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Freitag, 10. Juli 2026

Rezension: Susanne Lieder - In der Liebe wollen wir frei sein

Der Kampf um Freiheit

Hamburg, 1971: Juliane ist Journalistin mit Leib und Seele. Die Liebe zum geschriebenen Wort hat bei ihr schon in der Kindheit begonnen und seither nicht nachgelassen. Aber heute kann sie etwas mit ihren Artikeln bewirken, denn ihre Anstellung bei der Frauenzeitschrift Brigitte sorgt für ein großes Leserinnenpublikum. So widmet sie sich vorallem den gesellschaftlichen Themen wie dem Recht auf die freie Entscheidung der Frau, aber auch die Rente für alle und natürlich der Gleichberechtigung von Mann und Frau. Da kann sie bei den Aufständen in Frankreich und den Frauen, die gegen den Paragraphen 218 protestieren, der Frauen einen Schwangerschaftsabbruch verbietet, nicht die Füße stillhalten und verfasst so manchen Artikel zu diesem Thema und sorgt für eine Vereinigung der Frauen auf dem Hamburger Domplatz. Als sie sich aber in den attraktiven, aufgeschlossenen und modern denkenden Andreas verliebt, wird auch ihr Weltbild und ihre innere Einstellung auf die Probe gestellt, denn bisher ging ihr der Journalismus über alles.

Susanne Lieder ist es gelungen, einen packenden Roman über die mutigen Frauen der 1970er Jahre zu schreiben. Obwohl Juliane eine rein fiktive Persönlichkeit ist, steht sie doch für so viele Frauen dieser Zeit. Denn sie erhebt ihre Stimme und nutzt ihre Reichweite, um andere Frauen zum Umdenken zu bewegen. Dennoch steckt sie in einem Zwiespalt zwischen der Liebe zu einem Mann und dem Kampf um das Recht der freien Entscheidung für Frauen und die Gleichberechtigung von Frau und Mann. 

Ich bin nur so durch diesen Roman geflogen, denn Susanne Lieder hat einen mitreißenden und berührenden Erzählstil und ich wollte einfach nur immer weiter lesen. Da die Protagonistin so real und nahbar wirkt, konnte ich mich schnell mit ihr identifizieren, was mich noch mehr gefesselt hat. Daher kann ich den Roman nur weiterempfehlen, vorallem an diejenigen, die sich für packend erzählte Zeitgeschichte begeistern. 

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Aufbau TB
Seitenzahl: 352
Ersterscheinung: 13.01.2026
ISBN: 9783746640341
Preis: 15,00
Reihe: Sternstunden der Frauen, Band 2 

Vielen Dank an den Aufbau-Verlag und Susanne Lieder für das Rezensionsexemplar! 

Montag, 29. Juni 2026

Rezension: Linda Winterberg - Die Berghebamme - Tage der Liebe

Marias Kampf um Gerechtigkeit

Brannenburg, 1896: Maria hat es endlich geschafft und hat sich die Anerkennung aller Frauen ihrer Gemeinde verdient. So ist sie immer sehr beschäftigt und häufig nächtelang nicht zu Hause, da sie Geburten bereut. Darum fehlt ihr momentan auch etwas die Zeit für ihre beste Freundin Evi, die leider bereits kurz vor der Eheschließung mit ihrem Verlobten intim geworden und nun schwanger ist. Als dieser bei einem großen Unglück auf dem Berg stirbt, ist Evi verzweifelt und bittet Maria um Hilfe. Doch Maria kann sich nicht vorstellen, ihr auf diese Art zu helfne, wie Evi es bräuchte. In ihrer Verzweiflung geht sie zu einer Engelmacherin und stirbt wenig später an einer Sepsis. Maria und auch der neue Dorfarzt Georg Saller machen sich Vorwürfe, dass sie ihr nicht mehr helfen konnten. Als auch noch ein Kriminalkommissar nach Brannenburg kommt und behauptet, dass Maria hinter Evis Tod und auch dem Versterben einer Magd eines benachbarten Hofes steckt, bekommt Maria Angst um ihren guten Ruf...

Linda Winterberg knüpft mit diesem zweiten Band der Reihe rund um die Berghebamme Maria im Brannenburger Land nahtlos an den ersten Teil an. Sie wiederholt nur im Rahmen der Ereignisse kurz die wichtigsten Fakten aus dem vergangenen Band. Da die Handlung schnell an Fahrt aufnimmt, fliegen die Seiten nur so dahin. 

Bereits der erste Band der Reihe hat mir wunderschöne Lesestunden geschenkt und ich war sehr gespannt auf den Fortgang der Handlung. Da die Autorin so perfekt an das vergangene Geschehen anknüpft, hatte ich breits nach den ersten Seiten wieder das Gefühl, selbst Teil der Handlung zu sein und habe mit Maria gehofft und gebangt. Ein großartiger zweiter Teil der Trilogie! 

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Aufbau TB
Seitenzahl: 374
Ersterscheinung: 14.05.2025
ISBN: 9783746641393
Preis: 14,00
Reihe: Kinder-der-Berge-Saga, Band 2 

Vielen Dank an den Aufbau-Verlag und Linda Winterberg für das Rezensionsexemplar! 

Dienstag, 23. Juni 2026

Rezension: Ulrike Renk - Mademoiselle Marthe und die Küche der Freiheit

Marthe und die Liebe zu gutem Essen

Frankreich, 1899: Marthe wächst nach dem Tod ihres Vaters auf dem Selbstversorgerhof ihrer Großmutter in den Vogesen auf. Gemeinsam mit ihrer Mutter lernt sie das harte Leben auf dem Land kennen, bekommt aber dennoch mehr Schulbildung als andere Mädchen ihres Alters. Damit sie auf das Lyzeum gehen kann, zieht die Mutter sogar nach Paris mit ihr und tritt eine Stelle als Köchin bei der Familie Laurent an. Dass Julie eine großartige Köchin ist, wird der Familie schnell bewusst und so ist es auch kein Problem, dass Marthe in einem Mansardenzimmer wohnt und gemeinsam mit ihrer Tochter Florence die Schule besucht. Auch gegen eine Freundschaft haben die Madame und Monsieur Laurent nur anfangs etwas einzuwenden, sodass bald auch Sohn Vincent auf die intelligente, junge Frau aufmerksam wird. Doch kann Marthe dauerhaft in der höheren Gesellschaft bestehen und kann sie irgendwann ihren Traum erfüllen, als Journalistin zu arbeiten?

Ulrike Renk widmet diesen historischen Roman ganz der Gründerin der berühmten Kochschule "Le Cordon Bleu" Marthe Marie Joséphine Distel. Diese hat die Liebe zu gutem Essen von ihrer Mutter in die Wiege gelegt bekommen und mit viel gutem Geschmack, Intelligenz und Interesse einen großen Wissensschatz rund um das Thema angehäuft. Leider hatte die Autorin nur wenige Quellen über das wahre Leben der Marthe und hat diesen Roman rund um die wenigen Informationen herum aufgebaut. So ist ein mitreißender, berührender und interessanter Roman für Fans der französischen Küche entstanden. 

Ich fand den Roman wirklich bewegend und habe ihn sehr gerne gelesen. Es ist zwar schade, dass nur wenige Informationen über die interessante Marthe existieren, aber das gleicht die Autorin mit einer kurzweiligen Handlung und vielen Einblicken in das Leben der damaligen Gesellschaft aus. Dennoch muss ich sagen, dass mich Marthe mit ihrer manchmal etwas ablehnenden und naiven Art gerade am Anfang genervt hat und auch die vielen Rechtschreib- und Tippfehler im Buch sehr störend waren.  

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Bewertung: 4 von 5 Sterne

Verlag: Aufbau TB
Seitenzahl: 592
Ersterscheinung: 14.03.2024
ISBN: 9783746640556
Preis: 14,00 

Vielen Dank an den Aufbau-Verlag und Ulrike Renk für das Rezensionsexemplar! 

Samstag, 20. Juni 2026

Rezension: Franziska Stadler - Die Hofreiterin - Das Versprechen der Liebe

Irma und die Liebe

Wien, 1899: Irma ist froh, endlich als Frau in der Spanischen Hofreitschule arbeiten zu dürfen, denn das Versteckspiel und ihre Verkleidung als Mann waren anstrengend. Durch ihre Sonderrolle wurde auch der Journalist Michael Brunner auf sie aufmerksam und hat, mit ihrem Einverständnis, einen Artikel über die Arbeit in der Hofreitschule, aber auch ihre Begabung im Umgang mit den Lippizanern verfasst. Doch schnell wird klar, dass der junge Mann längst nicht nur beruflich an der jungen Steirerin interessiert ist. Dies ist Stephan Gowalka zwar ein Dorn im Auge, der trotz seiner Ehe mit der querschnittsgelähmten Melanie sein Herz an Irma verloren hat. Dennoch würde er seine Frau niemals verlassen, denn sein Ehrgefühl erlaubt ihm einen solchen Schritt nicht. Aber wird Irma es ertragen können, immer nur heimlich Zeit mit ihrem Geliebten verbringen zu können oder würde eine Beziehung mit Michael Brunner ihr Herz in eine andere Richtung lenken und sie ihren Vorgesetzten vergessen lassen?

Franziska Stadler setzt die Dilogie rund um die Hofreiterin Irma Rehberger ebenso fesselnd fort, wie sie im Vorgängerband bereits begonnen hat. So erhalten die Leser*innen einen tiefen Einblick hinter die Mauern der berühmten Spanischen Hofreitschule und deren Geschichte, aber auch das Wien rund um die Jahrhundertwende wird sehr eindrucksvoll als Kulisse der gesamten Geschehnisse verwendet. Da sich der Erzählstil der Autorin sehr flüssig und schnell liest, fliegen die Seiten nur so dahin und ein Ende ist schneller erreicht, als erwartet.

Obwohl ich kein Pferdemädchen bin und wahrscheinlich auch niemals sein werde, hat mich diese Reihe begeistert. Ich mag es, wie bildlich die Autorin die Situationen mit Pferden schildert und die gut recherchierten historischen Begebenheiten eine unterhaltsame und bewegende Handlung ergeben. Natürlich sorgt die Autorin durch die Liebe zwischen Irma und Stephan und deren Probleme für emotionale Momente, die mich berührt und dazu gebracht haben, immer weiterlesen zu wollen.  

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
Seitenzahl: 432
Ersterscheinung: 17.10.2024
ISBN: 9783423220774
Preis: 13,00
Reihe: Die Hofreiterin von Wien, Band 2

Vielen Dank an den dtv-Verlag und Franziska Stadler für das Rezensionsexemplar! 

Montag, 15. Juni 2026

Rezension: Hanna Aden - Die Kryptografin: Für Träume braucht man Mut

 

Eine junge Frau, die Mathematik und große Träume

München in den 1950er Jahren: Margot musste zum Ende des Zweiten Weltkriegs aus Pommern in das weit entfernte München flüchten. Dort lebt sie nun mit ihrer Mutter bei deren Cousine zur Untermiete. Dass Margot die Universität besucht und dort als erste Studentin Mathematik studiert, hat sie ihrem Vater zu verdanken, der sich das immer für ihre Tochter gewünscht hat. Denn in den Zahlen kann Margot Ruhe finden und ihre Leidenschaft für Logik und nachvollziehbare Aufgaben voll ausleben. So besucht sie auch die Vorlesungen der Kryptografie und spürt schnell, dass das ein sehr erfüllendes Themengebiet ist. Auch ein Gasthörer bemerkt schnell ihre besondere Begabung für alles Mathematische und schlägt sie seinem Chef bei der Organisation Gehlen, dem zukünftigen Bundesnachrichtendienst, als neue Mitarbeiterin vor. Obwohl Margot sich von diesem Angebot geehrt fühlt, spürt sie auch die negative Seite, denn niemand darf erfahren, für welche Organisation sie tätig ist. 

Hanna Aden hat in diesem historischen Roman eine seltene Erkrankung in den Mittelpunkt gestellt - die Synästhesie. Diese sorgt bei den Betroffenen dafür, dass sie, wie die Protagonistin, Zahlen und Strukturen als Farben wahrnehmen und auch Charakterzüge und Stimmungen als eine Art farbige Wolke oder andere Effekte sichtbar werden. Allein dieses Thema ist außergewöhnlich und faszinierend. Aber auch die Anfänge des Bundesnachrichtendienstes werden fesselnd und interessant geschildert.

Obwohl die Autorin sehr packend schreibt und das Leben der Margot und anderer, ihr nahestehender Personen nahbar und realistisch erzählt, konnte mich der Roman nicht dauerhaft fesseln, sodass ich immer wieder durch kleinste Dinge in meinem Umfeld abgelenkt wurde. Trotzdem waren die Inhalte und Geschehnisse sehr interessant und haben mich neugierig auf die Reihenfortsetzung gemacht. 

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Bewertung: 4 von 5 Sterne

Verlag: Penguin
Seitenzahl: 480
Ersterscheinung: 10.12.2025
ISBN: 9783328604112
Preis: 18,00 
Reihe: Die Kryptografin, Band 1 

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Penguin-Verlag und Hanna Aden für das Rezensionsexemplar! 

Freitag, 15. Mai 2026

Rezension: Sabine Hofmann - Weiße Westen, schwarze Nächte

Hedys verhängnisvoller Diebstahl

Ruhrgebiet, 1960er Jahre: Hedy Voss wurde schon als Jugendliche zur Diebin herangezogen und sie hat ihre Aufgabe immer gut gemacht. So ist sie auch heute noch auf Diebeszügen und spioniert auf gewitzte Weise ihre Objekte aus. Dass sie gerade in der Villa von Seufert ein verhängnisvolles Notizbuch findet und einsteckt, das noch schwerwiegende Folgen nach sich ziehen würde, hätte sie nicht gedacht. Denn sie klaut vorallem, um selbst über die Runden zu kommen und ihrer psychisch kranken und tablettensüchtigen Schwester die Aufenthalte in kostspieligen Privatkliniken zu ermöglichen. 

Sabine Hofmann hat das Ruhrgebiet der 1960er Jahre als Kulisse für diesen besonderen Kriminalroman gewählt. Denn die damalige Zeit steckt voller Umbrüche. Neben der Gesellschaft, die sich wandelt, ist auch die politische Situation schwierig und es gibt so manchen Spion, der versucht an Informationen zu kommen, um diese dann für seine Seite möglicht positiv zu verwenden. So gibt es in diesem Roman zwei Seiten, die parallel erzählt werden und dennoch irgendwann zu einem werden. Die historischen Hintergründe wurden von der Autorin gut und gründlich recherchiert und perfekt in der Handlung verwendet. 

Ich war wirklich gespannt auf diesen Roman, denn die Autorin ist mir bereits aus anderen Romanen bekannt und ich mag ihre Art zu erzählen. Diesmal konnte sie mich aber nicht so fesseln, wie ich es mir erhofft hatte. Was zum einen daran lag, dass ich anfangs große Probleme hatte, sämtliche Personen zuzuordnen und nicht durcheinander zu kommen. Zum anderen fand ich die Handlungsstränge etwas verwirrend und kam nicht in den erwünschten Lesefluss, sondern habe mich oft ablenken lassen. Dennoch fand ich die Kulisse, die gewählt wurde und die Atmosphäre des, sich im Aufbruch befindlichen Ruhrgebiets sehr gut getroffen und passend für die Handlung. 

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Bewertung: 4 von 5 Sterne

Verlag: Aufbau TB
Seitenzahl: 352
Ersterscheinung: 13.05.2026
ISBN: 9783746642468
Preis: 13,00 

Vielen Dank an den Aufbau-Verlag und Sabine Hofmann für das Rezensionsexemplar! 

Freitag, 8. Mai 2026

Rezension: Lisa Graf - Lindt & Sprüngli. Zwei Rivalen, ein Traum

Die Familien Lindt und Sprüngli und ihre Liebe zur Schokolade

Bern, 1863: Rudolphe Lindt ist acht Jahre alt, als er beinahe stirbt. Denn eine neuartige Blüte hat ihn so in ihren Bann gezogen, dass er nur durch ein mutiges Mädchen vor einer herannahenden Kutsche gerettet wurde. Seither verbindet ihn eine tiefe Freundschaft und Zuneigung zu Binia. Diese übersteht auch die vielen Jahre, die Rudolphe später bei seinen Verwandten in Lausanne am Genfer See verbringt und dort die Schokoladenherstellung erlernt. Denn durch seinen Großonkel durfte er endlich ein Ziel für sein zukünftiges Leben entdecken. So macht er sich nach seiner Rückkehr nach Bern gleich auf die Suche nach den perfekten Fabrikgebäuden für seine Schokoladenmanufaktur. Immer unterstützt von Binia. 

Zürich, 1863: Die Familie Sprüngli genießt ihren guten Ruf in der Stadt und hat mit seiner Konditorei und angeschlossenem Erfrischungsraum etwas weit über die Stadtgrenzen hinaus berühmtes erschaffen. Doch auch hier übernimmt langsam die jüngere Generation die Führung und es ändert sich so manches. 

Lisa Graf hat eine flüssige Weise zu erzählen und zieht damit die Leser*innen schnell in ihren Bann. Obwohl dieser Roman ein zweiter Teil ist, könnte auch erst hier mit der Reihe gestartet werden, denn die Autorin wiederholt wichtige Fakten im Verlauf der Handlung. Einzig die vielen Namensgleichheiten in den Familien sorgen manchmal für kurzzeitige Verwirrung, diesen Fakt kann die Autorin aber nicht verändern und macht das Bestmögliche daraus. 

Bereits der erste Band der Reihe hat mir sehr gut gefallen und ich war neugierig, wie sich die Familiengeschichten fortsetzen. Vorallem die Familie Lindt steht nun im Mittelpunkt, denn Rudolphe widmet sein Leben nun der Schokolade. Was mich verwundert und gleichzeitig begeistert hat, denn gerade er war planlos und wusste nur, was er nicht machen wollte in der Zukunft. Doch seine Liebe zur Schokolade ist erwacht und diese Leidenschaft ist nun nicht mehr auszulöschen. 

Ein Roman, der dringend eine Tafel Schokolade beim Lesen erfordert, denn die Lust auf Schokolade ist immer da und muss gestillt werden!  

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Penguin                                             
Seitenzahl: 480
Ersterscheinung: 15.10.2025
ISBN: 9783328604174
Preis: 17,00
Reihe: Lindt & Sprüngli-Saga, Band 2

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Penguin-Verlag und Lisa Graf für das Rezensionsexemplar! 

Samstag, 25. April 2026

Rezension: Anna Husen - Lübecks Töchter. Der Traum von Bildung und Freiheit

Liebe oder Beruf - Amélie muss eine Wahl treffen

Lübeck, 1874: Amélie kehrt nach vielen Jahren fern ihrer Heimat zurück nach Lübeck. Denn hier kann sie in der Schule für höhere Töchter unterrichten und zudem ein Lehrerinnenseminar aufbauen. Doch die Begegnung mit ihrem früheren besten Freund Richard, den sie immer liebevoll "Sonnenkopf" genannt hat, bringt Erinnerungen an ihre glückliche Kindheit zurück und weckt längst vergessene Gefühle, die einer Lehrerin leider vollkommen untersagt sind, soll sie doch ihr Leben allein verbringen und sich ganz ihren Schülern und Schülerinnen widmen können. Obwohl sie mit ihrer Schwester die Gründung des Lehrerinnenseminars gründlich vorbereiten und auf alle Fragen eine Antwort haben, legt ihnen ein Beamter der Oberschulbehörde und Vater einer Schülerin, Ferdinand Rubens, immer wieder Steine in den Weg, nähert sich ihnen beschämend und ungehörig und scheut nicht vor einem skandalösen Beitrag in einer Zeitung zurück. Doch Amélie und ihre beiden Schwestern, aber auch Richard geben nicht auf und begeben sich auf Spurensuche. 

Anna Husen hat einen fesselnden Erzählstil, der durch wechselnde Erzählperspektiven mehr Tiefe erhält. Die Zeit um 1875 ist eine schwierige für Frauen, denn diese haben keinerlei Bestimmungsrechte sobald sie verheiratet sind und müssen als Lehrerinnen zudem unverheiratet bleiben. Doch Amélie und ihre Schwestern sind mutig und intelligent, sodass sie damit so manche Männer gegen sich aufbringen. Dennoch halten sie an ihren Träumen fest und gehen ihren Weg. 

Dieser Roman hat mich schnell in seinen Bann gezogen, denn die Handlung ist abwechslungsreich, aber auch bewegend und regt zum Nachdenken an, haben Amélie, ihre Schwestern und auch Richard mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen und geben dennoch nicht auf. Ich bin schon sehr gespannt auf den zweiten Teil der Reihe und hoffe, dass es ebenso spannend weitergeht.  

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Knaur Taschenbuch
Seitenzahl: 448
Ersterscheinung: 03.11.2025
ISBN: 9783426562970
Preis: 13,99
Reihe: Lübecks Töchter, Band 1 

Vielen Dank an den Knaur-Verlag und Anna Husen für das Rezensionsexemplar! 

Samstag, 18. April 2026

Rezension: Eva Seifert - Wo die Lupinen blühen

Eine Liebe zwischen zwei Welten

1950/51: Die 19-jährige Ruth hat durch Zufall den gleichaltrigen Friedrich kennengelernt. Doch ihre Leben sind komplett verschieden, obwohl sie nur wenige Kilometer auseinander wohnen und beide Familien einen Bauernhof haben. Denn Friedrich lebt in der neu gegründeten DDR, während Ruth in der Bundesrepublik wohnt. Aber beide können gegen ihre Gefühle nichts tun und sorgen dafür, dass sie sich heimlich immer wieder treffen können. Als Friedrich schließlich eine Arbeitsstelle in Ruths Dorf findet, scheint es, als wäre die Zukunft der Beiden sicher...

2025: Romy ist glücklich, denn ihre drei Kinder und ihr Mann Markus geben ihr das, was sie sich immer gewünscht hat - ein glückliches Familienleben. Doch innerhalb weniger Minuten ändert sich alles, denn die Firma, bei der Markus arbeitet, hat Insolvenz angemeldet und er droht, arbeitslos zu werden. Für ihn scheint der Verkauf von Romys Ferienhaus im Harz die einzige richtige Lösung, denn nur so können sie weiterhin alle festen Ausgaben tätigen. Doch Romy spürt, dass sie diese Hütte mit all ihren Erinnerungen nicht einfach verkaufen kann und beschließt, mit ihren Freundinnen ein Wochenende dort zu verbringen. Dass sie dort auf so manches Geheimnis trifft, hätte sie nicht erwartet...

Eva Seifert erzählt die Geschichte der beiden Frauen kapitelweise abwechselnd. So erfahren die Leser*innen lange vor Romy von Ruths Geschichte. Die Einblicke in das Leben an der neuen Grenze zur DDR sind sehr interessant und werden von der Autorin sehr geschickt in die Handlung eingebunden, sodass sie nahbarer und eindrücklicher werden. Obwohl dieser Roman in die Reihe der Frühstücksfrauen gehört, kann er problemlos einzeln gelesen werden, sind doch die vier Freundinnen das einzige Bindeglied. 

Ich habe den Roman begeistert gelesen und war bewegt vom Schicksal der jungen Ruth, aber auch Romy und ihre Freundinnen sind mit mittlerweile ans Herz gewachsen. Die Verbindung von Gegenwart und Vergangenheit ist der Autorin auch in diesem zweiten Band so perfekt gelungen, dass ich hoffe, dass es noch weitere Bände dieser Reihe geben wird.  

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Blanvalet
Seitenzahl: 480
Ersterscheinung: 17.09.2025
ISBN: 9783734114298
Preis: 12,00
Reihe: Die Frühstücksfrauen, Band 2 

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Blanvalet-Verlag und Eva Seifert für das Rezensionsexemplar! 

Mittwoch, 15. April 2026

Rezension: Miriam Georg - Das Tor zur Welt: Hoffnung

Ava & Claire - Zwei unterschiedliche Frauen in Hamburgs Auswandererhallen 

Hamburg, 1912: Claire wurde nach ihrer Ankunft in New York direkt wieder zurück nach Hamburg geschickt, denn eine schlimme Augeninfektion hat die Einreise verhindert. So lag sie wochenlang im Krankenhaus und wird einen bleibenden Schaden am linken Auge behalten. Doch schlimmer ist die Zurückweisung durch ihren Geliebten Magnus, der sie in New York verleugnen ließ und lieber zu seiner Ehefrau nach Hamburg zurückgekehrt ist, um zu tun, als wäre nie etwas geschehen und er habe Claire schon lange nicht mehr gesehen. Aber auch Ava, ihre Freundin, der sie das Ticket für die Überfahrt nach Amerika gestohlen hat, kämpft weiter um eine gerechte Zukunft und arbeitet für ein kleines Zimmer und ein wenig Geld in Ballinstadt. Dennoch vergibt sie Claire ihr plötzliches Verschwinden und gemeinsam machen sie sich daran, endlich einen Weg für ihre Zukunft zu finden, der sie glücklich werden lässt. 

Miriam Georg knüpft in diesem zweiten Band der Reihe rund um die Hamburger Auswandererhallen nahtlos an den ersten Band an. Daher sollte die Reihe in der richtigten Reihenfolge gelesen werden, denn Vorkenntnisse sind dringend notwendig. Mithilft von vielen Perspektiven vermittelt die Autorin einen umfassenden Einblick in das Leben der Auswanderer und der Menschen, die an ihrer Ausreise maßgeblich beteiligt sind. Durch diese unzähligen Perspektiven und Charaktere entwickeln sich viele Handlungsstränge, die letztlich aber zu einem runden Abschluss finden. 

Ich habe diesen zweiten Band nun mit längerem Abstand zum ersten Teil gelesen, hatte aber dennoch keine Probleme, wieder in die Handlung zu finden, denn diese war sehr eindrücklich und dadurch noch im Gedächtnis. Claire hat mich nun wirklich beeindruckt, denn aus der verwöhnten, egoistischen Göre ist eine erwachsene, reife und hilfsbereite Frau geworden, die für sich einsteht, aber auch an ihre Mitmenschen denkt. Aber auch Ava ist unheimlich reif und begeistert mich durch ihr großes Herz und ihre Fähigkeit Claire zu verzeihen und voll und ganz zu ihrer Freundin zu stehen, obwohl sie einen riesengroßen Verrat durch sie erlitten hat. Allein diese beiden Frauen sorgen dafür, dass mir die Dilogie noch lange im Kopf bleiben wird, aber auch sämtliche andere Charaktere sind beeindruckend, wenn auch nicht immer nur im positiven Sinne. Daher vergebe ich gerne fünf Sterne spreche eine klare Leseempfehlung aus! 

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: ROWOHLT Taschenbuch
Seitenzahl: 656
Ersterscheinung: 18.10.2022
ISBN: 9783499008580
Preis: 14,00
Reihe: Die Hamburger Auswandererstadt, Band 2

Vielen Dank an den Rowohlt-Verlag und Miriam Georg für das Rezensionsexemplar! 

Sonntag, 12. April 2026

Rezension: Maria Nikolai - Little Germany - Der Geschmack von Freiheit

Eine fesselnde, perfekt gelungene Reihenfortsetzung!

New York, 1904: Mittlerweile haben sich Lissi und Julia mit ihrer "Swabian Pretzel Bakery" ein eigenes Geschäft aufgebaut und stehen auf eigenen Beinen. Doch das große Schiffsunglück, bei dem die "General Slocum" erst gebrannt hat und dann gesunken ist und viele hundert Menschen mit sich in den Tod gerissen hat, hat das ursprüngliche Little Germany verändert. Denn viele Familien sind nun unvollständig und das gesamte Viertel steckt in einer Art Schockstarre. Da kommt es für die beiden Frauen, die ebenfalls um Lissis Mann Paul Steiner trauern, wie gerufen, dass ein Gebäude in Yorkville zum Verkauf steht. Dieses Neuanfang wollen sie nutzen, um neue Kundschaft anzulocken, das Sortiment zu verändern und vor den belastenden Erinnerungen zu fliehen. Doch ist das möglich?

Maria Nikolai hat mit diesem zweiten und letzten Band der Reihe um Little Germany nahtlos an den Vorgängerteil angeschlossen. Doch obwohl sie kaum Dinge wiederholt, haben ihre Leser*innen sofort das Gefühl, wieder mitten im Geschehen zu stecken und selbst Teil davon zu sein. Vorallem die Schicksale von Lissi und Julia stehen wieder im Mittelpunkt, die auf ihre ganz eigene Weise mit der Liebe hadern und denen das Leben so manche Steine in den Weg legt, bevor sie ihr Glück ohne Haken finden dürfen. 

Ich habe diese Dilogie wirklich geliebt und innerhalb kürzester Zeit nun auch den zweiten Band verschlungen. Leider war ich viel zu schnell am Ende angelangt und weiß nun, dass ich nicht mehr zurück nach New York zu Lissi, Julia, Toby, Aurelia, Harry, Annedorle, Frederick und all den anderen kehren darf, was sehr schade ist.  

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Penguin
Seitenzahl: 512
Ersterscheinung: 24.09.2025
ISBN: 9783328111771
Preis: 13,00
Reihe: Die Bäckerinnen von Manhattan, Band 2 

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Penguin-Verlag und Maria Nikolai für das Rezensionsexemplar! 

Sonntag, 22. Februar 2026

Rezension: Sophia Herzog - Das Wunder von Essen

Zwei mutige Frauen, eine Leidenschaft

Wuppertal, 1949: Elise genießt die Zeit auf dem Bolzplatz, wenn sie gemeinsam mit den anderen Jungen hinter dem Ball herrennen und alles andere vergessen kann. Doch seit sie älter und weiblicher wird, kommen immer mehr unangemessene Kommentare ihrer Mitspieler, bis sie sie letztlich ganz ausschließen. Und auch Paul, ihr langjähriger Freund und mittlerweile auch Schwarm, ist involviert, was Elise ihm nicht verzeihen kann. Fünf Jahre später hat sie keinen Kontakt mehr zu ihren damaligen Mitspielern, aber durch Zufall den Kontakt zu einer reinen Frauenmannschaft erhalten. Dort geht sie in ihrer Liebe zum Fußball voll auf. Beim Verfolgen der Weltmeisterschaft trifft sie dann auch unverhofft wieder auf Paul und alte Gefühle wallen wieder auf, doch hat ihre Liebe nun eine Zukunft?

Wuppertal, 2022: Katja ist Trainerin der Frauenmannschaft des 1. FC Wupper, die in der 1. Bundesliga spielen. Nachdem sie selbst ihre Karriere als Profifußballerin der Nationalmannschaft beendet hat, konnte sie hier, in ihrer Heimatstadt als Trainerin eine Stelle antreten. Aber sie ist momentan nicht ganz bei der Sache, denn vor kurzem ist ihr Opa verstorben, ihre Oma muss ins Heim, denn zuhause klappt es alleine nicht mehr und sie fühlt sich etwas überfordert von allem. Beim Ausräumen des Hauses ihrer Großeltern findet sie dann Fotos von ihrer Oma mit anderen jungen Frauen einer Damenfußballmannschaft und Katja wird neugierig, denn niemals hat ihre Oma erwähnt, dass sie Fußball mag oder sogar selbst einmal gespielt hat. Dieses Familiengeheimnis will Katja nun unbedingt lösen, aber einfach wird es nicht, denn ihre Oma blockt komplett ab. 

Sophia Herzog erzählt die Geschichte der beiden Frauen abwechselnd, sodass die relativ langen Kapitel sehr umfangreiche Einblicke in die Geschehnisse geben. So wird ganz nebenbei, anhand eines Familienschicksals, die Geschichte des Frauenfußballs in Deutschland erzählt. 

Mich hat der Roman schnell in seinen Bann gezogen, denn das Thema ist wirklich spannend und wird von der Autorin sehr packend in die Handlung eingeflochten. Elise ist eine junge Frau, die mich mit ihrer inneren Stärke beeindruckt hat und sich gerne über Konventionen hinwegsetzt. Aber auch Katja ist mutig und ist ihren Weg gegangen, auch wenn sie dabei keinen Rückhalt aus der Familie erhalten hat. Daher empfehle ich das Buch gerne weiter! 

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
Seitenzahl: 400
Ersterscheinung: 12.06.2025
ISBN: 9783423264228 
Preis: 17,00

Vielen Dank an den dtv-Verlag und Sophia Herzog für das Rezensionsexemplar! 

Montag, 16. Februar 2026

Rezension: Juliane Jensen - Wir Mädchen vom Kiez

Hannas Neuanfang mitten im sündigen Kiez-Leben

St. Pauli, 1953: Hanna musste in einer Nacht und Nebel-Aktion vor ihrem übergriffigen Stiefvater flüchten. So ist sie mitten im sündigsten Teil Hamburgs gelandet - der Reeperbahn. Als sie bei einem Überfall schwer verletzt wird, finden Richard und Carmen die junge Frau und bringen sie in Richards Kellerwohnung. Dass sie mitten in einem Bordell erwacht, kann sie zuerst gar nicht fassen. Denn solche Dinge waren bisher nie Thema in ihrem Leben und bringen sie zum Erröten. Doch Hausmeister Richard nimmt sie freundlich bei sich auf und kümmert sich um sie. Als schließlich die Witwe Rieke, die auch mit im Haus lebt, von dem Mädel vom Land erfährt, darf sie dort in einer Kammer bleiben und muss für Puffmutter Evke und ihre Huren die Stundenzimmer putzen. Doch Hanna würde alles tun, damit sie weiterhin ein Dach über dem Kopf hat. Nur prostituieren würde sie sich nie, das ist eindeutig klar - leicht wird die folgende Zeit aber nicht für sie. 

Juliane Jensen hat einen sehr fesselnden Erzählstil, der mitreißt und die Dinge beim Namen nennt. So erleben die Leser*innen sehr deutlich, wie das Leben im sündigen St. Pauli ist, sehen aber auch, wie eng die Huren zusammenstehen, wenn es Probleme gibt. Hanna ist mittendrin und mit ihrer braven, etwas biederen Art ein Kontrast zu den abgehärteten und unverblümten Prostituierten. Und obwohl das Leben hart ist und das Wirtschaftswunder in diesem Bezirk noch weit entfernt scheint, schlägt Hanna sich durch und lernt sogar die Liebe in all ihren Facetten kennen. 

Eigentlich wollte ich in diesen Roman erstmal nur reinlesen, allerdings war ich bereits nach den ersten dreißig Seiten so mitgerissen, dass ich immer weitergelesen habe. Ich mochte Hanna auf Anhieb total gerne, denn sie war eine sehr nahbare und dennoch zurückhaltende Protagonistin. Wegen ihr und auch der anderen Charaktere, die allesamt faszinierende und sehr verschiedene Persönlichkeiten sind, hatte ich sehr interessante und bewegende Lesestunden, an die ich noch lange denken werde.  

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Heyne
Seitenzahl: 384
Ersterscheinung: 13.08.2025
ISBN: 9783453429291
Preis: 13,00

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Heyne-Verlag und Juliane Jensen für das Rezensionsexemplar! 

Donnerstag, 12. Februar 2026

Rezension: Sylvia Lott - Duftwickensommer

Der Sommer der duftenden Wicken

England, 1911: Annie lebt als Vorleserin bei ihrer Chefin Mrs Moss. Denn diese liebt die großen Klassiker und lauscht voller Hingabe, wenn Annie sie ihr vorliest. Als sie von einem Wettbewerb der Daily Mail erfährt, der nach dem schönsten Wickenstrauß Englands sucht und eintausend Pfund als Preisgeld ausgelobt hat, weiß sie, dass sie auch gerne gewinnen möchte. Während sie also ihre Wicken im Garten des Kutscherhäuschens des Anwesens zieht, gedeiht auch die Freundschaft zu Meg, die ebenfalls teilnimmt. Da der, für den Contest zuständige Redakteur auch mit Rosabel Moss verlobt ist, begegnet sie auch diesem immer wieder. Doch kann sie die Gefühle, die damit einhergehen nicht richtig deuten. 

Borkum, 2024: Marieke hat sich nach der Scheidung von ihrem fremdgehenden Ex-Mann ein kleines Häuschen auf der Nordseeinsel gekauft. Denn mit diesem Ort verbindet sie neben glücklichen Familienurlauben mit ihren Kindern auch vergangene Aufenthalte bei ihren Großeltern. Eher nebenbei lernt sie den Umweltschützer und Biologen Tibo kennen, der in ihr den Blick für die Pflanzenwelt der Insel weckt und ihr erzählt, dass die Wicken, die an ihrem Zaun wachsen, etwas besonderes sind. Dank dieser wunderschönen Blumen kommen die Beiden auch mit Nachbarin Alwine ins Gespräch und schnell wird deutlich, dass diese eine spannende und berührende Geschichte über Anni, die bereits verstorbene Besitzerin von Mariekes Haus, zu erzählen hat. 

Sylvia Lott hat diesen Roman abwechselnd auf zwei Zeitebenen spielen lassen. Während Marieke in der Gegenwart versucht, einen Weg zu finden, sich eine Zukunft ohne ihren Ex-Mann aufzubauen und endlich die depressiven Vormittage, die sie beinahe täglich lahmlegen, zu bekämpfen, wird parallel die Geschichte der mutigen und fortschrittlichen Annie erzählt. So fließen beide Handlungsstränge im Fortschreiten der Geschehnisse immer mehr ineiander und sorgen so für einen bewegenden und mitreißenden Roman. 

Das Buch hat mich schnell in seinen Bann gezogen und ich war schon nach wenigen Zeiten kaum mehr bereit, das Buch aus der Hand zu legen. Die beiden Frauen und ihr ganz besonderer und zukunftsweisender Sommer haben einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen und ich mag, wie die Autorin die Liebe zu Wicken als Aufhänger für einen rundum perfekten Roman verwendet hat.  

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Blanvalet
Seitenzahl: 464
Ersterscheinung: 23.07.2025
ISBN: 9783734114212 
Preis: 13,00 

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Blanvalet-Verlag und Sylvia Lott für das Rezensionsexemplar! 

Dienstag, 3. Februar 2026

Rezension: Marie Pierre - Der Weg der Frauen

Eine schwierige Zeit voller Entscheidungen für Pauline Martin

Thionville, 1912: Pauline Martins Nerven werden schon wieder sehr strapaziert, denn die neue Schülerin Ottilie, die mitten im neuen Schuljahr in das Pensionat kommt, ist sehr ruhig und zeigt leider wenig Ambitionen sich in den Alltag und die Gruppe der anderen Schülerinnen einzugliedern. Doch bei diesem Problem bleibt es nicht, erfährt sie doch von Wachtmeister Schrotherr, dass ihre Schülerin Sophie in Metz im Gefängnis sitzt und nicht, wie angekündigt auf Familienbesuch in Luxemburg ist. Pauline muss sofort in ihre frühere Heimatstadt reisen und sich um die inhaftierte Schülerin kümmern. Denn dringen die Vorwürfe, die gegen das Mädchen erhoben werden an die Öffentlichkeit, muss Mademoiselle um ihre Schule bangen. Leider trifft sie in Metz prompt auf ihren früheren Verlobten Roland, der frisch verwitwet schnell wieder der Hoffnung auf eine erneute Verlobung und diesmal auch Heirat erliegt. So sorgt er für Gefühlschaos bei Pauline und Ernst von Pliesnitz, der heimliche Freund von ihr, zieht sich enttäuscht zurück. So kann es nicht weitergehen, findet Pauline und dennoch gibt es keine gute Lösung für all die Verwicklungen, die doch schlussendlich alle eine Gefahr für das Mädchenpensionat darstellen. 

Marie Pierre sorgt mit den rasant eintretenden Ereignissen für ein rasches Tempo, das sich beinahe durch den ganzen Roman zieht. Denn Pauline kommt kaum zur Ruhe, schon taucht das nächste Problem auf. So zieht die Autorin ihre Leser*innen sofort in ihren Bann und bringt die Reihe zu einem runden Abschluss. 

Da ich schon die beiden ersten Bände der Reihe unheimlich gerne gelesen habe, war ich nun gespannt auf den Abschluss der Reihe. Dieser hat es wirklich in sich und ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Die turbulenten Ereignisse haben mich mitgerissen und mir auch so manchen emotionalen Moment geschenkt, indem ich mit Pauline gehofft und gebangt, mich aber auch über das Benehmen so mancher Personen aufgeregt habe. Daher ist die Reihe nun mit einem großartigen Finale am Ende angelangt, was ich zwar etwas schade finde, aber trotzdem rundum zufriedem mit dem runden Abschluss bin.  

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Heyne
Seitenzahl: 560
Ersterscheinung: 11.06.2025
ISBN: 9783453427242 
Preis: 16,00
Reihe: Das Pensionat an der Mosel, Band 3 

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Heyne-Verlag und Marie Pierre für das Rezensionsexemplar! 

Freitag, 30. Januar 2026

Rezension: Hanna Caspian - Schwestern des brennenden Himmels

Ann - zerrissen zwischen Gegenwart und Vergangenheit

Potsdam, 1945: Ann Miller macht sich mit vielen anderen Frauen des britischen Frauenkorps ATS auf den Weg nach Deutschland. Denn in Potsdam wollen die drei Siegermächte auf einer großen Konferenz über die Zukunft des besiegten Deutschland entscheiden. Für Ann ist diese Reise nicht einfach. So weiß niemand in ihrer Einheit, dass sie eine gebürtige Deutsche ist, die vor elf Jahren mit ihren Eltern nach London geflohen ist und somit ihr halbes Leben in Potsdam verbracht hat. Da in der neuen Heimat niemand etwas von ihrer Vergangenheit wissen darf, lebt Ann ständig in der Angst, dass jemand hinter ihre deutsche Vergangenheit kommen könnte. Doch neben ihrer Tätigkeit als Soldatin und Helferin der britischen Delegation soll sie für ihre Eltern herausfinden, was mit deren beiden Brüdern und den Familien geschehen ist, die sie in Deutschland zurücklassen mussten. Für Ann ist diese Aufgabe aber schwierig und ohne fremde Hilfe gar nicht lösbar. Im amerikanischen Soldaten Jackson sieht sie deshalb zuerst nur dessen praktische Funktion als Fahrer und bemerkt erst nach einiger Zeit, dass er ihr immer mehr ans Herz wächst und mit ihrem Geheimnis wahrscheinlich nicht umgehen könnte. Doch wie soll Ann ihre Verwandten finden, wenn sie den abgeschotteten Bereich nicht verlassen darf?

Hanna Caspian hat die geschichtlichen Hintergründe für diesen Roman sehr gründlich recherchiert und dann sehr gut in die Handlung eingebunden, sodass der gesamte Roman sehr authentisch und realistisch wirkt. Ihre Protagonistin Ann ist eine junge Frau, die viel Mut beweist, aber ständig zwischen ihrer jetzigen Tätigkeit bei den Briten und ihrer Vergangenheit eng verbunden mit ihren Eltern, die unbedingt mehr über ihre Familie erfahren wollen, hin- und hergerissen ist. 

Ich kenne die Autorin bereits von anderen Büchern und weiß, dass sie es beherrscht, ihre Leser zu fesseln und emotional zu berühren. So erging es mir auch mit diesem Roman. Denn Hanna Caspian gelingt es perfekt, die Spannung sehr lange immer weiter zu steigern, sodass eine Lesepause kaum mehr möglich ist, da jede Seite nun eine neue Überraschung oder Wendung bereithalten könnte. Daher war dieses Buch ganz klar ein Lesehighlight! 

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Knaur
Seitenzahl: 416
Ersterscheinung: 21.07.2025
ISBN: 9783426227480 
Preis: 18,00

Vielen Dank an den Knaur-Verlag und Hanna Caspian für das Rezensionsexemplar! 

Montag, 12. Januar 2026

Rezension: Mara Andeck - Das Schneeflockenmädchen

Marie und die Kraft der Märchen

Rothenburg ob der Tauber, Dezember 1925: Marie ist mit ihrem Pferd Rosi, ihrem Hund Jaro und ihrem ganz besonderen Pferdewagen unterwegs, um Kinder und Erwachsene mit ihren Märchen zu unterhalten. Zu diesem Zweck hat sie heute die historische Altstadt Rothenburgs ausgesucht, denn auf dem Weihnachtsmarkt erhofft sie sich viele Zuhörer. Dass direkt neben ihr der etwas arrogante Carl seinen Zuckerwatte-Stand aufgebaut hat, ist für Marie nur ein kleines Übel. Schließlich ist sie am nächsten Tag wieder an einem anderen Ort. Doch wie es scheint, wird sie Carl nicht los und begegnet ihm immer wieder bis eine Freundschaft entsteht und beide eine Anziehung verspüren, die da nicht sein sollte. Doch haben sie eine Chance oder stehen zu viele Geheimnisse zwischen ihnen?

Mara Andeck erzählt diese winterlich-weihnachtliche Geschichte in einem langsamen Tempo , aber dennoch kurzweiligen Art, sodass die Leser*innen beim Lesen das Gefühl bekommen, zu entspannen und sich ganz in der bezaubernden Winterlandschaft verlieren können. Da immer wieder Märchen eine tragende Rolle spielen und versteckte Botschaften an die Zuhörer vermitteln, wirkt der gesamte Roman auf eine ganz besondere Art märchenhaft. 

Mein erster Anreiz dieses Buch lesen zu wollen war tatsächlich der Schauplatz, denn ich kenne Rothenburg ob der Tauber sehr gut, da es nicht sehr weit entfernt von mir liegt und auch die anderen Orte, an die Marie und Carl reisen, sind mir wohlbekannt und haben eine Wohlfühlatmosphäre verbreitet, die ich sehr genossen habe. Marie und Carl waren mir auf Anhieb sympathisch und ich wäre gerne noch viel länger mit ihnen durch Mittelfranken gereist, weshalb ich bezaubernd schöne Lesestunden mit den Beiden hatte und etwas enttäuscht war, dass ich viel zu schnell am Ende des Buches angelangt war.  

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Goldmann
Seitenzahl: 352
Ersterscheinung: 17.09.2025
ISBN: 9783442496365 
Preis: 13,00

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Goldmann-Verlag und Mara Andeck für das Rezensionsexemplar! 

Donnerstag, 8. Januar 2026

Rezension: Lena Johannson - Aufgeben können die anderen

Alice kämpft für ihre Träume

Alice wird Ende des 19. Jahrhunderts geboren und kennt lange Zeit nur die französische Stadt Nantes. Lediglich ihr Vater ist immer wieder in der Provence, um dort neue Waren für den Laden der Familie zu besorgen. Obwohl Alice die kleine Stadt liebt und gerne auf das Gymnasium geht, träumt sie von einem Leben in Paris. Zusammen mit ihrem Jugendfreund Joseph träumt sie sich häufig weit weg und reist in Gedanken an die entferntesten Orte. Auch deshalb ist sie schnell ebenso begeistert wie er, nach Großbritannien zu gehen. Dort arbeitet Alice in London für eine osmanische Familie und lernt durch sie New York, Skandinavien und sogar Brasilien kennen. Wichtiger ist aber, dass die Familie sie in ihrer Leidenschaft für das Schwimmen und schließlich auch das Rudern sehr unterstützt. Nach dem Tod von Alices Mutter führt der Weg des Paares aber wieder zurück in die Heimat und Alice bemerkt, wie rückwärtsgewandt viele Franzosen noch sind, denn es gibt kaum Möglichkeiten für Frauen gemeinsam Sport zu treiben. So wächst der Wunsch in ihr, eines Tages selbst an den Olympischen Spielen teilnehmen zu dürfen und den Männern zu zeigen, wie leistungsfähig Frauen sind. 

Lena Johannson beschreibt auf eine sehr fesselnde Weise die Anfänge der ersten Olympischen Frauenspiele. Alice ist eine beeindruckende Frau, die nicht nur mit vielen schweren Schicksalsschlägen zu kämpfen hatte, sondern auch entgegen der Meinung vieler Männer ganz im Sport aufgegangen ist und sich diesem vollkommen verschrieben hat. Da dieser große Schritt in der Geschichte der Gleichberechtigung der Frau so spannend und mitreißend erzählt wird, fliegen die Seiten nur so dahin. 

Obwohl ich zu meiner eigenen Schande gestehen muss, dass ich sehr viel lieber lese und Zeit mit eher bewegungsärmeren Hobbys verbringe, hat mich dieser Roman von der ersten Seite an gepackt. Daher eine klare Leseempfehlung von mir!

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Aufbau TB
Seitenzahl: 381
Ersterscheinung: 13.10.2025
ISBN: 9783746641362 
Preis: 15,00

Vielen Dank an den Aufbau-Verlag und Lena Johannson für das Rezensionsexemplar! 

Montag, 29. Dezember 2025

Rezension: Corina Bomann - Die Frauen vom Rosenhag. Traum vom Neubeginn

Eine Freundschaft entgegen der Konventionen

Marlene Walsted ist seit drei Jahren Witwe, nachdem ihr Mann, der Kapitän eines Segelschiffs, auf See geblieben ist. Doch noch immer hofft sie auf ein Lebenszeichen von ihm. Dass die anderen Seefahrerwitwen ihren gesamten Hass auf sie projezieren ist schrecklich und sorgt für ein ungemütliches Leben in ihrer Heimatstadt. Doch niemals könnte sie Karlskrona verlassen, denn hier war ihr Leben mit Bjarne. Die Arbeit in der Lampenfabrik ist zwar hart und mühselig, aber Marlene hat ein Auskommen und kann für ihren Lebensunterhalt sorgen. Als sie eines Tages der Ehefrau des Reeders Sten Boregard zu Hilfe eilt und sie nach ihrem Kutscheunfall ins Hospital bringt, hätte sie nie gedacht, dass aus dieser Begegnung eine Freundschaft entstehen könnte. Aber die Frauen verstehen sich sehr gut und sind sich in vielen Dingen einig, was nicht zuletzt auch an der Herkunft der Bürgerlichen Liv liegt. Bei ihren Treffen spüren sie eine Verbundenheit, die sie zu Freundinnen werden lässt. Als Liv überraschend das Wildhüterhaus ihres Vaters erbt, entsteht der Gedanke eines Hauses, das als Zufluchtsort Frauen retten könnte, die in gewalttätigen Ehen gefangen sind. Allerdings wird ihre gemeinsame Zeit von so manchen Personen sehr ungern gesehen und es droht Gefahr für die Freundinnen.

Corina Bomann entführt ihre Leser*innen in diesem Roman in das Schweden des Jahres 1910. So manche Ansicht ist noch sehr eingestaubt und Frauen müssen für die kleinsten Zugeständnisse hart kämpfen. So ist Liv in ihrer Ehe mit dem sehr bestimmenden Reeder Sten Boregard gefangen, während die Arbeiterin Sigrun von ihrem Ehemann beinahe totgeschlagen wird. Auch Marlene lebt mit den ungerechtfertigten Anfeindungen der Seefahrerwitwen, die lediglich einen Schuldigen für das schreckliche Unglück brauchen. Der Journalist Oskar dagegen versucht für Gerechtigkeit zu sorgen und zeigt, dass Männer auch anders sein können. Da die Autorin regelmäßig zwischen den drei Protagonisten und deren Perspektiven wechselt, sorgt sie für tiefe Einblicke in deren Leben. Dank der eher kurzen Kapitel von nur drei bis fünf Seiten, lesen sich die knapp sechshundert Seiten wie im Flug. 

Voller Spannung habe ich diesen Roman begonnen und konnte kaum mehr aufhören zu lesen. Denn alle drei Charaktere sind sehr sympathisch und haben mit ihrem ganz eigenen Schicksal zu kämpfen. Es begeistert mich, wie lebendig die Autorin erzählt und wie schnell ich mich selbst als Teil der Handlung gesehen habe. Ein rundum gelungener Roman, der zu meiner großen Freude noch mit einem zweiten Band aufwartet! 

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Penguin
Seitenzahl: 592
Ersterscheinung: 01.05.2025
ISBN: 9783328603481 
Preis: 16,00
Reihe: Die Schweden-Saga, Band 1 

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Penguin-Verlag und Corina Bomann für das Rezensionsexemplar! 

Dienstag, 9. Dezember 2025

Rezension: Sophie Dornbach - Vienna Passion

Charlotte und die Liebe

Charlotte von Althenau ist die drittjüngste der vier Schwestern. Nachdem Antonia und Bernadette nun verheiratet sind, hat sich ihre Mutter vorgenommen, nun auch ihr endlich einen passenden Mann zu besorgen. Doch Charlotte ist anders als viele Frauen und es widerstrebt ihr nichts mehr, als von einem Mann bevormundet und unterdrückt zu werden. Da einige Männer das von ihr auch bereits ins Gesicht gesagt bekommen haben, ist sie nicht sonderlich beliebt in der Männerwelt. Doch der Gestütsbesitzer Drogo von Wittenhausen scheint ganz angetan von der nur etwa halb so alten Komtess und lässt sich auch von ihrer Direktheit nicht abschrecken. Schließlich ist es vorallem auf der Suche nach einer neuen Ehefrau, die ihm den dringend benötigten Erben schenken kann, ansonsten verspricht er ihr viele Freiheiten und Mitspracherecht in den Angelegenheiten rund um die Pferde, sollte sie sich für ihn entscheiden. Charlottes Eltern sind begeistert und drängen sie dazu, sich weiter mit ihm zu verabreden. Doch Charlotte geht der junge Patissier Sebastian nicht aus dem Kopf, dabei sollte sie ihn schnellstens vergessen, ist er doch nicht standesgemäß für sie. Wie wird sie sich letztlich wohl entscheiden?

Sophie Dornbach erzählt in gewohnt unterhaltsamer und kurzweiliger Weise über die Familie von Althenau und diesmal vorallem über Charlotte, die ungezähmteste und direkteste der Schwestern. Sie ist so liebenswert und besticht die Leser vorallem durch ihren Wagemut und Hilfsbereitschaft, denn seit sie das Geheimnis der Familie kennt, hat sie wirklich Angst um ihre Liebsten. 

Diese Reihe hat mir von Beginn an sehr sehr gut gefallen und ich bin nun wieder voller Freude in das Wien der Kaiserzeit zurückgekehrt. Charlotte hat mich schon vor diesem Buch beeindruckt, denn sie ist ein kleiner Wildfang, meint es aber immer gut mit allen. Auch Sebastian ist die perfekte Partie und könnte nicht besser zur Familie von Althenau passen. Und obwohl sich schnell abzeichnet, dass sich zwischen Charlotte und Sebastian eine Beziehung entwickeln könnte, hat das meinem Lesevergnügen keinen Abbruch getan und ich war gefesselt bis zur letzten Seite!

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Heyne
Seitenzahl: 448
Ersterscheinung: 14.05.2025
ISBN: 9783453428782 
Preis: 16,00
Reihe: Die Wien-Saga, Band 3 

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Heyne-Verlag und Sophie Dornbach für das Rezensionsexemplar!