schon sehr darauf gefreut. Daher ist es wunderbar, dass er mir von der ersten Seite an wunderschöne Lesestunden geschenkt hat und ich mich in der Handlung verlieren konnte. Hätte ich heute genügend Zeit gehabt, hätte ich das Rezept für die Apfel-Zucchini-Marmelade gleich ausprobiert, so muss es leider noch bis nächste Woche warten. Da die Autorin so schön flüssig schreibt und die Handlung nur so dahinfliegt, war ich leider viel zu schnell am Ende angelangt und war wirklich traurig, dass mein Lesevergnügen so schnell schon wieder zu Ende war. 

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Penguin
Seitenzahl: 416
Ersterscheinung: 16.04.2025 
ISBN: 9783328107286 
Preis: 12,00

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Penguin-Verlag und Persephone Haasis für das Rezensionsexemplar! 

Samstag, 24. Mai 2025

Rezension: Volker Klüpfel - "Wenn Ende gut, dann alles"

 

Ein ungleiches Ermittlerduo begibt sich zum ersten Mal auf Spurensuche

Tommes Mann, der von allen aber nur Tommi genannt werden möchte, lebt seit einem Jahr in einem Wohnmobil und fährt damit von Übernachtungsmöglichkeit zu Übernachtungsmöglichkeit. Zum Duschen geht er immer wieder ins Altenheim zu seinem Vater. Ansonsten versucht er sich gerade an seinem ersten Thriller, der aber schon nach fünfzehn Seiten ins Stocken geraten ist. Zum Saubermachen hat er die Ukrainerin Svetlana von seinem Vater geerbt. Diese ist es auch, die ihm immer wieder wertvolle Hausmittel, Ernähnrungstipps, Literaturempfehlungen und vorallem Sprichwörter mit auf den Weg gibt. Als sie eines Tages gemeinsam ein Kind im Wald entdecken, das ausgerüstet mit einem kleinen Rucksack, etwas Proviant und einem Zettel mit der Aufschrift "Hilf mir", herumläuft. Für Svetlana ist die Sache klar, denn sie will dem Kind helfen und nicht wegsehen. Doch keiner der beiden ungleichen Freunde hätte damit gerechnet, dass sie schneller mitten in Ermittlungen rund um dieses kleine Mädchen, seine Mutter und noch andere Spuren stecken, dass für Tommi sein Buch vollkommen in den Hintergrund rückt.

Volker Klüpfel beginnt mit diesem Buch seine neue Reihe rund um den absolut erfolglosen, von schlechter Menschenkenntnis gezeichneten und unglücklich verliebten Tommi und dessen bestimmter, vorwitziger und unterhaltsamer Putzfrau Svetlana. Obwohl sich die Handlung nur sehr langsam aufbaut und dadurch auch der Fall nur sehr langsam an Fahrt aufnimmt, ist der Roman immer interessant und steckt voller Überraschungen.

Schon aufgrund des Covers war ich sehr interessiert an dem Buch, was durch den Titel nur noch verstärkt wurde. Beim Lesen habe ich dann meinen positiven Eindruck bestätigt bekommen und mich schnell in der Handlung wohlgefühlt. Ich mag die sehr speziellen Hobbyermittler, die mir auch schnell ans Herz gewachsen sind.

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Bewertung: 4 von 5 Sterne

Verlag: Penguin
Seitenzahl: 416
Ersterscheinung: 26.02.2025
ISBN: 9783328603573 
Preis: 24,00
Reihe: Svetlana und Tommi ermitteln, Band 1

Vielen Dank an die ehrlich & anders-Agentur, den Penguin-Verlag und Volker Klüpfel für das Rezensionsexemplar!

Donnerstag, 1. Mai 2025

Rezension: Hanna Aden - Lass uns tanzen, Fräulein Lena

 

Lena - Eine mutige, junge Frau, die für einen Neuanfang kämpft...

Niebüll, 1946: Lena Both ist vor einem Jahr gemeinsam mit ihrer Schwester in den nordfriesischen Ort gekommen. Damals hatte sie nichts und war vollkommen geschwächt von der Flucht und den Strapazen des langen Weges von Pommern nach Nordfriesland. Doch mittlerweile hat sich einiges in ihrem Leben geändert und sie ermöglicht nicht nur ihrer Schwester Margot den Besuch des Gymnasiums, sondern arbeitet auch hart dafür, ihre Mutter und ihre Schwester Lieselotte aus einem Flüchtlingslager in Dänemark nach Niebüll zu holen. Doch dafür braucht sie Geld und ein Zimmer, das groß genug für sie vier ist. Das Leben im kleinen Städtchen Niebüll fühlt sich für Lena aber nach wie vor nicht nach Heimat an, denn ständig wird sie von Einheimischen mit komischen Blicken angesehen und auch Fräulein Gerdes, der sie alle drei Wochen beim Waschen der Wäsche hilft, macht immer wieder seltsame Andeutungen über Gerüchte, die ihr über Lena zu Ohren kommen. Einzig ihr Freund Rainer ist ein Lichtblick ins Lenas Leben, treffen sie sich doch regelmäßig zu Spaziergängen und können dann über alles sprechen. Allerdings wartet Lena nun schon sehr lange auf Annäherungsversuche von Rainer, hat sie sich doch ein wenig in ihn verguckt und eigentlich gedacht, dass er ähnliche Gefühle für Lena hat...

Hanna Aden erzählt das Leben der neunzehnjährigen Lena auf eine sehr einfühlsame und authentische Weise. Denn das Leben des Flüchtlingsfräuleins ist alles andere als einfach. Scheut sie doch die Arbeit nicht, ist immer freundlich und ehrlich und doch kursieren immer wieder Gerüchte über sie und ihre angeblichen Missetaten und machen ihr so einen Neuanfang in Niebüll unnötig schwer. Obwohl der Roman größtenteils aus Lenas Sicht erzählt wird, kommen auch andere Charaktere wie Rainer, Erwin, Doro oder Gisela zu Wort und dürfen in eigenen Kapiteln ihre Perspektive schildern. So entsteht eine weit größere Tiefe und Mehrschichtigkeit der Handlung.

Bereits der erste Band über Lena und ihr Leben in Niebüll war sehr fesselnd, daher bin ich mit großen Erwartungen in dieses Buch gestartet. Ich wurde allerdings nicht enttäuscht und war auch jetzt wieder vollkommen gefesselt von Lenas Schicksal. Es gefällt mir, wie realistisch und authentisch die Autorin über die damalige Zeit und das Leben als Flüchtling erzählt und mir so immer wieder das Gefühl gibt, gerade selbst Teil der Handlung zu sein. Ein packendes Lesehighlight!

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Penguin
Seitenzahl: 352
Ersterscheinung: 23.10.2024
ISBN: 9783328603689
Preis: 18,00 
Reihe: Die Fräulein-Lena-Reihe, Band 2 

Vielen Dank an das Bloggerteam, den Penguin-Verlag und Hanna Aden für das Rezensionsexemplar!

Sonntag, 5. Januar 2025

Rezension: Franziska Blum - Chiemseeliebe

 

Manchmal führt der Weg zum Glück über ein Unglück...

Kati liebt ihren Job als Bergführerin und hat jetzt, im Frühjahr, bereits das ganze Jahr mit den unterschiedlichsten Touren verplant. Nicht alle möchte sie mit Gästen machen, sondern auch ganz allein oder nur mit ihrem Freund Paolo so manchen Gipfel erklimmen. Doch ein Unglück beim Abstieg vom Großvenediger zerstört alle Pläne in nur einer einzigen Sekunde. Als Kati dann von der Operation an ihrem Knie aus der Narkose erwacht, ist nicht Paolo an ihrer Seite, sondern ihr bester Freund Fabian, der auch in den nächsten Wochen immer für sie da ist, ebenso wie ihre beiden Schwestern und ihre Eltern. Aber Kati ist traurig und kann die Unterstützung nicht so schätzen, wie es angemessen wäre, denn obwohl sie gute Fortschritte in der Reha macht, bleibt ihr Knie instabil. Erst der Ausflug auf dem SUP mit Fabian zeigt ihr, dass das vielleicht eine neue Leidenschaft werden könnte und auch eine neue Zukunftsperspektive bietet. Vielleicht könnte Kati nun endlich dauerhaft am Chiemsee bleiben und hier endlich mehr Zeit mit ihrer Familie und Fabian verbringen?

Franziska Blum widmet sich in diesem dritten Teil der Chiemsee-Reihe ganz der mittleren Schwester Kati, die getrieben von Abenteuerliebe und dem großen Bedürfnis nach Freiheit immer wieder erneut in die Berge aufbricht und so sehr wenig Zeit zuhause am Chiemsee und mit ihrer Familie verbringt. Für alle Mitmenschen ist das Zusammenleben mit ihr deshalb nicht einfach, was zu so manchem Konflikt führt. Dennoch freuen sich alle sehr, dass sie endlich wieder mehr Zeit zusammen verbringen können. So können die Leser im Verlauf der Handlung durchaus eine interessante Wandlung im Denken von Kati miterleben, was natürlich auch mit Fabians Freundschaft und Frau Maria zusammenhängt.

Sehr gerne bin ich nun dreimal mit Franziska Blums Romanen an den Chiemsee gereist. Denn alle drei Schwestern sind sehr sympathisch, obwohl sie total unterschiedliche Charaktere haben. Sie alle sind mir sehr ans Herz gewachsen und haben mich für sich eingenommen. Schade, dass es nun wohl keinen vierten Band mehr geben wird... Aber dieser dritte Band hat die Reihe trotzdem perfekt abgerundet und da alle drei Schwestern gleichermaßen in den Romanen vorkommen, kann auch das Leben von Nelly und Christina weiterverfolgt werden.

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Penguin
Seitenzahl: 368
Ersterscheinung: 15.05.2024
ISBN: 9783328110958 
Preis: 12,00
Reihe: Die Chiemsee-Reihe, Band 3

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Penguin-Verlag und Franziska Blum für das Rezensionsexemplar!

Samstag, 4. Januar 2025

Rezension: Franziska Blum - Chiemseeträume

 

Christina erfüllt sich ihren großen Traum

Christina ist aus Vernunft bei ihrem Vater im Lakritzladen geblieben und verkauft nun jeden Tag Lakritze. Doch ihre Leidenschaft gilt schon lange der Töpferei. Doch sie hätte niemals ihre Eltern im Stich gelassen, kann doch ihre Mutter aufgrund ihres Rheumas nicht mehr im Laden mitarbeiten und Kati erfüllt sich ihre eigenen Träume in den Bergen. Außerdem haben ihre Eltern sie immer mit ihrem Sohn Michael geholfen, wo sie schon von Andreas, dem Vater Michaels, kaum Unterstützung erwarten konnte. Aber dieser Ausflug auf die Fraueninsel hat neue Sehnsüchte in ihre geweckt, denn die Töpferei auf der Insel zu übernehmen, war schon immer ein Traum und die spontane Entscheidung, sie nun einfach zu pachten, ruft wahre Glücksstürme in ihr hervor. Allerdings stellt sich auch schnell das schlechte Gewissen ein, denn nun lässt sie ihren Vater im Stich, reißt Michael aus seinem Umfeld und macht sich einfach selbständig, mit allen Risiken, die das birgt. Dennoch wagt Christina den Schritt, mit der vollen Rückendeckung ihrer Familie. Und trifft auf der Fraueninsel auf Benedikt, der ihr ab dem ersten Moment nicht mehr aus dem Kopf gehen will...

Franziska Blum fängt in diesem zweiten Teil der Chiemsee-Reihe wieder diese bezaubernde Stimmung, wie bereits in Band 1 ein. So bringt sie ihren Lesern den Sommer am Chiemsee direkt in die Wohnung und zaubert ihnen ein Lächeln ins Gesicht. Christina ist eine starke junge Frau, die bisher schon so manche Hürde mit Bravour genommen hat und nun endlich das Glück erfährt, das sie sich verdient hat. So macht es großen Spaß, ihren Neustart auf der Fraueninsel zu verfolgen.

Ich habe schon den ersten Band der Reihe verschlungen, ebenso erging es mir nun mit der Fortsetzung. War mir Christina im Reihenauftakt nicht so sympathisch, da sie Nelly gegenüber sehr negativ und skeptisch eingestellt war, hat sich mein erster Eindruck nun komplett gewandelt und sie ist mir richtiggehend ans Herz gewachsen. Gerade bin ich wirklich froh, dass ich den dritten Band schon bereitliegen habe und sofort wieder zurück an den Chiemsee reisen darf!

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Penguin
Seitenzahl: 352
Ersterscheinung: 11.05.2023
ISBN: 9783328107491 
Preis: 12,00
Reihe: Die Chiemsee-Reihe, Band 2

Montag, 25. November 2024

Rezension: Franziska Blum - Chiemseesommer

 

Der Chiemsee, Sommer, Lakritze und ein Neuanfang

Nelly lebt mit ihrer Mutter Ruth in Berlin. Die Beiden waren schon immer ein Zweiergespann, denn einen Vater hatte Nelly nie. Erst als Ruth nach schwerer Krankheit im Sterben liegt, eröffnet sie Nelly in Form von einer Visitenkarte, wer ihr Vater ist. Nelly ist todunglücklich und weiß nicht, wie es in ihrem Leben weitergehen soll, denn jetzt hat sie nur noch ihre Patentante Ingrid, die gleichzeitig auch die beste Freundin ihrer Mutter war. Die Reise nach Prien am Chiemsee zu ihrem Vater und dessen Laden tritt sie dann voller Trauer und Ungewissheit an. Eigentlich wollte sie sich die Lakritzmanufaktur auch nur kurz ansehen, als sie aber mit einer gewissen Cornelia verwechselt wird, die am selben Tag anreisen und ihren Job als Aushilfe antreten sollte, handelt Nelly einfach und tut so, als wäre sie diese Frau. Nelly spürt schnell, dass ihr die Arbeit in dem kleinen Laden sehr gut gefällt und nur Christina, ihre Halbschwester, sich ihr gegenüber sehr abweisend und unfreundlich verhält, alle anderen sind total nett und Nelly fühlt sich trotz ihres großen Geheimnisses, schnell total wohl bei den Riegers. Auch ihr Segellehrer Quirin gefällt ihr ausgesprochen gut und schnell entwickelt sich da eine Spannung zwischen den Beiden, die Nelly Schmetterlinge in den Bauch zaubert. Doch kann Nelly ihr Geheimnis noch lange für sich behalten?

Franziska Blum hat einen sehr flüssigen und gut zu lesenden Schreibstil, der die Seiten nur so dahinfliegen lässt. Nelly ist eine sympathische junge Frau, deren Leben gerade komplett auf den Kopf gestellt wurde und die eigentlich auch noch gar nicht genau weiß, was sie in ihrem Leben erreichen möchte. Am Chiemsee fühlt sie sich aber schnell sehr wohl und es wird spürbar, wie sie ihre Bestimmung findet und sich in die Landschaft, ihre neue Familie und natürlich auch Quirin verliebt. Und genau dieses gute Gefühl überträgt sich sofort auf die Leser und macht den gesamten Roman, trotz seiner nachdenklichen Stellen, zu einem Feel-Good-Buch.

Gerade ist das Wetter bei mir nicht so schön draußen, weshalb ich in meinem Bücherregal nach einer sommerlich leichten Lektüre gesucht habe. Dabei bin ich auf dieses Buch gestoßen, das bereits viel zu lange ungelesen dort steht. Beim Lesen war mir dann schnell klar, dass ich die perfekte Wahl getroffen habe und das schlechte Wetter nun getrost draußen bleiben und nicht auf mein Gemüt schlagen kann. Da die Handlung eine perfekte Mischung aus guter Laune, Liebe, aber auch der Trauer und den Missverständnissen zwischen den Charakteren ist, konnte mich das Buch sofort begeistern.

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Penguin
Seitenzahl: 384
Ersterscheinung: 09.05.2022
ISBN: 9783328107477 
Preis: 11,00
Reihe: Die Chiemsee-Reihe, Band 1

Mittwoch, 16. Oktober 2024

Rezension: Jette Martens - Sommerglück auf dem Strandrosenhof

 

Nicole findet unerwartet die große Liebe

Nicole ist seit elf Jahren mit ihrem Freund Ulf in einer Beziehung. Schon lange leben sie gemeinsam und haben ihre Leben aufeinander abgestimmt, wobei Nicole sich häufiger auf Ulf eingestellt hat als er auf sie. Doch seit er für einige Wochen auf Reha war, hat er sich verändert. Nicole vermutet gleich, dass eine Frau dahintersteckt, bis aber die Wahrheit ans Licht kommt, dauert es noch ein wenig. Dafür ist es aber nicht weniger schlimm und Nicole ist unendlich traurig. Zuflucht findet sie in einer Ferienwohnug auf dem Strandrosenhof, wo sie auch arbeitet und die einfühlsame und verständige Ulli ihre Chefin ist. Nicole weiß nicht weiter und versucht sich abzulenken. Obwohl sie erst mit Ulf abschließen will, kommt ihr immer wieder der Meeresbiologe Arne in den Sinn, den sie mal im Verkaufswagen beim Erdbeerfeld bedient hat, dass er aber Single ist, das wusste sie damals noch nicht. Nachdem sie sich öfter getroffen haben, muss sich Nicole aber eingestehen, dass sie sich in den freundlichen, hilfsbereiten und unheimlich netten Arne verliebt hat. Allerdings ist er immer noch stark mit seiner Ex-Freundin verbunden, da diese die Mutter der gemeinsamen Tochter Luna ist und Arne alles dafür tun würde, um Luna eine glückliche Kindheit zu bescheren und viel Zeit mit ihr verbringen zu können.

Jette Martens schildert die Geschichte von Nicole und Arne auf eine sehr einfühlsame Art. Denn die Liebe der Beiden ist noch sehr zerbrechlich und überschattet von unzähligen Erlebnissen aus der Vergangenheit, die teilweise immer noch in die Gegenwart wirken und ihnen keinen vollkommen unbeschwerten Neuanfang gewähren. Die wechselnden Perspektiven von Nicole und Arne ermöglichen tiefe Einblicke in deren Lebens- und Gefühlssituationen und sorgen so für noch mehr Gefühl und Tiefgang, sodass die Leser noch mehr gefesselt werden und immer weiterlesen wollen.

Da mir der erste Teil der Reihe bereits sehr gut gefallen hat, habe ich direkt danach mit dem zweiten Band begonnen. Dieser hat mir genauso gut gefallen und ich war leider viel zu schnell am Ende angelangt...

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Penguin
Seitenzahl: 352
Ersterscheinung: 11.04.2024
ISBN: 9783328109334 
Preis: 12,00
Reihe: Eine Liebe an der Ostsee, Band 2

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Penguin-Verlag und Jette Martens für das Rezensionsexemplar!

Montag, 14. Oktober 2024

Rezension: Jette Martens - Der Strandrosenhof

 

Eine Liebesgeschichte zwischen Ostsee und Schlei

Sophia lebt seit einem Jahr wieder in ihrer alten Heimat, denn in der Gegend um Kappeln ist sie aufgewachsen. Doch obwohl sie ihren Heimatort sehr mochte, musste sie, nachdem ihre erste große Liebe Christoph ihr das Herz gebrochen hatte, erst einmal raus und ist nach Berlin gegangen. Sie mochte die Stadt sofort und hat das pulsierende Leben genossen, aber auch die Arbeit machte ihr immer viel Spaß, denn für eine Sozialpädagogin gibt es in dieser Metropole viele Arbeitsmöglichkeiten. Schlussendlich wählte sie die Arbeit in einer Wohngemeinschaft junger Menschen, die ihr letztlich aber auch den schlimmsten Moment ihres Lebens beschert hat, weswegen sie Berlin auch wieder verlassen hat... Mittlerweile hat sie das Trauma halbwegs verarbeitet und genießt das beschauliche Leben auf dem Strandrosenhof, wo sie vorallem Schulklassen betreut und mit ihnen Aktivitäten das Leben auf einem Bauernhof unternimmt. Als nun überraschend Christoph mit seinem Assistenten auf dem Hof auftaucht, weiß sie nicht so recht, was sie davon halten soll. Arbeitet er doch in einem Unternehmen, das in Immobilien investiert und der Strandrosenhof ist mit einer großen Hypothek belastet, die von Ulli, der Besitzerin des Hofes, nur unter Schwierigkeiten abgezahlt werden kann. Dennoch kann sich Sophia nicht ganz den aufkeimenden Gefühlen gegenüber Christoph und der Liebesgeschichte, die sie verbindet, verschließen...

Jette Martens erzählt auf eine ganz bestimmte Art, die sofort fesselt und neugierig macht auf das, was noch kommt. Sophia ist eine starke Frau, die trotz des schrecklichen Erlebnisses und des anschließenden Vertrauensbruches ihres Ex-Freundes versucht, das Beste aus ihrem Leben zu machen und immer positiv in die Zukunft blickt. Diese bewegenden und traurigen Ereignisse erzählt die Autorin sehr einfühlsam und sorgt so für eine noch engere Bindung zwischen der Protagonistin und den Lesern. Sehr gelungen ist aber auch, dass auch Christophs Perspektive im Wechsel zu Sophias erzählt wird, sodass der Roman mehr Tiefe erhält und die Leser beide Hauptcharaktere gleichermaßen kennenlernen.

Ich mochte die Romane der Autorin bisher immer sehr gerne und habe mir auch diesen ersten Band der neuen Reihe bereits kurz nach dem Erscheinen gekauft, ihn aber immer auf dem SuB liegen lassen und andere Bücher zuvor gelesen, was ich nun ein wenig bereue. Denn ich war von der ersten Seite an gefesselt und wollte immer wissen, wie es denn nun weitergeht. Gut, dass der zweite Band auch schon bereit liegt und direkt im Anschluss gelesen wird, denn der Strandrosenhof und seine Bewohner sind mir in der kurzen Zeit schon sehr ans Herz gewachsen.

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Penguin
Seitenzahl: 352
Ersterscheinung: 15.03.2023
ISBN: 9783328109327 
Preis: 11,00
Reihe: Eine Liebe an der Ostsee, Band 1

Montag, 16. September 2024

Rezension: Heike Abidi & Ursi Breidenbach - Freundinnen bleiben wir immer

 

Freundschaft ein Leben lang!

Judith und Eva sind beste Freundinnen seit sie denken können. So waren sie immer füreinander da und haben an ihrer Freundschaft auch festgehalten, als Eva für die Arbeit von München nach Köln ziehen musste. Das Highlight in jedem Jahr ist aber das gemeinsame Freundinnen-Wochenende, an dem sie bisher immer in einer Großstadt waren und die Kultur, das gute Essen und den Trubel genossen haben. Die Planung haben sie immer abwechselnd übernommen, sodass in diesem Jahr Eva an der Reihe ist. Nur leider hat sie komplett verschwitzt, dass es schon soweit ist und sie hat einen Notfallplan gebraucht. Dieser ist das Ferienhaus ihres Freundes Timo in Nordholland. Zuerst ist Judith wirklich enttäuscht, hat sie doch auf ein Wochenende in London gehofft. Dann spürt sie aber, wie viel Ungesagtes zwischen den Freundinnen steht und wie lange sie schon nicht mehr ganz ehrlich zueinander waren. Das erste Gespräch ist heftig und bringt Judith und Eva gleichermaßen durcheinander. Doch es ist auch der Beginn eines etwas anderen Freundinnenurlaubs und mit ihm stellt sich die Frage: Hält ihre Freundschaft das aus?

Die beiden Autorinnen Heike Abidi und Ursi Breidenbach haben diesen Roman gemeinsam geschrieben und sich die beiden Protagonistinnen aufgeteilt, sodass Heike Judith schrieb und Ursi die Eva. So haben die kapitelweisen Perspektivwechsel nicht nur zwei unterschiedliche Erzählerinnen, sondern auch einen anderen Schreib- und Erzählstil. Die Tiefe Freundschaft zwischen Judith und Eva ist immer deutlich zu spüren, ebenso ihr Harmoniebedürfnis und das Streben nach Gerechtigkeit und einer Wohlfühlathmosphäre. Doch als der Streit alles durcheinanderbringt, droht das gesamte Freundschaftsgefüge zu zerbrechen und die beiden Frauen beginnen, über die Vergangenheit nachzudenken.

Ich habe diesen Roman innerhalb nur eines Tages beendet, denn ich lag krank im Bett und konnte mich nicht mehr von der fesselnden Handlung lösen. Gerade die Perspektivwechsel zwischen den beiden Freundinnen, die zwar gleichaltrig sind, ansonsten aber komplett unterschiedliche Leben haben, sind spannend und machen die Geschichte nicht nur unterhaltsamer, sondern auch tiefgründiger und regen zum Nachdenken an. Deshalb ein gelungener Roman über Freundschaft und die Hürden, die das Leben so mit sich bringt...

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Penguin
Seitenzahl: 336
Ersterscheinung: 13.03.2024
ISBN: 9783328110552 
Preis: 12,00

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Penguin-Verlag, Heike Abidi und Ursi Breidenbach für das Rezensionsexemplar!

Sonntag, 8. September 2024

Rezension: Lucinde Hutzenlaub - In Liebe, Deine Paula

Paulas Geschichte - sehr bewegend und berührend!

Esther befindet sich auf ihrem Dachboden in Gablenberg in der Nähe von Stuttgart, wohin ihre Tochter Linda sie geschleppt hat, um nach einem passenden Kleid für das Kostümfest am Wochenende zu suchen. Zufällig ist Linda dabei ein Brief von Paula, Esthers Mutter, in die Hände gefallen. Dabei hat Esther diese doch überall gesucht und sorgfältig versteckt, um niemals mehr an die Vergangenheit erinnert zu werden. Nun ist die Neugier der jungen Frau geweckt und Esther ist gezwungen, sich mit ihren fünfundachtzig Jahren noch einmal an Paula und deren Leben zu erinnern. Doch die Wut, die Esther immer gespürt hat, sobald sie an ihre Mutter gedacht hat, ist verschwunden und es ist nur die Trauer geblieben. Linda lauscht gebannt, als Esther zu erzählen beginnt und plötzlich fält auch Esther auf, wie mutig Paula war. Denn mit neunzehn Jahren nach New York zu gehen und die Familie in der Heimat zurückzulassen, ist schwer. Dennoch ist Paula der Start in der Metropole gelungen und sie hat erst im Fotoladen des besten Freundes ihres Vater gearbeitet, bis sie eine Stelle als Kindermädchen bei den Goodmans bekommen hat und der Kontakt zu dem jungen Mann Norman Anderson enger wurde...

Lucinde Hutzenlaub versteht es, die Geschichte von Paula auf eine sehr berührende Art zu erzählen. Hierzu tragen nicht nur die vielen Briefe bei, sondern auch Esthers Gefühle, die bis in die Gegenwart von Trauer erfüllt ist und die besondere Weise, wie die Autorin das Geschehene beschreibt. Die beiden Schauplätze sind sehr gegensätzlich und machen das Buch noch spannender, denn New York ist eine fortschrittliche, moderne Stadt, während Gablenberg ein kleines schwäbisches Dorf ist, in dem jeder jeden kennt und wo in den Dreißigern leider auch der Nationalsozialismus immer mehr die Denkweise der Menschen beherrscht.

Dieser Roman konnte mich schnell packen und hat mich gedanklich sehr gefesselt. Denn auch wenn ich gerade nicht weiterlesen konnte, musste ich immer wieder an Paula, aber auch ihre Nachkommen, denken und habe mich immer wieder gefragt, wie es denn weitergegangen ist mit Paula und ihrem Leben in Amerika. Dazu hat vorallem auch das erste Kapitel beigetragen, das 2023 spielt und in dem erwähnt wird, dass Esther, die Tochter Paulas, in Deutschland aufgewachsen ist, während in den Kapitel darumherum immer davon zu lesen ist, wie gut es Paula geht und wie sie das Leben in New York genießt... Mehr möchte ich dazu aber nicht verraten, denn ich möchte keinesfalls spoilern...

Ein wirklich packender und berührender Roman!

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Penguin
Seitenzahl: 384
Ersterscheinung: 14.02.2024
ISBN: 9783328109198 
Preis: 16,00

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Penguin-Verlag und Lucinde Hutzenlaub für das Rezensionsexemplar!

Montag, 12. August 2024

Rezension: Rena Rosenthal - Der Eispalast

 

Ein packender Reihenauftakt!

Wien, Ende des 19. Jahrhunderts: Nikolett ist Comtess und soll bald in die Gesellschaft eingeführt werden. Doch Nikolett leidet sehr unter der schwer vernarbten rechten Seite ihres Gesichts, das sie zu einer Außenseiterin macht und deshalb dazu führt, dass sie möglichst viel Zeit zuhause verbringt. Nur auf dem Eis fühlt sie sich frei, weshalb sie jedes Jahr den Winter herbeisehnt und die Freiheit auf den Kufen genießt. Allerdings ist dieses Jahr alles anders, denn auf ihrem See befinden sich bereits vier Personen, die sie zuerst nicht bei sich haben wollen. Doch Nikolett weiß sie zu überzeugen, was schließlich sogar zu einer Freundschaft führt. Anführerin der drei Arbeiterinnen und des Arbeiters ist Julianna. Sie wuchs im Waisenhaus auf und hat schnell gemerkt, dass sie sich nichts gefallen lassen darf, denn nur so bleibt ihr Leben halbwegs annehmbar. Schon lange träumt sie von einer Karriere als Eisläuferin, doch das ist einer Frau aus ihrer Gesellschaftsschicht unmöglich, trotzdem möchte sie aber beim jährlichen Winterfest des Wiener Eislauf-Klubs antreten und das Preisgeld gewinnen. Zusätzlich hat sie auch immer noch vor, den jungen Mann zu finden, den sie seit drei Jahren nicht mehr vergessen kann und der nur durch einen schrecklichen Zufall von ihr getrennt wurde.

Rena Rosenthal versteht es immer wieder von Neuem, ihre Leser mit spannenden und fesselnden historischen Romanen zu fesseln. Nun widmet sie sich ganz dem historischen Wien im Winter. Ihre vier Hauptcharaktere stammen alle aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten, sodass eine vielschichtige und interessante Handlung entsteht. Einerseits sind da Nikolett und Leopold, die aus den gehobeneren Schichten stammen, wenn auch Nikolett dem alten Adel und Leopold dem Geldadel angehören. Andererseits sind da Julianna, das Waisenmädchen, und Jackson, der Amerikaner, der in Europa endlich Erfolg mit seinem Tanz haben will.

Obwohl ich den Roman mitten im August gelesen habe und draußen eine brütende Hitze herrscht, konnte ich mich ganz in der Handlung verlieren und fand das winterliche Wien sehr erfrischend. Ich mag es, dass immer wieder andere Personen zu Wort kommen und ihre Sicht der Dinge schildern, denn die Vielschichtigkeit des Romanes entsteht gerade auf diese Art und Weise. Nun freue mich schon sehr auf den zweiten Teil, der im November erscheinen wird.

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Penguin
Seitenzahl: 544
Ersterscheinung: 15.11.2023
ISBN: 9783328110644 
Preis: 13,00

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Penguin-Verlag und Rena Rosenthal für das Rezensionsexemplar!