Posts mit dem Label Schweiz werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Schweiz werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 3. Juli 2026

Rezension: Annalena Jakob - Helden der Lüfte: Über den Wolken die Freiheit

Eine Rückkehr, große Gefühle und die grenzenlose Freiheit der Berge

Ella Michel war die letzten dreizehn Jahre fernab der Heimat unterwegs, denn die Trauer um ihren Bruder Patrick hat sie und ihre Familie gelähmt. So hat sie die Nähe zu den heimatlichen Bergen und ihren Eltern einfach nicht mehr ertragen. In Kanada konnte sie sich so frei fühlen, wie es nur möglich war und dank harter Arbeit und Fleiß mit der Zeit alle erforderlichen Lizenzen erwerben und Schulungen absolvieren, um sich irgendwann ihren Traum als Hubschrauberpilotin zu erfüllen. Als nun die Air Matterhorn ihren Traumjob als kommandierende Hubschrauberpilotin ausschreibt, ist der Zeitpunkt gekommen, nach Zermatt, ihren Heimatort, zurückzukehren. Doch die Begegnung mit Aaron, ihrer großen Liebe, fällt ihr alles andere als leicht, denn scheinbar konnte sie ihn in allen den Jahren nicht vergessen. Und auch Aaron empfindet immer noch etwas für die hübsche, sture und wunderbare kleine Schwester seines leider verunglückten besten Freundes. 

Annalena Jakob ist in diesem Roman die perfekte Mischung aus Liebe, familiärer Aufarbeitung und Mut vor der traumhaften Kulisse des Matterhorns gelungen. Denn Ella ist eine unheimlich starke und mutige junge Frau, die mit viel Ehrgeiz und Durchhaltevermögen ihren Traum eines Tages als Hubschrauberpilotin Menschen zu retten. Mit viel Emotion und Nähe erzählt die Autorin über Ella, ihre Trauerbewältigung, ihre Rückkehr in ihren Heimatort und die Wiederbegegnung mit Aaron. 

Ich habe das Buch von der ersten Seite an geliebt, denn die Handlung fliegt nur so dahin und hat mich vollkommen mitgerissen. Da ich schon so manche Reportage über die Bergrettung gesehen habe, hatte ich zumeist eine gute Vorstellung der geschilderten Szenarien und die Herausforderungen, die dahinterstecken. Daher empfehle ich diesen gelungenen Roman gerne weiter!

Hier geht es zur Verlagsseite mit Leseprobe.

 

Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: HarperCollins Taschenbuch
Seitenzahl: 320
Ersterscheinung: 28.04.2026
ISBN: 9783365012642
Preis: 13,00

Vielen Dank an den HarperCollins-Verlag und Annalena Jakob für das Rezensionsexemplar! 

Freitag, 8. Mai 2026

Rezension: Lisa Graf - Lindt & Sprüngli. Zwei Rivalen, ein Traum

Die Familien Lindt und Sprüngli und ihre Liebe zur Schokolade

Bern, 1863: Rudolphe Lindt ist acht Jahre alt, als er beinahe stirbt. Denn eine neuartige Blüte hat ihn so in ihren Bann gezogen, dass er nur durch ein mutiges Mädchen vor einer herannahenden Kutsche gerettet wurde. Seither verbindet ihn eine tiefe Freundschaft und Zuneigung zu Binia. Diese übersteht auch die vielen Jahre, die Rudolphe später bei seinen Verwandten in Lausanne am Genfer See verbringt und dort die Schokoladenherstellung erlernt. Denn durch seinen Großonkel durfte er endlich ein Ziel für sein zukünftiges Leben entdecken. So macht er sich nach seiner Rückkehr nach Bern gleich auf die Suche nach den perfekten Fabrikgebäuden für seine Schokoladenmanufaktur. Immer unterstützt von Binia. 

Zürich, 1863: Die Familie Sprüngli genießt ihren guten Ruf in der Stadt und hat mit seiner Konditorei und angeschlossenem Erfrischungsraum etwas weit über die Stadtgrenzen hinaus berühmtes erschaffen. Doch auch hier übernimmt langsam die jüngere Generation die Führung und es ändert sich so manches. 

Lisa Graf hat eine flüssige Weise zu erzählen und zieht damit die Leser*innen schnell in ihren Bann. Obwohl dieser Roman ein zweiter Teil ist, könnte auch erst hier mit der Reihe gestartet werden, denn die Autorin wiederholt wichtige Fakten im Verlauf der Handlung. Einzig die vielen Namensgleichheiten in den Familien sorgen manchmal für kurzzeitige Verwirrung, diesen Fakt kann die Autorin aber nicht verändern und macht das Bestmögliche daraus. 

Bereits der erste Band der Reihe hat mir sehr gut gefallen und ich war neugierig, wie sich die Familiengeschichten fortsetzen. Vorallem die Familie Lindt steht nun im Mittelpunkt, denn Rudolphe widmet sein Leben nun der Schokolade. Was mich verwundert und gleichzeitig begeistert hat, denn gerade er war planlos und wusste nur, was er nicht machen wollte in der Zukunft. Doch seine Liebe zur Schokolade ist erwacht und diese Leidenschaft ist nun nicht mehr auszulöschen. 

Ein Roman, der dringend eine Tafel Schokolade beim Lesen erfordert, denn die Lust auf Schokolade ist immer da und muss gestillt werden!  

Hier geht es zur Verlagsseite mit Leseprobe.

 

Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Penguin                                             
Seitenzahl: 480
Ersterscheinung: 15.10.2025
ISBN: 9783328604174
Preis: 17,00
Reihe: Lindt & Sprüngli-Saga, Band 2

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Penguin-Verlag und Lisa Graf für das Rezensionsexemplar! 

Mittwoch, 1. Oktober 2025

Rezension: Kristina Herzog - Was die Liebe ersehnt

 

Eine Familie in Zeiten der Krise

Zürich, 1934: Hannah Friedländer konnte ihr Krankenhaus nun endlich eröffnen und freut sich über den regen Zustrom an Patienten. Allerdings ist sie die einzige Ärztin, sodass sie Tag und Nacht für ihre Patienten da sein muss, auch den drei Schwestern geht es nicht anders und die Kräfte wollen gut eingeteilt werden. Doch Hannah liebt ihr Krankenhaus und will es mit eiserner Disziplin aus den roten Zahlen führen. Daran kann auch ihr Studienfreund Fritz Gerlach mit seinen Überredungskünsten nichts ändern. Auch der Rest der Familie Friedländer kämpft mit so manchem Problem. So stellt Paul Lucie immer wieder vor die Frage, wann sie ihn denn heiraten wolle, denn für ihn zählt nur, dass sie seine Frau wird und Kinder bekommt, ihren Schulabschluss und ihre beruflichen Träume vergisst er zusehends. Auch Ariel steht vor der neuen Herausforderung, nun an der Universität selbst als Lehrender tätig zu sein, was immer wieder Selbstzweifel in ihm hervorruft und zusätzlich eine Liebesbeziehung zu einer Studentin zu führen, was ebenfalls zu vielen zweifelhaften Blicken und Kommentaren führt. Für Daniel ist die Zeit aber gerade am härtesten, denn er findet sich bei seinem neuen Arbeitgeber vor ganz besonderen Herausforderungen, die größte Geheimhaltung erfordern. Auch Kurt steht zwischen seiner Tochter und seiner Tätigkeit als Professor und wird mit seinem Kommentar nicht fertig, weshalb er mit einer großen Unzufriedenheit kämpft. So lebt die Familie nun zwar in Frieden vor den Nationalsozialisten, ein beschauliches Leben führen sie deshalb aber trotzdem nicht.

Kristina Herzog hat auch mit dem vierten Band der Sternberg-Saga wieder nahtlos an den Vorgängerroman angeschlossen und liefert nur dann Informationen zu vergangenen Ereignissen, wenn diese wirklich nötig für das Verständnis der gegenwärtigen Situationen sind. Die Kapitel sind in kürzere Abschnitte eingeteilt, in denen regelmäßige Persepktivwechsel zwischen sämtlichen Familienmitgliedern und der ehemaligen Bediensteten Alma erfolgen. Das sorgt für eine kurzweilige und stets interessante Handlung. Das Leben als deutsche Juden in Zürich wird sehr eindrucksvoll dargestellt und auch das Fortschreiten des Machtgewinns der Nationalsozialisten in Deutschland spielt eine große Rolle.

Da mir diese Familiensaga bereits vom ersten Teil an sehr gut gefallen hat, war ich nun wieder vollkommen gefesselt vom weiteren Schicksal dieser Familie. Mittlerweile sind mir alle Protagonisten sehr ans Herz gewachsen und ich will mir gar nicht vorstellen, wie es einmal sein wird, wenn tatsächlich kein weiterer Band der Reihe mehr erscheint... Da die Autorin so eindrucksvoll und berührend erzählt, fliegen die Seiten tatsächlich nur so dahin und das Ende war schneller erreicht, als ich es mir erhofft habe.

Hier geht es zur Homepage der Autorin.



Bewertung: 5 von 5 Sterne 

Verlag: tolino media
Seitenzahl: 556
Ersterscheinung: 25.08.2025
ISBN: 9783819437557
Preis: 20,99
Reihe: Die Sternberg-Saga, Band 4

Vielen Dank an Kristina Herzog für das Rezensionsexemplar!

Dienstag, 16. September 2025

Rezension: Kristina Herzog - Was das Herz erträumt

 

Ein Neuanfang in der Schweiz

1932: Familie Friedländer konnte nicht länger in Berlin bleiben, denn die Ausschreitungen gegenüber Juden haben extrem zugenommen und nach Ariels großer Verletzung möchte niemand mehr weiterer Gefahren durch die Nationalsozialisten ausgesetzt sein. Doch für alle Mitgleider der Familie bedeutet dieser Umzug einen weiteren Neuanfang, nachdem sie doch gerade erst von Tübingen nach Berlin gezogen sind. Vorallem Lucie ist sehr traurig, da ihr Freund Paul in Berlin bleibt und sie nun auf unbestimmte Zeit von ihm getrennt sein wird. Aber auch Hannah tut sich schwer mit dem Neubeginn, denn die Schatten ihrer Verhaftung in Berlin liegen immer noch über ihr und erschweren ihr den Alltag. Dennoch meistern alle den Umzug, jeder auf seine Weise sehr gut. Dass in Zürich aber keine weiteren Schicksalsschläge auf die Familie warten ist nicht garantiert und leider dauert es bis zum ersten dramatischen Ereignis nicht allzu lange...

Kristina Herzog setzt die Reihe mit diesem dritten Band nahtlos fort und hält sich nicht mit großen Wiederholungen auf, was zu einem flüssigen Lesen beiträgt, aber auch voraussetzt, dass die Vorgängerbände ebenfalls gelesen wurden. Die Autorin beherrscht es sehr gut, die Spannung während der gesamten Handlung hochzuhalten und für fesselnde Lesestunden zu sorgen. So ereilen die Familie immer wieder schwierige Situationen, die ein durchdachtes, aber auch schnelles Handeln benötigen.

Ich war nun sehr gespannt, wie es mit den Friedländers in diesem dritten Band weitergeht und ich war positiv überrascht, wie schnell ich vom Geschehen gefesselt war. Auch die längere Pause zwischen den einzelnen Teilen war kein Problem und ich wusste innerhalb weniger Seiten wieder alles, was zuvor passiert war. Ein großes Lob an die Autorin Kristina Herzog, die so spannend erzählt, dass ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen konnte und mir das Zürich der dreißiger Jahre sehr schön nähergebracht hat! 

Hier geht es zur Homepage der Autorin.

 

Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: tolino media
Seitenzahl: 440
Ersterscheinung: 09.10.2023
ISBN: 9783757964917 
Preis: 16,99
Reihe: Die Sternberg-Saga, Band 3 

Vielen Dank an Kristina Herzog für das Rezensionsexemplar! 

Mittwoch, 13. August 2025

Rezension: Ladina Bordoli - Der Geschmack von Freiheit

 

Fanny und die Geheimnisse einzigartiger Schokolade

Vevey am Genfer See, 1861: Fanny Caillers durfte bereits als Kind mit ihrem Vater im Schokoladenatelier das Handwerk einer Chocolatière erlernen. Mit Freude hat sie seither selbst Schokolade hergestellt. Doch nach dem Tod des Vaters wurde Fanny noch als zu jung erachtet, um selbst in der Firme mitzuhelfen und wurde zusätzlich von ihrer Mutter Louise und ihren Brüdern Antoine und Alexandre von der Firma ferngehalten. Lediglich die Aufsicht bei den Frauen, die als Verpackerinnen tätig sind, durfte sie übernehmen. Selbst als ihr Bruder Antoine der Typhusepidemie zum Opfer fiel, durfte sie nicht tätig werden, weshalb sie nach der Heirat mit dem Kerzenfabrikanten Daniel Peter lieber in dessen Manufaktur mithalf. Doch Daniel ist ein modernerer Ehemann, der seiner Frau gerne Freiheiten einräumt, um diese glücklich zu sehen und außerdem deren Potential in der Schokoladenherstellung erkannt hat. Nachdem der Handel mit Kerzen zunehmend schlechter wird, da das Petroleum seinen Siegeszug in den Wohnungen der Menschen antritt, beschließen die Eheleute nun selbst eine Schokoladenfabrik zu gründen und endlich Fannys Traum wahr werden zu lassen.

Ladina Bordoli beherrscht es, die Familiengeschichte der Familien Cailler und Peter auf eine fesselnde Weise zu erzählen. Unter anderem nimmt sie sich auch unterschiedliche Erzählperspektiven zu Hilfe, die mit den einzelnen Kapiteln zwischen einigen der Hauptpersonen wechseln und so für eine Mehrdimensionalität und tiefere Einblicke sorgen.

Dieser Auftaktband der "Schokoladen-Pionierinnen"-Reihe hat mich von der ersten Seite an gefesselt und mir wunderschöne Lesestunden geschenkt. Denn ich liebe Schokolade und historische Romane, was hier perfekt miteinander verbunden wurde. Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Band und auf das weitere Schicksal der mutigen Fanny und dem liebenswürdigen Daniel. 

Hier geht es zur Verlagsseite mit Leseprobe.

 

Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Heyne
Seitenzahl: 448
Ersterscheinung: 11.12.2024
ISBN: 9783453425071 
Preis: 12,00
Reihe: Die Schokoladen-Pionierinnen, Band 1 

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Heyne-Verlag und Ladina Bordoli für das Rezensionsexemplar! 

Dienstag, 22. April 2025

Rezension: Lisa Graf - Lindt & Sprüngli. Zwei Familien, eine Leidenschaft

 

Die großen Träume des Rudolf Sprüngli

Zürich, 1826: Rudolf Sprüngli ist der jüngere Sohn von David und Elsbeth Sprüngli. Als seine Mama krank ist und auch noch die Mesizin ausgeht, weiß er sich nicht anders zu helfen, als zu seinem Freund dem Apotheker Flückiger zu gehen. Dieser verkauft ihm nicht nur die übliche Thymian-Medizin, sondern auch zwei Stücke Schokolade, die er gerade selbst hergestellt hat und denen er große Heilkräfte nachsagt. Dass es seiner Mutter dann wirklich besser geht, ist für Rudolf ein Zeichen und sein größter Traum ist es ab jetzt, einmal in seinem Leben selbst Schokolade herzustellen. Nachdem er viele Jahre später seine Ausbildung zum Zuckerbäcker abgeschlossen hat und auf Wanderschaft gegangen ist, hat es ihn zu den beiden Schokoladenmachern gezogen, die es bisher in der Schweiz gibt. Drei Jahre verbringt er fern der Heimat und lernt die Herstellung der Schokolade. Nach seiner Rückkehr nach Zürich muss er den Traum trotzdem für viele Jahre hintanstellen, denn weder sein Vater, der gegen alle Neuerungen ist und gerne beim Altbewährten bleibt, noch die finanziellen Mittel reichen aus, um eine eigene Produktion einzurichten. Doch Rudolf ist mutig und gibt nicht auf. Gestärkt durch seine liebevolle und ebenfalls sehr starke Ehefrau Katharina bleibt die Idee immer bestehen und wartet nur auf den richtigen Zeitpunkt, in die Realität umgesetzt zu werden...

Lisa Graf gelingt es in diesem ersten Band rund um die Familie Sprüngli, ihre Leser zu fesseln und die Entstehungsgeschichte der Firma Lindt & Sprüngli spannend zu erzählen. Obwohl die Autorin nur die Anfänge des Unternehmens von 1826 bis 1862 erzählt und hier der Name Lindt noch nicht einmal fällt, ist es schon sehr interessant und füllt beinahe fünfhundert Seiten. Aufgrund der häufigen Perspektivwechsel bleibt die Handlung durchgehend interessant und erhält mehr Tiefe.

Ich kenne Lisa Graf bereits von anderen Romanen und war von der Trilogie rund um das Dallmayr in München so gefesselt, dass ich diesmal nur zu gerne in die Familie Sprüngli und deren Firmengeschichte eingetaucht bin. Es ist so faszinierend, wie bereits die Anfänge einer so großen Firma wie Lindt & Sprüngli so fesselnd beschrieben werden, dass ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen konnte. Rudolf ist ein beeindruckender Mann, der wagemutig und zukunftsorientiert gehandelt hat, aber immer auch die Konflikte mit seinem Vater hatte und deshalb noch mehr Stärke zeigen musste als sowieso schon. Das hat mir sofort gefallen und ich war von der ersten Seite an sein Fan. Aber obwohl die Autorin vorallem die Belange der Familie Sprüngli in den Mittelpunkt gestellt hat, kommen auch die Politik und das aktuelle Zeitgeschehen nicht zu kurz. Einfach ein rundum perfekt gelungener Reihenauftakt!

Hier geht es zur Verlagsseite mit Leseprobe.

 

Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Penguin
Seitenzahl: 480
Ersterscheinung: 02.10.2024
ISBN: 9783328603665
Preis: 17,00
Reihe: Lindt & Sprüngli-Saga, Band 1 

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Penguin-Verlag und Lisa Graf für das Rezensionsexemplar!

Donnerstag, 10. April 2025

Rezension: Madlen Ottenschläger & Stefanie Reich - OTTO fährt los - Ein Sommer in den Bergen

 

Endlich geht es wieder los für OTTO!

OTTO ist ein ganz besonderer Campingbus, denn er bringt seine Insassen nicht nur sicher an ihr Ziel, sondern kann auch mit ihnen sprechen und genießt die Zeit auf Reisen auch selbst. Diesmal denkt er schon, er sieht doppelt, bis er erkennt, dass da tatsächlich ein Zwillingspärchen vor ihm steht - Clara und Luzie. Die wollen gemeinsam mit ihrer Mama und ihrem Papa in den Urlaub fahren und OTTO darf sie dabei begleiten. Mitten in der Nacht geht es los Richtung Österreich. Als die beiden Mädchen dann aufwachen können sie schon mitten in den Bergen ein Spätstück mit Kaiserschmarrn einnehmen. Dann geht es hoch auf die Berge und OTTO ist ganz schön kaputt, als sie endlich oben ankommen. Doch von Felsen ist weit und breit nichts zu sehen, stattdessen blühen überall die schönsten Blumen. Nachts auf dem Campingplatz schauen sie sich dann gemeinsam die wunderschönen Sterne am Himmel an und entdecken sogar eine Sternschnuppe. Am nächsten Tag geht es weiter und die Mädchen, ihre Eltern und OTTO verbringen eine unvergessliche Zeit in den Bergen.

Die Autorin Madlen Ottenschläger und die Illustratorin Stefanie Reich haben OTTO wieder ein unterhaltsames und interessantes Reiseabenteuer erleben lassen. Wie auch in den beiden Bänden zuvor fährt OTTO eine Familie in den Urlaub. Diesmal geht es durch Bayern nach Österreich, das Allgäu und die Schweiz. Ganz nebenbei lernen Kinder so geographische Gegebenheiten, Sehenswürdigkeiten und andere Fakten über die Berge kennen.

Auch dieses Jahr haben wir den neuen Band der Reihe rund um OTTO schon sehnlichst erwartet. Denn OTTO ist einfach so cool und wir mögen ihn so sehr. Da es dieses Jahr in die Berge geht, wo auch wir schon häufig waren, haben meine Tochter und ich so einiges wiedererkannt und uns sehr darüber gefreut. Aber wir haben auch großes Fernweh nach all diesen Orten bekommen und planen gerade schon einen Ausflug in die Berge.

Hier geht es zur Verlagsseite und zur Leseprobe.

 

Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: arsEdition
Seitenzahl: 40
Ersterscheinung: 28.03.2025
ISBN: 9783845859187
Empfohlenes Alter: ab 4 Jahren 
Preis: 16,00
Reihe: OTTO fährt los, Band 3

Vielen Dank an den arsEdition-Verlag, Madlen Ottenschläger und Stefanie Reich für das Rezensionsexemplar!

Samstag, 3. August 2024

Rezension: Claudia Knapp & Mayk Wendt - Zu Gast im Engadin

 

Wunderschönes und schmackhaftes Engadin

Das Engadin ist ein Hochtal im schweizer Kanton Graubünden. Es besticht durch seine traumhaft schöne Landschaft, die nicht nur Naturliebhaber sondern auch Sportler anzieht. Eingeteilt in das Ober- und Unterengadin zieht es sich über 80 Kilometer.

Die Engadinerin Claudia Knapp zeigt ihren Lesern in diesem hochwertigen Bildband aber nicht nur die Schönheit des Hochtals, sondern vorallem auch die hervorragende Kulinarik. Denn von einfacher, traditioneller Hausmannskost bis hin zu herausragender Sterneküche gibt es dort alles. Die Erkundung des Engadin erfolgt eingeteilt in fünf Gebiete, die von der Autorin einzeln in einer Karte aufgezeigt und in einem kurzen Einführungstext vorgestellt werden. Auch kulinarische Tipps, wie das beste Brot, Ausflugstipps oder besondere Hotels werden dort vorgestellt. Erst danach widmet sich alles den Gastronomen, ihren Häusern, Geschichten und schließlich auch Gerichten.

Wer kennt sie nicht, die Engadiner Nusstorte? Mir war sie schon lange ein Begriff und ich habe auch schon mehrmals eine gebacken. Auch deshalb war ich sehr neugierig auf das Rezept in diesem Buch und war erstaunt und begeistert, wie viele verschiedene Zubereitungsweisen es für diese eine Torte gibt! So ging es mir auch noch mit dem Kaiserschmarrn, der von mir eigentlich immer nach dem gleichen Rezept zubereitet wird. Nun jedoch habe ich es gewagt und ein anderes Rezept ausprobiert und war positiv überrascht, wie lecker er meiner Familie und mir geschmeckt hat.

Ich bin großer Fan der "Zu Gast"-Reihe aus dem Callwey-Verlag, denn als großer Genussmensch ist für mich das Essen immer wichtig und steht auch auf Reisen immer im Vordergrund. Allerdings bieten diese Bücher immer weit mehr als nur das Essen der lokalen Gastronomen, erhält man doch viele Einblicke in die Landschaft dort. Da die Fotografien durchweg von hoher Qualität sind, ebenso wie die Bücher selbst, macht es riesengroßen Spaß durch die Bücher zu blättern und sich weg zu träumen.

Hier geht es zur Verlagsseite mit Blick ins Buch.

 

Bewertung: 4 von 5 Sterne

Verlag: Callwey
Seitenzahl: 208
Ersterscheinung: 18.10.2023
ISBN: 9783766726728 
Preis: 45,00

Vielen Dank an den Callwey-Verlag, Claudia Knapp und Mayk Wendt für das Rezensionsexemplar!

Freitag, 16. Februar 2024

Rezension: Luca Brosch - Bevor die Welt sich weiterdreht

 

Machtspiele im neutralen Davos

Davos in der Schweiz, 1916/17: Die Krankenschwester Johanna Gabathuler kehrt nach einem Jahr an der Westfront des Ersten Weltkrieges in ihre Heimat zurück. Nach dieser schrecklichen Zeit, die in der Hölle von Verdun endete, sehnt sie sich nach dem friedlichen Bergdorf, in dem sie aufgewachsen ist, ihrem Vater und ihrer Schwester. Doch das uneheliche Kind in ihrem Bauch, das von ihrer großen Liebe Erich stammt, der erst vor Kurzem auf dem Schlachtfeld gefallen ist, sorgt dafür, dass ihre Familie sie in ein Kloster schickt und ihr das Kind schließlich wegnehmen. Johanna kehrt unglücklich und wütend in ihr Heim, das Luxussanatorium ihrer Familie zurück. Dort geht sie wieder ihrer Arbeit als Krankenschwester nach. Mit der Zeit gewinnt sie aber einen Blick hinter die Kulissen und entdeckt, dass es nur so vor politischen Amtsträgern und dementsprechend auch Spionen aller, am Krieg beteiligten Parteien wimmelt. Niemals aber hätte sie gedacht, dass sie selbst einmal Teil des deutschen Geheimdienstes sein würde, wenn auch nicht freiwillig...

Luca Brosch ist es mit diesem historischen Roman gelungen, von der ersten Seite an zu fesseln. Seine Protagonistin Johanna ist eine starke, junge Frau, die weiß, was sie möchte und das Spiel der Mächte schnell durchschaut. Da aber nicht allein aus ihrer Sicht erzählt wird, sondern auch andere Beteiligte zu Wort kommen, bekommt die Handlung eine Vielschichtigkeit und Tiefe, die den Leser fesselt. Auffallend ist, dass der Autor die Länge der Kapitel größtenteils kurz hält, sodass sie selten mehr als vier bis sechs Seiten umfassen. Trotzdem führt es nie zu einem Stocken im Lesefluss, denn es ist immer klar, wessen Perspektive gerade geschildert wird.

Nachdem ich nun seit einiger Zeit an einer Leseflaute leide und mich kein Buch so richtig gepackt hat, ist es diesem Roman von Luca Brosch perfekt gelungen. Innerhalb eines Tages habe ich das Buch zu neunzig Prozent gelesen und war durchgehend begeistert und ganz in der Handlung gefangen. Mir hat die Balance aus historischem Roman mit wahren Begebenheiten und der Agentenkrieg im Hintergrund sehr gut gefallen, wenn ich mich auch hin und wieder gefragt habe, was denn nun Fiktion ist und was sich wirklich so zugetragen hat. Ein rundum gelungener Roman, der seinesgleichen sucht!

Hier geht es zur Verlagsseite und zur Leseprobe.

 

Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
Seitenzahl: 464
Ersterscheinung: 16.11.2023
ISBN: 9783423283779 
Preis: 23,00

Vielen Dank an den dtv-Verlag und Luca Brosch für das Rezensionsexemplar!

Montag, 19. September 2022

Rezension: Bettina Storks - Ingeborg Bachmann & Max Frisch - Die Poesie der Liebe

 

Die Macht der Worte

Paris 1958: Ingeborg Bachmann, die berühmte Lyrikerin, und Max Frisch, der bekannte Schweizer Dramatiker, begegnen sich in der Stadt der Liebe das erste Mal. Beide fühlen sich schnell zueinander hingezogen, doch ihre Art der Liebe unterscheidet sich grundlegend. Ingeborg ist zaghaft und ist noch nicht über die Trennung von ihrem Geliebten Paul Celan hinweg, während Max sich Hals über Kopf verliebt und aus seiner Zuneigung keinen Hehl macht, obwohl er noch nicht von seiner Frau Trudy geschieden ist und nur in Trennung lebt. Trotzdem wagen sie den Schritt und lassen sich erst auf eine Affäre ein, die sich schließlich zu einer richtigen Beziehung entwicklt. Aber immer stehen Paul Celan und andere Verehrer zwischen den beiden, sodass Max sich immer wieder in seiner Eifersucht versteigt und die Beziehung vergiftet...

"Die Liebe war unerträglich. Sie erwartete nichts, forderte nichts und schenkte nichts. Sie ließ sich nicht einfrieden, hegen und mit Gefühlen bepflanzen, sondern trat über die Grenzen."

Dieses Zitat ist mir lange im Kopf geblieben und beschreibt die Beziehung der beiden berühmten Literaten sehr gut. Bettina Storks hat es geschafft, mir die beiden Autoren näher zu bringen, denn bisher wusste ich eher weniger über sie, einzig Homo Faber von Max Frisch habe ich bereits gelesen. Sie bindet viele Zitate der Hauptpersonen in den Text ein, was noch mehr Nähe schafft und zeigt, wie die beiden gedacht und geschrieben haben. Die Recherche der Autorin war sehr umfangreich und spiegelt sich während des gesamten Romanes wider. Leider konnte mich das Buch nicht so sehr fesseln, wie ich es mir gewünscht hätte und ich habe mich beim Lesen immer wieder ablenken lassen und so auf viele kleine Etappen gelesen, was eher untypisch für mich ist.

Hier geht es zur Verlagsseite mit Leseprobe.

 

Bewertung: 4 von 5 Sterne

Verlag: Aufbau TB
Seitenzahl: 430
Ersterscheinung: 16.08.2022
ISBN: 9783746637983 
Preis: 14,00
Reihe: Berühmte Paare - große Geschichten, Band 3

Vielen Dank an Vorablesen, den Aufbau-Verlag und Bettina Storks für das Rezensionsexemplar!

Freitag, 5. August 2022

Rezension: Ladina Bordoli - Das Haus des Schicksals

 

"Die Welt gehört den Tapferen"

Prättigau in der Schweiz 2015: Eleonora, die Tochter von Rosalba, hat zum Jahresbeginn die Baufirma ihrer Mutter übernommen. Doch der Betrieb läuft schlecht, was nicht zuletzt daran liegt, dass durch eine Gesetzesänderung viele große Baufirmen auf den Markt drängen und den kleineren Betrieben durch günstigere Preise die Aufträge wegschnappen. Eleonare ist verzweifelt und kämpft für ihre Firma, doch nichts fruchtet. Erst das Kennenlernen von Flurin, der selbst Mitinhaber einer sehr großen Baufirma ist, lenkt sie etwas von ihrer Verzweiflung ab und schenkt ihr schöne Stunden...

Ladina Bordoli schafft es, den Leser zu fesseln und mit in die Handlung zu ziehen. Die drei Protagonistinnen der Reihe sind sehr starke und mutige Frauen, die alle ihren Kampf gegen die Männerwelt und deren frauenfeindliche Meinungen ausfechten, dennoch verraten sie ihre Passion, das Maurerhandwerk niemals und finden ihren Weg. Die Kenntnisse der Autorin über da Bauhandwerk sind während dem Lesen immer wieder spürbar und machen die Trilogie authentischer. Auch die Anfeindungen der Schweizer gegenüber den Saisonarbeitern aus Italien und Protugal wirken nicht klischeehaft, sondern realistisch und dadurch berühren sie den Leser sehr.

Ich bin begeistert von dieser Reihe um die Mandelli-Frauen und kann sie bedingungslos weiterempfehlen. Innerhalb kürzester Zeit habe ich alle drei Teile durchgelesen und bin gerade etwas traurig, dass es keinen vierten Teil mehr geben wird. Dennoch finde ich das Ende der Reihe sehr rund und gelungen.

Hier geht es zur Verlagsseite und zur Leseprobe.

 

Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Heyne
Seitenzahl: 384
Ersterscheinung: 09.11.2021
ISBN: 9783453425064 
Preis: 12,99
Reihe: Die Mandelli-Saga, Band 3

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Heyne-Verlag und Ladina Bordoli für das Rezensionsexemplar!

Mittwoch, 3. August 2022

Rezension: Ladina Bordoli - Das Bauwerk der Sehnsucht

 

Eine neue Generation der Mandelli-Familie geht ihren Weg...

1978 am Comer See: Rosalba ist im letzten Jahr für einige Zeit in der Schweiz gewesen und hat dort im Betrieb ihres Cousins mitgearbeitet. Denn auch Rosalba hat den Beruf der Muratrice ergriffen, wie auch schon ihre Mutter Aurora. Als sie nun ein Jahr nach dieser Reise wieder in die Schweiz reisen möchte, aber diesmal um in schweizer Betrieben zu arbeiten und deren Arbeitsweisen kennenzulernen, ist Aurora nicht begeistert und wirft ihr vor, nur dorthin zu wollen, um den Architekten Remo wieder zu sehen. Natürlich weiß Rosalba selbst, dass auch Remo ein Grund für diesen Auslandsaufenthalt ist, dennoch ist sie tief mit ihrer Heimat am Comer See verwurzelt und würde ihre Familie und den mütterlichen Betrieb nie für immer zurücklassen wollen. Leider machen die Schweizer ihr den Anfang sehr schwer und letztendlich arbeitet Rosalba doch wieder bei ihrem Cousin und entlastet diesen, damit er sich von seiner Krankheit kurieren kann. Währenddessen wächst auch die Zuneigung zwischen ihr und Remo weiter...

Ladina Bordoli hat einen fesselnden und sehr gut zu lesenden Schreibstil, sodass die Seiten nur so dahinfliegen. Ihre Darstellung der italienischen Familienbande sind sehr realistisch, ebenso die des emotionalen Zwiespalts der Protagonistin. Auch die guten Beschreibungen der Kulisse und der Werke der jungen Maurerin tragen dazu bei, dass sich der Leser immer gut zurechtfindet und sich in der gesamten Handlung integriert fühlt.

Ich liebe diese Saga rund um die Familie Mandelli und bin begeistert vom Mut und der Stärke dieser Frauen. Durch die Zeitsprünge zwischen den einzelnen Bänden wird es nicht langweilig, trotzdem hat man beim Lesen nie das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Diese Reihe gehört eindeutig zu meinen Jahres-Highlights und ich bin schon sehr auf den dritten und letzten Teil gespannt!

Hier geht es zur Verlagsseite und zur Leseprobe.

 

Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Heyne
Seitenzahl: 384
Ersterscheinung: 13.09.2021
ISBN: 9783453424647 
Preis: 12,99
Reihe: Die Mandelli-Saga, Band 2

Samstag, 25. Juni 2022

Rezension: Claudia Dahinden - Die Uhrmacherin - Im Sturm der Zeit

 

Eine junge Frau wagt den Schritt in die Eigenständigkeit fernab des Elternhauses

Grenchen in der Schweiz, 1873: Die junge Frau Sarah hat ihr Elternhaus verlassen, weil sie es dort nicht mehr aushalten konnte. Ihre Mutter zeigte keinerlei Verständnis für die, auch nach einem Jahr, noch anhaltende Trauer um ihren verunfallten Verlobten. Auch sonst störte sie die Rückwärtsgewandtheit ihres Vaters, der immer Vergangenem hinterhertrauert. Nun ist sie in Grenchen, einem kleinen Ort, in dem die Uhrenindustrie beheimatet ist. Dort hat sie eine Stelle als Hauslehrerin bei der Familie Schneider, sie soll die beiden Kinder unterrichten und ihnen alles Wichtige für das Leben beibringen. Doch dann findet sie das tote Hausmädchen Emmi und schwört sich, diesen Todesfall aufzuklären, weil schon ihrem Verlobten nicht genug Zeit gewidmet wurde und alles als Unglücksfall abgetan wurde. Aber alles wird schwieriger als erwartet, doch aufhören kommt nicht mehr in Frage für Sarah...

Claudia Dahinden hat einen gut zu lesenden Schreibstil, der anfangs aber etwas gewöhnungsbedürftig erscheint. Die Kulisse des Romans ist interessant und eher außergewöhnlich, sodass das Interesse des Leser schnell geweckt ist. Auch die Kämpfe zwischen den Christkatholiken und den papsttreuen sind ein spannendes Thema. Die Protagonistin Sarah ist eine starke Frau, die schnell die Sympathien der Leser weckt.

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, auch wenn ich zu Beginn einige Schwierigkeiten hatte, denn ich wusste bisher nichts über die Schwierigkeiten der Katholiken untereinander und auch die Sprache war mir manchmal etwas zu ausholend und sperrig. Aber nach dem ersten Drittel fiel mir alles leichter und ich habe gut in die Handlung eingefunden. Nun bin ich gespannt, wie es im zweiten Band weitergeht, denn ich mochte Sarah sehr gerne und bin neugierig auf ihren weiteren Werdegang.

Hier geht es zur Verlagsseite und zur Leseprobe.

 

Bewertung: 4 von 5 Sterne

Verlag: Penguin
Seitenzahl: 480
Ersterscheinung: 13.12.2021
ISBN: 9783328105633 
Preis:10,00
Reihe: Die Uhrensaga, Band 1

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Penguin-Verlag und Claudia Dahinden für das Rezensionsexemplar!

Samstag, 15. Januar 2022

Rezension: Christine Jaeggi - Die Magnolienfrauen

 

Auf den Spuren der Vergangenheit

Felicia, aber von allen Fee genannt, steckt in einer Krise, denn sie ist voller Unsicherheit. Die Hochzeit mit ihrem Verlobten Christian wird so, wie sie es nicht haben wollte, nämlich groß und pompös, außerdem mischt sich ihre Schwiegermutter in spe in alles ein und Fee wächst das über den Kopf. Als dann auch noch ein Schreiben vom Forum für Restaurative Justiz erhält, in dem es um die Ermordung ihrer besten Freundin Eva geht und dass sich der Mörder bei ihr entschuldigen möchte, da ist einfach alles zu viel. Christian spricht sich sofort gegen ein solches Treffen aus, schon allein weil seine Partei sich für eine härtere Justiz ausspricht und er lässt Fee keine Zeit, selbst eine Entscheidung zu treffen. Als wäre das nicht genug, fasst ihre Großmutter Violetta den Entschluss, ihr endlich ein großes Geheimnis zu verraten, um endlich damit abschließen zu können, denn Violetta besitzt nach wie vor die Hälfte der Magnolienvilla im Tessin und diese möchte sie nun endlich an Pippa, ihre Stiefschwester verkaufen, aber nicht zu dem Preis, den diese ihr bereits vorgeschlagen hat. Fee kann sie verstehen und spricht immer wieder mit ihr darüber. Leider kommt Violetta nicht mehr dazu, alles zu klären, denn ein überraschender Herzinfarkt beendet ihr Leben noch vor dem achtzigsten Geburtstag. Fee erbt den Anteil an der Vill und beschließt, in den Tessin zu fahren und alles endgültig für ihre Großmutter zu klären....

Christine Jaeggi hat einen sehr gut zu lesenden Schreibstil. Sämtliche Kulissen werden von ihre sehr bildlich beschrieben, sodass der Leser sofort ein Bild vor Augen hat. Durch den Wechsel zwischen Fee in der Gegenwart und Alice in der Vergangenheit ist die Handlung immer spannend und ergänzt sich gegenseitig.

Dieser Roman ist einfach wunderschön und ich habe ihn von der ersten Seite an gerne gelesen. Gerade die Wechsel zwischen 2019 und den Jahren um 1940 und die Parallelen in den Leben der beiden Protagonistinnen machen das Buch spannend. Ich war vollkommen in der Geschichte gefangen und konnte nur schwer zu lesen aufhören, wenn ich mich anderen Dingen widmen musste. Dieser Roman wird mir noch lange im Kopf bleiben, denn er war faszinierend und beeindruckend und ich werde noch oft daran denken.

Hier geht es zur Verlagsseite mit Blick ins Buch.

 

Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Ullstein Taschenbuch Verlag
Seitenzahl: 432
Ersterscheinung: 18.10.2021
ISBN: 9783548063188
Preis: 10,99 

Vielen Dank an den Ullstein-Verlag und Christine Jaeggi für das Rezensionsexemplar!

Mittwoch, 24. November 2021

Rezension: Anja Birne & Marion Nickig - Das große Buch der Gärtnerinnen und Gärtner

 

Begeben Sie sich auf eine Reise durch die schönsten Gärtnereien!

"Gärtner sind glückliche Menschen!"

Unter diesem Motto führen Gärtnerinnen und Gärtner ihre Betriebe. Sie trotzen den Jahreszeiten mit ihren Hitzewellen, der Trockenheit oder eisigen Kälte. Sie bleiben bodenständig und tragen eine große Verantwortung für ihre Pflanzen.

Mit diesem Buch begeben sie sich auf eine Reise durch Deutschland mit einem Abstecher nach Österreich und in die Schweiz. Insgesamt kann man durch Fotografien und kurze Texte hundert sehr unterschiedliche Gärtnereien besuchen. Jede davon hat ihre eigene Spezialisierung, manche wirtschaften biologisch, andere sind ganz klein und haben nur wenige Angestellte.

Anja Birne hat für dieses Buch eine beeindruckende Vielfalt an Staudengärtnereien und Baumschulen besucht. Gemeinsam mit der Fotografin Marion Nickig wurden überall wunderschöne und eindrucksvolle Aufnahmen gemacht. Diese ergänzen sich perfekt mit den kurzen Texten über die einzelnen Gärtnerinnen und Gärtner. Da auch einige Fakten, wie die Adresse, die Pflanzenschwerpunkte, die Inhaber, die Vertriebswege und andere sehenswerte Orte in der Nähe genannt werden, ist sofort ein Überblick möglich und es kann ohne weitere großartige Recherchen ein Ausflug dorthin geplant werden.

Ich kannte das Buch bereits von meiner Mutter, bei der ich immer wieder darin geblättert habe. Irgendwann war aber klar, dass ich es selbst besitzen möchte, denn für mich gehört es in den Bücherschrank eines jeden pflanzenverrückten Gartenbesitzers. Seit ich das Buch besitze gibt es einige neue Reiseziele in Deutschland, zu denen es mich zuvor nie gezogen hat, aber eine Gärtnerei meine Aufmerksamkeit erregt hat und ich diese gerne einmal live erleben möchte. Sehr gut gefreut habe ich mich auch, dass ich einige der genannten Gärtnereien schon besucht habe und diese im Buch exakt gleich dargestellt werden, sodass ich mir sicher bin, dass nichts beschönigt wurde.

Und nun, meine lieben Mitmenschen, auf in die Buchhandlungen, es gibt bestimmt noch viele Pflanzenliebhaber, die dieses Buch noch nicht besitzen und sich über dieses als Geschenk freuen würden!

Hier geht es zur Verlagsseite mit Blick ins Buch.

 

Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Callwey
Seitenzahl: 256
Ersterscheinung: 19.04.2021
ISBN: 9783766725264 
Preis: 39,95

Vielen Dank an den Callwey-Verlag, Anja Birne und Marion Nickig für das Rezensionsexemplar!