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Montag, 11. Mai 2026

Rezension: Karen Sander - Die Tiefe: Versunken

Serienmörder oder Zufall?

Alina bereut ihre vorschnelle Aussage, tauchen zu können bereits ab der ersten Minute danach. Denn nun soll sie die Hobbyschatzsucher Danny und Timm auf einem Tauchgang zu einem versunkenen Wikingerschiff begleiten. Doch das, was Alina stattdessen auf dem Meeresgrund entdeckt, wird ihr noch lange im Gedächtnis bleiben. Denn wer vergisst schon den Moment, wenn er eine einäugige Leiche aus einem Segelboot herausschauen sieht. Da es sich bei dieser Leiche allerdings um die Mutter einer vierköpfigen Familie handelt, die zusammen ermordet wurde, muss Krimialhauptkommissar Tom Engelhardt notgedrungen seinen Urlaub in Spanien abbrechen und an die Ostsee zurückkehren. Auch seine Freundin Mascha Krieger, die als Kryptologin bei einer Sonderkommission arbeitet, hat direkt nach ihrem Lehrgang in Vancouver einen neuen Fall und muss einen rätselhaften Brief entschlüsseln. Dieser soll die Spur zum Mörder einer ermordeten Gynäkologin sein. Als in Toms Nähe zwei weitere Leichen in einem Motorboot entdeckt werden, liegt die Frage nahe, ob es sich um einen Serienmörder handelt oder alles nur zufällig ähnlich ist. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren...

Karen Sander beginnt diesen ersten Teil einer neuen Trilogie rund um die beiden Ermittler Tom Engelhardt und Mascha Krieger mit einem abrupten Einstieg in das Geschehen. So wirkt es anfangs ein wenig überraschend und überfordernd, denn es tauchen viele neue Personen auf, die vorallem dann unbekannt sind, wenn noch keiner der sechs Vorgängerbände gelesen wurde. Was allerdings nur kurze Zeit ein Problem darstellt, denn die Namen sind eingängig und schnell den passenden Personen zuordenbar. Die Fälle an sich haben nichts miteinander zu tun, dennoch passen sie gut zusammen und werden durch die beiden Protagonisten verbunden. Da die einzelnen Tage als Kapitel dienen und darunter jeweils die Schauplätze für eine weitere Unterteilung in relativ kurze Abschnitte sorgen, fliegen die Seiten nur so dahin.

Obwohl ich eher weniger Krimis und Thriller lese, kann ich die gebannten Lesestunden mit einem guten Buch aus diesem Genre sehr schätzen. So erging es mir auch mit diesem Reihenauftakt und ich bin wirklich froh, dass die beiden anderen Bände auch schon hierliegen. Denn ich bin wirklich neugierig, wie es bei Tom und Mascha weitergeht, schließlich läuft der Mörder der vierköpfigen Familie immer noch frei herum. 

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: ROWOHLT Taschenbuch
Seitenzahl: 368
Ersterscheinung: 11.11.2025
ISBN: 9783499016103
Preis: 14,00
Reihe: Engelhardt und Krieger ermitteln, Band 7 

Vielen Dank an den Rowohlt-Verlag und Karen Sander für das Rezensionsexemplar! 

Sonntag, 1. Februar 2026

Rezension: Isabell Linn - Falling in too deep

Ein Neuanfang an der Küste Portugals

Iva ist überglücklich, denn endlich erhält sie die Chance auf einen Neuanfang an der Küste Portugals. Denn dort befindet sich das Camp von fünf Influencern, die bereit sind, Iva in ihrer Gemeinschaft aufzunehmen und sie von ihrem Erfolg profitieren zu lassen. Ivas Traum geht endlich in Erfüllung und sie wird herzlich im Camp aufgenommen. Es ist unglaublich, wie schnell ihre Followerzahl steigt und sie endlich die Anerkennung bekommt, die sie in Deutschland nie so erfahren hätte. Nicht nur Sunny wird schnell zu einer sehr guten Freundin, sondern auch ihr Insta-Crush Ishaan und das Paar Aurélie und Ed und sogar Yasmin, die gerade kaum zuhause ist, empfangen sie offen und freudig. Doch Iva spürt auch, dass in der Community nicht alles so fröhlich ist, wie es den Anschein hat und versucht, hinter die Kulissen zu blicken. 

Doch vorallem steht die Frage im Raum: Warum verschwindet Iva nach drei Wochen im Camp spurlos?

Isabell Linn beginnt den Roman mit einem Blick in die Zukunft und zeigt den Post der Camp-Bewohner, indem sie nach Iva suchen, die einfach verschwunden ist. Erst dann beginnt sie chronologisch mit der Ankunft von Iva und deren ersten Zeit im Camp. Da sie alles aus Ivas Ich-Perspektive erzählt, wirkt es nahbar und vermittelt eine Nähe zu den Leser*innen, die ansonsten nicht so möglich wäre. Die Spannung besteht die gesamte Handlung über und wird durch einige Posts aus der Zukunft nach der fraglichen Entführung weiter erhöht. Insgesamt enthält das Buch so einige Tropes, wie Opposites Attract, Slow Burn und Secrets & Lies und noch einige weitere.

Leider hatte ich mit dem Buch so meine Schwierigkeiten, denn ich konnte mich mit dem Aufbau der Handlung einfach nicht anfreunden. Es ist wirklich eine tolle Einleitung in den Roman, einmal kurz in die Zukunft zu blicken und so zu zeigen, dass noch so manches auf die Leser*innen zukommt. Allerdings geschieht dann beinahe das halbe Buch nichts in die anfangs angedeutete Richtung. Die Handlung kommt sehr langsam in Gang und ist so eher weniger spannend und fesselnd. Da sämtliche Charaktere geheimnisvoll für mich nicht einzuschätzen waren, war ich durchgehend gespannt, wie es am Ende wohl ausgehen mag und wer an Ivas Verschwinden seinen Anteil hat. Doch der Schluss selbst kam mir dann zu schnell und wirkt so etwas zu schnell abgehandelt und konstruiert. Auch ein Minuspunkt war für mich der Klappentext, der einfach zu weit vorgreift und so beinahe schon spoilert. 

So gebe ich dem Buch solide 4/5 Sterne. Denn trotz meiner Kritikpunkte hat sich der Erzählstil der Autorin sehr flüssig und gut gelesen und ich musste mich nicht nur das Buch quälen.  

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Bewertung: 4 von 5 Sterne

Verlag: Knaur Taschenbuch
Seitenzahl: 448
Ersterscheinung: 01.10.2025
ISBN: 9783426563465 
Preis: 16,00

Vielen Dank an den Knaur-Verlag und Isabell Linn für das Rezensionsexemplar! 

Dienstag, 14. Oktober 2025

Rezension: Jörg Maurer - Den letzten Gang serviert der Tod

Kommissar Jennerweins kriminalistischer Ausflug in die Gastronomie

Als Kommissar Jennerwein diesmal zu ihrem neuen Fall gerufen werden, führt sie ihr Weg hinauf zum Ein-Sterne-Restaurant "Hubschmidt's". Dort ist nicht nur ein Mann in einem Topf voller heißer Bouallabaisse ertränkt, sondern auch seine Jugendliebe, die Staatsanwältin Antonia Beissle, mit einer Bratpfanne erschlagen, der Flugkapitän Reininghaus mit einem japanischen Messer erstochen und der Chef persönlich mit einem Pilzeintopf vergiftet worden. Die Kriminalkommissare stehen vor einem Rätsel, denn hat der Täter nicht nur ein riesengroßes Chaos veranstaltet, sondern auch auf kleinstem Raum vier Personen ermordet. Handelt es sich hier um Kalkül oder war es eine Tat aus Effekt? Und wer kann der Mörder sein? Hatte er näheren Kontakt zu den Opfern oder war alles nur ein Zufall? Jennerwein muss genau hinsehen und fragt sich nur immer wieder, welche wesentliche Tatsache er übersehen hat.

Jörg Maurer knüpft mit diesem dreizehnten Band der Reihe rund um Kommissar Jennerwein nahtlos an vorangegangene Bücher an. Denn natürlich sind die Charaktere weiterhin etwas skurril, besitzen alle ihre Eigenheiten und haben gemeinsam schon so einiges erlebt. Auch der Fall ist speziell, was aber auch nicht anders zu erwarten war. 

Bisher habe ich jeden der Teile dieser Reihe verschlungen und war voller Begeisterung immer mit dabei. Ich liebe diese ganz besonderen Fälle, die Jörg Maurer schafft und die so wunderbar abgehoben sind und alles ein wenig überspitzt darstellen. Dieser dreizehnte Band lag nun lange ungelesen in meinem Bücherregal, passt aber nun zufällig perfekt zur Jahreszeit und hat mir sehr spannende und unterhaltsame Lesestunden geschenkt.  

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: FISCHER Scherz
Seitenzahl: 416
Ersterscheinung: 14.10.2020
ISBN: 9783651025899 
Preis: 16,99
Reihe: Kommissar Jennerwein ermittelt, Band 13 

Mittwoch, 23. Oktober 2024

Rezension: Nikolas Kuhl & Stefan Sandrock - Das Dickicht

 

Ein Kriminalfall, der nach zwanzig Jahren plötzlich wieder in den Fokus der Ermittler rückt

Vor knapp zwanzig Jahren war Juha, mittlerweile Kriminaloberkommissar beim LKA Hamburg, gemeinsam mit seinem erfahrenen Kollegen Werner Swoboda bei einer Geiselnahme. Gemeinsam haben sie den vierzehnjährigen Jungen entdeckt und aus seinem Verließ gezogen, doch er war bereits tot. Juha hat diesen Moment nie vergessen und für seinen Kollegen war danach nichts mehr wie vorher, denn der Fall ließ ihm einfach keine Ruhe. Nun, beinahe zwanzig Jahre später, werden die Ermittler vom LKA zu einem Entführungsfall gerufen, der nach dem gleichen Schema verläuft. Doch schnell wird klar, dass diese Geiselnahme gut ausgehen wird. In Juha erwachen aber wieder sämtliche Erinnerungen an den alten Fall und er fragt sich wieder einmal, ob sie damals den richtigen Mann als Entführer ausgemacht haben. Gemeinsam mit seinem jungen Partner Lux begibt er sich auf die Spurensuche und rollt den Fall nochmals auf...

Das Autorenduo Nikolas Kuhl und Stefan Sandrock nehmen ihre Leser mit auf eine Ermittlung, die so manche Wendung nimmt und bis zum Ende nicht vorhersehbar ist. Gerade der Anfang ist sehr spannend und fesselnd, denn der neue Fall ist sehr präsent und mutet sehr wie eine echte Entführung an, weshalb Juha sich bald die Frage stellt, ob der wahre Entführer von damals nicht doch noch lebt und nun wieder aktiv ist. So gelingt auch eine perfekte Überleitung zum alten Fall, der in Juha, und nun auch Lux, immer wieder Zweifel an den früheren Ermittlungsergebnissen aufkommen lässt. Mit viel Bauchgefühl und Recherche kommen sie den wahren Beweggründen auf die Spur und tauchen erneut in die Ermittlungen ein.

Gerade das Cover und der Klappentext versprechen einen sehr spannenden und fesselnden Krimi. Ich allerdings empfand ihn eher als interessant, war aber leider nie so sehr gefesselt, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte zu lesen. Juha und Lux mag ich sehr und würde mich freuen, wenn sie noch weitere Cold Cases oder auch aktuelle Kriminalfälle gemeinsam lösen würden.

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Bewertung: 4 von 5 Sterne

Verlag: ROWOHLT Taschenbuch
Seitenzahl: 336
Ersterscheinung: 13.08.2024
ISBN: 9783499014284 
Preis: 14,00

Vielen Dank an den Rowohlt-Verlag, Nikolas Kuhl und Stefan Sandrock für das Rezensionsexemplar!

Freitag, 16. Februar 2024

Rezension: Luca Brosch - Bevor die Welt sich weiterdreht

 

Machtspiele im neutralen Davos

Davos in der Schweiz, 1916/17: Die Krankenschwester Johanna Gabathuler kehrt nach einem Jahr an der Westfront des Ersten Weltkrieges in ihre Heimat zurück. Nach dieser schrecklichen Zeit, die in der Hölle von Verdun endete, sehnt sie sich nach dem friedlichen Bergdorf, in dem sie aufgewachsen ist, ihrem Vater und ihrer Schwester. Doch das uneheliche Kind in ihrem Bauch, das von ihrer großen Liebe Erich stammt, der erst vor Kurzem auf dem Schlachtfeld gefallen ist, sorgt dafür, dass ihre Familie sie in ein Kloster schickt und ihr das Kind schließlich wegnehmen. Johanna kehrt unglücklich und wütend in ihr Heim, das Luxussanatorium ihrer Familie zurück. Dort geht sie wieder ihrer Arbeit als Krankenschwester nach. Mit der Zeit gewinnt sie aber einen Blick hinter die Kulissen und entdeckt, dass es nur so vor politischen Amtsträgern und dementsprechend auch Spionen aller, am Krieg beteiligten Parteien wimmelt. Niemals aber hätte sie gedacht, dass sie selbst einmal Teil des deutschen Geheimdienstes sein würde, wenn auch nicht freiwillig...

Luca Brosch ist es mit diesem historischen Roman gelungen, von der ersten Seite an zu fesseln. Seine Protagonistin Johanna ist eine starke, junge Frau, die weiß, was sie möchte und das Spiel der Mächte schnell durchschaut. Da aber nicht allein aus ihrer Sicht erzählt wird, sondern auch andere Beteiligte zu Wort kommen, bekommt die Handlung eine Vielschichtigkeit und Tiefe, die den Leser fesselt. Auffallend ist, dass der Autor die Länge der Kapitel größtenteils kurz hält, sodass sie selten mehr als vier bis sechs Seiten umfassen. Trotzdem führt es nie zu einem Stocken im Lesefluss, denn es ist immer klar, wessen Perspektive gerade geschildert wird.

Nachdem ich nun seit einiger Zeit an einer Leseflaute leide und mich kein Buch so richtig gepackt hat, ist es diesem Roman von Luca Brosch perfekt gelungen. Innerhalb eines Tages habe ich das Buch zu neunzig Prozent gelesen und war durchgehend begeistert und ganz in der Handlung gefangen. Mir hat die Balance aus historischem Roman mit wahren Begebenheiten und der Agentenkrieg im Hintergrund sehr gut gefallen, wenn ich mich auch hin und wieder gefragt habe, was denn nun Fiktion ist und was sich wirklich so zugetragen hat. Ein rundum gelungener Roman, der seinesgleichen sucht!

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
Seitenzahl: 464
Ersterscheinung: 16.11.2023
ISBN: 9783423283779 
Preis: 23,00

Vielen Dank an den dtv-Verlag und Luca Brosch für das Rezensionsexemplar!

Donnerstag, 28. September 2023

Rezension: Pascal Engman & Johannes Selåker - Sommersonnenwende

 

Die Jagd auf einen brutalen Frauenmörder

Schweden, 1994: Der Polizist Tomas Wolf ist seit er im März aus Bosnien heimgekehrt ist, wo er als Söldner ein halbes Jahr stationiert war, nicht mehr der Alte. Denn die Erlebnisse haben ihn traumatisiert, schließlich hat er niemals so viel Brutalität erlebt und hautnah mitansehen müssen. Er tut sich sehr schwer, wieder in ein normales Leben mit seiner Frau und seinen Kindern zu finden, trinkt zu viel und wird immer wieder von Flashbacks heimgesucht, die er mit Tabletten versucht in den Griff zu bekommen. Als er nun an einem heißen Sommertag am Tatort eines brutalen Frauenmordes vorbeikommt, holen seine Erinnerungen ihn beinahe wieder ein und er hält es schier nicht aus. Dennoch wird dieser und zwei ähnliche Fälle ihn noch länger beschäftigen... Die Journalistin Vera Berg möchte sich ein neues Leben aufbauen, da ihr Ex-Freund immer weiter in den Drogensumpf und kriminelle Machenschaften rutscht. Aber sie kann seinen sechsjährigen Sohn Sigge nicht bei ihm zurücklassen und nimmt ihn schließlich mit. Doch ihr Ex kommt ihr auf die Spur und wieder soll sie für ihn Geld besorgen, was ihren Job erneut in Gefahr bringt. Durch Zufall erfährt sie von den Morden mit vorhergehenden Vergewaltigungen und fühlt sich sofort an einen alten Fall erinnert, den sie durch ihre frühere Arbeitsstelle kennt. Sie nimmt Kontakt zu dem Opfer auf, das nur durch Zufall überlebt hat und beginnt wieder zu ermitteln...

Dem Autorenduo Pascal Engman und Johannes Selåker ist mit diesem Auftaktband ein interessanter und spannender Krimi gelungen, der lange nicht den wahren Täter erahnen lässt. Die kurzen Kapitel und häufigen Perspektivwechsel machen das ganze noch zusätzlich fesselnd. Die Fälle an sich sind sehr komplex und regen die Leser dazu an, selbst mitzudenken und zu raten, denn häufig werden nur Andeutungen gemacht.

Ich war sehr gespannt auf den Krimi, denn ich hatte keine Vorstellung, was mich genau erwartet. Allerdings hat es ein bisschen gedauert, bis das Buch mich so gefesselt hat, dass ich nicht mehr aufhören zu lesen wollte. Allerdings fand ich den Aufbau der Handlung richtig gut und durchweg gelungen. Da beide Protagonisten eine sehr bewegte Vergangenheit mit so manchem Trauma haben, spielt diese auch in der Gegenwart immer wieder eine Rolle und sorgt so für eine vielschichtigere Handlung. Ich bin schon gespannt, wie es wohl im zweiten Band der Reihe weitergeht...

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Bewertung: 4 von 5 Sterne

Verlag: Ullstein Paperback
Seitenzahl: 592
Ersterscheinung: 29.06.2023
ISBN: 9783864932397
Preis: 17,99
Reihe: Band 1 der schwedischen Krimireihe

Vielen Dank an den Ullstein-Verlag, Pascal Engman und Johannes Selåker für das Rezensionsexemplar!

Montag, 13. Februar 2023

Rezension: Volker Klüpfel & Michael Kobr - Die Unverbesserlichen - Der große Coup des Monsieur Lipaire

 

Eine unterhaltsame Gaunerkomödie vor toller Kulisse

Monsieur Guillaume Lipaire verdient seinen Lebensunterhalt als Gardien und die illegale Vermietung der, ihm anvertrauten Wohnungen. Allerdings bringt eine Leiche sein Leben gehörig durcheinander, denn diese liegt plötzlich in einem der Häuser und Guillaume muss sie beseitigen, schließlich will er nicht, dass die Hauseigentümer davon erfahren. Sein junger Freund Karim hilft ihm dabei - und schon sind sie mitten drin und auf der Suche nach der Identität des Toten und dem Grund seines Ablebens in der Villa. Doch sie bleiben nicht lang allein und innerhalb kürzester Zeit bildet sich eine kleine Truppe um Lipaire, die alle auf den Fund eines Schatzes hoffen.

Dem Autorenduo Klüpfel und Kobr ist eine unterhaltsame Gaunerkomödie, die sich weniger durch Spannung, sondern durch Humor und besondere Charaktere auszeichnet. Die Handlung ist kurzweilig und liest sich schnell und flüssig, was auch durch die eher kurzen Kapitel begünstigt wird.

Der erste Teil der Reihe um Lipaire hat mir sehr gut gefallen und ich bin schon gespannt auf den zweiten Teil. Denn ich hatte großen Spaß, den unterschiedlichen Charakteren dabei zuzusehen, wie sie zu Freunden zu werden und gemeinsam auf ein Ziel zuarbeiten.

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Bewertung: 4 von 5 Sterne

Verlag: Ullstein Buchverlage
Seitenzahl: 496
Ersterscheinung: 14.11.2022
ISBN: 9783550201448 
Preis: 24,99
Reihe: Die Unverbesserlichen, Band 1

Vielen Dank an den Ullstein-Verlag, Volker Klüpfl und Michael Kobr für das Rezensionsexemplar!

Samstag, 27. August 2022

Rezension: Eva Almstädt - Akte Nordsee - Am dunklen Wasser

 

Ein gelungener Krimi mit außergewöhnlichem Ermittlerpaar

Nordfriesland: Fentje Jacobsen lebt mit ihren knapp dreißig Jahren immer noch auf dem Bauernhof ihrer Großeltern, die Schafe halten. In ihrem ausgebauten Stall fühlt sie sich sehr wohl und betreibt ihre Rechtsanwaltskanzlei von dort aus. Leider muss sie ihren Großeltern viel helfen, denn die Großmutter wird langsam etwas tüdelig und der Großvater hat Probleme mit dem Rücken. Trotzdem nimmt sie den neuen Klienten an, denn sie ist fest von dessen Unschuld überzeugt. Er soll nämlich seine Freundin ermordet haben, doch das ist ihm nicht zuzutrauen. Die Lage spitzt sich noch zu, als auch noch zwei Schülerinnen aus dem Internat auf Nordstrand nach dem Wochenende nicht mehr auftauchen. Fentje ist angespannt und zusätzlich zusehends genervt von Journalist Niklas John, der in den unmöglichsten Situationen auftaucht und sie schließlich sogar zu einer Zusammenarbeit überreden will. Wäre da nicht ihr Mandant, der ihre Hilfe unbedingt braucht, würde sie sich nicht auf so etwas einlassen...

Eva Almstädt ist es in diesem Krimi gelungen, die beiden Protagonisten Fentje Jacobsen und Niklas John ihrer neuen Reihe vorzustellen und zu einem Ermittlerpaar werden zu lassen. Die Kulisse Nordfrieslands eignet sich sehr gut als Schauplatz des Verbrechens und wird noch interessanter durch die Nähe, die unter den Einheimischen dort herrscht. Es ist ihr auch sehr gut gelungen, den Leser bis zum Ende im Ungewissen tappen zu lassen, wer der Mörder ist und welches Motiv ihn zu seiner Tat bewogen hat.

Dieser Krimi war mein erster der Autorin und ich habe ihn sehr gerne gelesen, denn ich mochte die Spannung, die während der gesamten Handlung herrschte. Auch die häufigen Perspektivwechsel zwischen allen möglichen Charakteren, die mit dem Fall zu tun hatten, sind gelungen und sind der Spannung sehr zuträglich. Nun bin ich schon sehr gespannt auf den nächsten Fall dieses Ermittlerduos. Ich bin mir auch sicher, dass ich auch die Ostsee-Reihe demnächst beginnen werde, denn der Schreibstil der Autorin hat mich überzeugt und neugierig gemacht.

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Lübbe
Seitenzahl: 416
Ersterscheinung: 27.05.2022
ISBN: 9783404185740
Preis: 11,99
Reihe: Fentje Jacobsen und Niklas John ermitteln, Band 1

Vielen Dank an die Bloggerjury, den Lübbe-Verlag und Eva Almstädt für das Rezensionsexemplar!

Donnerstag, 28. Juli 2022

Rezension: Volker Klüpfel & Michael Kobr - Affenhitze

 

Kluftinger schwitzt...

Es ist Sommer im Allgäu und Kluftinger kämpft mit der Hitze. Da er immer noch Interimschef des Polizeipräsidiums Kempten ist, muss er auch noch den Ministerpräsidenten begrüßen, der zur großen Bekanntgabe des besonderen Fundes von Udo, dem Urzeitaffen, in einer Tongrube kommt. Doch das Ende dieses Besuches konnte keiner ahnen, denn es taucht plötzlich der Arm eines Toten aus dem Boden auf und dieser ist noch nicht Millionen Jahre alt, wie sämtliche andere Funde aus der Grube. Nun muss Kluftinger ermitteln und schwitzt im Jahrhundertsommer vor sich hin...

Klüpfel und Kobr ist auch in diesem zwölften Band der Reihe rund um den Kriminalkommissar Kluftinger ein besonderer Fall gelungen. Es gelingt dem Autorenduo immer wieder, dass sich die Morde so grundlegend unterscheiden, dass sie nie langweilig sind oder der Leser das Gefühl hat, er kenne den Fall schon. Die Kulisse ist diesmal eine Tongrube bei Pfronten, die auch etwas weiter entfernt von Altusried und Kempten ist und sich so neue Orte ergeben, in denen sich so manche lustige Szene abspielt. Natürlich spielt auch Doktor Langhammer wieder eine Rolle und unterhält den Leser unfreiwillig.

Nun habe ich endlich alle bisher erschienen Teile der Kluftinger-Krimis gelesen und muss sagen, dass mir der immer etwas grantige und grummelige Kluftinger doch sehr ans Herz gewachsen ist. Ich hoffe, dass es noch viele weitere Bände der Reihe geben wird, denn sie alle haben einen sehr hohen Unterhaltungswert.

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Bewertung: 4,5 von 5 Sterne

Verlag: Ullstein Buchverlage
Seitenzahl: 560
Ersterscheinung: 28.04.2022
ISBN: 9783550201462 
Preis: 24,99
Reihe: Kluftinger-Krimis, Band 12

Vielen Dank an den Ullstein-Verlag und das Autorenduo Klüpfel & Kobr für das Rezensionsexemplar!

Dienstag, 26. Juli 2022

Rezension: Volker Klüpfel & Michael Kobr - Funkenmord

 

Kluftinger bügelt einen Fehler aus der Vergangenheit aus...

Kluftinger hat seinem früheren Hauptverdächtigen Mendler versprochen, dass er den "Funkenmord" nocheinmal aufrollt und endlich den wahren Mörder der Lehrerin Karin Kruse findet, denn Mendler hat geschworen, dass er niemals der Mörder war. Nun also hat die Kemptener Mordkommission zwei Fälle, die laut Kluftinger bestimmt zusammenhängen, aber seine Kollegen haben keine Lust auf den alten Fall und konzentrieren sich auf die beiden Männer, die Klufti im Wald niedergeschlagen haben. Nur die neue und junge Kollegin Lucy Beer hilft Klufti bei den Vernehmungen und langsam aber sicher entwickeln sie sich zu einem guten Team und der Verlust Strobls wird ein wenig ausgeglichen...

Dem Autorenduo Klüpfel und Kobr ist mit diesem alten Fall, der verknüpft mit den aktuellen Geschehnissen aus dem zehnten Band der Reihe, eine tolle und spannende Handlung bietet. Auch in diesem Band gibt es wieder einige Stellen, an denen der Leser am liebsten laut loslachen würde, denn die Marotten Kluftis, aber auch Maiers, sind lustig und bringen Humor in die spannende Aufklärung der Fälle.

Ich bin großer Fan von Kluftinger und seinem Team. Dieser elfte Fall ist wieder einzigartig und nicht mit den anderen Teilen zu vergleichen, da sie sich zwar den aktuellen Geschehnissen aus Band zehn widmen, aber auch den Cold Case "Funkenmord" nochmals aufrollen und Kluftinger seine alten Fehler endlich ausbügeln kann. Auch die neue Kollegin Lucy bringt frischen Wind in das Team aus alten Männern und bringt den Kommissar dazu, sich etwas zu verjüngen und moderner zu werden, was ihm gut steht. Allerdings ist dieser Teil nicht geeignet, ihn ohne den Vorgängerband zu kennen, zu lesen, denn er bezieht sich sehr auf den vorherigen Fall und setzt einige Vorkenntnisse voraus.

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Ullstein Taschenbuch Verlag
Seitenzahl: 496
Ersterscheinung: 24.09.2021
ISBN: 9783548064918 
Preis: 12,99
Reihe: Kluftinger-Krimis, Band 11

Sonntag, 24. Juli 2022

Rezension: Volker Klüpfel & Michael Kobr - Kluftinger

Wenn die Vergangenheit plötzlich wieder präsent ist...

Kluftinger ist nun endlich Opa und freut sich sehr über sein Enkelkind. Auch deshalb lässt er sich von Erika dazu bringen, ihnen seinen geliebten Passat zu leihen und selbst wieder mit dem rosafarbenen Smart herumzufahren. Doch das rückt alles etwas in den Hintergrund, als sie beim traditionellen Besuch des Friedhofs an Allerheiligen ein neues Grab mit dem Namen von Kluftinger selbst entdecken. Erst halten sie es für einen üblen Scherz, doch als dann auch noch eine Todesanzeige mit seinem Namen in der Tageszeitung auftaucht, beginnen auch seine Kollegen bei der Mordkommision Kempten sich Gedanken zu machen...

Dem Autorenduo Klüpfel und Kobr ist mit diesem zehnten Teil der Reihe ein ganz besonderer Band gelungen, schließlich erfährt man nun endlich etwas mehr über die Vergangenheit des Kommissars. Trotz der vielen Rückblicke in die vergangenen Ereignisse aus dem Leben Kluftis, ist der Fall spannend und bis zur Lösung des Falles undurchsichtig.

Ich fand diesen zehnten Teil richtig gut, denn schon immer wollte ich mehr über den Kommissar erfahren, was hier nun zur Genüge geschehen ist. Somit ist dieser Band eine würdige Fortsetzung der Reihe und macht Lust auf noch weitere Teile.

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Ullstein Taschenbuch Verlag
Seitenzahl: 480
Ersterscheinung: 29.03.2019
ISBN: 9783548060323 
Preis: 12,99
Reihe: Kluftinger-Krimis, Band 10

Freitag, 1. Juli 2022

Rezension: Svea Jensen - Nordwestnacht

 

Ein spektakulärer Mord hält die Soko St. Peter-Ording auf Trab

Die bekannte Fernsehserie Tödlicher Norden wurde dieses Jahr an einen neuen Schauplatz verlegt, sodass nun Dreharbeiten auf St. Peter-Ording stattfinden. Der junge Polizist Nils Scheffler wurde als Berater abgestellt, um den Schauspielern zur Seite zu stehen und sie in die Details der Polizeiarbeit einzuweisen. So hat er auch die Hauptdarstellerin Julia Manshardt kennengelernt und sich Hals über Kopf in sie verliebt. Als diese nun einen Zettel mit den Worten "Jetzt bist du fällig" erhält, macht er sich große Sorgen um sie und berichtet auch seinen Kollegen Anna Wagner und Hendrik Norberg davon. Beide können aber nicht viel unternehmen, denn Julia hat bisher keine Anzeige gegen den vermeintlichen Stalker erstattet. Als dann die Leiche des Praktikanten Tim Förster gefunden wird, der an einer Pfahlbaute festgekettet wurde und dann bei Flut ertrunken ist, sind die Polizisten der Soko gefragt. Als dann auch noch Julia verschwindet, gewinnt der ganze Fall an Brisanz...

Svea Jensen versteht es, den Krimi so aufzubauen, dass sich die Spannung langsam steigert und anfangs die Ereignisse schnell aufeinanderfolgen. Dann taucht der Leser in die Ermittlungen ab und erhält ab und zu Einblick in die Gedanken der anderen Charaktere, die auch eine Rolle im Fall spielen, was die Spannung noch weiter steigert. Die Sprache der Autorin ist so bildlich, dass man sofort ein Bild vor Augen hat. Die beiden Kommissare Wagner und Norberg ermitteln wieder gewohnt ruhig und gefasst, geben aber in diesem Fall etwas weniger Einblicke in ihr Privatleben, da auch Nils etwas mehr im Mittelpunkt steht.

Ich habe mich schon sehr auf diesen dritten Teil der Reihe gefreut und wurde nicht enttäuscht. Denn der neue Fall konnte mich sofort überzeugen und mitreißen. Auch diesmal könnte ich mir alles wieder super als Verfilmung vorstellen und hoffe sehr, dass das irgendwann passiert. Einfach eine richtig gute Reihe, von der hoffentlich noch viele Bände erscheinen!

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: HarperCollins
Seitenzahl: 384
Ersterscheinung: 22.03.2022
ISBN: 9783749903399 
Preis: 12,00
Reihe: Ein Fall für die Soko St. Peter-Ording, Band 3

Vielen Dank an den HarperCollins-Verlag und Svea Jensen für das Rezensionsexemplar!

Mittwoch, 1. Juni 2022

A.M. Ollikainen - TEAM HELSINKI

 

Ein unvorhersehbarer Krimi aus Finnland

Es ist Mittsommer in Helsinki, aber wegen dem Fund einer Frauenleiche hat Kommissarin Paula Pihjala und ihr Team nicht frei, sondern die Suche nach dem Täter startet. Allerdings sind die Ermittlungen schon allein wegen des Feiertages erschwert, aber auch auch die prominente Stiftung, vor deren Stiftungsvilla die Tote gefunden wurde, macht alles schwieriger. Die Tote, eine Person of Color aus Namibia, wie sich nach gründlicher Recherche herausstellt, hat auf den ersten Blick nichts mit der Stiftung und der Familie Lehmusoja zu tun, doch mit der Zeit treffen die Ermittler auf eine Spur, die es weiterzuverfolgen lohnt...

A. M. Ollikainen, dem Pseudonym des Ehepaares Aki und Milla Ollikainen, schreibt sehr gut, sodass sich der Krimi flüssig liest. Der Mordfall und die Ermittlungen sind gut gestaltet, denn der Täter ist kaum vorherzusehen, sodass der Leser immer weiterlesen will. Die Kulisse Helsinkis während Mittsommer ist interessant und macht durch die feiertäglichen Verzögerungen, den Fall spannender.

Ich fand den Mordfall und die Ermittlungen sehr interessant, aber eher weniger spannend. Trotzdem hat mir das Buch ganz gut gefallen, wenn ich auch immer wieder mit den vielen finnischen Namen durcheinander gekommen bin. Die kurzen Kapitel, in die der Krimi aufgeteilt ist, passen sehr gut, denn sie sorgen für schnelle Kulissen- und Erzählperspektivenwechsel. Insgesamt ein interessanter Krimi, der für meinen Geschmack noch etwas fesselnder durch mehr Spannung sein könnte.

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Bewertung: 4 von 5 Sterne

Verlag: Lübbe
Seitenzahl: 352
Ersterscheinung: 25.03.2022
ISBN: 9783785727942 
Preis: 16,99
Reihe: Paula-Pihjala-Reihe, Band 1

Vielen Dank an die Bloggerjury, den Lübbe-Verlag und A.M. Ollikainen für das Rezensionsexemplar!

Sonntag, 20. Februar 2022

Rezension: Tina Frennstedt - Cold Case - Das gebrannte Kind

 

Ein Brandstifter fordert die Polizei heraus

Die Kommissarin Tess Hjalmarsson ist gerade dabei, den Jenny-Fall wiederaufzurollen, denn sie ist Cold-Case-Ermittlerin, da kommt ihr eine Reihe von Brandstiftungen in die Quere. Anfangs soll sie nur unterstützend mitermitteln, doch schnell stellt sich heraus, dass es Parallelen zu einem früheren Brand gibt. Damals wurde die alleinerziehende Lena Bergmark nach einem großen Brand in ihrem Haus tot aufgefunden, erst später stellte sich heraus, dass sie vor dem Feuer ermordet wurde. Ihr fünfjähriger Sohn Tim hat den Brand, versteckt in einem Küchenschrank überlebt. Tim hat ebenso wie zwei Überlebende aus den aktuellen Fällen Musik während des Brandes wahrgenommen, das macht Tess stutzig und sie beginnt den alten Fall wieder aufzunehmen...

Tina Frennstedt schreibt sehr flüssig. Durch den direkten Einstieg in die Handlung steigt die Spannung schnell und fesselt den Leser. Der gesamte Fall spielt an realen Orten in Schweden und lässt so den gesamten Roman realistischer erscheinen.

Obwohl ich mit diesem dritten Teil in die Reihe eingestiegen bin, hatte ich nie Verständnisprobleme, denn die Autorin hat wichtige Details aus der Vergangenheit der Protagonisten einfach in das Geschehen miteinfließen lassen. Der Fall war anfangs so spannend, dass ich gar nicht mehr zu lesen aufhören konnte, diese Spannung wurde aber leider nicht bis zum Ende gehalten und das letzte Drittel war dann etwas langatmig. Das kann auch daran gelegen haben, dass mir schnell klar war, wer der Täter ist und auch die kleine überraschende Wendung am Ende nicht mehr ausreichte, um wieder mehr Spannung aufzubauen. Trotzdem werde ich auch die beiden vorangegangenen Fälle von Tess noch lesen, denn der Fall an sich hat mir sehr gut gefallen.

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Bewertung: 4 von 5 Sterne

Verlag: Lübbe
Seitenzahl: 416
Ersterscheinung: 23.12.2021
ISBN: 9783785727539 
Preis: 16,00
Reihe: Cold-Case-Reihe, Band 3

Vielen Dank an die Bloggerjury, den Lübbe-Verlag und Tina Frennstedt für das Rezensionsexemplar!

Sonntag, 9. Januar 2022

Rezension: Titus Müller - Die fremde Spionin

 

Geschichte miterleben!

Ria wurde mit zehn Jahren von ihren Eltern und ihrer Schwester getrennt, da ihr Vater für den Staat zu unbequem war. Aufgewachsen ist sie dann in einer Familie treuer DDR-Anhänger. Nur so konnte sie schon mit einundzwanzig Jahren schon Sekretärin im Ministerium für Außenhandel werden. Doch die Methoden, wie in der DDR Zahlen geschönt und verdreht werden, nur damit das Volk glaubt, alles liefe bestens, ist ist zuwider. Auch sonst ist sie kein Anhänger der DDR, denn das Leid, das ihrer Familie zur Sicherheit des Volkes, wie es immer genannt wurde, zugefügt wurde, ist maßlos ebenso wie ihr Hass. Als dann ein Mann des BND sie bittet, eine Spionin für den Westen zu werden und so dem Osten zu schaden, wagt sie den Schritt. Anfangs läuft alles gut, aber schnell ist sie ins Blickfeld des KGB gerückt und sieht sich bald vor der Herausforderung einen KGB-Auftragskiller zu besänftigen...

Titus Müller hat in diesem Roman Geschichte zum Miterleben geschaffen. Alles ist realistisch geschrieben und von historischen Fakten untermauert. Seine Charaktere sind allesamt an reale Personen aus der damaligen Zeit angelehnt, sodass historisch alles korrekt ist. Seine Schreibstil liest sich flüssig und die Handlung ist unheimlich spannend.

Dieser Roman hat mich sehr gefesselt, denn ich liebe es, wenn Geschichte zum Anfassen ist und man das Gefühl hat, gerade als live miterleben zu dürfen. Auch das ausführliche Nachwort mit den historischen Fakten ist höchst interessant und zeigt nocheinmal, dass der Autor nichts hinzufügen musste und die Geschichte sich wirklich so ereignet hat. Ich bin schon sehr gespannt auf den zweiten Teil und freue mich sehr, wenn er endlich erscheint und ich die Reihe weiterlesen kann.

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Heyne
Seitenzahl: 400
Ersterscheinung: 14.06.2021
ISBN: 9783453441255 
Preis: 16,00
Reihe: Die Spionin-Reihe, Band 1

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Heyne-Verlag und Titus Müller für das Rezensionsexemplar!