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Sonntag, 26. Juli 2026

Rezension: Sarah Martens - Für immer an deiner Seite

Ein Roman, bei dem Lachen und Weinen nah beieinanderliegen 

Daniel hat in Emma seine große Liebe gefunden. Sieben Jahre sind sie nun schon ein Paar und wollen im nächsten Jahr auch endich heiraten. Allerdings kommt dann Daniels Krebsdiagnose und ihr aktives und glücklich Leben wird beinahe auf Pause gesetzt. Denn der Krebs ist aggressiv und Daniel bleiben nur noch wenige Monate. Die verbringen die Beiden immer zusammen und versuchen, noch möglichst viel voneinander zu haben. Dennoch verstirbt Daniel nach nur wenigen Wochen und lässt Emma mitten im nasskalten Januar in ihrem Stadthaus in Inverness allein zurück. Emma ist verzweifelt und würde ihr Haus am liebsten gar nicht mehr verlassen. Doch Daniel kannte seine Emma gut und wusste um ihre Art zu trauern und hat ihr mithilfe von vielen Briefen und einem ganz besonderen Geschenk einen Ausweg geboten. Denn der Terrier-Mischling Sam hat im Tierheim zuerst Vertrauen zu Daniel gefasst, nachdem er nach dem Tod seines Herrchens in diesem Zwinger eingesperrt leben musste und am liebsten gar nicht mehr aufgestanden wäre. In Sam sieht Daniel den perfekten Hund für seine Emma und sie nimmt sein Geburtstagsgeschenk schließlich an. Niemals hätte sie gedacht, dass sie durch Sam Trost und einen weniger pessimistischen Blick in die Zukunft gewinnen könnte, doch er beweist ihr das Gegenteil und bringt sie ganz langsam wieder ins Leben zurück. 

Sarah Martens hat hier eine großartige Liebesgeschichte zu Papier gebracht. Denn sie vereint die Trauer um den Herzensmenschen und den Blick in die Zukunft, nachdem ein Teil eines Paares alleine zurückbleibt. Mit Hund Sam bietet sie Emma einen Anker in schweren Zeiten und einen treuen und empathischen Freund, der ihr immer zur Seite stehen wird. 

Dieser Roman hat mich von der ersten Seite an tief berührt und mitgerissen. Denn ich liebe Hunde und kann diese Treue, tiefe Zuneigung und Empathie, wie sie nur Hunde haben, nachvollziehen. Da während der gesamten Handlung lagen die Trauer um Daniel und die unterhaltsamen Momente mit Sam dicht beieinander und ich musste immer wieder lachen, habe aber auch so manche Träne vergossen, wenn es allzu emotional und traurig war. Daher war dieser Roman einfach nur perfekt für mich und ich kann ihn allen Hundefreunden und Fans von wunderschönen Liebesgeschichten nur ans Herz legen! 

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: ROWOHLT Taschenbuch
Seitenzahl: 416
Ersterscheinung: 15.04.2025
ISBN: 9783499015816
Preis: 14,00 

Vielen Dank an den Rowohlt-Verlag und Sarah Martens für das Rezensionsexemplar! 

Sonntag, 19. Juli 2026

Rezension: Danela Pietrek - Die Krabbenfischerin - Das Erbe der Küste

Runa und das Meer 

Runa hat direkt nach dem Abitur ihre Heimat, Donaskoog, verlassen. Denn die Verantwortung für ihre beiden jüngeren Geschwister musste sie bereits ab ihrem 13. Lebensjahr tragen, nachdem die Mutter bei einem Unfall ums Leben kam und sie fühlte sich nur noch eingeengt dort. In Hamburg konnte sie endlich die Freiheit erleben, die sie immer vermisst hat. Dennoch hat sie sich schließlich für ein Hausboot auf einem Seitenarm der Elbe entschieden, denn ihre Liebe zum Meer oder wenigstens dem Wasser ist ungebrochen. Auch ihre Liebe zum Fisch bekam sie bereits bei ihrer Geburt mit in die Wiege gelegt, denn seit Generationen betreibt ihre Familie eine Krabbenfischerei. So arbeitet sie jetzt als Betriebsleiterin in einem großen Fischhandel und ist sich nicht zu schade auch in der Produktion und dem Wareneingang mitzuhelfen, wenn Not am Mann ist. Als aber ihr Vater anruft und vom Unfall ihres Bruders Peer berichtet, lässt sie alles stehen und liegen und eilt in ihre alte Heimat. So kann sie ihre Familie vor Ort unterstützen, dennoch kommt es immer wieder zu Konflikten, die Runa daran zweifeln lassen, wie es mit der Fischerei ihrer Familie weitergehen soll. Und kann sie so helfen, wie es für ihre Familie nötig und gut ist?

Danela Pietrek erzählt in diesem Roman über Runa, die Liebe zum Meer, aber auch der Familie, die innere Zerrissenheit, die Unfähigkeit über Gefühle zu sprechen und längst vergangene, aber dennoch nie wirklich beigelegte Konflikte. So entsteht rund um die Familie von Runa eine packende Handlung, die bewegt und mitreißt. Die raue Nordsee, das schöne Marschland mit seinen Deichen und Salzwiesen und das fiktive, aber deshalb nicht weniger schöne Donaskoog bilden die perfekte, malerische Kulisse für diesen Roman. 

Da die Handlung einzig aus Runas Perspektive erzählt wird, ist mir die verantwortungsbewusste junge Frau schnell ans Herz gewachsen. Ich mag die Stimmung, die während des gesamten Romans herrscht und die teilweise sehr bewegenden und nachdenklich stimmenden Momente unterstreicht, aber dennoch nie ins allzu Negative zieht. Daher habe ich das Lesen sehr genossen und werde sicherlich noch lange an diesen Roman denken.  

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
Seitenzahl: 400
Ersterscheinung: 16.04.2026
ISBN: 9783423221641
Preis: 13,00 

Vielen Dank an den dtv-Verlag und Danela Pietrek für das Rezensionsexemplar! 

Sonntag, 28. Juni 2026

Rezension: Manuela Inusa - Vor uns das Leben

Ein Roadtrip, die Liebe und ein unvergesslicher Sommer

Alice hat ihr Leben mit ihrem Dad und ihrer Schwester Mika geliebt. Doch vor zwei Monaten war damit Schluss, denn ihr Vater ist bei einem schweren Unfall im Schwimmbad verstorben und hat die beiden Schwestern alleine zurückgelassen. Da sie bereits seit vielen Jahren als Dreierteam das Leben bewältigt haben, weil ihre Mum die Familie verlassen hat, zeigt die Lücke nun noch deutlicher. So ist Alice in ein großes Loch gefallen, das auch ihre Schwester und ihre Tante April nicht schließen können. Erst als sie die Briefe ihrer Mum entdeckt, erfährt sie von den wahren Begebenheiten, die zu ihrem Weggang geführt haben. Und Alice fasst einen Entschluss - sie möchte ihre Mutter finden! Da die Sommerferien nahen, plant sie ihre Reise während dieser 8 Wochen und macht sich auf den Weg. Die Instagram-Freundschaft mit Cody, der zufällig in Sedona, ihrem ersten Ziel, lebt, sorgt für eine gewisse Vorfreude, die Alice schon verloren geglaubt hat. 

Manuela Inusa erzählt in diesem Jugendroman ab vierzehn Jahren über Alice und Cody, die sich gegenseitig als Halt benutzen und die Zeit gemeinsam sehr intensiv nutzen und sich gegenseitig ein klein wenig heilen. Da die Kapitel eher kurz sind und meist nur wenige Seiten umfassen, liest sich der Roman flüssig und schnell. Zusammen mit der tieftraurigen aber immer fröhlicher werdenden Alice ist die Handlung sehr berührend und stimmt nachdenklich. Auch Cody erhält schnell eine entscheidende Rolle im Geschehen und trägt maßgeblich zum positiven Fortschreiten bei.

Viel zu lange lag dieses Buch nun schon auf meinem SuB und ich habe es schon beinahe vergessen. Aber dieses extrem heiße Wochenende hat dafür gesorgt, dass ich es entdeckt und prompt zu lesen begonnen habe. Und es hat perfekt zum Wetter und meiner Stimmung gepasst, sodass ich nur etwas mehr als einen Tag zum Lesen gebraucht habe. Da ich nun auch schon sehr auf den zweiten Teil gespannt bin, werde ich diesen sicherlich nicht mehr so lange im Bücherregal stehen lassen! 

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: rotfuchs
Seitenzahl: 320
Ersterscheinung: 01.07.2024
ISBN: 9783757100827
Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren 
Preis: 18,00
Reihe: Alice und Codys unvergesslicher Roadtrip, Band 1 

Vielen Dank an den Rowohlt-Verlag und Manuela Inusa für das Rezensionsexemplar! 

Montag, 30. März 2026

Rezension: Laura Willud - Blue Sparrow Girls - The Melody of You and Me

Viele Gefühle, ein Song und viele Geheimnisse

Olives Mutter ist urplötzlich bei einem Autounfall ums Leben gekommen. So stehen Olive und ihr Dad von einer Sekunde auf die andere alleine da. Doch obwohl es ihnen nicht gut geht und sie sicherlich noch lange in ihrer Trauer gefangen sein werden, beschließt Olive ihren Traum zu verwirklichen und nach Nashville zu ziehen. Doch der Anfang ist steinig und schon die Suche nach einem passenden WG-Zimmer wirklich schwierig. Aber dann geschieht das Wunder, in Jules und Emilys Wohnung gibt es ein freies Zimmer und sie bieten ihr sofort an, einzuziehen. Einzige Bedingung ist, dass sie die Nachbarn von gegenüber ebenso hassen muss wie ihre Mitbewohnerinnen es bereits tun. Schließlich haben sie schon so manche Dinge getan, die absolut verabscheuungswürdig sind. Zu diesem Zeitpunkt weiß Olive aber noch nicht, dass Drew einer dieser Nachbarn ist. Drew, mit dem sie eine unglaubliche Nacht in einer Bar verbracht hat und der ihr seither nicht mehr aus dem Kopf geht. 

Laura Willud hat einen fesselnden, kurzweiligen und emotionalen Erzählstil, der die Seiten nur so dahinfliegen lässt. Die Liebesgeschichte von Olive und Drew baut sich langsam auf und wird von vielen Geheimnissen und Höhen und Tiefen begleitet. Das Thema Trauer wird von der Autorin auf eine sehr einfühlsame Weise in die Handlung eingebaut. Da Olive bisher nicht allzu viele Freundinnen hatte, genießt sie das Leben mit Jules und Emily sehr, steckt dadurch aber auch in einem inneren Zwiespalt, denn die Freundschaft und die Liebe scheinen sich nicht zu vertragen. 

Dieser Roman hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen, denn ich liebe emotionale, mitreißende und berührende Geschichten total. Olive ist eine extrem sympathische junge Frau, die beginnt ihren eigenen Weg zu gehen. Aber auch Drew ist mir schnell ans Herz gewachsen, denn er ist ebenfalls sehr liebenswert und tut Olive wirklich gut, was letztlich auf Beidseitigkeit beruht.  

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: ROWOHLT Taschenbuch
Seitenzahl: 400
Ersterscheinung: 13.03.2026
ISBN: 9783499018763
Preis: 18,00
Reihe: Blue Sparrow Girls, Band 1

Vielen Dank an Vorablesen, den Kyss-Verlag und Laura Willud für das Rezensionsexemplar! 

Sonntag, 1. März 2026

Rezension: Phoebe Wahl - Ein Küken für Frieda

Frieda und der Lauf des Lebens

Frieda bekommt eines Tages drei Küken von ihrem Papa. Voller Liebe und Fürsorglichkeit kümmert sie sich um die jungen Hühner. Sie füttert und umsorgt sie, sodass sie bald wie eine Mutter für die drei Hennen ist. Aber eines Nachts hört sie es laut rumpeln und gackern und eilt in den Stall. Dort sieht sie viele Federn liegen und ein Huhn fehlt. Auch Friedas Papa hat den Tumult gehört und ist in den Stall gekommen. Er nimmt Frieda auf den Arm und tröstet sie. Zusammengekuschelt auf seinem Schoß erklärt er ihr die Sache mit dem Fuchs, seinen Jungen und dem Glück. Nun versteht Frieda, warum ihr liebes Huhn vom Fuchs mitgenommen wurde. 

Phoebe Wahl hat dieses Bilderbuch für Kinder ab vier Jahren nicht nur geschrieben, sondern auch illustriert. Die Texte sind in kindgerechter Sprache verfasst und erzählen sehr einfühlsam, aber auch realistisch und ernst über den Lauf des Lebens. Zusammen mit den einzigartigen, detailreichen Illustrationen wird das Buch perfekt. 

Meine Tochter und ich hatten leider in den letzten Jahren so einige Situationen, in denen Familienmitglieder plötzlich verstorben sind und das Thema überraschend sehr präsent geworden ist. Dabei haben wir schon so manches Buch über den Lauf des Lebens gelesen. In diesem Buch wird das Thema aber von einer anderen Seite betrachtet und anhand von Frieda und ihren allerliebsten Hühnern erklärt. Ich finde, das ist der Autorin perfekt gelungen und auch meine Tochter ist total begeistert von diesem Buch! Daher empfehlen wir es gerne weiter und geben die allerbeste Bewertung! 

 

Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Jumbo
Seitenzahl: 40
Ersterscheinung: 04.03.2026
ISBN: 9783833750670
Empfohlenes Alter: ab 4 Jahren 
Preis: 16,99 

Vielen Dank für die Teilnahme an der Lovelybooks-Leserunde, den Jumbo-Verlag und Phoebe Wahl für das Rezensionsexemplar!

Mittwoch, 3. Dezember 2025

Rezension: Emily Stone - Mein Dezember mit dir

Lexies Erbe

Lexie ist stolz darauf, dass all ihre Habe in zwei Taschen verstaut werden kann. Denn nur so gelingt es ihr, regelmäßig ihre Arbeit und die dazugehörigen Wohnorte zu wechseln. So lebt sie momentan in den Alpen in Österreich und betreut zwei Kinder im Chalet der Familie. Doch als sie die Nachricht bekommt, dass ihr Vater verstorben ist, holt die Vergangenheit sie ein. Denn sie hat ihren Vater in den letzten Jahren nie gesehen, hat er die Familie doch verlassen als sie erst sieben Jahre alt war, um mit einer neuen Frau neuanzufangen. Auch zu ihrer Halbschwester Rachel pflegt sie keinen Kontakt. Umso überraschender ist das Erbe, das ihr Vater ihr hinterlässt. Gemeinsam mit Theo, einem treuen Angestellten seines Reiseunternehmens in Bath, erbt sie die Firma zur Hälfte. Allerdings nur unter der Bedingung, dass sie ein Jahr gemeinsam die Leitung übernehmen und Gewinne erzielen. Erst dann ist es möglich, das Unternehmen zu verkaufen. Lexie lässt sich zähneknirschend darauf ein, denn das Testament lässt ihr keine andere Wahl. Auch mit Theo ist alles sehr kompliziert, ist er doch alles andere als freundlich zu ihr. Aber ihre Beziehung ändert sich und Lexie kann plötzlich nur noch an Theo denken...

Emily Stone hat einen kurzweiligen und unterhaltsamen Erzählstil, der auf keiner Seite Langeweile aufkommen lässt. Ihre beiden Protagonisten Lexie und Theo sind sehr sympathisch und stehlen sich mit ihren kleinen Wortgefechten in die Herzen der Leser. Natürlich ist dann schnell absehbar, wie das Ende des Romans sein wird, was aber gar nicht stört. Neben dieser romantischen Story kommt auch die Reiselust nicht zu kurz und die Trips in fremde Städte sind interessant und entfachen Fernweh. 

Ich mochte den Roman total gerne und haben die romantischen und unterhaltsamen, wie auch die ernsten Szenen begeistert gelesen. Die Mischung aus Romantik, Trauer, Reisen und Selbstfindung ist perfekt gelungen und hat mir wunderbare Lesestunden beschert. Obwohl das Cover und der Titel auf einen Winterroman hindeuten, finde ich, dass der Roman nicht unbedingt in diese Kategorie einzuordnen ist, sondern ganzjährig eine schöne Lesezeit schenkt.

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Penguin
Seitenzahl: 352
Ersterscheinung: 24.09.2025
ISBN: 9783328112372 
Preis: 13,00

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Penguin-Verlag und Emily Stone für das Rezensionsexemplar! 

Samstag, 8. November 2025

Rezension: Isabell May - Wir zwei in diesem Augenblick

 

Zwei Familien, deren Schicksal und eine neue Liebe

Anna lebt ein sehr durchgeplantes Leben, denn sie ist nicht nur eine BWL-Studentin, sondern auch wichtige Hilfe für ihren Vater in dessen Firma, aber auch im Privatleben. Da Annas Mutter sich bereits das Leben genommen hatte, als Anna erst zehn Jahre alt war, sind sie und ihr Vater eine eingeschworene Gemeinschaft, in der jeder für den anderen stark ist. Doch als Anna auf einer Party den etwa gleichaltrigen Max kennenlernt, steht ihr Leben plötzlich Kopf. Bringt er doch eine Leichtigkeit in ihren Alltag, die sie so noch nie erlebt hat. Dennoch ist sie immer am Zweifeln, ob durch diese Treffen und die Ablenkung ihr Leben wie geplant weitergehen kann. Aber auch wenn sie Max zuerst nichts von ihrem Schicksalsschlag erzählt, spüren beide, dass sie jeweils einen Verlust in der Vergangenheit erlitten haben, der seine Schatten noch immer in die Gegenwart wirft. 

Charlotte und Thomas werden unerwartet Eltern und vorallem Charlotte musste diese Botschaft zuerst verarbeiten und sich mit den daraus resultierenden Veränderungen abfinden. Liebt sie doch ihr Leben als Galeristin mitten in München, wo immer etwas los ist. Für Thomas dagegen bedeutet das Kind einen Schritt in die Beständigkeit und ein Umzug aufs Land, wo Kinder behütet in einer Neubausiedlung gemeinsam aufwachsen können. Charlotte kämpft lange mit der Eintönigkeit und kommt nie so richtig dort an. Auch wenn die Nachbarn sich Mühe geben und sie in alle Kreise und Gespräche integrieren. 

Isabell May erzählt in diesem Roman über Anna und Max, die sich kennenlernen und bald unzertrennlich sind. Aber auch Charlotte und Thomas und die Nachbarn Martin und Rieke, die bereits verheiratet sind, spielen eine wichtige Rolle in der Handlung. In häufigen Perspektivwechseln schildert die Autorin so die Gegenwart von Anna und Max in Bamberg und die Vergangenheit der anderen beiden Paare. Da sie so eine gewisse Spannung aufbaut und die Leser schnell neugierig sind auf die Geschehnisse in den Leben der Protagonisten, ist ein stetiger Lesefluss gegeben. 

Als ich nach dem Lesen des Klappentextes direkt angefangen habe, das Buch zu lesen, hatte ich andere Erwartungen an das Geschehen. Denn ich würde diesen Roman nicht als typischen Liebesroman bezeichnen, ist die Handlung doch zu sehr in der tragischen Vergangenheit der Charaktere gefangen und nur Anna und Max erleben in den ersten zwei Dritteln des Buches eine Liebesgeschichte, die dann aber ebenfalls eine dramatische Wendung erfährt. Leider fand ich die erste Hälfte sehr langatmig und ich wusste lange nicht, worauf alles hinausläuft und wie die verschiedenen Handlungsstränge zusammenhängen, denn es gibt lange keinerlei Berührungspunkte zwischen ihnen. Insgesamt konnte mich das Buch nicht vollkommen überzeugen und ich habe letztlich immer nur weiterlesen, weil ich wissen wollte, wie sich alles entwickelt. 

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Bewertung: 4 von 5 Sterne

Verlag: FISCHER Taschenbuch
Seitenzahl: 448
Ersterscheinung: 15.12.2021
ISBN: 9783596706655 
Preis: 10,99

Vielen Dank an den S. Fischer-Verlag und Isabell May für das Rezensionsexemplar! 

Sonntag, 29. September 2024

Rezension: Sonja Schankat - On the Fly

 Ein Roman, der mich nicht mehr losgelassen hat!

Die fünfzehnjährige Leonie ist verzweifelt, denn vor einem Jahr ist ihr Großvater verstorben, der ihr alles bedeutet hat und auch ihr großes Vorbild und Trainer in Sachen Eishockey war. Seit seinem überraschenden Tod hat sie abrupt mit dem Eishockey aufgehört und sich geschworen, niemals wieder die Eishalle zu betreten. Über ein Jahr ist es ihr gelungen, doch sie spürt eine Sehnsucht nach dieser Freiheit auf dem Eis in sich, die sie kaum mehr unterdrücken kann. In der Schule hat sie schon immer den Spitznamen "Lonely", weil sie einfach nie Freunde gefunden hat und deshalb lieber für sich ist. Seit dem Anfang des neuen Schuljahres hat sich aber etwas verändert, denn der allseits beliebte Basti nimmt plötzlich Notiz von ihr und versucht immer wieder, Zeit mit ihr zu verbringen. Leonie ist sich unsicher, warum er das tut und weiß nicht, was diese Gefühle in ihr bedeuten, die immer dann auftauchen, wenn sie mit ihm zusammen ist. Allerdings ist da auch noch Timo, den Leonie schon sehr lange aus dem Eishockey-Verein kennt und dessen Aufmerksamkeit ihr gerade nach dem Tod ihres Opas einfach zu viel war. Diese Einstellung hat sich aber verändert, denn seit ihrem ersten Zusammentreffen nach der langen Abwesenheit vom Training und der Eishalle, fühlt sie, dass sie ihm immer noch wichtig ist und dass er ehrlich bemüht um sie ist. Leonie ist verwirrt und sucht Hilfe bei Gott, den sie gerade dank der neuen Freundin ihres Vaters erst so richtig kennenlernt.

Sonja Schrader beschreibt in diesem Jugendroman die Gefühle der fünfzehnjährigen Leonie sehr packend und emotional. Auch die Freundschaft zu den beiden Gleichaltrigen ist sehr bewegend. Zusätzlich thematisiert die Autorin noch die Suche nach einer Hilfe in einer tiefen Trauer, die Leonie einfach nicht alleine bewältigen kann und sich auch deshalb sehr freut, als ihr Vater ihr das Buch "Königstochter" schenkt und sie so in Kontakt zu einem liebenden und hilfsbereiten Gott bringt. Und obwohl der christliche Glaube eine tragende Rolle in diesem Roman spielt, wirkt es niemals unecht oder übertrieben in den Vordergrund gestellt.

Dieser Jugendroman hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Ich kann die eher kürzeren Kapitel sehr schätzen und finde, dass sie den Lesefluss fördern und ich noch weniger aufhören kann zu lesen, denke ich doch immer wieder, nur noch ein Kapitel und lese am Ende fünf. Leonie ist mir schnell ans Herz gewachsen, denn den Tod ihres Großvaters hat sie kaum bewältigen können und hatte auch keine Unterstützung durch ihren Vater. Ein wirklich sehr guter Roman, der eine ganz klare Leseempfehlung von mir bekommt!

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Francke-Buch
Seitenzahl: 320
Ersterscheinung: 01.2024
ISBN: 9783963623943
Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren 
Preis: 14,00

Vielen Dank an den Francke-Verlag und Sonja Schankat für das Rezensionsexemplar!

Mittwoch, 16. November 2022

Rezension: Pernille Hughes - Zehn Jahre du und ich

 

Eine herausfordernde Bucket List

Im Jahre 2010 merkt Aly, dass sie den Kampf gegen den Krebs nicht gewinnen wird und trifft Vorkehrungen für ihren Verlobten Charlie und ihre beste Freundin Becca. Obwohl die beiden sich nicht leiden können, trägt Aly ihnen ein Jahr nach ihrem Tod auf, die Bucket List abzuarbeiten, die sie erstellt hat. So begeben sich Charlie und Becca 2011 auf den Berg Snowden, denn Aly wollte ihn unbedingt noch besteigen, konnte es aber nicht mehr. Bei jedem der Abenteuer sollen sie einen Teil von Alys Asche verstreuen, sodass sie an all diesen Orten mit ihnen gemeinsam war. Allerdings fällt es weder Becca noch Charlie leicht, diese Ausflüge einmal im Jahr zu unternehmen, denn jeder ruft im anderen die gemeinste Seite hervor. Erst mit der Zeit bemerken sie, wie gut sie sich kennen und wie sehr sie die Liebe zu Aly vereint und ihre Gespräche werden tiefgründiger, trotzdem bleiben Streitereien nicht aus...

Pernille Hughes hat einen flüssigen Schreibstil. Sie versteht es, die Situationen, die oft doch eher ernst sind, humorvoll und unterhaltsam zu schildern. So ist das Thema Trauer und die Verarbeitung des Todes eines geliebten Menschen zwar immer im Fokus, aber drückt nicht auf die meist heitere Stimmung des Romans.

Dieses Annähern und Abstoßen der beiden Protagonisten ist unterhaltsam und kurzweilig, denn meistens geht es zwei Schritte nach vorne und dann wieder einen zurück. Trotzdem konnte die Handlung mich nicht vollständig packen, sodass ich öfter abgeschweift bin. Insgesamt aber ein gutes Buch, denn das Thema ist trotz seines Ernstes interessant in der Geschichte verpackt.

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Bewertung: 4 von 5 Sterne

Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
Seitenzahl: 432
Ersterscheinung: 17.08.2022
ISBN: 9783423220231 
Preis: 13,95

 Vielen Dank an den dtv-Verlag und Pernille Hughes für das Rezensionsexemplar!

Donnerstag, 10. Februar 2022

Rezension: Sonja Roos - Der Windhof

 

Zwei Frauenschicksale, die niemanden unberührt lassen

Mel hat seit dem Tod ihres Mannes ihre Kölner Wohnung kaum mehr verlassen und schleppt sich von einem Therapeuten zum nächsten, doch keiner kann ihr helfen. Innerlich hat sie den plötzlichen Tod ihrer großen Liebe und Seelenverwandten noch lange nicht verarbeitet und nur die Tabletten helfen ihr, die Tage zu überstehen. Als dann der Anruf ihrer Eltern kommt, dass ihre Großmutter Lene sich schwer verletzt hat und nun Unterstützung braucht und ob sie nicht zu ihr auf den Hof im Westerwald ziehen kann, ist sie hin- und hergerissen, sagt a,ber ihren Eltern zuliebe ja. Dort im Westerwald ist alles unverändert und auch Lene ist widerspenstig wie immer und doch ist da etwas, das Mel wieder schlafen lässt und sie die Trauer für einige Zeit vergessen lässt. Auch der Landarzt Noah berührt sie tiefer, als sie es gerne zulassen würde, doch immer in Gedanken an ihren verstorbenen Mann, kann sie die Gefühle nicht zulassen. Lene erkennt in Mel viele Parallelen zu sich selbst und beginnt eines Nachts, ihr ihre Lebensgeschichte zu erzählen, die kaum jemand bisher kennt...

Sonja Roos hat eine flüssige und gut zu lesende Sprache, sodass die Seiten nur so dahinfliegen. Durch die Erzählweise, die zwischen Gegenwart und Vergangenheit wechselt, bleibt es immer emotional und spannend und der Leser möchte immer weiterlesen.

Ich habe mich sofort in der Geschichte wohlgefühlt und konnte bereits nach wenigen Seiten nicht mehr aufhören zu lesen. Die Trauer von Mel konnte ich gut nachvollziehen und fand sie nie unsympathisch deswegen, auch Lene ist mir schnell ans Herz gewachsen, denn sie wirkt zwar etwas grantig, aber in ihrem Inneren ist sie ein sehr mitfühlender Mensch, den das Leben hart gemacht hat. Ich bin immer noch tief berührt vom Schicksal der alten Frau und habe hin und wieder eine Träne vergossen, schon deshalb wird mir der Roman noch lange im Kopf bleiben und gehört zu meinen Highlights in diesem Jahr.

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Goldmann
Seitenzahl: 480
Ersterscheinung: 19.07.2021
ISBN: 9783442490226 
Preis: 10,00

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Goldmann-Verlag und Sonja Roos für das Rezensionsexemplar!

Freitag, 5. November 2021

Rezension: Clare Empson - Eines Tages für immer

 

Ein Wiedersehen von Mutter und Sohn, das viele Emotionen weckt...

2000: Luke ist nun 27 Jahre alt und fasst endlich den Entschluss, sich auf die Suche nach seiner Mutter zu begeben. Ermuntert von seiner Freundin Hannah freut er sich sehr, als er sie schließlich findet. Denn nicht nur er findet so seine leibliche Mutter, sondern auch sein sechs Monate alter Sohn Samuel eine weitere Großmutter. Da das Verhältnis zu seiner Adoptivmutter leider nicht so gut ist, wie Hannah und Luke sich das wünschen, freuen sie sich sehr, dass das Verhältnis zu Alice so gut ist. Leider bleibt es aber nicht so unkompliziert und erfreulich, wie es anfangs den Anschein hat.

1972: Bei einem Konzertbesuch mit ihrem besten Freund Rick lernt Alice den geheimnisvollen Leadsänger Jacob kennen. Schon auf den ersten Blick verliebt sie sich in ihn und sie beginnen eine stürmische und intensive Liebesbeziehung. Beide verbindet die unschöne Vergangenheit bei ihren Familien und gemeinsam sind sie Verbündete gegen den Rest der Welt.

Clare Empson hat einen sehr gut zu lesenden und flüssigen Schreibstil. Dank der immer abwechselnden Perspektiven bleibt die Handlung immer spannend. Durch die beiden Zeitebenen kennt der Leser auch immer die Sicht Alices, die sie aber Luke nie darlegt und der dadurch immer tiefer in seiner Verzweiflung versinkt. Die Emotionen sind immer gut nachvollziehbar und reißen den Leser auch ein Stück weit mit in die Geschichte.

Mir hat das Buch gut gefallen, allerdings waren die ersten zweihundert Seiten etwas zäh und ich wusste lange nicht, ob mich das Buch noch fesseln und mitreißen kann, was letztendlich dann erst im letzten Drittel so geschehen ist. Das Thema der Adoption ist aber sehr interessant und wird hier von der Autorin von der eher unschönen Seite beleuchtet, was mich zum Nachdenken gebracht hat, ob eine Adoption denn immer nur so positiv ist.

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Bewertung: 4 von 5 Sterne

Verlag: Blanvalet
Seitenzahl: 480
Ersterscheinung: 29.03.2021
ISBN: 9783734108037 
Preis: 11,00

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Blanvalet-Verlag und Clare Empson für das Rezensionsexemplar!

Dienstag, 12. Oktober 2021

Rezension: Violet Thomas - Ein Herz voll Leben

 

Das Leben ist mehr als nur eine Abfolge von Stunden!

Melanie ist 28 Jahre alt und lebt mit ihrer vierjährigen Tochter Leni in einer Wohnung, denn der Vater der Kleinen hat die Vaterschaft nie anerkannt. Isabella ist die Patentante von Leni und liebt das kleine, quirlige Mädchen sehr. Doch der plötzliche Tod von Melanie ändert alles, denn das sorglose Leben Isabellas ist vorbei. Mit einem Mal hat sie nicht mehr nur die Verantwortung für ihren Laden "Cupcakes by the Sea", sondern soll sich auch um ein verängstigtes, trauerndes Kind kümmern. Da kommt Maximilian und seine Bewerbung als Aushilfe im Laden nur Recht. Leider hat sich dieser nur wegen des Auftrags seines Onkels dort beworben, der den Laden von Isabella unbedingt aufkaufen will und endlich ein großes Hotel dort errichten zu lassen...

Violet Thomas ist das Pseudonym der bekannten Fantasy-Autorin Ann-Kathrin Karschnick. Ihre Sprache liest sich schnell und flüssig. Ihre Charaktere haben zwar ihre Macken, sind aber dennoch sympathisch und liebenswürdig. Durch den Wechsel der Erzählperspektiven zwischen Maximilian und Isabella bleibt die Handlung immer interessant und spannend.

Schon das Cover und der Klappentext haben mir sehr gut gefallen und ich wusste, dass ich dieses Buch lesen will. Schon während des ersten Kapitels hat sich dieser positive Eindruck bestätigt und ich war schnell so gefesselt, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte zu lesen. Das Thema Tod und das Zurücklassen von Freunden und der eigenen Kinder ist immer präsent, aber mit so viel Feingefühl, dass es mich zwar zum Nachdenken gebracht hat, aber nicht geschockt und überfordert zurücklässt. Auch sonst sind sehr viele Emotionen in diesen 28 Kapiteln, die mir mitten ins Herz gingen und mich teilweise zu Tränen gerührt haben. Dieser Roman begeistert mich wirklich sehr, auch wenn er nicht unbedingt als leichte Lektüre bezeichnet werden kann.

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Lübbe
Seitenzahl: 352
Ersterscheinung: 30.07.2021
ISBN: 9783404184521
Preis: 12,90 

Vielen Dank an den Bastei Lübbe-Verlag und Violet Thomas für das Rezensionsexemplar!