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Freitag, 28. August 2026

Rezension: Lucien Marant - Nächstes Mal für immer

Herzensort Paris

Paris, 2019: Mona kehrt nach zwanzig Jahren nach Paris zurück, wo sie damals für ein halbes Jahr gelebt hat, um ein Auslandssemester zu absolvieren. Und sofort begegnet sie wieder Thibauld, den sie eigentlich unter keinen Umständen wiedersehen wollte. Denn zu viele Erinnerungen sind mit ihm verknüpft und wecken nicht nur positive Gefühle in ihr. Aber Mona ist an ihren Herzensort zurückgekehrt, um eine Auszeit von ihrem Leben in Hamburg zu nehmen. Ist doch die Ehe mit ihrem Mann Johannes, der bereits seit vielen Jahren in London lebt, schwierig, ihren Job als Journalistin hat sie gekündigt und auch sonst hält sie gerade nichts in der norddeutschen Stadt. Da könnte ein wenig Ablenkung nicht schaden und die kann ihr keiner besser bieten als der lebenslustige Thibauld. Allerdings fragt sich Mona immer wieder, ob sie es als reine Freunde schaffen können, schließlich war 1999 doch mehr zwischen ihnen. 

Lucien Marant hat einen kurzweiligen, sehr flüssigen Erzählstil, der durch die stetigen Wechsel zwischen den Zeitebenen noch unterstützt wird. So erleben die Leser*innen parallel zum Jahr 2019, also der Gegenwart, auch das Jahr 1999, als Mona Paris kennenlernt und ihre Geschichte mit Thibauld beginnt. 

Dieser Roman hat mich von der ersten Seite in seinen Bann gezogen. Da die Handlung so emotional und bewegend ist, hatte ich mitreißende Lesestunden und war leider schon innerhalb eines Tages am Ende angelangt. Die Liebe zu Paris wird auf jeder Seite deutlich und hat auch meine Neugierde auf diese wunderschöne Stadt geweckt. 

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
Seitenzahl: 320
Ersterscheinung: 20.08.2026
ISBN: 9783423221984
Preis: 14,00 

Vielen Dank an den dtv-Verlag und Lucien Marant für das Rezensionsexemplar! 

Mittwoch, 19. August 2026

Rezension: Regine Kölpin - Die Farben der Provence

Eine Auszeit inmitten der Provence

Kathrin ist erst 35 Jahre alt und musste schon erleben, dass ihr Leben auf der Kippe stand. Obwohl sie mittlerweile wieder vollkommen gesund ist, hat sie diese schwierige Zeit sehr beeinflusst. Sodass sie mittlerweile nicht mehr mit Tobis Art zurechtkommt, obwohl der es als ihr Freund nur gut meint. Denn er plant für sie mit und gestaltet ihre Zeit so, wie er es für richtig hält, ob Kathrin es gerade gut findet, erfragt er nie. Deshalb zieht Kathrin eines Abends einen Schlussstrich und beschließt, einige Zeit allein an einem weit entfernten Ort zu verbringen, um wieder zu sich selbst zu finden. Schnell ist ihr Wunschort gefunden: Le Lavandou in der Provence. Bereits nach wenigen Tagen dort spürt sie eine Leichtigkeit, die sie in Deutschland nicht mehr hatte und auch Freundinnen sind schnell gefunden. Nur zwischen ihr und Tobi wird die Kommunikation zunehmend schwierig und mit Sanne kommt auch noch Eifersucht ins Spiel. Wird ihre Beziehung diese vorübergehende Trennung überdauern können?

Regine Kölpin verbindet in diesem sommerlichen Wohlfühlroman die Leichtigkeit der französischen Lebenskultur, die Schönheit der Côte d'Azur und die Tiefgründigkeit von Kathrins Selbstfindung miteinander. So entsteht eine Lektüre, die eine Sehnsucht nach der Provence in ihren Leser*innen weckt, die Lust auf eine Reise dorthin macht, bringt sie aber gleichermaßen zum Nachdenken und Hineinfühlen in die Protagonistin. Da die Autorin einen flüssigen und kurzweiligen Erzählstil, liest sich das Buch sehr schnell. 

Ich mochte den Roman wirklich gerne, denn er ist die perfekte Kombination aus Liebe, Freundschaft und Selbstfindung vor einer traumhaften Kulisse, die das Fernweh in mir weckt. 

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Bewertung: 4 von 5 Sterne

Verlag: more ein Imprint von Aufbau Verlage GmbH & Co. KG
Seitenzahl: 256
Ersterscheinung: 15.04.2026
ISBN: 9783987510946
Preis: 12,00
Reihe: Ferienzeit und Glücksgefühle, Band 1 

Vielen Dank an den Aufbau-Verlag und Regine Kölpin für das Rezensionsexemplar! 

Dienstag, 23. Juni 2026

Rezension: Ulrike Renk - Mademoiselle Marthe und die Küche der Freiheit

Marthe und die Liebe zu gutem Essen

Frankreich, 1899: Marthe wächst nach dem Tod ihres Vaters auf dem Selbstversorgerhof ihrer Großmutter in den Vogesen auf. Gemeinsam mit ihrer Mutter lernt sie das harte Leben auf dem Land kennen, bekommt aber dennoch mehr Schulbildung als andere Mädchen ihres Alters. Damit sie auf das Lyzeum gehen kann, zieht die Mutter sogar nach Paris mit ihr und tritt eine Stelle als Köchin bei der Familie Laurent an. Dass Julie eine großartige Köchin ist, wird der Familie schnell bewusst und so ist es auch kein Problem, dass Marthe in einem Mansardenzimmer wohnt und gemeinsam mit ihrer Tochter Florence die Schule besucht. Auch gegen eine Freundschaft haben die Madame und Monsieur Laurent nur anfangs etwas einzuwenden, sodass bald auch Sohn Vincent auf die intelligente, junge Frau aufmerksam wird. Doch kann Marthe dauerhaft in der höheren Gesellschaft bestehen und kann sie irgendwann ihren Traum erfüllen, als Journalistin zu arbeiten?

Ulrike Renk widmet diesen historischen Roman ganz der Gründerin der berühmten Kochschule "Le Cordon Bleu" Marthe Marie Joséphine Distel. Diese hat die Liebe zu gutem Essen von ihrer Mutter in die Wiege gelegt bekommen und mit viel gutem Geschmack, Intelligenz und Interesse einen großen Wissensschatz rund um das Thema angehäuft. Leider hatte die Autorin nur wenige Quellen über das wahre Leben der Marthe und hat diesen Roman rund um die wenigen Informationen herum aufgebaut. So ist ein mitreißender, berührender und interessanter Roman für Fans der französischen Küche entstanden. 

Ich fand den Roman wirklich bewegend und habe ihn sehr gerne gelesen. Es ist zwar schade, dass nur wenige Informationen über die interessante Marthe existieren, aber das gleicht die Autorin mit einer kurzweiligen Handlung und vielen Einblicken in das Leben der damaligen Gesellschaft aus. Dennoch muss ich sagen, dass mich Marthe mit ihrer manchmal etwas ablehnenden und naiven Art gerade am Anfang genervt hat und auch die vielen Rechtschreib- und Tippfehler im Buch sehr störend waren.  

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Bewertung: 4 von 5 Sterne

Verlag: Aufbau TB
Seitenzahl: 592
Ersterscheinung: 14.03.2024
ISBN: 9783746640556
Preis: 14,00 

Vielen Dank an den Aufbau-Verlag und Ulrike Renk für das Rezensionsexemplar! 

Sonntag, 17. Mai 2026

Rezension: Stefan Kuhlmann - Umweg zum Sommer

Ein ganz besonderer Roadtrip

Martins Leben ist gerade geprägt von Geldproblemen und fehlender Inspiration für neue Songs. Denn der Chartstürmer hatte in den Nullerjahren einen Hit, der ihm zu großem Ruhm verholfen hat, konnte aber keinen zweiten nachlegen und ist so wieder in Vergessenheit geraten. Dennoch hat Martin sein Leben der Musik verschrieben und muss deshalb auch den Gig als Aushilfsbassist einer anderen Band annehmen. Obwohl er bereits 49 Jahre alt ist, hat er kaum Geld und lebt immer noch in seiner Studentenbude. Als seine Freundin Sophie auch noch Schluss macht, hat er das Gefühl, wieder bei Null starten zu müssen. Als aber nun seine Schwester Nicole aufgrund eines Burnouts eine Therapie in Bayern antreten muss, hat er automatisch die Verantwortung für ihren Sohn Karl. Für Martin droht der Gig in Portugal ins Wasser zu fallen - höchstens er fährt einfach und erzählt seiner Schwester nichts davon. Das ist der Beginn eines ganz besonderen Roadtrips, der für so manchen unvergesslichen Moment für Martin und Karl sorgt. 

Stefan Kuhlmann hat hier einen unterhaltsamen, kurzweiligen Sommerroman geschaffen, der teilweise nachdenklich stimmt, aber auch mit so mancher Situation zum Schmunzeln aufwartet. Die Reise führt Onkel und Neffe durch die Schweiz, Italien, Frankreich, Spanien und Portugal und schon allein durch die wechselnde Kulisse dieser südeuropäischen Länder kommt Urlaubsstimmung auf. Da sich der Erzählstil des Autors flüssig liest, fliegen die Seiten nur so dahin. 

Obwohl ich anfangs ein paar Schwierigkeiten mit dem Einstieg in die Handlung hatte und erst im zweiten Drittel in einen stetigen Lesefluss gefunden habe, konnte ich letztlich den Roman sehr genießen und in die besondere Atmosphäre eintauchen. Da mir beide Protagonisten im Lauf der Geschichte immer mehr ans Herz gewachsen sind, war ich mit dem Ende sehr zufrieden und fand es perfekt gelungen. 

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Bewertung: 4 von 5 Sterne

Verlag: ROWOHLT Taschenbuch
Seitenzahl: 352
Ersterscheinung: 13.05.2025
ISBN: 9783499015984
Preis: 16,00 

Vielen Dank an den Rowohlt-Verlag und Stefan Kuhlmann für das Rezensionsexemplar! 

Dienstag, 3. Februar 2026

Rezension: Marie Pierre - Der Weg der Frauen

Eine schwierige Zeit voller Entscheidungen für Pauline Martin

Thionville, 1912: Pauline Martins Nerven werden schon wieder sehr strapaziert, denn die neue Schülerin Ottilie, die mitten im neuen Schuljahr in das Pensionat kommt, ist sehr ruhig und zeigt leider wenig Ambitionen sich in den Alltag und die Gruppe der anderen Schülerinnen einzugliedern. Doch bei diesem Problem bleibt es nicht, erfährt sie doch von Wachtmeister Schrotherr, dass ihre Schülerin Sophie in Metz im Gefängnis sitzt und nicht, wie angekündigt auf Familienbesuch in Luxemburg ist. Pauline muss sofort in ihre frühere Heimatstadt reisen und sich um die inhaftierte Schülerin kümmern. Denn dringen die Vorwürfe, die gegen das Mädchen erhoben werden an die Öffentlichkeit, muss Mademoiselle um ihre Schule bangen. Leider trifft sie in Metz prompt auf ihren früheren Verlobten Roland, der frisch verwitwet schnell wieder der Hoffnung auf eine erneute Verlobung und diesmal auch Heirat erliegt. So sorgt er für Gefühlschaos bei Pauline und Ernst von Pliesnitz, der heimliche Freund von ihr, zieht sich enttäuscht zurück. So kann es nicht weitergehen, findet Pauline und dennoch gibt es keine gute Lösung für all die Verwicklungen, die doch schlussendlich alle eine Gefahr für das Mädchenpensionat darstellen. 

Marie Pierre sorgt mit den rasant eintretenden Ereignissen für ein rasches Tempo, das sich beinahe durch den ganzen Roman zieht. Denn Pauline kommt kaum zur Ruhe, schon taucht das nächste Problem auf. So zieht die Autorin ihre Leser*innen sofort in ihren Bann und bringt die Reihe zu einem runden Abschluss. 

Da ich schon die beiden ersten Bände der Reihe unheimlich gerne gelesen habe, war ich nun gespannt auf den Abschluss der Reihe. Dieser hat es wirklich in sich und ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Die turbulenten Ereignisse haben mich mitgerissen und mir auch so manchen emotionalen Moment geschenkt, indem ich mit Pauline gehofft und gebangt, mich aber auch über das Benehmen so mancher Personen aufgeregt habe. Daher ist die Reihe nun mit einem großartigen Finale am Ende angelangt, was ich zwar etwas schade finde, aber trotzdem rundum zufriedem mit dem runden Abschluss bin.  

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Heyne
Seitenzahl: 560
Ersterscheinung: 11.06.2025
ISBN: 9783453427242 
Preis: 16,00
Reihe: Das Pensionat an der Mosel, Band 3 

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Heyne-Verlag und Marie Pierre für das Rezensionsexemplar! 

Donnerstag, 8. Januar 2026

Rezension: Lena Johannson - Aufgeben können die anderen

Alice kämpft für ihre Träume

Alice wird Ende des 19. Jahrhunderts geboren und kennt lange Zeit nur die französische Stadt Nantes. Lediglich ihr Vater ist immer wieder in der Provence, um dort neue Waren für den Laden der Familie zu besorgen. Obwohl Alice die kleine Stadt liebt und gerne auf das Gymnasium geht, träumt sie von einem Leben in Paris. Zusammen mit ihrem Jugendfreund Joseph träumt sie sich häufig weit weg und reist in Gedanken an die entferntesten Orte. Auch deshalb ist sie schnell ebenso begeistert wie er, nach Großbritannien zu gehen. Dort arbeitet Alice in London für eine osmanische Familie und lernt durch sie New York, Skandinavien und sogar Brasilien kennen. Wichtiger ist aber, dass die Familie sie in ihrer Leidenschaft für das Schwimmen und schließlich auch das Rudern sehr unterstützt. Nach dem Tod von Alices Mutter führt der Weg des Paares aber wieder zurück in die Heimat und Alice bemerkt, wie rückwärtsgewandt viele Franzosen noch sind, denn es gibt kaum Möglichkeiten für Frauen gemeinsam Sport zu treiben. So wächst der Wunsch in ihr, eines Tages selbst an den Olympischen Spielen teilnehmen zu dürfen und den Männern zu zeigen, wie leistungsfähig Frauen sind. 

Lena Johannson beschreibt auf eine sehr fesselnde Weise die Anfänge der ersten Olympischen Frauenspiele. Alice ist eine beeindruckende Frau, die nicht nur mit vielen schweren Schicksalsschlägen zu kämpfen hatte, sondern auch entgegen der Meinung vieler Männer ganz im Sport aufgegangen ist und sich diesem vollkommen verschrieben hat. Da dieser große Schritt in der Geschichte der Gleichberechtigung der Frau so spannend und mitreißend erzählt wird, fliegen die Seiten nur so dahin. 

Obwohl ich zu meiner eigenen Schande gestehen muss, dass ich sehr viel lieber lese und Zeit mit eher bewegungsärmeren Hobbys verbringe, hat mich dieser Roman von der ersten Seite an gepackt. Daher eine klare Leseempfehlung von mir!

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Aufbau TB
Seitenzahl: 381
Ersterscheinung: 13.10.2025
ISBN: 9783746641362 
Preis: 15,00

Vielen Dank an den Aufbau-Verlag und Lena Johannson für das Rezensionsexemplar! 

Montag, 1. Dezember 2025

Rezension: Mandy Baggot - Winterzauber in den Alpen

Weihnachten in den französischen Alpen

Orla liebt ihren Job als Reisejournalistin und reist auf der Suche nach selten Tierarten rund um den Kontinent. Doch diesmal überfällt ihre Chefin sie mit einem sehr spontanen Auftrag. Bereits am nächsten Tag soll sie schon in Frankreich sein und eine Reportage über ein trächtiges Rentier in einem abgelegenen Bergdorf mitten in den französischen Alpen schreiben. Dabei hat Orla genug mit ihren Eltern zu tun, trinkt ihr Vater doch zu viel Alkohol und ihre Mutter macht sich ständig Sorgen um ihn und um Orlas kleine Schwester Erin, die mit ihren sechzehn Jahren nur noch am Handy hängt, um mit ihrem neuen Freund zu schreiben. Deshalb nimmt Orla Erin mit auf die Geschäftsreise und hofft, dass sie eine gute Zeit zusammen verbringen können. In Saint-Chambéry angekommen ist aber alles anders als erwartet, denn bereits die Fahrt hat es in sich und nach einem kleinen Autounfall müssen sie die letzte Meile zu Fuß gehen. Dabei werden sie von einem eher wortkargen, aber durchaus attraktiven Mann begleitet, der leider noch öfter in Orlas Nähe auftauchen wird. Ihr Zimmer bei Delphine ist auch sehr gewöhnungsbedürftig und wirkt eher nicht wie ein gemütliches Hotelzimmer, sondern eher wie ein stinknormales Gäste- und Abstellzimmer. Erin und Orla wissen nicht, ob sie lange bleiben können und wollen. Denn natürlich ist von besagtem Rentier weit und breit nichts zu sehen. Als sie aber überraschend zu Jacques, dem abweisenden Fremden vom ersten Tag, umziehen müssen, lernen die beiden Schwestern die französischen Alpen von einer anderen Seite kennen und können die Zeit immer mehr genießen.

Mandy Baggot entführt ihre Leser in diesem Winter- und Weihnachtsroman in die wilden, größtenteils unberührten französischen Alpen, mitten hinein in ein etwas spezielles kleines Dorf, das mit so einigen ganz besonderen Traditonen während der Adventszeit aufwarten kann. Die Protagonistin Orla ist eine junge Frau, die gerade mitten in beruflichem und privatem Stress steckt und deshalb so manchen Konflikt mit sich selbst ausmachen muss, was sie aber nahbarer und realistischer scheinen lässt. Auch Jacques ist nicht frei von den Schatten der Vergangenheit und gibt sich daher sehr unnahbar und mürrisch. Dank der Perspektivwechsel zwischen den beiden Hauptcharakteren wird ihr Handeln aber verständlicher. Da sich der Erzählstil der Autorin sehr flüssig und unterhaltsam liest, ist man schneller am Ende angelangt, als man sich gewünscht hätte. 

Ich fand den Roman perfekt für gemütliche Lesestunden in der warmen Wohnung. Zusammen mit einer Tasse Tee habe ich die Seiten nur so verschlungen und war leider viel zu schnell am Ende angelangt. Natürlich hätte der Roman noch ein wenig mehr Tiefe vertragen können,  allerdings waren die Geschehnisse so, wie sie waren, perfekt für meine momentane Stimmung und haben mir wunderschöne Lesestunden geschenkt.   

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Bewertung: 4 von 5 Sterne

Verlag: Goldmann
Seitenzahl: 384
Ersterscheinung: 17.09.2025
ISBN: 9783442496815 
Preis: 13,00 

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Goldmann-Verlag und Mandy Baggot für das Rezensionsexemplar! 

Sonntag, 16. November 2025

Rezension: Anne Funck & Daniel Sulzberg - Mein magisches Museum und Vincent van Gogh

Ein Ausflug in die Welt von Vincent van Gogh

Professor Emilio Dell'Arte organisiert eine Kunstaustellung mit den Bildern von Vincent van Gogh. Doch gerade ist noch nichts fertig und er braucht dringend Hilfe. Während er also seine Ausstellung vervollständigt, begeben sich die Leser des Buches auf eine Reise durch die Welt und das Leben von Vincent van Gogh. So war Vincent ein großer Freund verschiedenster Farben, die auch alle einen Namen von ihm erhielten. Mit dieser kunterbunten Auswahl malt er neben über vierzig Selbstportäts die Bauern bei der Feldarbeit, Montmartre, viele Gärten und Blumen, am liebsten Sonnenblumen und Orte, an denen er Zeit seines Lebens war und die ihn geprägt haben. So ist ein großer Schatz an Kunstwerken entstanden, die auch heute noch ihre Betrachter begeistern. 

Die Autorin Anne Funck hat dieses Kinderbuch für Kinder ab sechs Jahren gemeinsam mit dem Illustrator Daniel Sulzberg gestaltet. Sie widmen sich neben dem Leben des berühmten Künstlers auch seinen Werken und den Stationen, an denen er bereits gelebt hat. Anhand von vielen Mitmachaufgaben, wie Mal- und Suchaufgaben und Experimenten, werden die jungen Leser aufgefordert, selbst künstlerisch tätig zu werden. Da die Texte kurz gehalten und in kindgerechter Sprache verfasst wurden, lassen sich diese gut und flüssig vorlesen. Auch der Seitenaufbau ist dank vieler kleiner Details sehr ansprechend und niemals gleich. 

Meine Tochter und ich waren bereits beim ersten Lesen in diesem Buch begeistert. Denn die Aufgaben sind so unterhaltsam und interessant, dass sich das Mitmachen nicht nur für Kinder lohnt. Da wir Vincent van Gogh zwar kannten, aber längst nicht so viel über ihn wussten, konnten wir ihn nun besser kennenlernen und tief in sein Wirken eintauchen. Ein rundum perfekt gelungenes Kinderbuch!  

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Leman Publishing Claudia Frankl
Seitenzahl: 40
Ersterscheinung: 28.05.2025
ISBN: 9782970172024
Empfohlenes Alter: ab 6 Jahren 
Preis: 19,90

Vielen Dank an die Medialike-Agentur, den Leman Publishing-Verlag, Anne Funck und Daniel Sulzberg für das Rezensionsexemplar!

Mittwoch, 12. November 2025

Rezension: Eva-Maria Bast - Der Schmuckpalast - Camille und der Glanz von Gold

Schwere Zeiten für Camille und die Familie Cartier

Paris, 1873: Alfred Cartier kehrt nach erfolgreichen Geschäften in London wieder in seine Heimatstadt Paris zurück. Denn er hat in England den Schmuck des familieneigenen Juweliergeschäfts bekannter gemacht und neben guten Kontakten auch alle Schmuckstücke veräußern können. Da sich sein Vater schon länger mit dem Gedanken trägt, das Familiengeschäft nun in die Hände seines Sohnen zu geben, sieht er den richtigen Zeitpunkt nun gekommen. Und Alfred freut sich sehr über diesen Vertrauensbeweis. Denn obwohl auch seine Schwester Camille und deren Mann Prosper bereits in die Herstellung und Vermarktung der hochwertigen Schmuckstücke einbezogen sind, war immer klar, dass Alfred einmal alles bekommen würde. Doch obwohl nun eine neue Generation die Geschicke lenkt, würde sich der Vater noch nicht komplett aus allem heraushalten und die Familie bleibt so eng verwachsen wie eh und je. Diesen Zusammenhalt brauchen sie auch als zwei Schicksalsschläge in kurzer Zeit Camille und die gesamte Familie Cartier tief erschüttern...

Eva-Maria Bast gelingt es auf perfekte Weise an den ersten Band der Familiensaga anzuknüpfen. Da sie kaum Informationen aus dem Vorgängerroman wiederholt, ist es daher angebracht, die Reihe in der richtigen Reihenfolge zu lesen. So kommt es aber auch zu keinen Längen zu Beginn des Buches. Da die Handlung durchweg interessant und fesselnd ist, auch dank der schweren Schicksalsschläge, fliegen die Seiten nur so dahin. 

Dieser zweite Band hat mich so gepackt, dass ich das Buch innerhalb eines Tages beendet habe. Denn der Erzählstil von Eva-Maria Bast ist so fesselnd, dass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. Daher bin ich auch schon sehr auf den dritten und leider letzten Band gespannt! 

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Aufbau TB
Seitenzahl: 319
Ersterscheinung: 12.03.2025
ISBN: 9783746641492 
Preis: 14,00
Reihe: Die Juwelier-Saga, Band 2 

Vielen Dank an den Aufbau-Verlag und Eva-Maria Bast für das Rezensionsexemplar! 

Freitag, 19. September 2025

Rezension: Ein Traum in Blau

 

Wunderschönes Mittelmeer

Das Mittelmeer befindet sich zwischen drei Kontinenten. Es hat eine Küstenlinie von rund 47000 Kilometern. So grenzt es an viele Länder, sodass vom südlichsten Punkt Spaniens über die Balearen, entlang der Côte d'Azur bis zur Adria, durch die Ägäis bis nach Zypern viele traumhafte Strände auf die Reisenden warten. Doch nicht nur die Traumstrände sind einen Besuch wert, sondern auch die kulinarischen Highlights, antiken Stätten und die Ruhe und Gelassenheit der Einheimischen.

In diesem Bildband dreht sich daher zuerst alles um Essen und Trinken, gefolgt von Kunst und Kultur und schließlich Land und Landschaft. Auf über 200 Seiten reisen die Leser so anhand von vielen Fotografien, Rezepten und kurzen Texten die Küstenlinie Europas entlang.

Dieses Buch schenkt mir immer wieder Lesestunden, die mich vom Alltag wegträumen lassen, aber auch ein großes Fernweh in mir wecken. Denn die Schönheit dieses Meeres und seiner Küste lässt sich kaum in einem Buch einfangen und sorgt so dafür, dass ich gerne alles mit eigenen Augen sehen und die Gerichte an einem traumhaft schönen Platz, von Einheimischen gekocht, probieren möchte. Es ist beeindruckend, wie vielfältig die Landschaften sind, wie einmalig so mancher Küstenort liegt und wie klar und blau das Meer an vielen Stränden ist. 

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: arsEdition
Seitenzahl: 208
Ersterscheinung: 26.05.2025
ISBN: 9783845862750 
Preis: 25,00

Vielen Dank an den arsEdition-Verlag für das Rezensionsexemplar! 

Montag, 23. Juni 2025

Rezension: Nelly Berlin - Wo die Sonne auf den Wellen tanzt

 

Ein Erbe, die Liebe und ein Menge Probleme

Alex ist seit vielen Jahren Agent beim englischen Geheimdienst MI6. Doch nun wünscht sich seine Mutter, dass er sofort nach San Michelle kommt, denn sein Bruder Gerard ist plötzlich verschwunden und hat das Anwesen der Familie, Blanhurst Manor, komplett verschuldet zurückgelassen. Eigentlich hätte er in wenigen Tagen seine Verlobte Caroline heiraten wollen, doch auch die Hochzeit hat er abgesagt. Doch nicht nur Alex Mutter hängt an dem Anwesen und der großen Pfirsichplantage, die sie dort eigenhändig aufgebaut hat, sondern auch eine Menge Angestellte, denen gerade nicht einmal mehr die Gehäler ausgezahlt werden können. Die einzige Lösung für dieses riesengroße Dilemma ist eine Ehe von Alex und Caroline, denn sie ist reich und könnte ihr gesamtes Geld in die Rettung von Blanhurst Manor stecken. Damit die Medien glauben, dass die Beiden sich schon lange kennen und Gerard nur gegangen ist, um dem Liebesglück nicht mehr im Weg zu stehen, braucht es eine gute und überzeugende Kampagne, die die Angestellte und beinahe Familienangehörige Sara nun motiviert angeht, hängt doch auch ihr gesamtes Leben an diesem Fleck Erde. Ava reist als freiberufliche Fotografin extra deshalb an die Côte d'Azur und lernt bei den Fotoshootings Alex näher kennen. Doch kann eine Ehe, die ohne Zuneigung und nur des Geldes wegen geschlossen werden soll, halten? Und was ist, wenn plötzlich die Liebe Einzug hält, aber bei den falschen Personen?

Nelly Berlin hat in diesem Roman die perfekte Mischung aus Liebe und großen Gefühlen, Spannung und Unterhaltung getroffen. Bis zum Ende ist das Verschwinden von Gerard ein großes Rätsel, was die Spannung durchgehend aufrechterhält. Aber auch die Liebesgeschichten machen das Buch so lesenswert, verlieben sich doch gleich vier Charaktere. Da die Autorin häufige Perspektivwechsel als Mittel für tiefere Einblicke in das gesamte Geschehen gewählt hat, bleibt es immer interessant und wird nie langatmig.

Dieser Roman hat mir mit seiner sommerlichen Wohlfühlstimmung wunderschöne Lesestunden geschenkt. Ich war so gerne an der Côte d'Azur, denn eine solche Kulisse macht sofort Lust auf Urlaub und sorgt für gute Laune und Entspannung. Schade, dass ich nun am Ende angelangt bin, denn ich hätte gerne einfach immer weitergelesen.

Hier geht es zur Homepage der Autorin.

 

Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Independently published
Seitenzahl: 365                         
Ersterscheinung: 06.01.2025 
ISBN: 9798303623163
Preis: 11,99

Vielen Dank an Nelly Berlin für das Rezensionsexemplar! 

Freitag, 20. Juni 2025

Rezension: Lily Martin - Sommerfarben in der Stadt der Liebe

Eine besondere Begegnung vor Monets "Seerosen"

Marie Michel lebt für die Kunst und schreibt seit einigen Jahren an ihrer Doktorarbeit über Claude Monet und sein Schaffen. Allerdings steckt sie fest und ist frustriert. Um trotzdem über die Runden zu kommen, führt die Gruppen durch die Orangerie und gibt ihnen hier ihr Wissen über Monet weiter. Denn auch nach Jahren ist ihre Liebe zu den "Seerosen" und anderen Gemälden sehr groß. Bei einer dieser Führungen trifft sie den Deutschen Jan Zimmer, der mit seiner Klasse auf Studienfahrt ist und Marie mit einer seiner Thesen komplett aus dem Konzept bringt. Weiß er doch nichts über ihren großen Liebeskummer und die anstrengende Zeit mit ihrem Ex-Freund Antoine. Bei einem weiteren Zusammentreffen spüren aber Beide, dass sie sich eigentlich mögen und beschließen spontan, Giverny und somit Monets Wohnort zu besuchen. Doch fühlen sich Marie und Jan schon wieder bereit für die Liebe, die so allgegenwärtig über ihren Treffen schwebt?

Lily Martin ist das Pseudonym der bekannten Autorin Anne Stern. In dieser Reihe "Paris und die Liebe" entführt sie ihre Leser in das sommerliche und bezaubernd schöne Paris mit seinem liebenswürdigen Viertel Quartier Latin. Mit Marie hat sie eine etwas chaotische und herzerwärmend liebe Protagonistin gewählt, die nach einer schwierigen Beziehung gerade nicht mehr weiß, was sie von der Liebe halten soll. Dennoch erfährt sie mit und durch Jan, dass eine neue Liebe möglich ist, aber auch etwas Mut bedarf.

Voller Freude bin ich in diesen Roman eingetaucht und habe das Lesen sehr genossen. Denn die Art, wie Lily Martin erzählt, ist flüssig und leicht, sodass es perfekt zur Handlung passt. Auch der französische Lebensflair spielt eine große Rolle und macht Lust, ebenfalls selbst auf der Terrasse mit einem Croissant und einer Chocolat chaud zu sitzen und die Sonne zu genießen.

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Bewertung: 4 von 5 Sterne

Verlag: ROWOHLT Taschenbuch
Seitenzahl: 304
Ersterscheinung: 16.07.2024
ISBN: 9783499011382 
Preis: 13,00
Reihe: Paris und die Liebe, Band 2 

Vielen Dank an den Rowohlt-Verlag und Lily Martin für das Rezensionsexemplar! 

Samstag, 17. Mai 2025

Rezension: Emmanuelle Oddo & Timothée Chambovet - Provence

Eine Reise durch die Provence mit Fernweh-Garantie!

Die Provence ist ein einzigartiger Landstrich Frankreichs und hat ihren ganz eigenen Charme. Ist die Landschaft doch geprägt von Dörfern voller Steinhäuser, die historisch und sehr volkstümlich anmuten. Auch die landwirtschaftlichen Terrassen, Lavendelfelder, Olivenhaine, Weinberge und Sonnenblumen prägen das Bild entscheidend und sorgen so für eine eindrucksvolle Schönheit. Aber auch Neuerungen gibt es in diesem traditionellen Landstrich, sodass Pistazienbäume und Agroforstwirtschaft Einzug halten und den sommerlichen Dürren entgegenwirken. Doch was wäre ein Land ohne Kultur, wo wir bei berühmten Künstlern wie Paul Cézanne, Vincent Van Gogh oder Pablo Picasso wären, die die Provence in ihren Kunstwerken dargestellt und die Schönheit für immer festgehalten haben.

Die Autorin Emmanuelle Oddo und der Fotograf Timothée Chambovet haben gemeinsam eine Reise durch die Provence angetreten und allen Landschaften eigene Kapitel gewidmet. So beginnt die Reise in der Camargue, von wo es in das Pay d'Arles, das Département du Vaucluse, Aix-en-Provence, Marseille und seine Umgebung, das Hinterland des Département du Var, die Haute-Provence und die Drôme Provencale geht. Jedem Abschnitt wurden viele Seiten gewidmet, die neben einer Übersichtskarte, thematische Seiten zum Entdecken, Kennenlernen und Verstehen der Region, eine Übersicht der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten auch Touren und Spaziergänge in der Region aufzeigen, um sie auf ganz besondere Weise kennenzulernen.

Ich bin, seit ich im Besitz dieses Buches bin, ganz verliebt in die Provence. Denn dort gibt es so viel Schönheit, Ruhe und Weite. Da sich dieser Bildband, der voller großartiger, hochwertiger und einzigartiger Fotografien steckt, dieser französischen Region auf eine ganz andere Art und Weise widmet, wie es die üblichen Reiseführer tun, steigt das Fernweh innerhalb kürzester Zeit ins Unermessliche. Ich bin einfach nur voll des Lobes für dieses Buch und habe keinen Kritikpunkt finden können.

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Dorling Kindersley Reiseführer
Seitenzahl: 256
Ersterscheinung: 10.10.2024
ISBN: 9783734208089 
Preis: 29,95
Reihe: Augenreisen

Vielen Dank an den DK-Verlag, Emmanuelle Oddo und Timothée Chambovet für das Rezensionsexemplar!

Sonntag, 4. Mai 2025

Rezension: Claire Renaud - Die Liebenden am Canal Saint-Martin

 

Ein Abend in der kleinen Brasserie am Canal Saint-Martin

An einem Abend wie diesem ist die kleine Brasserie am Canal Saint-Martin wieder einmal voll besetzt. Die drei Angestellten des Lokals geben sich deshalb größte Mühe alle ihre Gäste zufrieden zu stellen. Ali gibt in der Küche sein Bestes, während Marion den Service übernimmt und Cyril wie immer hinter der Bar steht. Vorallem für Marion und Cyril ist jeder Abend anders, denn die Stimmung der Gäste ist unterschiedlich und auch die Besucher andere. Doch heute sind vorwiegend Stammgäste hier, wie Monsieur Fontaine, der den Tod seiner Frau noch nicht verarbeitet hat und deshalb immer wieder mit ihr spricht oder der Aufreißer aus Bordeaux, der häufig kommt und immer in Begleitung einer anderen Frau. Aber Cyril freut sich nicht nur auf die Gäste und deren Geschichten, an denen er regelmäßig teilhaben darf, sondern auch auf Marion, die bereits seit zwei Monaten im Service arbeitet und in die er sich auf den ersten Blick verliebt hat. Doch den Mut aufzubringen, um sie um ein näheres Kennenlernen zu bitten, fällt ihm schwer.

Claire Renaud beschreibt in diesem Roman einen einzigen Abend in einer kleinen Brasserie. Dennoch gelingt es ihr, die Atmosphäre an den verschiedenen Tischen auf eine ganz besondere, realistische und authentische Weise zu beschreieben. Denn so unterschiedlich wie die Gäste sind auch ihre Liebesgeschichten. Obwohl Cyril und Marion die beiden Hauptcharaktere sind, in deren Leben und Gedanken die Leser die häufigsten Einblicke erhalten, kommen auch die anderen Gäste zu Wort und erzählen über ihre Gefühle, Gedanken und Lebenssituationen.

Dieser Roman ist wirklich besonders und strahlt eine ganz besondere Stimmung aus. Leider hatte ich aber während dem ersten Drittel wirklich große Probleme in einen Lesefluss zu finden und war einfach nicht gefesselt. Das hat sich erst später gelegt und ich habe danach gespannt verfolgt, welche Schicksale die einzelnen Personen erleiden oder wie es ihnen momentan ergeht. Dennoch hat die Autorin meist nur einmal über die Personen geschrieben, sodass immer noch viel Platz für Interpretationen bleibt. Einerseits mochte ich es, andererseits hätte ich mir ein wenig mehr Happy End und positive Gefühle gewünscht, was letztlich aber der Authentizität der einzelnen Liebesgeschichten widersprechen würde...

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Bewertung: 4 von 5 Sterne

Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
Seitenzahl: 240
Ersterscheinung: 09.01.2025
ISBN: 9783423284363 
Preis: 15,00

Vielen Dank an den dtv-Verlag und Claire Renaud für das Rezensionsexemplar!

Freitag, 11. April 2025

Rezension: Marie Pierre - Schwestern im Geiste

 

Im Pensionat an der Mosel kehrt keine Ruhe ein...

Diedenhofen, 1911: Eigentlich hatte Schulleiterin Pauline Martin auf ein ruhigeres Schuljahr gehofft, denn die Unruhestifterin Suzette des letzten Jahres ist nicht mehr da und die Schülerinnen, die nun neu an der Schule sind, wirken zwar wissbegierig und aufgeweckt, sorgen aber nicht für Unruhe. Auch die neue Lehrerin Rhona O´Meally sorgt für weniger Arbeitsbelastung bei den beiden Lehrerinnen Pauline und Eleonore Schmitt. Da die Irin englische Muttersprachlerin ist und zudem sehr musikalisch, wird sie die Schülerinnen in Englisch und Musik unterrichten. Sie tut es auf eine eher unkonventionelle Art, was sich schon an der ersten Lektüre "Oliver Twist" zeigt. So findet sie schnell eine Verbindung zu den meisten ihrer Schülerinnen. Einzig Charlotte von Schwegat zeigt sich an nichts interessiert, denn sie erhofft sich eine baldige Verlobung mit dem Studienfreund ihres Bruders, Theodor Bernheim. Als die beiden jungen Männer dem Mädchenpensionat einen Besuch abstatten, sorgen sie aber leider für nachhaltige Unruhen. Denn Theos Tanz mit der jüdischen Schülerin Esther zieht Charlottes Unmut auf sich und diese beginnt mit einer Hetzkampagne gegen die ruhige Mitschülerin und Zimmernachbarin. Als dann auch noch antipreußische Schmierereien an zwei Häusern in Diedenhofen auftauchen und zeigen, dass die Bevölkerung auch nach vierzig Jahren preußischer Besatzung immer noch gegen die Deutschen sind, ruft das Polizeiwachtmeister Schrotherr auf den Plan, denn für ihn ist das ganze Mädchenpensionat ein einziger Schandfleck in der beschaulichen Stadt. Zusätzlich geschehen zwei Diebstähle aus den Zimmern der Mädchen, was Charlotte zusätzlich erzürnt und ihren Bruder zu einer Anzeige bei der Polizei bewegt. Schon befindet sich Pauline wieder mitten in polizeilichen Ermittlungen und ist froh, im preußischen Hauptmann Ernst von Pliesnitz einen Unterstützer zu haben. Denn es steht schon wieder viel mehr als nur der gute Ruf ihrer Schule auf dem Spiel...

Marie Pierre gelingt es in diesem zweiten Band rund um das Pensionat an der Mosel nahtlos an den ersten Teil anzuknüpfen. Die Handlung ist durchgehend sehr fesselnd und zeigt neben dem Leben der jungen Frauen in ihrem Internat auch die Spannungen zwischen den Franzosen, die im besetzten Elsass-Lothringen leben und den preußischen Besatzern. Da der Erzählstil der Autorin sehr flüssig ist und sie geschickt zwischen den verschiedenen Personen und deren Erzählperspektiven wechselt, kommt es nie zu langatmigen oder gar langweiligen Momenten.

Da mir bereits der erste Band der Reihe sehr gut gefallen hat, wollte ich nun unbedingt die Fortsetzung lesen. Und ich habe mich wieder sofort in der Handlung wohlgefühlt, hatte keinerlei Probleme, mich an alle Personen und Begebenheiten zu erinnern, obwohl es doch schon einige Zeit her ist, dass ich den Reihenauftakt gelesen habe. Ich liebe es, wie die Autorin in diesem Roman neben dem Leben der jungen Frauen, der Lehrerinnen und anderen Personen auch die Zeitgeschichte erlebbar und auf eine bewegende Art und Weise nachvollziehbar und nahbar macht. Ein großartiger zweiter Teil, der neugierig auf den dritten und leider schon letzten Band der Reihe macht.

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Heyne
Seitenzahl: 560
Ersterscheinung: 14.08.2024
ISBN: 9783453427235 
Preis: 16,00
Reihe: Das Pensionat an der Mosel, Band 2

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Heyne-Verlag und Marie Pierre für das Rezensionsexemplar!

Dienstag, 25. März 2025

Rezension: Susanne Morel - Die Pfirsichblütenschwestern

 

Die unterschiedlichen Leben der Schwestern Pauline und Konstanze

München, 1932: Nachdem der Vater vor einigen Jahren verstorben ist, hat die Mutter sich immer mehr zurückgezogen und wurde mit der tiefen Trauer und ihrer bekannten Depression nicht mehr fertig. Schließlich hat sie den Freitod gewählt und damit ihren drei Kindern Pauline, Konstanze und Lorenz auch den letzten verbliebenen Elternteil genommen. Nach der Beerdigung wird der neunjährige Lorenz sofort von seinem Onkel Gustav und dessen Frau mit auf den Bergbauernhof im Allgäu genommen. Doch das Leben, das ihn dort erwartet ist von Gewalt, Gehorsam und Arbeit geprägt - dem kompletten Gegenteil seines bisherigen Daseins. Für Pauline geht es mit der unverheirateten Cousine ihrer Mutter, Josette, in das kleine Dörfchen Jouques in der Provence, wo diese eine große Pfirsichplantage betreibt. Pauline gefällt es nicht in Frankreich und sie vermisst ihr Leben in München. Für sie bedeuten die Pfirsiche Tristesse, während Josette in der Gegenwart ihres Lebenswerks aufblüht. Pauline und ihr Ehemann, der von Josette ebenfalls schon ausgesucht worden war, sollen eines Tages die Plantage übernehmen und damit das Glück von Josettes Leben weiterführen und vergrößern. Konstanze dagegen bleibt in München bei Tante Gunde und Onkel Ludwig, wo sie herzlich als neues Familienmitglied aufgenommen wird und sich und ihre Träume verwirklich darf. So entdeckt sie ihre Liebe zur Kunst und bildet sich darin fort. Als sie ihre Schwester in der Provence besucht, ist schnell klar, dass sie das Land liebt. Aber auch Philippe, Paulines Verlobter, hat sich in ihr Herz geschlichen, was in Konstanze große innere Konflikte auslöst.

Susanne Morel beschreibt das Leben der beiden Schwestern und ihres kleines Bruders auf eine sehr eindrückliche und bewegende Weise, sodass sich die gelesenen Emotionen sofort auf die Stimmung der Leser übertragen. Da Lorenz eher am Rande der Handlung steht, dreht sich alles vorallem um Pauline und Konstanze. Diese sind beide unglücklich verliebt, wagen aber nicht den Schritt, ihre wahren Gefühle kundzutun und begeben sich damit in ein Leben, das für beide keine Erfüllung bringt. Wie sie selbst immer wieder feststellen, hat das Leben ihre Schicksale vertauscht.

Dieser Roman hat mich sehr schnell gefesselt. Denn Pauline und Konstanze sind sehr aufgeschlossene Charaktere, die durch so manche schwierige Prüfung des Lebens gehen müssen und dennoch ihren Weg finden. Trotzdem steht die tiefe Verbindung der Schwestern immer wieder auf dem Prüfstand, was mich sehr berührt und bewegt hat. Mit diesem Ende des Romans hätte ich aber nicht gerechnet und bin noch immer gefangen in den Geschehnissen. Daher kann ich das Buch nur weiterempfehlen!

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Knaur Taschenbuch
Seitenzahl: 400
Ersterscheinung: 02.05.2022
ISBN: 9783426526828 
Preis: 11,99

Vielen Dank an den Knaur-Verlag und Susanne Morel für das Rezensionsexemplar!

Sonntag, 16. März 2025

Rezension: Eva-Maria Bast - Der Schmuckpalast - Antoinette und das Funkeln der Edelsteine

 

Die interessanten Anfänge der Schmuckdynastie Cartier

Paris, 1792: Bei einem spektakulären Raub wurden in den Wirren der Französischen Revolution beinahe alle Kronjuwelen des Königshauses gestohlen. Mittendrin die drei Freunde Pierre, Paul und Manon. Doch angestachelt von einigen geglückten Rauben, werden sie übermütig...

Paris, 1934: Antoinette ist nun zwölf Jahre alt und geht ab nun nicht mehr in die Schule, sondern muss die Mutter beim Verkauf des selbst angebauten Obst und Gemüses auf dem Markt unterstützen. Antoinette ist untröstlich, denn sie liebt die Schule und möchte immer noch mehr lernen. Doch der Vater bleibt auch dann hart, als die Lehrerin sogar anbietet, die Zwölfjährige kostenfrei weiter zu unterrrichten. Trotzdem findet sich eine Gelegenheit und Antoinette bleibt so wissbegierig, wie sie es seit jeher war. Als eines Tages ein junger Mann beinahe mit dem Marktwagen der Familie zusammenstößt, begegnet Antoinette das erste Mal dem Goldschmiede-Lehrling Louis-Francois Cartier und sie sieht sein Gesicht immer wieder vor sich. Als sie sich überraschend an einem Sonntag am Ufer der Seine begegnen, fühlen sie sofort eine tiefe Verbundenheit, die schließlich, nach einigen Jahren, in Liebe mündet. Denn sie verstehen sich und sind nicht nur Liebende, sondern auch beste Freunde mit gemeinsamen Zielen - nämlich einer eigenen Goldschmiede-Werkstatt. Da Antoinette wunderbar zeichnen kann und Louis sehr gewissenhaft arbeitet, gelingt es ihnen nach sehr entbehrungsreichen Jahren, das Geschäft von Louis früherem Lehrmeister zu übernehmen. Obwohl sie nun eine etwas sicherere Zukunft haben, bringt das Leben und die politischen Unruhen in Paris immer wieder neue Unwägbarkeiten, die von den Beiden bezwungen werden müssen.

Eva-Maria Bast erzählt in diesem ersten Band der Trilogie rund um die Schmuckdynastie Cartier die Anfänge der Familiengeschichte. Von historischen Begebenheiten geprägt schildert die Autorin auf anschauliche Weise die Firmengeschichte. Immer bemüht um zeitliche Korrektheit, erzählt sie so die vielen Ereignisse, die Antoinette und Louis in ihrem Leben bestreiten mussten.

Die Autorin ist mir bereits von anderen Werken bekannt und ich war sehr gespannt auf diese neue Reihe. Obwohl mir der Roman sehr gut gefallen hat und ich voller Begeisterung immer wieder in das historische Paris eingetaucht bin, hatte ich manchmal den Eindruck, aufgrund der vielen historischen Details und Begebenheiten, in einer Geschichtsstunde gelandet zu sein. Auch deshalb hat mir manchmal die charakterliche Tiefe der beiden Protagonisten gefehlt, die ja dafür sorgt, dass Personen realistisch und nahbar wirken. Obwohl ich nun kleine Schwächen aufgezählt habe, finde ich den Auftaktband der Reihe durchaus vielversprechend und bin schon sehr auf den zweiten Teil gespannt.

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Bewertung: 4 von 5 Sterne

Verlag: Aufbau TB
Seitenzahl: 403
Ersterscheinung: 15.10.2024
ISBN: 9783746641065 
Preis: 14,00
Reihe: Die Juwelier-Saga, Band 1

Vielen Dank an den Aufbau-Verlag und Eva-Maria Bast für das Rezensionsexemplar!

Montag, 24. Februar 2025

Rezension: Melissa Jahn - Die kleine Nähstube in der Normandie

 

Ein wunderschöner Roman über Mut, Freundschaft und Träume

Aurélie hat bereits mit sieben Jahren gewusst, dass sie eines Tages gemeinsam mit ihrem Vater dessen Nähwerkstatt führen möchte. Schon früh hat sie durch seine Leidenschaft selbst die Liebe zu Stoffen und der Verarbeitung von ihnen zu wunderschönen Kleidungsstücken entdeckt. Mittlerweile ist ihr Vater seit einigen Jahren verstorben und Aurélie führt seine Nähstube in Bayeux weiter. Doch ein Makel lässt sie sehr zurückgezogen leben. Denn mit acht Jahren hatte sie einen schweren Unfall, bei dem auch Teile ihres Gesichts mit Brandwunden überzogen wurden und so manche Erfahrung hat ihr gezeigt, dass sie sich besser von der Öffentlichkeit zurückzieht. Seither näht sie ihre Kleider voller Hingabe, aber zurückgezogen im Hinterzimmer ihres Ladens. Die Verkaufsgespräche führt ihre beste Freundin Zoé für sie, immer mit einem Headset mit ihr verbunden, damit Aurélie ihre Kundinnen mit ebenjener besonderen Gabe zu dem perfekten Kleid führen kann, sie aber niemand zu Gesicht bekommt.

Lucien ist der Juniorchef des führenden Modeimperiums Fournier und seit einem Jahr an der Spitze des Unternehmens. Allerdings zieht sich sein Vater nur langsam aus den Geschäften zurück und dies auch nicht freiwillig, sondern durch die Verwirrtheitsanfälle seiner beginnen Demenz gezwungen. Somit hat Luc es nicht leicht und kann es seinem Vater kaum rechtmachen. Dennoch bemüht Luc sich nach Kräften. Als er nach einem gescheiterten Kundengespräch spontan nach Bayeux fährt, um die Newcomerin des diesjährigen, sehr bekannten, Designwettbewerbs von Fournier kennenzulernen, stößt er zunächst auf Zoé. Sie kann ihn aber nicht täuschen und schnell vermutet Luc, dass jemand anderes hinter den genialen und wirklich perfekten Kleidungsstücken steckt. Aber Aurélie wagt es nicht, sich ihm zu zeigen und versteckt sich lieber.

Melissa Jahn erzählt in diesem Roman die Geschichte zweiter Protagonisten, die beide schwer mit ihrem Schicksal zu kämpfen haben. Für Aurélie hat der Unfall ihrer Kindheit ihr gesamtes Leben verändert und sie zu einer zurückgezogen lebenden jungen Frau gemacht. Während Luc nie eine große Nähe zu seinem Vater aufbauen konnte und nun für jede Idee und jede Handlung in der Firma Wut und Zorn des Vaters zu spüren bekommt. Da die Perspektiven zwischen den beiden Charakteren kapitelweise wechseln, bleibt die Handlung durchgehend fesselnd und sorgt für mehr Einblicke in die beiden Leben.

Da sich der Schreibstil der Autorin so flüssig liest, sind die Seiten nur so dahingeflogen und ich hatte große Freude an diesem Roman. Denn ich mag es, dass nachdenkliche und tiefgründige Themen eine große Rolle spielen, aber dennoch nicht die gesamte Handlung ins negative abrutschen lassen, sondern immer eine Leichtigkeit vorherrscht, die auch die französiche Lebensart widerspiegelt. Ein bezaubernd schöner Roman, der mir wunderbare, berührende und kurzweilige Lesestunden geschenkt hat!

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Piper
Seitenzahl: 380
Ersterscheinung: 30.01.2025
ISBN: 9783492508377 
Preis: 18,00

Vielen Dank an Melissa Jahn für das Rezensionsexemplar!

Samstag, 30. November 2024

Rezension: Nelly Berlin - Wo die Sterne am Himmel tanzen

Von Apfel-Zimt-Rosen, Hochzeiten und ganz vielen Emotionen...

Junia ist richtig sauer, denn nun ist sie ihren Job los, obwohl sie das in ihrer momentanen Situation am allerwenigsten gebrauchen kann. Aber wie soll sie es nur unter ihrer Chefin aushalten, die immer andere befördert und sie ständig übergeht. Außerdem trägt sie an allem die Schuld, auch wenn sie gar keine Schuld daran trägt. Trotzdem war ihre Kündigung überstürzt und Junia sieht, dass ihre finanziellen Probleme nun noch größer werden, wenn sie nicht bald einen neuen Job findet. Dennoch fügt sie sich dieses Wochenende dem Wunsch ihrer Pflegemutter Leonida und reist nach San Michelle an die Côte d'Azur. Dort soll sie die ehemalige Bäckerei von Leonida besuchen und ihr Fotos davon schicken. Niemals hätte Junia mit all den Ereignissen gerechnet, die dort plötzlich geschehen und ihr Leben gehörig durcheinander bringen. An erster Stelle Leo, den sie spontan auf eine Hochzeit begleitet und seine neue Freundin spielt, obwohl sie sich kaum kennen. Aber auch Emma, die Enkelin der ehemaligen besten Freundin Leonidas tritt überraschend in Junias Leben und hat schnell das Potential zur besten Freundin.

Nelly Berlin erzählt so unterhaltsam und fesselnd von Junia, Leo und Emma, dass ein Unterbrechen des Lesens kaum möglich ist, denn es steht ständig die Frage im Raum, wie es denn nun weitergeht. Da sie aus drei unterschiedlichen Perspektiven erzählt und so alle drei Protagonisten zu Wort kommen, ist die Handlung sehr interessant und vielschichtig. Der fiktive Ort San Michelle ist traumhaft schön und lädt zum Träumen ein, womit er perfekt zur gesamten Grundstimmung des Romanes passt.

Da ich bereits mehrere Bücher der Autorin kenne, hatte ich durchaus hohe Erwartungen, die aber allesamt perfekt erfüllt wurden. Gerade bei diesem tristen Herbstwetter mit Regen, Nebel und wenig Sonne sehne ich mich immer nach sonnigen, fröhlichen und lockerleichten Romanen, damit ich mich entspannt auf meinem Sofa einigeln kann und einfach nur so lange lesen bis meine Stimmung sich hebt und ich ein Lächeln im Gesicht trage. Genau das hat dieses Buch geschafft, weshalb ich es allen weiterempfehle, die gerade Lust auf Meer und viel Gefühl haben!

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Independently published
Seitenzahl: 337
Ersterscheinung: 05.02.2024
ISBN: 9798878437592
Preis: 10,99

Vielen Dank an Nelly Berlin für das Rezensionsexemplar!

Mittwoch, 11. September 2024

Rezension: Marie Pierre - Töchter des Aufbruchs

 

Eine mutige Pensionatsdirektorin und ihre Schülerinnen

Reichsland Elsaß-Lothringen, 1910: Pauline Martin hat erst vor Kurzem die Leitung des kleinen Pensionats für höhere Töchter übernommen. Für sie stehen neben den grundlegenden Benimmregeln auch die Vermittlung von Grundwissen und die Bildung einer eigenen Meinung im Mittelpunkt ihrer Erziehung. Deshalb genießt die Schule einen sehr guten Ruf in Elsaß-Lothringen, aber auch in ganz Preußen. Ihre momentan zehn Schülerinnen sind wie ihre Herkunftsorte auch in ihren gesellschaftlichen Hintergründen eine bunte Mischung. Eine Herausforderung für Pauline ist aber vorallem die neueste Schülerin und gleichzeitig die Tochter ihrer Cousine, Suzette. Diese ist widerspenstig und nicht bereit, sich den Regeln des Schulalltages zu beugen. Auf die Spitze treibt sie es aber damit, dass sie sich des Nächtens mit einem Leutnant der preußischen Armee trifft und dann morgens noch nicht wieder zurück ist. Doch nicht nur Pauline und die anderen Schülerinnen machen sich Sorgen um sie, sondern auch der Gärtner Vincent Lehmann, der erst vor wenigen Tagen seine Stelle im Pensionat angetreten und ein dunkles Geheimnis zu verbergen hat. Als er aber sieht, mit wem sich Suzette getroffen hat, sieht er die Hoffnung schwinden, jemals wieder ein ganz normales Leben führen zu können, denn seine Vergangenheit scheint ihn eingeholt zu haben. Und das schlimmste für ihn ist, er konnte Suzette nicht davor bewahren, einen schlimmen Fehler zu machen, denn er zu lange gezögert, ihr zu folgen. Eine turbulente Zeit für alle Bewohner und Bewohnerinnen des Pensionats an der Mosel beginnt...

Marie Pierre versteht es, die Geschehnisse im Mädchenpensionat fesselnd und packend zu erzählen. Oft wirkt es so realistisch, als wären die Leser selbst Teil der Handlung und könnten etwas bewirken, wenn sie nur immer weiterlesen und sich ganz in der Geschichte verlieren. Das macht einen ersten Band einer Reihe aus und spricht für das Können der Autorin.

Ich bin gerade noch ganz gefangen in diesem Auftaktband rund um das Pensionat an der Mosel. Ich bin begeistert, wie es der Autorin gelungen ist, mich durchgehend zu fesseln. Ich finde es bemerkenswert, wie es ihr immer wieder gelungen ist, Geheimnisse und Geschehnisse aus der Vergangenheit anzudeuten und nie aufzulösen, ohne dass es künstlich in die Länge gezogen wirkt. Die verschiedenen Personen neben der Protagonistin Pauline Martin, deren Erzählperspektiven in unregelmäßigen Abständen in die Handlung einfließen, sorgen für zusätzliche Spannung und weiteres Wissen, das sonst im Verborgenen geblieben wäre.

Nun bin ich schon sehr auf den zweiten Band gespannt und freue mich, wenn ich bald zu lesen beginnen kann! Dieser erste Band war auf jeden Fall ein Lesehighlight und bekommt von mir eine ganz klare Leseempfehlung!

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Heyne
Seitenzahl: 448
Ersterscheinung: 14.02.2024
ISBN: 9783453428553 
Preis: 16,00
Reihe: Das Pensionat an der Mosel, Band 1

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Heyne-Verlag und Marie Pierre für das Rezensionsexemplar!