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Sonntag, 1. November 2026

Rezension: Franziska Blum - Sommer ist mein Lieblingsort

Cäcilia, die Pfoteninsel und ein dringend benötigter Urlaub

Cäcilia hat mit dem Erbe von ihrem geliebten Großvater das Tierheim "Pfoteninsel" auf Sylt gekauft und betreibt es nun voller Hingabe. Denn ihr Opa hat, wie auch sie selbst, Tiere geliebt, aber aufgrund seiner starken Tierhaarallergie zeitlebens nur Reptilien und Spinnen um sich haben können, dafür aber umso mehr.  Doch nach über zwei Jahren ohne Urlaub, vielen Überstunden und immer Stress ist Cäcilia am Ende ihrer Kräfte. Als ihr väterlicher Freund Lasse sie so sieht, ist für ihn klar, dass sie Urlaub braucht und schickt sie mit dem alten Bulli ihres Opas auf Reisen. So fährt Cäcilia also los, nur begleitet von ihrem treuen, dreibeinigen Begleiter Adonis, und steuert Sizilien an. Denn dort hat sie einen unvergesslichen Urlaub mit ihrem Opa verbracht und Cäcilia vermisst gerade den Sommer am allermeisten. Schnell lernt sie an einem kleinen Parkplatz Roman kennen, der seit längerer Zeit bereits als Reisender quer durch Europa und auch darüber hinaus unterwegs ist. Obwohl Cäcilia gar nicht auf der Suche nach einem Mann ist, hat er irgendetwas an sich, was sie anzieht und aus den gemeinsamen Ausflügen entsteht schnell mehr. Aber können sie auch abseits von Urlaub und viel ruhiger, gemeinsamer Zeit eine Zukunft haben?

Franziska Blum hat hier zwar einen unterhaltsamen Sommerroman mit Wohlfühlgarantie geschrieben. Dennoch kommen aber auch Dinge wie Selbstzweifel, der Missbrauch und die Vernachlässigung von Tieren oder Trauer zur Sprache. Diese sorgen aber nicht dafür, dass sich die gute, lockerleichte Atmosphäre ins Negative wandelt, sondern lediglich für kurze Momente der Nachdenklichkeit. Da die Autorin flüssig und kurzweilig erzählt, fliegen die Seiten nur so dahin. 

Dieser Roman hat mir von der ersten Seite an sehr gut gefallen und ich mochte Cäcilia sofort. Vorallem die Entwicklung, die sie während dem Buch durchläuft, ist so schön anzusehen und mitzuerleben. Einfach ein rundum gelungener Roman, der nicht nur während der Sommermonate passt, sondern auch meinen trüben Herbsttag perfekt verschönert hat!

Hier geht es zur Verlagsseite mit Leseprobe. 

 

Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Penguin
Seitenzahl: 368
Ersterscheinung: 29.04.2026
ISBN: 9783328113829
Preis: 13,00

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Penguin-Verlag und Franziska Blum für das Rezensionsexemplar! 

Freitag, 30. Oktober 2026

Rezension: Emma Jacobsen - Forever Autumn

Ein Herbstroman mit Tiefgang

Celia hat sich in ihrem Leben eingerichtet und fühlt sich wohl in ihren alltäglichen Routinen. Denn eine Herztransplantation vor vier Jahren hat ihr einen zweiten Geburtstag geschenkt, den sie jährlich feiert und glücklich ist, wieder so normal leben zu können. Einzig der Liebe hat sie seither abgeschworen, denn ihr damaliger Freund hat sie nur drei Tage nach dieser großen Operation einfach verlassen und ist nach Bali ausgewandert. So wurde ihr ihr neues Herz nach so kurzer Zeit schon wieder gebrochen und sie tut sich seither schwer, anderen Menschen zu vertrauen. Als sie nun, beinahe vier Jahre nach ihrer OP, Milo begegnet, der sich mit seinem Hund und seiner ruhigen Art schnell in ihr Herz schleicht, weiß sie nicht, ob sie sich auf eine neue Liebe einlassen kann und will. Doch trotz der gemeinsamen Zeit und der vielen Gespräche, halten Beide so manches Detail aus ihrer Vergangenheit unter Verschluss. Kann eine Liebe unter diesen Bedingungen wachsen und bestehen?

Emma Jacobsen hat mit Celia eine starke, kämpferische junge Frau als Protagonistin gewählt, die während der Handlung eine große Entwicklung hin zu mehr Selbstbewusstsein und einem mutigeren Blick in ihre Zukunft durchläuft. In Milo darf sie auch die Liebe wieder entdecken, auch wenn diese Beziehung nicht immer einfach ist. So nimmt die Autorin ihre Leser*innen mitten hinein in eine berührende Liebesgeschichte. Doch auch das Thema Organspende ist immer präsent und sorgt für nachdenkliche Momente. 

Obwohl ich anfangs nicht genau wusste, was mich in diesem Roman erwartet, da auch der Klappentext nur vage Andeutungen macht, war ich total gefesselt von Celia und ihrem Leben nach der Operation. Ich kann viele ihrer Gedanken nachvollziehen und finde es gelungen, wie die Autorin die Ängste und Gefühle beschreibt. Auch die Liebesgeschichte zwischen Celia und Milo, die alles andere als einfach oder geradlinig ist, hat mich in ihren Bann gezogen und bewegt. 

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Knaur Taschenbuch
Seitenzahl: 320
Ersterscheinung: 03.08.2026 
ISBN: 9783426572757 
Preis: 12,99 

Vielen Dank an den Knaur-Verlag und Emma Jacobsen für das Rezensionsexemplar!

Montag, 26. Oktober 2026

Rezension: Maxine Reuker - Und alles zerbricht

Milas Weg am Abgrund

Mila liebt ihr Leben in Berlin, denn die Villa ihrer Familie liegt nicht nur direkt am Wannsee, sondern auch ihre beste Freundin Juno wohnt mit auf dem Grundstück. So machen die beiden Freundinnen immer alles gemeinsam und genießen ihr Leben als Neuntklässlerinnen in vollen Zügen. Doch dieses Glück endet abrupt, als Mila erfährt, dass ihre Mutter überraschend einen hochangesehenen Auftrag in Zürich bekommen und angenommen hat und ihre Familie für die nächsten drei Jahre natürlich mit ihr in die Schweiz ziehen wird. So wird Mila aus ihrem gesamten tollen Berliner Leben herausgerissen und ist ab jetzt in Zürich die Neue. Und sie hasst es. Daher stürzt sie sich auf alles, was man Essen kann und nimmt ein paar Kilos zu. Doch dank ihrer neuen Freundin Ana weiß sie schnell, wie sie diese wieder loswerden kann und beginnt mit einer radikalen Diät. Leider zeigt ihr Körper irgendwann deutlich, dass er ohne Nahrung nicht weiterleben kann und ihr gut gehütetes Geheimnis kommt ans Licht. Natürlich muss sie sofort in Therapie, lernt dort aber schnell den attraktiven Nicolas kennen. Doch welches Geheimnis verbirgt er vor ihr?

Maxine Reuker hat eine sehr fesselnde Art zu erzählen und reißt ihre Leser*innen schnell mit. Denn Mila ist eine sehr liebe, freundliche und eigentlich auch glückliche Sechzehnjährige, bis sie ihre neue Freundin Ana und ein entsprechendes Forum im Internet entdeckt. Voller Gefühl widmet sich Maxine Reuker vorallem den Themen Essstörungen und Alkoholsucht. Sie beschreibt Milas Gedanken sehr genau und zeigt, wie falsch sie mit ihrem eigenen Körperbild liegt, aber auch wie schwierig ein Umdenken ist. 

Obwohl ich gerade während der ersten hundert Seiten nicht genau wusste, ob mich dieses Buch noch richtig fesseln wird und ich eher langsam durch die Seiten gekommen bin, hat es mich dann plötzlich vollkommen gepackt und ich wollte gar nicht mehr aufhören zu lesen. Deshalb freue ich mich auch schon sehr auf den zweiten Band und bin gespannt, wie es mit Mila und Nicolas, aber auch Juno weitergeht. 

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Ullstein Jugendbuch
Seitenzahl: 384
Ersterscheinung: 26.02.2026 
ISBN: 9783690860215 
Preis: 15,99
Reihe: Paper Hearts, Band 1

Vielen Dank an den Ullstein Jugendbuch-Verlag und Maxine Reuker für das Rezensionsexemplar!

Mittwoch, 21. Oktober 2026

Rezension: Priska Buchsbaum - Der Rosenhof

Mit Mut und starkem Willen durch den Ersten Weltkrieg 

Freiburg im Breisgau, 1914: Nach drei Jahren in Paris kehrt Pauline in ihr Heimatland Deutschland zurück. Dort hat sie leider keine Aussichten auf eine Arbeitsstelle als Damenschneiderin, dabei hat sie immer von einem kleinen Atelier geträumt. Doch überall müssen die Menschen sparen, außerdem steht ein Krieg kurz bevor, der zu Güterknappheit und Sparsamkeit führt. Dennoch findet sie eine gut bezahlte Stelle als Telefonistin und dank ihrem Vorgesetzten auch ein Zimmer auf dem Rosenhof in Sankt Georgen. Dort fühlt sie sich schnell wohl und kann ein wenig zur Ruhe kommen, denn nicht nur die Trennung von ihrem Verlobten, der in Paris bleiben musste, setzt ihr zu, sondern auch ein anderes Geheimnis. Auch Helene ist frisch nach Freiburg gezogen, da sie dort im Lazarett als Krankenschwester arbeiten wird, während ihr Mann als Feldarzt eingezogen wurde. Da auch sie bald aus Platzmangel aus dem Krankenhaus in eine neue Unterkunft ziehen muss, gelangt sie, wie Pauline auf den Rosenhof. Gemeinsam mit Winzerin und Gutsleiterin Else durchleben sie alsbald die Höhen und Tiefen des Ersten Weltkriegs und wachsen immer näher zusammen. 

Priska Buchsbaum hat sich für diesen historischen Roman stark mit den Geschehnissen rund um den Ersten Weltkrieg befasst, was während der gesamten Handlung deutlich spürbar ist. Anhand der drei unterschiedlichen Frauen erfasst sie viele Facetten der damaligen Zeiten und zeigt positive wie negative Aspekte von damals. Dennoch sind Pauline, Helene und Else durchweg mutig und bereit für ihre Belange einzustehen. Die Perspektivwechsel der Erzählerinnen sorgen für tiefere Einblicke in die Geschehnisse und Gedanken der Protagonistinnen. 

Obwohl ich anfangs gespannt war, wie schnell sich dieser Roman mit seinen über siebenhundert Seiten wohl lesen lassen würde, war ich positiv überrascht. Denn es gab keine Längen und die Charaktere waren mir allesamt sofort sympathisch und sind mir richtiggehend ans Herz gewachsen. Die Ausschnitte aus Zeitungsberichten zur Kriegsberichterstattung haben mir sehr gut gefallen, waren interessant und haben dem gesamten Roman mehr Authentizität verliehen. Da ich mich zuvor nur oberflächlich mit der Entstehung, den Kampfhandlungen und dem Kriegsverlauf des Ersten Weltkriegs befasst habe, habe ich nun viel Neues erfahren und würde gerne noch mehr darüber lesen. Somit war dieses Buch perfekt für mich und hat mir fesselnde Lesestunden geschenkt!

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Goldmann
Seitenzahl: 736
Ersterscheinung: 18.02.2026
ISBN: 9783442495511
Preis: 15,00 

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Goldmann-Verlag und Priska Buchsbaum für das Rezensionsexemplar! 

Donnerstag, 15. Oktober 2026

Rezension: Claudia Schaumann - Dieser Sommer gehört mir

Ein herrlicher Roman über Neuanfänge, Mut und Gefühle

Charlotte ist 43 und steht plötzlich wieder ohne alles da. Denn ihre Ehe mit dem Anwalt Marc ist vor einem Jahr zu Ende gegangen, ihre Töchter Lilly und Leni sind gerade beide im Ausland und werden flügge und ihren Laden für Second Hand-Kindermode mag sie auch nicht mehr. Als ihr Mann sie dann aus der gemeinsamen Villa wirft, weiß sie, dass sie sich endlich etwas Neues aufbauen muss. So zieht sie als allererstes in eine WG mit zwei Männern in ein Tiny House am See. Die viele Natur und der See direkt vor der Tür ist wunderschön und tut Charlotte gut. Außerdem stimmt sie Siggi, dem Wirt ihrer Stammkneipe "Endstation" aus einer Laune heraus zu, sein Lebenswerk weiterzuführen, denn dieser ist krank und braucht eine Nachfolgerin. Voller Elan stürzt sich Charlotte in diese neue Aufgabe und schafft es so, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. Allerdings bringt ihr Nachbar Mo wieder Chaos hinein, denn niemals hätte sie damit gerechnet, dass sie Gefühle für ihn entwickeln könnte...

Claudia Schaumann hat einen kurzweiligen, unterhaltsamen Erzählstil, der nachdenkliche Situationen mit Tiefgang dennoch nicht verkennt. Charlotte ist eine mutige Frau, die zwar vor vielen Hürden steht, diese aber letztlich perfekt meistert und stärker daraus hervorgeht. Da die Lüneburger Altstadt sowie der See eine gelungene Kulisse für einen Sommerroman abgeben und eine gewisse Ruhe und Beschaulichkeit verbreiten, passen sie perfekt zur Handlung. 

Ich hatte bezaubernd schöne Lesestunden und konnte dabei alles um mich herum vergessen! Ich mochte Charlotte von der ersten Minute an, auch wenn sie anfangs noch etwas naiv war, hat sie sich aber im Laufe der Zeit immer weiterentwickelt. Daher war dieser Roman rundum perfekt für mich und bekommt volle fünf Sterne! 

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Goldmann
Seitenzahl: 496
Ersterscheinung: 18.03.2026
ISBN: 9783442497072
Preis: 13,00 

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Goldmann-Verlag und Claudia Schaumann für das Rezensionsexemplar! 

Dienstag, 13. Oktober 2026

Rezension: Alexander Herrmann - Ich lieb's

Alexander Herrmanns Leibgerichte in einem Kochbuch vereint 

Alexander Herrmann, der fränkische Sternekoch, vereint in diesem Kochbuch seine 120 Lieblingsgerichte. Diese hat er alle unter den drei Gesichtspunkten "Perfektion. Emotion. Persönlichkeit." in Rezepte gefasst. Denn für ihn bedeutet Perfektion nicht nur das, was man von einer Sterneküche erwartet, sondern auch, dass seine Rezepte gelingsicher sind und auch in einer ganz normalen Küche mit haushaltsüblichen Geräten perfekt zubereitet werden können. Die Emotionen sollen dann beim Essen der Heimatgerichte zum Vorschein kochen und jeden der Essenden persönlich ansprechen und vielleicht sogar Erinnerungen wecken. Da jeder Koch seine eigene persönliche Note in die Gerichte bringt, haben die Essen so auch eine Persönlichkeit, die ganz vom Kochenden abhängt. 

Carbonara / Pancetta / Rosmarin

Geschmacksgeheimnis Frikadellen

Das Buch wurde in die folgenden Kapitel unterteilt: Salate & Tatar, Gemüse-Life-Hacks, Pasta & Risotto, Fisch & Ceviche, Geflügel & Fleisch, Fleischpflanzerl, Klopse & Schnitzel und Schokoladig & süß. Die markanten, stichpunktartigen Namen der Gerichte fassen die wesentlichen Zutaten zusammen und verzichten vollkommen auf Umschreibungen, was doch eher an Sterneküche erinnert. Da zu jedem Rezept eine Foto vorhanden ist, ist das Buch sehr ansprechend und macht Appetit auf die Gerichte. Die Rezeptseiten sind klar und übersichtlich strukturiert, die Zutaten in einem größeren, gutsortierten Supermarkt erhältlich. 

Böfflamot

Risotto / Paprika / Pinienkerne

Meine Familie und ich schätzen Alexander Herrmann und seine Art zu kochen sehr. Deshalb waren wir sofort von diesem Kochbuch und den darin enthaltenen Rezepten begeistert. Sind doch alle Gerichte perfekte Seelenwärmer und bergen auch für uns so manche Erinnerungen an Großeltern und deren Küche. Insgesamt haben wir sechs Gerichte nachgekocht, die uns allesamt sehr sehr gut geschmeckt haben und wirklich gelingsicher in der Zubereitung waren. Dank so mancher Raffinessen bei den Zutaten oder in der Zubereitung, sind die Essen besonders und dennoch heimatlich. So haben wir das Böfflamot, die Frikadellen, das Risotto mit Paprika und Pinienkernen, die Carbonara mit Pancetta und Rosmarin, die Lammklopse mit Paprikasauce und grünen Bohnen und das Kartoffelgröstl mit Debrecziner und Rahmgurken nachgekocht und einige davon bereits mehrmals zubereitet. 

Lammklopse / Paprikasauce / grüne Bohnen

Kartoffelgröstl / Debrecziner / Rahmgurken

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: DK Verlag Dorling Kindersley
Seitenzahl: 256
Ersterscheinung: 28.11.2025 
ISBN: 9783831052202 
Preis: 29,95

Vielen Dank an den DK-Verlag und Alexander Herrmann für das Rezensionsexemplar!

Montag, 12. Oktober 2026

Rezension: Nikolas Kuhl & Stefan Sandrock - Bittere Nacht

Ein komplexer neuer Fall für Juha und Lux 

Und plötzlich stecken Juha und Lux vom LKA Hamburg wieder mitten in einem neuen Fall. Denn aus einem vermeintlichen Suizid wird schnell ein Mordfall und der junge Unternehmer ein Opfer. Als Lux und Juha Zeugen eines weiteren Anschlages werden und den Partner des ersten Opfers ebenfalls nicht mehr retten können, ist klar, dass dieser Fall komplex und schwierig werden wird. So stürzen sich die Beiden sofort in die Ermittlungen, haben aber auch in ihrem Privatleben mit so manchen Schwierigkeiten und unvorhersehbaren Ereignissen zu kämpfen. 

Die beiden Autoren Nikolas Kuhl und Stefan Sandrock haben mit diesem zweiten Band der Reihe sehr gut an den Auftaktteil angeknüpft. Mit einer ausgewogenen Mischung aus Ermittlungsarbeit und Privatleben der beiden Kommissare unterhalten sie ihre Leser*innen. Da die Kapitel eher kurz sind, liest sich der Krimi flüssig und spannend, wenn auch im Mittelteil einige Längen vorhanden waren und der Fall nur langsam vorangeschritten ist. Dafür baut sich gegen Ende deutlich mehr Spannung auf und auch das Ende ist nicht wirklich vorhersehbar. 

Ich mag Juha und Lux sehr gerne und habe mich gefreut, wieder mit ihnen einen neuen Fall zu durchleben. Auch wenn mir auch dieses Mal wieder ein wenig die Spannung gefehlt hat, hatte ich doch Spaß beim Lesen und war gespannt auf die Auflösung, wer denn nun der Täter ist. 

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Bewertung: 4 von 5 Sterne

Verlag: ROWOHLT Taschenbuch
Seitenzahl: 464
Ersterscheinung: 12.08.2025 
ISBN: 9783499014291 
Preis: 14,00  
Reihe: Die LKA-Hamburg-Reihe, Band 2 

Vielen Dank an den Rowohlt-Verlag, Nikolas Kuhl und Stefan Sandrock für das Rezensionsexemplar!

Donnerstag, 8. Oktober 2026

Rezension: Ella Larsen - Der Geschmack von Marmelade an Regentagen

Eine ganz besondere Hausgemeinschaft 

Heidi ist seit kurzem Witwe und weiß nicht, wie sie mit dem Tod ihres Ehemannes umgehen soll, denn sie waren zwar ein gutes Team, aber viel Liebe und Nähe war am Ende nicht mehr da. So hat jeder sein Ding gemacht. Während Richard sich um seinen Plattenladen im Erdgeschoss des Hauses gekümmert hat, war Heidi für den Rest verantwortlich. Doch nun ist Richard nicht mehr da, der Laden aber schon noch und zusätzlich ist das Geld knapp. Mit Nele hat Heidi zwar eine freundliche junge Frau als Mieterin im Dachgeschoss, aber man merkt ihr an, dass sie auch ihr Päckchen zu tragen hat und nicht gerade vor Glück strahlt. Auch Uwe, ein ehemaliger Stammkunde ist momentan ein wenig verzweifelt. Denn obwohl er endlich den Mut hatte und seiner Frau gebeichtet hat, dass er eigentlich auch Männer steht, ist sein früheres Leben nun vernichtet und er schläft auf der Couch eines Kumpels. Als die drei an einem schicksalhaften Nachmittag aufeinandertreffen, beschließen sie, dass sie gemeinsam etwas besser machen können und machen einen Plan. Zusammen mit dem kleinen Streunerkater Tiny wollen sie den Laden neu ausrichten und darin einen Platz für alle drei Hausbewohner*innen und natürlich den Kater finden. Damit kehrt endlich wieder etwas Hoffnung in das Haus und die Gemüter seiner Bewohnenden ein!

Ella Larsen widmet diesen Roman ganz einer ungewöhnlichen Freundschaft. Denn Heidi, Uwe und Nele und auch Tiny haben in der Vergangenheit viel erlebt, was sie und leider auch ihre gesamten Leben verändert hat. Doch die Freundschaft der drei ist stark und obwohl sie sich noch nicht lange kennen, halten sie zusammen und erschaffen gemeinsam etwas großartiges. 

Dieser Feelgood-Roman liest sich sehr flüssig und kurzweilig, sodass das Happy End viel zu schnell erreicht ist. Doch obwohl alles so lockerleicht und unterhaltsam ist, hat die Handlung durchaus Tiefgang und hat mich in so manchen Momenten nachdenklich werden lassen und mein Glück, mit zwei gesunden Kindern und einen liebevollen Ehemann gesegnet zu sein, umso mehr schätzen lassen. 

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Bewertung: 4 von 5 Sterne

Verlag: Knaur Taschenbuch
Seitenzahl: 304
Ersterscheinung: 01.07.2026 
ISBN: 9783426563250 
Preis: 13,99 

Vielen Dank an den Knaur-Verlag und Ella Larsen für das Rezensionsexemplar!

Montag, 5. Oktober 2026

Rezension: Karla Eklund - Ein Blick von dir

Gesas Trip zu sich selbst

Gesa hat Stuttgart Hals über Kopf verlassen, nachdem sie erst den Heiratsantrag ihres Freundes Levi abgelehnt hat und dann von ihm aus der gemeinsamen Wohnung geworfen wurde, und findet sich mitten in den Alpen wieder. Denn ihr Heim für die nächsten fünf Tage befindet sich auf einem Berg, fernab von anderen Menschen. Dort will sie zur Ruhe finden und hofft, dass auch Levi sie vermisst und erkennt, warum sie nicht heiraten will. Aber zuerst trifft sie auf Joel, der sie mit seiner unfreundlichen und überheblichen Art einfach nur nervt. Allerdings würde sie ihn auch niemals mit einem verstauchten Knöchel den Berg wieder hinunterwandern lassen, weshalb sie ihm ihre Couch für eine Nacht anbietet. Und irgendwie werden aus dieser einen Nacht mehrere Nächte und aus Ablehnung Freundschaft. Aber was wird sein, wenn der Aufenthalt in den Bergen endet?

Karla Eklund hat mit Gesa eine sehr sympathische, aber auch zutiefst unsichere Protagonistin gewählt, die in den Bergen zu sich selbst findet. Denn ihre Beziehung zu Levi hatte durchaus toxische Züge und war gerade für Gesa eine Zeit voller Kompromisse. Erst mit Joel spürt sie, dass sie auch echt sein kann und sich nicht immer nur anpassen muss. Doch üebrsteht diese Selbsterkenntnis auch den Übergang in das wahre Leben, fernab der Berge? So besteht dieser Roman nicht nur aus vielen emotionalen Momenten, sondern auch aus Tiefgang, Romantik und natürlich ein paar spicy Szenen - ganz wie in einem guten Heftchenroman. 

Ich habe dieses Buch verschlungen und war leider viel zu schnell am Ende angelangt. Denn die Mischung aus Liebe, aber auch ernsten Themen war perfekt und hat mich sehr gut unterhalten. Auch die Kulisse mitten in den Bergen hat mir sehr sehr gut gefallen und Lust auf eine Wanderung gemacht, selbst wenn ich vielleicht auch ein wenig wie eine Gewürzgurke wirken könnte... Hoffentlich darf ich noch häufiger in den Genuss von Karla Eklunds Bücher kommen und sie schreibt noch mehr so schöne Romane! 

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Goldmann
Seitenzahl: 336
Ersterscheinung: 18.03.2026
ISBN: 9783442497089
Preis: 14,00 

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Goldmann-Verlag und Karla Eklund für das Rezensionsexemplar! 

Donnerstag, 1. Oktober 2026

Rezension: Katja Haase - Ein Jahr hinterm Deich

Ein Neuanfang an der Nordsee

Elli Markwort ist Anfang fünfzig und hat zwei harte Jahre hinter sich. Denn erst die Trennung von ihrem Freund und kurz danach die Brustkrebsdiagnose haben ihr den Boden unter den Füßen weggezogen. Deshalb braucht sie nun ein Jahr Pause und ist an den Ort zurückgekehrt, an den sie ihre schönsten Kindheitserinnerungen hat und der sogar ihr Geburtsort ist. In Katharinensiel war sie bis zum Tod ihrer Oma jedes Jahr für mehrere Wochen und hat neben Plattdeutsch auch viele andere wichtige Dinge gelernt. Leider ist ihre Oma viel zu früh verstorben und hat Elli mit ihrer rastlosen Mutter zurückgelassen. Die Rückkehr in den kleinen Ort an der Nordsee wirkt für Elli anfangs zwar schwierig und auch das Haus, das sie für ein Jahr gemietet hat, ist alles andere als modern, aber sie lernt es schnell lieben und findet am Landleben immer mehr gefallen. So tut ihr auch die Nähe zu den Dorfbewohnern sehr gut und die Selbsthilfegruppe im Gemeindehaus sorgt dafür, dass sie schnell Anschluss findet und in Taalke und ihrer Vermieterin Käthe schnell sogar so etwas wie Freundinnen. Einzig der Tierarzt Ahrend macht es Elli schwer und sie fragt sich immer wieder, warum er zu ihr gar so grummelig ist.

Katja Haase hat trotz der ernsten Themen, wie Brustkrebs, Trauer oder Trennungen, einen unterhaltsamen Roman geschrieben, der nie ins Negative abdriftet und so die gute Stimmung der Leser*innen niederdrückt. Das Dorfleben in Katharinensiel ist zwar beschaulich und bildet deshalb eine tolle Kulisse für diesen Roman, aber dennoch kommt es zu interessanten und spannenden Situationen, die ein stetes Weiterlesen unabdingbar machen. 

Ich habe das Buch von der ersten Seite an unheimlich gerne gelesen, denn Elli ist einfach eine grundsympathische Frau, die positiv in ihre Zukunft blickt und dennoch nicht unrealistisch wirkt, da auch sie mit ihren Ängsten zu kämpfen hat. Da für mich alles so gut gepasst hat, war das auch sicherlich nicht mein letzter Roman der Autorin und "Alle Farben des Meeres" liegt schon bereit, um bald gelesen zu werden. 

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: ROWOHLT Taschenbuch
Seitenzahl: 448
Ersterscheinung: 18.07.2023
ISBN: 9783499010651
Preis: 14,00

Vielen Dank an den Rowohlt-Verlag und Katja Haase für das Rezensionsexemplar!

Samstag, 12. September 2026

Rezension: Sandra del Popolo - So schmeckt das Glück

Lizzys Neuanfang

Lizzy liebt ihr Leben auf der Überholspur. Denn ihr Erfolg als Starköchin mit eigenem Restaurant und TV-Shows ist unbestritten und macht sie glücklich. Außerdem liebt sie ihren zehnjährigen Sohn Matze und ihren Mann über alles und ist vollkommen zufrieden mit ihrem Leben. Doch dann bringt ein einziger Moment alles durcheinander, denn Lizzy hat einen schweren Unfall beim Schlittenfahren und liegt die folgenden acht Jahre im Koma. Erst eine neuartige Operation sorgt dafür, dass sie wieder aufwacht. Doch alles hat sich verändert und Lizzy spürt schnell, dass sie manches überdenken muss, um nun weiterleben zu können. Da ist ihre aufgeweckte Physiotherapeutin Biene genau die richtige Ansprechpartnerin, denn sie nimmt kein Blatt vor den Mund und behandelt Lizzy auch nicht wie ein rohes Ei. Überraschenderweise ist auch ihr früherer Konkurrent Samuel Wollschläger immer an ihrer Seite und steht ihr in so mancher schwierigen Situation bei, in der doch eigentlich ihr Mann für sie da sein sollte...

Sandra del Popolo hat mit Lizzy eine tolle Protagonistin für diesen Roman gewählt. Denn sie ist eine Frau, die sich schon immer durchsetzen musste, ist doch die Arbeit in der Restaurantküche eine Männerdomäne. Aber auch ihr Schicksalsschlag haben sie nicht unterkriegen können, sodass sie an ihren Zielen festhält und mit ihrem starken Willen ihre Ziele erreicht. Dennoch spürt sie, dass sie so manches nach den vergangenen acht Jahren im Koma überdenken muss und nutzt die Chance auf einen Neuanfang. Da die Autorin sehr kurzweilig und unterhaltsam erzählt und die Handlung Tiefgang hat, fliegen die Seiten nur so dahin. 

Dieser Roman hat mich innerhalb kürzester Zeit in seinen Bann gezogen. Denn es ist faszinierend, Lizzy auf ihrem Weg zurück ins Leben zu begleiten. Leider lag das Buch viel zu lange auf dem SuB und ist ein wenig in Vergessenheit geraten, bis es mir vor Kurzem wieder in die Hände gefallen ist. 

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: FISCHER Taschenbuch
Seitenzahl: 400
Ersterscheinung: 25.10.2023
ISBN: 9783596708376
Preis: 11,99

Vielen Dank an den Fischer-Verlag und Sandra del Popolo für das Rezensionsexemplar! 

Donnerstag, 10. September 2026

Rezension: Alix Bente - Kiss me in Orange

Eine bezaubernde Lovestory mit Herbstromantik 

Emma ist vor einiger Zeit in ihre Heimatstadt Goldried an der Mosel zurückgekehrt. Vorallem natürlich weil ihre Schwester bald ein Baby bekommt, aber auch weil ihr in Berlin die Decke auf den Kopf gefallen ist. War es doch auch wirklich unmöglich von ihrem besten Freund Niclas (in den Emma schon seit ihrem ersten Zusammentreffen als Studenten verliebt ist) sie erst zu küssen und dann plötzlich einen Rückzieher zu machen und sich über drei Monate nicht mehr bei ihr zu melden. Doch jetzt steht er unangemeldet vor ihrer Tür - 700 Kilometer entfernt von Berlin und bringt ihr gesamtes Gefühlsleben durcheinander. Dass er nun plötzlich wieder mit ihr spricht, sogar Zeit verbringen will, ist für Emma gerade einfach zu viel. Dennoch kann sie nicht aufhören an ihn zu denken, ist aber auch immer noch mega sauer auf ihn. Aber kann sie ihm auch längere Zeit widerstehen, wenn er sich mit ihr in der Kleinstadt voller Herbstfans in romantischer Stimmung mitten im Herbst aufhält?

Alix Bente lässt diesen Roman nur so vor Herbstromantik strotzen und sorgt so schnell für Lust auf diese wunderschöne Jahreszeit bei ihren Leser*innen. Zusätzlich zu diesem wunderbaren Setting sind auch Emma und Niclas zwei sehr sympathische Protagonisten, die auch mithilfe anderer Stadtbewohner schnell wieder zueinander finden. Da sie immer abwechselnd aus ihrer Perspektive erzählen, wird die Handlung zusätzlich interessanter und erhält mehr Tiefe. 

Spätestens nach diesem Buch bin ich nun voll in Herbststimmung und genieße die langsam kühler werdenden Tage und die dadurch steigenden gemütlichen Stunden auf dem warmen, kuscheligen Sofa. Der Roman war wunderschön, unterhaltsam und kurzweilig. Dass bereits von Anfang an klar war, wie das Ende dieser Friends to Lovers-Romance aussehen wird, hat mich kein bisschen gestört. 

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Ullstein Taschenbuch Verlag
Seitenzahl: 352
Ersterscheinung: 27.08.2026
ISBN: 9783548074696 
Preis: 15,00

Vielen Dank an Vorablesen, den Ullstein-Verlag und Alix Bente für das Rezensionsexemplar! 

Mittwoch, 2. September 2026

Rezension: Elke Becker - Die Erfinderin der Freiheit

Mutige Frauen, ihre Erfindungen und das Leben

Dresden, 1908: Christine ist glücklich in dieser Zeit leben zu dürfen, denn immer mehr Erfindungen erleichtern den Alltag und sorgen für bahnbrechende Entwicklungen. Auch Christine hat eine Erleichterung für Frauen erfunden - einen Büstenhalter. Denn während ihrer Tätigkeit als Therapeutin im Sanatorium Lahmann fallen viele Frauen in Ohnmacht, die aufgrund ihrer engen Korsetts kaum Luft bekommen. Mit dem Büstenhalter können sie sich frei bewegen und ihrem Körper etwas Guten tun. Doch ist die Gesellschaft schon bereit für moderne Frauen, die auch in Gesellschaft von Männern auf ihr Korsett verzichten? Obwohl Christine viel Unterstützung von ihren Freundinnen Lotta, Pauline und Amalie erfährt, ist die Zeit schwierig für sie. Die durch die Bekanntschaft von Franz Breuer, einem Gast aus Graz in Österreich nicht leichter wird, denn immer wieder spürt Christine Gefühle aufkommen, die sie eigentlich keinem Mann entgegenbringen möchte, der sie vielleicht irgendwann in ihrem beruflichen Tun einschränken möchte. 

Elke Becker stellt in diesem Roman ganz die Erfindung des ersten Büstenhalters in den Mittelpunkt. So ist Christine eine sehr fortschrittliche, intelligente junge Frau, die an ihre Entwicklung glaubt und so überzeugt davon ist, dass sie auch andere Frauen überzeugen kann, ihrem Körper etwas Gutes zu tun. Aber auch ihre Freundinnen sind sehr starke Frauen, die für ihre Überzeugungen kämpfen und so manches Hindernis überwinden müssen, aber nie aufgeben. Da die Autorin sehr packend schreibt, fliegen die Seiten nur so dahin und vermitteln ganz nebenbei so manchen historischen Hintergrund, der dann für immer im Kopf bleibt. 

Da ich bereits andere Romane der Autorin kenne, wusste ich um ihre fesselnde Art zu erzählen. Deshalb bin ich auch diesmal wieder nur so durch die Seiten geflogen und war viel zu schnell am Ende angelangt. Die Kombination aus Geschichte, die hautnah miterlebt werden kann, sympathischen Charakteren, die realistisch und nahbar sind und einer Freundschaft, die seinesgleichen sucht, ist einfach perfekt gelungen! 

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Heyne
Seitenzahl: 368
Ersterscheinung: 11.02.2026
ISBN: 9783453443068
Preis: 13,00 

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Heyne-Verlag und Elke Becker für das Rezensionsexemplar! 

Sonntag, 23. August 2026

Rezension: Arne Jensen - Eine vergessene Schuld

Wenn die Geschichte bis ins Heute reicht...

Der pensionierte Verfassungsrichter aus Karlsruhe Rudolf Heppner hat in den letzten beiden Jahren viele kontroverse Diskussionen über politische Grundsatzthemen ins Leben gerufen. Denn auf seiner Homepage und in den sozialen Medien ist er ständig präsent und zieht die Aufmerksamkeit des rechten, aber auch des linken Lagers auf sich. Als er als Gast in einer Talkshow eingeladen ist, wird ein Attentat auf ihn verübt. Der verkleidete Mann hat sich unter falschen Tatsachen in das Firmengebäude geschlichen und dann mit einer Waffe auf den ehemaligen Richter gezielt. Dass dieser überlebt hat, war wohl genauso geplant, doch warum hat dieser Anschlag überhaupt stattgefunden? Die Ermittler Harry Glaser und Filippa Andrescu stehen vor einem Rätsel. Denn was ist das Motiv, soll es weitere Anschläge geben und wer war überhaupt der Täter oder die Täterin? Um Rudolf Heppner besser verstehen zu können, wird ihnen eine Kriminalpsychologin zur Seite gestellt, die hinter die Fassade des alten Mannes blicken soll. Aber auch sie kämpft gegen eine innere Schuld gegenüber ihrem jüngeren Bruder, sodass sie lange nicht weiß, ob sie diesen Fall tatsächlich übernehmen und ausführen kann. 

Arne Jensen hat in diesem Roman das Thema der Schuld in den Mittelpunkt gestellt. Auf mehreren Zeitebenen dreht sich alles um unterschiedliche Personen und deren Anteil am Zeitgeschehen. So wurde der ehemalige Richter Rudolf Heppner zwar im Heute zum Opfer eines Attentats, hat er aber doch in seiner Vergangenheit durchaus Schuld auf sich geladen, die ihn vielleicht noch bis in die Gegenwart beeinflusst. Neben dem Jahr 2023, in dem die Ermittlungen und der Anschlag stattfinden, gibt es auch noch die Jahre 1944/45, wo ein Halbjude als Marinesoldat in den Niederlanden dient und die Jahre 1969/70, als Rudolf Heppner als 17-jähriger eigene Wege geht und die Vergangenheit des Vaters ihn einholt. Auch der Krieg in Syrien 2001 findet Erwähnung und spielt eine Rolle im Geschehen. Diese vielen Zeitebenen verbinden sich im Verlauf des Romans zu einem Ganzen und sorgen für eine tiefgründige Handlung.

Ich war sehr gespannt auf das Buch und hatte eigentlich keinerlei Erwartungen, denn das Thema der Schuld ist ja ein sehr großes und breites. Allerdings hat der Roman beinahe zwei Drittel gebraucht, um mich endlich zu fesseln und dazu zu bringen, weiterlesen zu wollen. Denn gerade anfangs habe ich mich häufig gefragt, wozu es die beiden Zeitebenen (Gegenwart und 1944) braucht. Das kenne ich aber auch von anderen Romanen und war gespannt, wann die Fäden wohl zusammenlaufen. Leider konnten mich aber zu diesem Zeitpunkt auch die Gegenwart mit den polizeilichen Ermittlungen und der Geschichte rund um Rudolf Heppner nicht packen, denn irgendwie war mir immer zu wenig los und alles hat sich in die Länge gezogen. Die vier Sterne bekommt das Buch letztendlich nur, weil es im letzten Drittel tatsächlich noch spannender wurde und ich den Roman dann auch beenden wollte.  

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Bewertung: 4 von 5 Sterne

Verlag: Heyne
Seitenzahl: 480
Ersterscheinung: 14.01.2026
ISBN: 9783453429574
Preis: 17,00 

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Heyne-Verlag und Arne Jensen für das Rezensionsexemplar! 

Freitag, 21. August 2026

Rezension: Beate Sauer - Das Haus in Charlottenburg

Elise und der Weg in ihr eigenständiges Leben 

Berlin, 1893: Elise lebt mit ihrer Mutter, ihrer kleinen Schwester Marie und ihrem Bruder Willi auf beengten Verhältnissen in einer Wohnung in Wedding. Da der Vater schon lange verstorben ist, ist die Familie auf jeden Pfennig angewiesen, den sie verdienen können. Doch Elises Chefin ist bösartig und kann Elise nicht leiden, was diese ständig zu spüren bekommt. Als sie ihr auch noch einen freien Sonntag verweigert, obwohl dieser laut Gesetz eigentlich jedem Angestellten zusteht, hat sie die Nase voll. Schließlich zählt die Gesundheit ihrer achtjährigen Schwester mehr, als eine unterbezahlte Arbeitsstelle. Natürlich bereut Elise ihre übereilte Entscheidung schnell, kann aber nichts mehr daran ändern. Mit diesem ersten Aufbäumen spürt sie, dass sie mehr von ihrem Leben will und mehr dafür eintreten muss. Aber wird ihr das immer gelingen? Mit dem liebenswerten Architekten Johann fühlt es sich auf jeden Fall leichter an und Elise erfährt von ihm, was genossenschaftliches Bauen bedeutet und wieviel dadurch für die Arbeiterschicht besser werden könnte. Doch kann Johann seinen Traum vom guten Wohnen für alle Wirklichkeit werden?

Beate Sauer hat einen fesselnden Erzählstil, der ihre Leser*innen schnell mitten hinein ins Berlin der Kaiserzeit nimmt. Da die Autorin sehr detailreich und atmospärisch das Leben zu dieser Zeit beschreibt, fühlt es sich schnell so an, als existieren Elise, Johann und all die anderen wirklich. Durch die unterschiedlichen Perspektiven, aus denen die Autorin die Handlung schildert, erhalten die Leser*innen deutlich tiefere Einblicke in die Gedanken, Pläne und Erinnerungen der Charaktere. 

Schon bei der ersten Seite des Buches wusste ich, dass ich ein Lesehighlight in den Händen halte. Denn die Handlung während dem gesamten Roman ist mitreißend, die Charaktere nahbar und sympathisch und die Geschehnisse mitreißend. So hat es mich sehr fasziniert, dass hier eine offenbar stark unterschätzte Frau, die Böse ist und über die Leben von vielen Menschen regiert, als handele es sich um ein Theaterstück. Ebenso in ihren Bann gezogen haben mich aber Elise, Johann und dessen Freund Louis, die mit ihrem gesamten Tun einem Ziel zustreben und bereit sind, große Opfer zu bringen. Ein rundum perfekt gelungener, fesselnder Roman! 

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Heyne
Seitenzahl: 464
Ersterscheinung: 14.01.2026
ISBN: 9783453442245
Preis: 17,00 

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Heyne-Verlag und Beate Sauer für das Rezensionsexemplar! 

Dienstag, 11. August 2026

Rezension: Tanja Janz - Himmelsee - Wo der Wind von Liebe erzählt

Wohlfühlstunden im Bücherhimmel

Astrid hat ihren Buchladen, den "Bücherhimmel" schon seit einigen Jahren und sich damit ihren Traum vom eigenen Bücherparadies erfüllt. Sie hat ein großes und breites Sortiment an Büchern, berät ihre Besucher, ob Touristen oder Stammkunden, immer mit viel Hingabe und Wissen und unterhält sogar die kleinen Besucher mit Vorlesestunden. So hat sie ihr Leben ganz den Büchern gewidmet und Männer ganz bewusst aus ihrem Leben ausgeschlossen. Denn eine Enttäuschung im Leben muss reichen, hat sie sich geschworen. Doch als sie gerade ihre Vorlesestunde, die doch so beliebt bei Groß und Klein ist, wegen Heiserkeit absagen will, springt ihr neuer Kunde für sie ein. Sofort ist er bei allen Kunden total beliebt und wird mit Komplimenten bestürmt. Auch Astrid ist von seiner bewegenden und fesselnden Art vorzulesen begeistert und freut sich, als er nun häufiger in ihrem Laden anzutreffen ist, sei es, um sich selbst mit neuer Lektüre einzudecken, als auch Genesungswünsche für Astrid zu hinterlassen, als diese mit einer Erkältung das Bett hüten muss. So bahnt sich eine Freundschaft zwischen den Beiden an, die sie so nicht erwartet hätten. Doch sind sie auch für mehr als nur Freundschaft bereit?

Tanja Janz gelingt es mit ihrer fesselnden und berührenden Art zu erzählen immer wieder, ihre Leser*innen mitzureißen. So fliegen die Seiten nur so dahin und das Ende ist schneller erreicht als erhofft. Obwohl Himmelsee ein fiktiver Ort ist, gibt es das Fischland-Darß-Zingst wirklich und auch die Orte, die Astrid und Thore besuchen sind nicht der Fantasie der Autorin entsprungen. So wsorgt die Kulisse für ein realistischeres Setting des Romans, wobei die Handlung aber trotzdem nicht unrealistisch wirkt. 

Da Tanja Janz zu einer meiner Lieblingsautorinnen gehört, habe ich mich schon sehr auf diesen Roman gefreut. Und sie hat mich zu keinem Zeitpunkt enttäuscht, denn der Roman ist rundum gelungen und herzerwärmend schön. Ich liebe die Kulisse von Himmelsee, das Meerweh, das die Autorin durch die Strandbesuche von Astrid in mir auslöst und die wunderbare, Liebesgeschichte, die sich langsam anbahnt. Ein rundum gelungener Sommerroman, der Lust auf Meer macht!  

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: HarperCollins Taschenbuch
Seitenzahl: 304
Ersterscheinung: 23.06.2026
ISBN: 9783365012116
Preis: 13,00
Reihe: Himmelsee, Band 2

Vielen Dank an den HarperCollins-Verlag und Tanja Janz für das Rezensionsexemplar! 

Donnerstag, 6. August 2026

Rezension: Hedda Anders - Mörder bei die Fische

Eine Leiche statt einem Aal - ein schwieriger Fang

Wencke Dierksen lebt mit Hosse in ihrer alten Heimat und fühlt sich mittlerweile wieder heimisch dort. Doch auf die legendäre "Aalnacht" hat sie eigentlich keine Lust, Hosse zuliebe geht sie aber mit ihm hin. Dass dort gleich wieder Arbeit auf sie wartet, hätte sie aber nicht erwartet. Denn der ungeschlagene Aalkönig fängt in diesem Jahr statt einem Aal den Aussiedler und Tierschützer Peter Hacke, dessen Leiche sich wohl im Schilf verfangen hat. So steckt Wencke schnell wieder mitten in den Ermittlungen und darf, diesmal mit Verschwiegenheitserklärung, an Kleists Seite ermitteln. 

Hedda Anders hat einen ganz besonderen Humor, mit dem sie das Landleben in Sorum gehörig auf die Schippe nimmt. So sorgt sie für so manchen Lacher beim Lesen und unvergessliche Lesestunden. Der Fall des toten Tierschützers steht zwar im Mittelpunkt des Krimis, aber auch Wenckes Privatleben kommt nicht zu kurz, weshalb es ratsam ist, die beiden Bände der Reihe in der richtigen Reihenfolge zu lesen. 

Bereits der erste Teil dieser Reihe hat mich begeistert und mir kurzweilige Lesestunden beschert, weshalb ich nun unbedingt weiterlesen wollte. Denn Wencke lebt mittlerweile mitten in einer riesengroßen Baustelle, weil Hosse ihr uraltes Haus renoviert und endlich schick macht. Das, der Mordfall und die eigentümlichen, ganz besonderen Bewohner Sorums machen diesen Krimi einzigartig und wirklich unterhaltsam!  

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: ROWOHLT Taschenbuch
Seitenzahl: 240
Ersterscheinung: 13.03.2026
ISBN: 9783499015311
Preis: 14,00
Reihe: Ein Mord auf dem platten Land, Band 2 

Vielen Dank an den Rowohlt-Verlag und Hedda Anders für das Rezensionsexemplar! 

Sonntag, 2. August 2026

Rezension: Anna Husen - Lübecks Töchter. Der Traum von Liebe und Gemeinschaft

Amélie und Natalie kämpfen für ihre Schule

Lübeck in den Jahren von 1888 bis 1892: Amélie Roquette ist mittlerweile alleine die Leiterin der Schule, denn ihre Schwester Clara ist verstorben und Pauline nach England gegangen. So trägt sie nun alleine die Verantwortung für ihre Schülerinnen und das Fortbestehen der Schule. Aber auch ihre Ziehtochter Natalie ist mittlerweile fertige Lehrerin und unterstützt sie tatkräftig. Allerdings ist es ein großer Einschnitt in beider Leben, als Richard nach Amerika geht und sie in Lübeck zurücklässt. Natürlich ist dem ein Moment vorangegangen, der Amélie alle Kraft gekostet hat: Sie hat Richards Heiratsantrag abgelehnt, denn niemals will sie sich einem Mann unterordnen, das hat sie sich bereits vor vielen Jahren geschworen und kann davon nicht einfach ablassen. Für Richard hat dieses Nein aber alles bedeutet und er brauchte Abstand von seinem Leben in Lübeck. So ist auch die Beziehung zwischen den beiden Lehrerinnen zerbrochen und für Natalie gerät das Streben nach Reichtum, Ansehen und Bedeutung immer mehr in den Mittelpunkt, wohingegen ihr Beruf als Lehrerin nicht mehr so erfüllend scheint, wie er noch vor kurzer Zeit war. Kann die Schule unter diesen Bedingungen weiter so erfolgreich bleiben?

Anna Husen schildert das Schicksal der Schule von Amélie und Natalie sehr berührend und zeigt, wie schwer es Frauen gegenüber Männern immer noch haben. Sie lässt ihre Leser*innen mithilfe der beiden Protagonistinnen einen eindrücklichen Blick hinter die Kulissen der 1890er Jahre werfen und zeigt, wie erbarmungslos, aber dennoch bereits von fortschrittlichen Zügen durchzogen die damalige Gesellschaft war. 

Vollkommen gefesselt habe ich diesen Roman gelesen und habe das Buch nur notgedrungen und immer nur für kurze Zeit aus der Hand gelegt. Denn das Leben von Amélie und Natalie ist sehr berührend und wirkt so realistisch, dass ich mich beinahe selbst als Teil der Handlung gesehen habe. Obwohl Natalie so stur ist und alles für ihre eigenen Ziele tut, ist sie mir schnell ans Herz gewachsen. Daher finde ich es auch wirklich schade, dass es keinen dritten Band mehr geben wird. 

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Knaur Taschenbuch
Seitenzahl: 400
Ersterscheinung: 01.04.2026
ISBN: 9783426562994
Preis: 14,99
Reihe: Lübecks Töchter, Band 2

Vielen Dank an den Knaur-Verlag und Anna Husen für das Rezensionsexemplar! 

Dienstag, 21. Juli 2026

Rezension: Judith Pinnow - Rendezvous in zehn Jahren

Eine Begegnung und ein Date in zehn Jahren

Valerie macht mit ihrer Schwester Anne Urlaub in Amsterdam. Da der Zug von Anne Verspätung hat, setzt sie sich in ein kleines Café und lernt dabei den attraktiven Niederländer Ted kennen. Nach einem anregenden Gespräch vereinbaren sie, sich in zehn Jahren am gleichen Ort und zur gleichen Uhrzeit wieder zu treffen und Bilanz zu ziehen, wie die letzten Jahre so waren. Nach kurzer Zeit spürt Ted aber, dass er niemals so lange auf Valerie warten kann und macht sich auf die Suche. Doch er findet sie nicht und das Leben nimmt seinen Lauf. Er ahnt aber nicht, dass auch Valerie nach ihm sucht... Können sie es schaffen, sich früher wieder zu sehen und ihren Gefühlen auf den Grund zu gehen?

Judith Pinnow erzählt auf einfühlsame Weise von einer Liebe, die über die Jahre immer stärker wird und neben dem Alltag weiter existiert. Valerie und Ted sind zwei Menschen, die zwar versuchen, gegen ihre Gefühle anzukämpfen, sie aber nie vollständig besiegen können. So wird ihre Geschichte von einer Menge Zufälle begleitet und sorgt für eine unterhaltsame Handlung. Da die Autorin geschickt und teilweise im schnellen Tempo zwischen den beiden Protagonisten und teilweise auch anderen Charakteren, erhalten die Leser viele Einblicke in die Gefühle und Gedanken der Personen. 

Ich mochte diesen kurzweiligen Roman unheimlich gerne und fand es spannend, zwischen den verschiedenen Orten und Personen hin und her zu wechseln. So war die Handlung immer interessant und leider auch viel zu schnell am Ende angelangt. 

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Ullstein Taschenbuch Verlag
Seitenzahl: 256
Ersterscheinung: 15.06.2020
ISBN: 9783548062594
Preis: 12,99 

Sonntag, 19. Juli 2026

Rezension: Danela Pietrek - Die Krabbenfischerin - Das Erbe der Küste

Runa und das Meer 

Runa hat direkt nach dem Abitur ihre Heimat, Donaskoog, verlassen. Denn die Verantwortung für ihre beiden jüngeren Geschwister musste sie bereits ab ihrem 13. Lebensjahr tragen, nachdem die Mutter bei einem Unfall ums Leben kam und sie fühlte sich nur noch eingeengt dort. In Hamburg konnte sie endlich die Freiheit erleben, die sie immer vermisst hat. Dennoch hat sie sich schließlich für ein Hausboot auf einem Seitenarm der Elbe entschieden, denn ihre Liebe zum Meer oder wenigstens dem Wasser ist ungebrochen. Auch ihre Liebe zum Fisch bekam sie bereits bei ihrer Geburt mit in die Wiege gelegt, denn seit Generationen betreibt ihre Familie eine Krabbenfischerei. So arbeitet sie jetzt als Betriebsleiterin in einem großen Fischhandel und ist sich nicht zu schade auch in der Produktion und dem Wareneingang mitzuhelfen, wenn Not am Mann ist. Als aber ihr Vater anruft und vom Unfall ihres Bruders Peer berichtet, lässt sie alles stehen und liegen und eilt in ihre alte Heimat. So kann sie ihre Familie vor Ort unterstützen, dennoch kommt es immer wieder zu Konflikten, die Runa daran zweifeln lassen, wie es mit der Fischerei ihrer Familie weitergehen soll. Und kann sie so helfen, wie es für ihre Familie nötig und gut ist?

Danela Pietrek erzählt in diesem Roman über Runa, die Liebe zum Meer, aber auch der Familie, die innere Zerrissenheit, die Unfähigkeit über Gefühle zu sprechen und längst vergangene, aber dennoch nie wirklich beigelegte Konflikte. So entsteht rund um die Familie von Runa eine packende Handlung, die bewegt und mitreißt. Die raue Nordsee, das schöne Marschland mit seinen Deichen und Salzwiesen und das fiktive, aber deshalb nicht weniger schöne Donaskoog bilden die perfekte, malerische Kulisse für diesen Roman. 

Da die Handlung einzig aus Runas Perspektive erzählt wird, ist mir die verantwortungsbewusste junge Frau schnell ans Herz gewachsen. Ich mag die Stimmung, die während des gesamten Romans herrscht und die teilweise sehr bewegenden und nachdenklich stimmenden Momente unterstreicht, aber dennoch nie ins allzu Negative zieht. Daher habe ich das Lesen sehr genossen und werde sicherlich noch lange an diesen Roman denken.  

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
Seitenzahl: 400
Ersterscheinung: 16.04.2026
ISBN: 9783423221641
Preis: 13,00 

Vielen Dank an den dtv-Verlag und Danela Pietrek für das Rezensionsexemplar!