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Mittwoch, 21. Oktober 2026

Rezension: Priska Buchsbaum - Der Rosenhof

Mit Mut und starkem Willen durch den Ersten Weltkrieg 

Freiburg im Breisgau, 1914: Nach drei Jahren in Paris kehrt Pauline in ihr Heimatland Deutschland zurück. Dort hat sie leider keine Aussichten auf eine Arbeitsstelle als Damenschneiderin, dabei hat sie immer von einem kleinen Atelier geträumt. Doch überall müssen die Menschen sparen, außerdem steht ein Krieg kurz bevor, der zu Güterknappheit und Sparsamkeit führt. Dennoch findet sie eine gut bezahlte Stelle als Telefonistin und dank ihrem Vorgesetzten auch ein Zimmer auf dem Rosenhof in Sankt Georgen. Dort fühlt sie sich schnell wohl und kann ein wenig zur Ruhe kommen, denn nicht nur die Trennung von ihrem Verlobten, der in Paris bleiben musste, setzt ihr zu, sondern auch ein anderes Geheimnis. Auch Helene ist frisch nach Freiburg gezogen, da sie dort im Lazarett als Krankenschwester arbeiten wird, während ihr Mann als Feldarzt eingezogen wurde. Da auch sie bald aus Platzmangel aus dem Krankenhaus in eine neue Unterkunft ziehen muss, gelangt sie, wie Pauline auf den Rosenhof. Gemeinsam mit Winzerin und Gutsleiterin Else durchleben sie alsbald die Höhen und Tiefen des Ersten Weltkriegs und wachsen immer näher zusammen. 

Priska Buchsbaum hat sich für diesen historischen Roman stark mit den Geschehnissen rund um den Ersten Weltkrieg befasst, was während der gesamten Handlung deutlich spürbar ist. Anhand der drei unterschiedlichen Frauen erfasst sie viele Facetten der damaligen Zeiten und zeigt positive wie negative Aspekte von damals. Dennoch sind Pauline, Helene und Else durchweg mutig und bereit für ihre Belange einzustehen. Die Perspektivwechsel der Erzählerinnen sorgen für tiefere Einblicke in die Geschehnisse und Gedanken der Protagonistinnen. 

Obwohl ich anfangs gespannt war, wie schnell sich dieser Roman mit seinen über siebenhundert Seiten wohl lesen lassen würde, war ich positiv überrascht. Denn es gab keine Längen und die Charaktere waren mir allesamt sofort sympathisch und sind mir richtiggehend ans Herz gewachsen. Die Ausschnitte aus Zeitungsberichten zur Kriegsberichterstattung haben mir sehr gut gefallen, waren interessant und haben dem gesamten Roman mehr Authentizität verliehen. Da ich mich zuvor nur oberflächlich mit der Entstehung, den Kampfhandlungen und dem Kriegsverlauf des Ersten Weltkriegs befasst habe, habe ich nun viel Neues erfahren und würde gerne noch mehr darüber lesen. Somit war dieses Buch perfekt für mich und hat mir fesselnde Lesestunden geschenkt!

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Goldmann
Seitenzahl: 736
Ersterscheinung: 18.02.2026
ISBN: 9783442495511
Preis: 15,00 

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Goldmann-Verlag und Priska Buchsbaum für das Rezensionsexemplar! 

Sonntag, 20. September 2026

Rezension: Deike Wichmann - Weil wir gleich sind

Der große Kampf für Lohngerechtigkeit 

Gelsenkirchen, 1978: Henni mag ihre Arbeit im Fotolabor "Blitzlicht", denn sie kann so ihr eigenes Geld verdienen und spart auf einen ersten Urlaub mit ihrem Ehemann Jo. Doch obwohl sie vor drei Jahren unbedingt heiraten wollte, auch um endlich von ihrer Mutter wegzukommen, die immer nur an Henni herumkritisiert hat, ist sie mittlerweile unglücklich. Arbeitet sie doch Vollzeit in der Spätschicht, macht nebenbei den gesamten Haushalt und kümmert sich auch sonst um alle Belange, damit ihr Mann immer zufrieden und unbesorgt Nachhausekommen kann. Umso erstaunter ist sie, als sie zufällig den Lohn einesstreifen Arbeitskollegen findet und darauf entdeckt, dass dieser eine Zulage bekommt, die deutlich höher als ihre zwölf Pfennige sind. Mit ihrer Neuentdeckung geht sie direkt zu Kollegin Margarethe, die als Betriebsrätin mehr Einblicke in die Geschehnisse hat. Schnell beschließen sie, dass dieser Ungerechtigkeit der Kampf angesagt werden muss. So gehen sie zu ihrem Chef und schließlich auch vors Arbeitsgericht. Doch ist ihr Kampf wirklich aussichtsreich? Dennoch freut sich Henni immer sehr, wenn sie den Kollegen Tommy trifft, denn er ist für den Fund des Lohnstreifens verantwortlich und glaubt fest daran, dass die Frauen irgendwann Gerechtigkeit erlangen können. 

Deike Wichmann widmet diesen Roman ganz den mutigen Frauen, die für Lohngerechtigkeit kämpfen. Denn während sie die gleichen Aufgaben wie Männer erledigen, werden sie deutlich schlechter bezahlt und bekommen zusätzlich von ihrem Chef noch sämtliche Fertigkeiten abgesprochen. Da der Roman auf einer wahren Begebenheit beruht und die "Heinze"-Frauen, die sich genau das in der Realität getraut haben, was die Frauen von "Blitzlicht" in diesem Roman auch tun. Da die Autorin einen flüssigen, kurzweiligen Erzählstil hat und die Kapitel nicht übermäßig lang sind, liest sich der Roman sehr schnell. 

Da ich an diesem Wochenende wieder einmal Lust auf starke Frauen und wahre Begebenheiten hatte, habe ich zu diesem Buch gegriffen. Und ich war schnell vollkommen begeistert davon, denn die Seiten sind nur so dahin geflogen, die Frauen haben mich mit ihrem Mut und ihrer Stärke überzeugt und vom Ergebnis ihrer Bemühungen profitiere ich heute immer noch! 

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Aufbau TB
Seitenzahl: 320
Ersterscheinung: 15.04.2026
ISBN: 9783746641591
Preis: 15,00
Reihe: Sternstunden der Frauen, Band 3 

Vielen Dank an den Aufbau-Verlag und Deike Wichmann für das Rezensionsexemplar! 

Mittwoch, 2. September 2026

Rezension: Elke Becker - Die Erfinderin der Freiheit

Mutige Frauen, ihre Erfindungen und das Leben

Dresden, 1908: Christine ist glücklich in dieser Zeit leben zu dürfen, denn immer mehr Erfindungen erleichtern den Alltag und sorgen für bahnbrechende Entwicklungen. Auch Christine hat eine Erleichterung für Frauen erfunden - einen Büstenhalter. Denn während ihrer Tätigkeit als Therapeutin im Sanatorium Lahmann fallen viele Frauen in Ohnmacht, die aufgrund ihrer engen Korsetts kaum Luft bekommen. Mit dem Büstenhalter können sie sich frei bewegen und ihrem Körper etwas Guten tun. Doch ist die Gesellschaft schon bereit für moderne Frauen, die auch in Gesellschaft von Männern auf ihr Korsett verzichten? Obwohl Christine viel Unterstützung von ihren Freundinnen Lotta, Pauline und Amalie erfährt, ist die Zeit schwierig für sie. Die durch die Bekanntschaft von Franz Breuer, einem Gast aus Graz in Österreich nicht leichter wird, denn immer wieder spürt Christine Gefühle aufkommen, die sie eigentlich keinem Mann entgegenbringen möchte, der sie vielleicht irgendwann in ihrem beruflichen Tun einschränken möchte. 

Elke Becker stellt in diesem Roman ganz die Erfindung des ersten Büstenhalters in den Mittelpunkt. So ist Christine eine sehr fortschrittliche, intelligente junge Frau, die an ihre Entwicklung glaubt und so überzeugt davon ist, dass sie auch andere Frauen überzeugen kann, ihrem Körper etwas Gutes zu tun. Aber auch ihre Freundinnen sind sehr starke Frauen, die für ihre Überzeugungen kämpfen und so manches Hindernis überwinden müssen, aber nie aufgeben. Da die Autorin sehr packend schreibt, fliegen die Seiten nur so dahin und vermitteln ganz nebenbei so manchen historischen Hintergrund, der dann für immer im Kopf bleibt. 

Da ich bereits andere Romane der Autorin kenne, wusste ich um ihre fesselnde Art zu erzählen. Deshalb bin ich auch diesmal wieder nur so durch die Seiten geflogen und war viel zu schnell am Ende angelangt. Die Kombination aus Geschichte, die hautnah miterlebt werden kann, sympathischen Charakteren, die realistisch und nahbar sind und einer Freundschaft, die seinesgleichen sucht, ist einfach perfekt gelungen! 

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Heyne
Seitenzahl: 368
Ersterscheinung: 11.02.2026
ISBN: 9783453443068
Preis: 13,00 

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Heyne-Verlag und Elke Becker für das Rezensionsexemplar! 

Freitag, 21. August 2026

Rezension: Beate Sauer - Das Haus in Charlottenburg

Elise und der Weg in ihr eigenständiges Leben 

Berlin, 1893: Elise lebt mit ihrer Mutter, ihrer kleinen Schwester Marie und ihrem Bruder Willi auf beengten Verhältnissen in einer Wohnung in Wedding. Da der Vater schon lange verstorben ist, ist die Familie auf jeden Pfennig angewiesen, den sie verdienen können. Doch Elises Chefin ist bösartig und kann Elise nicht leiden, was diese ständig zu spüren bekommt. Als sie ihr auch noch einen freien Sonntag verweigert, obwohl dieser laut Gesetz eigentlich jedem Angestellten zusteht, hat sie die Nase voll. Schließlich zählt die Gesundheit ihrer achtjährigen Schwester mehr, als eine unterbezahlte Arbeitsstelle. Natürlich bereut Elise ihre übereilte Entscheidung schnell, kann aber nichts mehr daran ändern. Mit diesem ersten Aufbäumen spürt sie, dass sie mehr von ihrem Leben will und mehr dafür eintreten muss. Aber wird ihr das immer gelingen? Mit dem liebenswerten Architekten Johann fühlt es sich auf jeden Fall leichter an und Elise erfährt von ihm, was genossenschaftliches Bauen bedeutet und wieviel dadurch für die Arbeiterschicht besser werden könnte. Doch kann Johann seinen Traum vom guten Wohnen für alle Wirklichkeit werden?

Beate Sauer hat einen fesselnden Erzählstil, der ihre Leser*innen schnell mitten hinein ins Berlin der Kaiserzeit nimmt. Da die Autorin sehr detailreich und atmospärisch das Leben zu dieser Zeit beschreibt, fühlt es sich schnell so an, als existieren Elise, Johann und all die anderen wirklich. Durch die unterschiedlichen Perspektiven, aus denen die Autorin die Handlung schildert, erhalten die Leser*innen deutlich tiefere Einblicke in die Gedanken, Pläne und Erinnerungen der Charaktere. 

Schon bei der ersten Seite des Buches wusste ich, dass ich ein Lesehighlight in den Händen halte. Denn die Handlung während dem gesamten Roman ist mitreißend, die Charaktere nahbar und sympathisch und die Geschehnisse mitreißend. So hat es mich sehr fasziniert, dass hier eine offenbar stark unterschätzte Frau, die Böse ist und über die Leben von vielen Menschen regiert, als handele es sich um ein Theaterstück. Ebenso in ihren Bann gezogen haben mich aber Elise, Johann und dessen Freund Louis, die mit ihrem gesamten Tun einem Ziel zustreben und bereit sind, große Opfer zu bringen. Ein rundum perfekt gelungener, fesselnder Roman! 

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Heyne
Seitenzahl: 464
Ersterscheinung: 14.01.2026
ISBN: 9783453442245
Preis: 17,00 

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Heyne-Verlag und Beate Sauer für das Rezensionsexemplar! 

Freitag, 10. Juli 2026

Rezension: Susanne Lieder - In der Liebe wollen wir frei sein

Der Kampf um Freiheit

Hamburg, 1971: Juliane ist Journalistin mit Leib und Seele. Die Liebe zum geschriebenen Wort hat bei ihr schon in der Kindheit begonnen und seither nicht nachgelassen. Aber heute kann sie etwas mit ihren Artikeln bewirken, denn ihre Anstellung bei der Frauenzeitschrift Brigitte sorgt für ein großes Leserinnenpublikum. So widmet sie sich vorallem den gesellschaftlichen Themen wie dem Recht auf die freie Entscheidung der Frau, aber auch die Rente für alle und natürlich der Gleichberechtigung von Mann und Frau. Da kann sie bei den Aufständen in Frankreich und den Frauen, die gegen den Paragraphen 218 protestieren, der Frauen einen Schwangerschaftsabbruch verbietet, nicht die Füße stillhalten und verfasst so manchen Artikel zu diesem Thema und sorgt für eine Vereinigung der Frauen auf dem Hamburger Domplatz. Als sie sich aber in den attraktiven, aufgeschlossenen und modern denkenden Andreas verliebt, wird auch ihr Weltbild und ihre innere Einstellung auf die Probe gestellt, denn bisher ging ihr der Journalismus über alles.

Susanne Lieder ist es gelungen, einen packenden Roman über die mutigen Frauen der 1970er Jahre zu schreiben. Obwohl Juliane eine rein fiktive Persönlichkeit ist, steht sie doch für so viele Frauen dieser Zeit. Denn sie erhebt ihre Stimme und nutzt ihre Reichweite, um andere Frauen zum Umdenken zu bewegen. Dennoch steckt sie in einem Zwiespalt zwischen der Liebe zu einem Mann und dem Kampf um das Recht der freien Entscheidung für Frauen und die Gleichberechtigung von Frau und Mann. 

Ich bin nur so durch diesen Roman geflogen, denn Susanne Lieder hat einen mitreißenden und berührenden Erzählstil und ich wollte einfach nur immer weiter lesen. Da die Protagonistin so real und nahbar wirkt, konnte ich mich schnell mit ihr identifizieren, was mich noch mehr gefesselt hat. Daher kann ich den Roman nur weiterempfehlen, vorallem an diejenigen, die sich für packend erzählte Zeitgeschichte begeistern. 

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Aufbau TB
Seitenzahl: 352
Ersterscheinung: 13.01.2026
ISBN: 9783746640341
Preis: 15,00
Reihe: Sternstunden der Frauen, Band 2 

Vielen Dank an den Aufbau-Verlag und Susanne Lieder für das Rezensionsexemplar! 

Montag, 15. Juni 2026

Rezension: Hanna Aden - Die Kryptografin: Für Träume braucht man Mut

 

Eine junge Frau, die Mathematik und große Träume

München in den 1950er Jahren: Margot musste zum Ende des Zweiten Weltkriegs aus Pommern in das weit entfernte München flüchten. Dort lebt sie nun mit ihrer Mutter bei deren Cousine zur Untermiete. Dass Margot die Universität besucht und dort als erste Studentin Mathematik studiert, hat sie ihrem Vater zu verdanken, der sich das immer für ihre Tochter gewünscht hat. Denn in den Zahlen kann Margot Ruhe finden und ihre Leidenschaft für Logik und nachvollziehbare Aufgaben voll ausleben. So besucht sie auch die Vorlesungen der Kryptografie und spürt schnell, dass das ein sehr erfüllendes Themengebiet ist. Auch ein Gasthörer bemerkt schnell ihre besondere Begabung für alles Mathematische und schlägt sie seinem Chef bei der Organisation Gehlen, dem zukünftigen Bundesnachrichtendienst, als neue Mitarbeiterin vor. Obwohl Margot sich von diesem Angebot geehrt fühlt, spürt sie auch die negative Seite, denn niemand darf erfahren, für welche Organisation sie tätig ist. 

Hanna Aden hat in diesem historischen Roman eine seltene Erkrankung in den Mittelpunkt gestellt - die Synästhesie. Diese sorgt bei den Betroffenen dafür, dass sie, wie die Protagonistin, Zahlen und Strukturen als Farben wahrnehmen und auch Charakterzüge und Stimmungen als eine Art farbige Wolke oder andere Effekte sichtbar werden. Allein dieses Thema ist außergewöhnlich und faszinierend. Aber auch die Anfänge des Bundesnachrichtendienstes werden fesselnd und interessant geschildert.

Obwohl die Autorin sehr packend schreibt und das Leben der Margot und anderer, ihr nahestehender Personen nahbar und realistisch erzählt, konnte mich der Roman nicht dauerhaft fesseln, sodass ich immer wieder durch kleinste Dinge in meinem Umfeld abgelenkt wurde. Trotzdem waren die Inhalte und Geschehnisse sehr interessant und haben mich neugierig auf die Reihenfortsetzung gemacht. 

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Bewertung: 4 von 5 Sterne

Verlag: Penguin
Seitenzahl: 480
Ersterscheinung: 10.12.2025
ISBN: 9783328604112
Preis: 18,00 
Reihe: Die Kryptografin, Band 1 

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Penguin-Verlag und Hanna Aden für das Rezensionsexemplar! 

Samstag, 25. April 2026

Rezension: Anna Husen - Lübecks Töchter. Der Traum von Bildung und Freiheit

Liebe oder Beruf - Amélie muss eine Wahl treffen

Lübeck, 1874: Amélie kehrt nach vielen Jahren fern ihrer Heimat zurück nach Lübeck. Denn hier kann sie in der Schule für höhere Töchter unterrichten und zudem ein Lehrerinnenseminar aufbauen. Doch die Begegnung mit ihrem früheren besten Freund Richard, den sie immer liebevoll "Sonnenkopf" genannt hat, bringt Erinnerungen an ihre glückliche Kindheit zurück und weckt längst vergessene Gefühle, die einer Lehrerin leider vollkommen untersagt sind, soll sie doch ihr Leben allein verbringen und sich ganz ihren Schülern und Schülerinnen widmen können. Obwohl sie mit ihrer Schwester die Gründung des Lehrerinnenseminars gründlich vorbereiten und auf alle Fragen eine Antwort haben, legt ihnen ein Beamter der Oberschulbehörde und Vater einer Schülerin, Ferdinand Rubens, immer wieder Steine in den Weg, nähert sich ihnen beschämend und ungehörig und scheut nicht vor einem skandalösen Beitrag in einer Zeitung zurück. Doch Amélie und ihre beiden Schwestern, aber auch Richard geben nicht auf und begeben sich auf Spurensuche. 

Anna Husen hat einen fesselnden Erzählstil, der durch wechselnde Erzählperspektiven mehr Tiefe erhält. Die Zeit um 1875 ist eine schwierige für Frauen, denn diese haben keinerlei Bestimmungsrechte sobald sie verheiratet sind und müssen als Lehrerinnen zudem unverheiratet bleiben. Doch Amélie und ihre Schwestern sind mutig und intelligent, sodass sie damit so manche Männer gegen sich aufbringen. Dennoch halten sie an ihren Träumen fest und gehen ihren Weg. 

Dieser Roman hat mich schnell in seinen Bann gezogen, denn die Handlung ist abwechslungsreich, aber auch bewegend und regt zum Nachdenken an, haben Amélie, ihre Schwestern und auch Richard mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen und geben dennoch nicht auf. Ich bin schon sehr gespannt auf den zweiten Teil der Reihe und hoffe, dass es ebenso spannend weitergeht.  

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Knaur Taschenbuch
Seitenzahl: 448
Ersterscheinung: 03.11.2025
ISBN: 9783426562970
Preis: 13,99
Reihe: Lübecks Töchter, Band 1 

Vielen Dank an den Knaur-Verlag und Anna Husen für das Rezensionsexemplar! 

Freitag, 20. März 2026

Rezension: Corina Bomann - Die Frauen vom Rosenhag. Sehnsucht nach Freiheit

... denn den Mutigen gehört die Welt!

Karlskrona, 1910: Nur weil Marlene und Liv nicht aufgegeben haben, konnten sie ihr Jagdhüterhaus auf Rosenhag halten und in Marlenes Besitz bringen. Doch auch wenn sich dieser Sieg so endgültig und großartig angefühlt hat, stehen nach kurzer Zeit neue Schwierigkeiten ins Haus. So ist Sten, Livs Ehemann, zwar in Untersuchungshaft, seine Anwälte möchten ihn aber bis zum endgültigen Verfahren auf Kaution aus dem Gefängnis holen, was allerhöchste Gefahr für die beiden Frauen bedeutet. Zudem taucht überraschend ein junger Mann auf, der Marlenes verstorbenem Mann wie aus dem Gesicht geschnitten ist und sie vor große Zweifel stürzt. Zeitungsreporter und Versicherungsermittler Oskar liebt Marlene zwar über alles, ist aber noch verheiratet, was er Marlene bisher nicht anvertraut hat. Können die mutigen Frauen ihren Zufluchtsort gegen all diese Widrigkeiten verteidigen und schützen, um ihren Traum dauerhaft zu verwirklichen und in Freiheit zu leben?

Corina Bomann knüpft mit diesem Roman nahtlos an den ersten Band der Dilogie an. Obwohl sie kein einführendes Kapitel vor die Handlung stellt, gelingt es problemlos an das Geschehen des ersten Bandes anzuknüpfen. Daher ist es ratsam, die Reihe in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Durch die kurzen Kapitel und häufigen Perspektivwechsel zwischen den vier Hauptpersonen Liv, Marlene, Oskar und Alexej fliegen die Seiten nur so dahin und sorgen für eine kurzweilige und fesselnde Handlung. 

Ich bewundere Corina Bomann sehr für ihr großes Talent, so fesselnde und bewegende Romane zu schreiben, die trotz ihrer Dicke nur so dahinfliegen. Auch dieses Buch habe ich innerhalb von zwei Tagen beendet und war leider viel zu schnell am Ende angelangt. Deshalb empfehle ich das Buch uneingeschränkt weiter und würde am liebsten mehr als die verfügbaren fünf Sterne vergeben!  

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Penguin
Seitenzahl: 608
Ersterscheinung: 27.08.2025
ISBN: 9783328603498
Preis: 16,00
Reihe: Die Schweden-Saga, Band 2

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Penguin-Verlag und Corina Bomann für das Rezensionsexemplar! 

Sonntag, 22. Februar 2026

Rezension: Sophia Herzog - Das Wunder von Essen

Zwei mutige Frauen, eine Leidenschaft

Wuppertal, 1949: Elise genießt die Zeit auf dem Bolzplatz, wenn sie gemeinsam mit den anderen Jungen hinter dem Ball herrennen und alles andere vergessen kann. Doch seit sie älter und weiblicher wird, kommen immer mehr unangemessene Kommentare ihrer Mitspieler, bis sie sie letztlich ganz ausschließen. Und auch Paul, ihr langjähriger Freund und mittlerweile auch Schwarm, ist involviert, was Elise ihm nicht verzeihen kann. Fünf Jahre später hat sie keinen Kontakt mehr zu ihren damaligen Mitspielern, aber durch Zufall den Kontakt zu einer reinen Frauenmannschaft erhalten. Dort geht sie in ihrer Liebe zum Fußball voll auf. Beim Verfolgen der Weltmeisterschaft trifft sie dann auch unverhofft wieder auf Paul und alte Gefühle wallen wieder auf, doch hat ihre Liebe nun eine Zukunft?

Wuppertal, 2022: Katja ist Trainerin der Frauenmannschaft des 1. FC Wupper, die in der 1. Bundesliga spielen. Nachdem sie selbst ihre Karriere als Profifußballerin der Nationalmannschaft beendet hat, konnte sie hier, in ihrer Heimatstadt als Trainerin eine Stelle antreten. Aber sie ist momentan nicht ganz bei der Sache, denn vor kurzem ist ihr Opa verstorben, ihre Oma muss ins Heim, denn zuhause klappt es alleine nicht mehr und sie fühlt sich etwas überfordert von allem. Beim Ausräumen des Hauses ihrer Großeltern findet sie dann Fotos von ihrer Oma mit anderen jungen Frauen einer Damenfußballmannschaft und Katja wird neugierig, denn niemals hat ihre Oma erwähnt, dass sie Fußball mag oder sogar selbst einmal gespielt hat. Dieses Familiengeheimnis will Katja nun unbedingt lösen, aber einfach wird es nicht, denn ihre Oma blockt komplett ab. 

Sophia Herzog erzählt die Geschichte der beiden Frauen abwechselnd, sodass die relativ langen Kapitel sehr umfangreiche Einblicke in die Geschehnisse geben. So wird ganz nebenbei, anhand eines Familienschicksals, die Geschichte des Frauenfußballs in Deutschland erzählt. 

Mich hat der Roman schnell in seinen Bann gezogen, denn das Thema ist wirklich spannend und wird von der Autorin sehr packend in die Handlung eingeflochten. Elise ist eine junge Frau, die mich mit ihrer inneren Stärke beeindruckt hat und sich gerne über Konventionen hinwegsetzt. Aber auch Katja ist mutig und ist ihren Weg gegangen, auch wenn sie dabei keinen Rückhalt aus der Familie erhalten hat. Daher empfehle ich das Buch gerne weiter! 

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
Seitenzahl: 400
Ersterscheinung: 12.06.2025
ISBN: 9783423264228 
Preis: 17,00

Vielen Dank an den dtv-Verlag und Sophia Herzog für das Rezensionsexemplar! 

Donnerstag, 8. Januar 2026

Rezension: Lena Johannson - Aufgeben können die anderen

Alice kämpft für ihre Träume

Alice wird Ende des 19. Jahrhunderts geboren und kennt lange Zeit nur die französische Stadt Nantes. Lediglich ihr Vater ist immer wieder in der Provence, um dort neue Waren für den Laden der Familie zu besorgen. Obwohl Alice die kleine Stadt liebt und gerne auf das Gymnasium geht, träumt sie von einem Leben in Paris. Zusammen mit ihrem Jugendfreund Joseph träumt sie sich häufig weit weg und reist in Gedanken an die entferntesten Orte. Auch deshalb ist sie schnell ebenso begeistert wie er, nach Großbritannien zu gehen. Dort arbeitet Alice in London für eine osmanische Familie und lernt durch sie New York, Skandinavien und sogar Brasilien kennen. Wichtiger ist aber, dass die Familie sie in ihrer Leidenschaft für das Schwimmen und schließlich auch das Rudern sehr unterstützt. Nach dem Tod von Alices Mutter führt der Weg des Paares aber wieder zurück in die Heimat und Alice bemerkt, wie rückwärtsgewandt viele Franzosen noch sind, denn es gibt kaum Möglichkeiten für Frauen gemeinsam Sport zu treiben. So wächst der Wunsch in ihr, eines Tages selbst an den Olympischen Spielen teilnehmen zu dürfen und den Männern zu zeigen, wie leistungsfähig Frauen sind. 

Lena Johannson beschreibt auf eine sehr fesselnde Weise die Anfänge der ersten Olympischen Frauenspiele. Alice ist eine beeindruckende Frau, die nicht nur mit vielen schweren Schicksalsschlägen zu kämpfen hatte, sondern auch entgegen der Meinung vieler Männer ganz im Sport aufgegangen ist und sich diesem vollkommen verschrieben hat. Da dieser große Schritt in der Geschichte der Gleichberechtigung der Frau so spannend und mitreißend erzählt wird, fliegen die Seiten nur so dahin. 

Obwohl ich zu meiner eigenen Schande gestehen muss, dass ich sehr viel lieber lese und Zeit mit eher bewegungsärmeren Hobbys verbringe, hat mich dieser Roman von der ersten Seite an gepackt. Daher eine klare Leseempfehlung von mir!

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Aufbau TB
Seitenzahl: 381
Ersterscheinung: 13.10.2025
ISBN: 9783746641362 
Preis: 15,00

Vielen Dank an den Aufbau-Verlag und Lena Johannson für das Rezensionsexemplar! 

Montag, 29. Dezember 2025

Rezension: Corina Bomann - Die Frauen vom Rosenhag. Traum vom Neubeginn

Eine Freundschaft entgegen der Konventionen

Marlene Walsted ist seit drei Jahren Witwe, nachdem ihr Mann, der Kapitän eines Segelschiffs, auf See geblieben ist. Doch noch immer hofft sie auf ein Lebenszeichen von ihm. Dass die anderen Seefahrerwitwen ihren gesamten Hass auf sie projezieren ist schrecklich und sorgt für ein ungemütliches Leben in ihrer Heimatstadt. Doch niemals könnte sie Karlskrona verlassen, denn hier war ihr Leben mit Bjarne. Die Arbeit in der Lampenfabrik ist zwar hart und mühselig, aber Marlene hat ein Auskommen und kann für ihren Lebensunterhalt sorgen. Als sie eines Tages der Ehefrau des Reeders Sten Boregard zu Hilfe eilt und sie nach ihrem Kutscheunfall ins Hospital bringt, hätte sie nie gedacht, dass aus dieser Begegnung eine Freundschaft entstehen könnte. Aber die Frauen verstehen sich sehr gut und sind sich in vielen Dingen einig, was nicht zuletzt auch an der Herkunft der Bürgerlichen Liv liegt. Bei ihren Treffen spüren sie eine Verbundenheit, die sie zu Freundinnen werden lässt. Als Liv überraschend das Wildhüterhaus ihres Vaters erbt, entsteht der Gedanke eines Hauses, das als Zufluchtsort Frauen retten könnte, die in gewalttätigen Ehen gefangen sind. Allerdings wird ihre gemeinsame Zeit von so manchen Personen sehr ungern gesehen und es droht Gefahr für die Freundinnen.

Corina Bomann entführt ihre Leser*innen in diesem Roman in das Schweden des Jahres 1910. So manche Ansicht ist noch sehr eingestaubt und Frauen müssen für die kleinsten Zugeständnisse hart kämpfen. So ist Liv in ihrer Ehe mit dem sehr bestimmenden Reeder Sten Boregard gefangen, während die Arbeiterin Sigrun von ihrem Ehemann beinahe totgeschlagen wird. Auch Marlene lebt mit den ungerechtfertigten Anfeindungen der Seefahrerwitwen, die lediglich einen Schuldigen für das schreckliche Unglück brauchen. Der Journalist Oskar dagegen versucht für Gerechtigkeit zu sorgen und zeigt, dass Männer auch anders sein können. Da die Autorin regelmäßig zwischen den drei Protagonisten und deren Perspektiven wechselt, sorgt sie für tiefe Einblicke in deren Leben. Dank der eher kurzen Kapitel von nur drei bis fünf Seiten, lesen sich die knapp sechshundert Seiten wie im Flug. 

Voller Spannung habe ich diesen Roman begonnen und konnte kaum mehr aufhören zu lesen. Denn alle drei Charaktere sind sehr sympathisch und haben mit ihrem ganz eigenen Schicksal zu kämpfen. Es begeistert mich, wie lebendig die Autorin erzählt und wie schnell ich mich selbst als Teil der Handlung gesehen habe. Ein rundum gelungener Roman, der zu meiner großen Freude noch mit einem zweiten Band aufwartet! 

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Penguin
Seitenzahl: 592
Ersterscheinung: 01.05.2025
ISBN: 9783328603481 
Preis: 16,00
Reihe: Die Schweden-Saga, Band 1 

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Penguin-Verlag und Corina Bomann für das Rezensionsexemplar! 

Montag, 24. November 2025

Rezension: Maria Nikolai - Little Germany - Der Duft der Neuen Welt

Ein Neuanfang in einer fremden Welt 

Stuttgart und Hannover, 1901: Lissi ist als Hausmädchen bei einer Stuttgarter Familie beschäftigt. Das Leben ist hart, aber sie verdient Geld und liegt ihrer Familie nicht länger auf der Tasche. Als sie aber auf die Liebesschwüre von Sohn Isidor hereinfällt und letztlich mit einer Schwangerschaft, aber ohne Mann und Arbeitsstelle dasteht, weiß sie nicht mehr weiter. Da kommt die, auf den ersten Blick mildtätige und freundliche Dame mit der Unterkunft für ledige Schwangere gerade richtig. Aber Lissi durchschaut sie und erblickt hinter der Fassade eine gierige, berechnende Frau, die die Babys an Fremde verkauft. Lissi beschließt zu flüchten und macht sich auf den Weg nach Amerika, in eine hoffentlich bessere Zukunft. Zeitgleich fasst auch Julia von Varrell einen Plan. Denn auch sie möchte nicht länger unglücklich in der Ehe mit dem Gutbesitzer Frederick gefangen sein, der sie nicht achtet und sogar ihren Hengst gewinnbringend verkauft, der sie seit ihrem zehnten Lebensjahr begleitet hat. Ihre Freiheit sieht sie nur fernab der Heimat in Amerika. So treffen die beiden jungen Frauen in Bremen aufeinander und beschließen, sich auf der langen Reise gegenseitig Kraft zu schenken. Und das tun sie, denn auch die Fahrt auf dem Dampfer ist schwierig und erfordert Zusammenhalt. In New York angekommen steht fest, dass sie ab nun gemeinsam für ein selbst bestimmtes Leben kämpfen wollen. 

Maria Nikolai schildert das Schicksal der beiden jungen Frauen auf eine sehr eindrückliche und berührende Weise. So fesselt sie die Leser und Leserinnen und sorgt für unvergessliche Lesestunden. Denn die historischen Begebenheiten entsprechen der Realität, lediglich die Protagonistinnen und die anderen Charaktere, die den Freundinnen nahestehen, sind fiktiv. Das ist auch sehr ausführlich am Ende des Buches nachzulesen. 

Dieser Roman hat sich extrem schnell lesen lassen, trotz der über sechshundert Seiten, denn der Autorin ist es von Beginn an gelungen, mich zu packen und mitzureißen. So konnte ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen und wollte einfach nur wissen, wie es mit Lissi, Julia und all den anderen weitergeht. Als dann das Ende so offen und mit einem (eigentlich) großartigen Cliffhanger aufhört, war ich zuerst genervt, denn ich habe den zweiten Band noch nicht. Bin aber auch begeistert, wie gut es der Autorin gelingt, die Spannung hochzuhalten und in den nächsten Teil zu transportieren. 

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Penguin
Seitenzahl: 656
Ersterscheinung: 01.05.2025
ISBN: 9783328111764 
Preis: 13,00
Reihe: Die Bäckerinnen von Manhattan, Band 1

Vielen Dank an das Bloggerportal und Maria Nikolai für das Rezensionsexemplar! 

Sonntag, 12. Oktober 2025

Rezension: Ina Bach - Goldene Wege. Die Münchner Ärztinnen

 Das großartige Finale dieser Reihe

München, 1905 bis 1910: Obwohl alle drei Freundinnen nun am Ziel ihrer Träume angelangt sind und an der Medizinischen Fakultät als Studentinnen anerkannt sind, machen es ihnen die Männer schwer. So haben vorallem die beiden Studenten Perlmutter und Schneiderbauer es auf Fanny abgesehen, die sich von ihren männlichen Kommilitonen nichts gefallen lassen will und einfach ihren Mund nicht halten kann. Dabei will vorallem Elsa nicht auffallen und das Studium ohne Probleme hinter sich bringen, denn ihr Traum, irgendwann als Ärztin zu praktizieren geht ihr über alles. Auch Lulu kämpft mit ihren Problemen, denn das Lernen ist ihr noch nie leichtgefallen und vorallem in der Theorie macht ihr das Schwierigkeiten, wohingegen praktische Stunden ihr am liebsten sind. Allerdings spitzt sich momentan auch zuhause die Situation von Änny und deren Morphiumsucht sich immer weiter zu, bis sie an Weihnachten in eine Irrenanstalt eingewiesen werden muss. Dennoch geben sie die Freundin nicht auf und sorgen sich weiterhin um sie. Auch in der Liebe ist so einiges los, denn Lulu wartet immer noch ständig auf Thaddy, der auf der ganzen Welt unterwegs ist und kaum Zeit für seine Liebste hat, aber auch Fanny und ihr berittener Gendarm Ferdl sind sich ihrer Gefühle füreinander nicht sicher und hadern, denn schließlich ist Ferdl verheiratet. Nur bei Elsa ist es scheinbar ganz einfach, denn Pius Perlmutter gelingt es, sich in ihr Herz zu schleichen, während sie kaum mehr etwas mit Josef zu tun hat. 

Ina Bach hat diesen dritten und letzten Teil der Reihe rund um die drei jungen Ärztinnen sehr fesselnd geschrieben. So ist dieser Band der perfekte Abschluss, denn er beantwortet sämtliche offene Fragen, die teilweise bereits seit dem Beginn vorhanden sind und bringt alle Handlungsstränge zu einem runden Abschluss. Da sich der Schreibstil der Autorin so flüssig liest, fliegen auch die knapp 600 Seiten nur so dahin. 

Ich hatte so große Freude bei diesem dritten und leider auch letzten Band der Reihe, dass ich nun wirklich traurig bin, nie mehr von den vier Freundinnen zu lesen. Die Stunden mit ihnen war immer sehr fesselnd, berührend und teilweise auch aufwühlend. Ich konnte immer sehr mit ihnen fühlen und habe mich von Seite zu Seite selbst mehr als Teil des Geschehens gefühlt. Wirklich großartig und absolut gelungen!

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Goldmann
Seitenzahl: 608
Ersterscheinung: 19.03.2025
ISBN: 9783442206735 
Preis: 17,00
Reihe: Die Ärztinnen-Saga, Band 3

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Goldmann-Verlag und Ina Bach für das Rezensionsexemplar! 

Mittwoch, 3. September 2025

Rezension: Ina Bach - Goldene Zeiten. Die Münchner Ärztinnen

 

Drei junge Frauen und ihre Liebe zur Medizin

München, 1902: Die drei jungen Frauen Lulu, Fanny und Elsa haben ihren Traum, irgendwann einmal an der Münchner Universität Medizin studieren zu dürfen, noch lange nicht aufgegeben. Doch Lulu und Fanny müssen hierfür erst das Abitur bestehen, wofür sie schon einen steinigen Weg hinter sich bringen mussten. Bei Elsa dagegen scheitert es weiterhin an ihrer engstirnigen und extrem konservativen und gottesfürchtigen Mutter, die ihr die Apanage für das Studium verweigert. So verdient sie sich als Wärterin im Kinderhospital und könnte so viel mehr Wissen anwenden und weitergeben, wären die Assistenzärzte nicht so extrem gegen alle Frauen, die an ihrer Ehre kratzen könnten, indem sie mehr wissen. Dass Fanny bereits ein komplettes Medizinstudium in ihrer Verkleidung als ihr Zwillingsbruder Anton absolviert hat, wird umso mehr zur Farce, als dass sie sich damit sogar strafbar macht, da Frauen ein Studium strengstens untersagt ist. Dennoch fällt keiner von ihnen ein, ihren großen Traum einfach aufzugeben!

Ina Bach knüpft mit diesem zweiten Band perfekt an den ersten an. So wiederholt sie lediglich wichtige Informationen über vorangegangene Ereignisse im Lauf der Handlung, wenn das Wissen für das weitere Verständnis notwendig ist. Auf diese Weise sorgt sie für eine lückenlose Fortsetzung und keine langweiligen Momente. Da ihre drei Protagonistinnen und die beiden weiteren Freudinnen Änny und Ida sehr mutige und starke junge Frauen sind, sorgt die Autorin schnell für eine tiefe Verbundenheit zwischen ihnen und den Lesern.

Diese Reihe hat mich schon von der ersten Seite des ersten Bandes an gefesselt, denn die jungen Frauen sind so nahbar, realistisch und herzerwärmend sympathisch, dass ich mich deren Anziehung gar nicht verwehren konnte. So durfte ich in diesem zweiten Teil der Reihe wieder an deren Bemühungen, ihren Schicksalsschlägen und ihren Gefühlen teilhaben und war vollkommen in der Handlung versunken. Die Kombination aus Alltag, Medizin und historischen Ereignissen ist der Autorin perfekt gelungen und gibt einen großartigen Einblick in das Leben zur damaligen Zeit. Schade, dass nun auch schon der zweite Band gelesen ist, aber schön, dass es noch einen dritten gibt. 

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Goldmann
Seitenzahl: 512
Ersterscheinung: 15.01.2025
ISBN: 9783442206742 
Preis: 17,00
Reihe: Die Ärztinnen-Saga, Band 2 

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Goldmann-Verlag und Ina Bach für das Rezensionsexemplar! 

Sonntag, 6. Juli 2025

Rezension: Ina Bach - Goldene Träume. Die Münchner Ärztinnen

 

Drei junge Frauen, die für ihre Träume einstehen!

München, 1898: Die erste Begegnung der drei jungen Frauen könnte nicht schicksalshafter sein. Befindet Fanny sich doch gerade auf der Flucht vor einem Gendarmen, Lulu verlässt das Haunersche Kinderhospital nachdem sie dort bei der Geschenkeübergabe mit Prinzessin Ludwig zugegen war und Elsa stürzt mit ihrem Koffer, der schwer wie Blei ist, als sie am Rinnstein hängen bleibt. Natürlich eilt Lulu ihr gleich zu Hilfe und auch Fanny gerät versehentlich mitten hinein zwischen die beiden jungen Frauen. Obwohl Lulu der gerade obdachlos gewordenen Elsa ein Zimmer im Kinderhospital besorgt und sich auch auf um ihren verstauchten Knöchel kümmert, begegnen sie Fanny erst später wieder. Denn Fanny wurde aus Niederbayern nur nach München geschickt, um ihrem Medizin studierenden Bruder Anton den Haushalt zu besorgen. Dabei war es doch Fanny, die immer Medizin studieren und Ärztin werden wollte. Deshalb liest sie auch eifrig seine Bücher, schreibt ihm Hausarbeiten und geht schließlich, nachdem sie erfahren hat, dass er nie die Vorlesungen besucht, auch noch als Mann verkleidet in die Universität. Lulu dagegen hätte den Zugang zum Kinderhospital und geht dort regelmäßig ein und aus, soll aber lieber standesgemäß heiraten, statt ihrem Vater, dem Klinikdirektor, als Ärztin nachzufolgen. Auch Elsa teilt das Schicksal der beiden anderen Frauen, denn sie hat das Abitur, wird aber an der Universität nicht zum Studium zugelassen und ihr Fürsprecher, ihr Vater, ist vor einiger Zeit verstorben. Nun verdient sie sich als ungelernte Krankenwärterin, um wenigstens irgendwie in der Nähe der Kranken sein zu können und nicht wieder zur Mutter zurückkehren zu müssen. Als sie sich wiedertreffen, spüren sie schnell, dass sie einander helfen können und eine Freundschaft erwächst...

Ina Bach ist das Pseudonym der deutschen Autorin Regina Ramstetter beziehungsweise Ina Resch, die bekannt durch Krimis und Kurzgeschichten ist. In diesem Roman widmet sie sich ganz der Medizin zur Jahrhundertwende und den Rechten der Frauen. Die Fakten rund um die Medizin wurden sehr gründlich recherchiert und sind trotz Fachbegriffen auch für Laien gut verständlich. Eingeteilt ist der Roman in längere Kapitel, die immer ein Quartal umfassen. Darin wechseln regelmäßig die Schauplätze und somit Perspektiven, was als Unterteilung der langen Kapitel benutzt wird.

Leider hatte ich in letzter Zeit eher wenig Zeit und auch Lust viel zu lesen und steckte ein wenig in einer Leseflaute fest. Dieses Buch hat mich aber komplett herausgerissen und ich habe die 550 Seiten innerhalb nur eines Tages gelesen. Denn ich konnte einfach nicht mehr aufhören und war gefesselt von den drei jungen Frauen, die mich sehr beeindruckt haben, aber auch die medizinischen Einblicke in die damalige Zeit sind sehr interessant und so gut geschildert, dass ich viel Neues gelernt habe. Ein rundum perfekt gelungener Reihenauftakt! 

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Goldmann
Seitenzahl: 576
Ersterscheinung: 23.10.2024
ISBN: 9783442206759
Preis: 17,00
Reihe: Die Ärztinnen-Saga, Band 1

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Goldmann-Verlag und Ina Bach für das Rezensionsexemplar! 

Mittwoch, 28. Mai 2025

Rezension: Susanne Lieder - Astrid Lindgren

 

Das bewegende Leben der Astrid Lindgren

Stockholm, 1929: Astrid Ericsson muss nach drei Jahren ihren Sohn Lasse zu sich holen, weil dessen Pflegemutter schwerkrank ist und sich nicht mehr um ihn kümmern kann. Obwohl sich Astrid sehr auf die Zeit mit ihrem Sohn freut, hat sich auch Angst vor den Einschränkungen, die sie aufgrund des beinahe immer leeren Geldbeutels haben würden. Allerdings ist Astrids Chef Sture Lindgren immer sehr freundlich zu ihr und unterstützt sie. Denn das Leben als alleinerziehende Mutter mit einem unehelichen Kind ist nicht gerade einfach. Auch deshalb gibt sie Lasse nach einiger Zeit zu ihren Eltern, auf den Bauernhof Näs, wo sie eine glückliche Kindheit verbracht hat. Erst mit der Heirat von Sture kann sie Lasse endlich das Heim bieten, das sie sich immer für ihr Kind gewünscht hat und auch sonst fühlt Astrid sich angekommen. Mit ihrer Tochter Karin vervollständigt sich dieses Glück. Doch um Schweden tobt der Zweite Weltkrieg und Astrid fürchtet sich vor der Zukunft. Nur bei den abendlichen Geschichten, die sie Karin vor dem Einschlafen erzählt, kann sie in eine andere Welt abtauchen und mit der kleinen, starken und wirklich einzigartigen Pippi Langstrumpf die wildesten Abenteuer erleben. Dass sie diese Geschichten aber eines Tages einmal niederschreiben und sogar veröffentlichen würde, damit hätte sie zu diesem Zeitpunkt niemals gerechnet...

Susanne Lieder hat das Leben von Astrid Lindgren sehr packend erzählt. Widmet sie sich doch vorallem der Frau, die hinter den berühmten Kinderbüchern steckt und weit mehr als nur eine Schriftstellerin ist. Denn Astrid ist eine Frau, die mit ihrem unehelichen Sohn schon mit achtzehn Jahren ihr Elternhaus und ihre Heimat verlassen musste, vorallem auch um ihre Eltern vor dem Gerede der Dorfbewohner zu schützen. Bereits hier zeigt sich ihre Stärke, die sie ihr ganzes Leben über nicht verliert, sich dessen aber häufig gar nicht bewusst ist. Ebenso wie ihre Fähigkeit, sich in Kinder hineinzuversetzen und die allgemeingültigen gesellschaftlichen Erziehungsmethoden zu hinterfragen.

Bisher haben Biografien nicht zu meinen Lieblingsbüchern gehört, denn sie waren mir häufig zu trocken und die Personen trotz der interessanten Handlungen nicht greifbar. Doch Susanne Lieder konnte mich nun vom Gegenteil überzeugen und ich konnte gar nicht mehr aufhören, in diesem Buch zu lesen. Erzählt sie das Leben von Astrid Lindgren doch sehr lebhaft, realistisch und nahbar, sodass ich die Gedanken und Hintergründe, die die Autorin sich zu den entsprechenden Büchern gemacht hat, nun besser verstehen kann. Vorallem auch, weil Astrid Lindgren ganz selbstverständlich zu einem Teil meiner Kindheit geworden ist und mich so nachhaltig geprägt hat.

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Aufbau TB
Seitenzahl: 361
Ersterscheinung: 11.10.2022
ISBN: 9783746640020 
Preis: 14,00
Reihe: Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe, Band 24

Vielen Dank an den Aufbau-Verlag und Susanne Lieder für das Rezensionsexemplar!

Donnerstag, 8. Mai 2025

Rezension: Linda Winterberg - Die Berghebamme - Hoffnung der Frauen

 

Eine neue Zeit in der Geburtshilfe beginnt

Brannenburg in Oberbayern, 1893: Maria hat in den letzten drei Jahren ihre Ausbildung zur Hebamme an der modernen Münchener Frauengebäranstalt absolviert. Denn auch in der Geburtshilfe sollen modernere und somit hygienischere Zustände herrschen. Sterben doch immer noch viel zu viele Wöchnerinnen aufgrund von mangelnder Hygiene. Nachdem sie ein Brief von ihrem besten Freund Max, der bereits ihr gesamtes Leben immer an ihrer Seite ist, erreicht und er sie bittet, nach Brannenburg zurückzukehren um dort die alte Hebamme Alma abzulösen, ist sie hin- und hergerissen. War sie in ihrem Heimatort doch immer der Bankert, der von seiner Mutter einfach auf den Stufen der Kirche abgelegt worden war und die keinerlei Respekt verdient hat. Dennoch fasst sie sich schließlich ein Herz und macht sich auf die Heimreise in Richtung Berge. Leider erwartet sie dort genau das, was sie erwartet hat. Denn kaum jemand respektiert sie und sie muss sich die Anerkennung der Menschen erst hart erarbeiten. Von Alma erfährt sie nur Verachtung und bekommt mit ihr eine Komkurrentin, die nicht aufgibt. Trotzdem weiß Maria, was sie kann und auch für welchen guten Zweck sie kämpft. Denn die Gesundheit der Frauen und Babys steht für sie immer an oberster Stelle.

Linda Winterberg widmet diese neue Reihe einem ganz besonderen Thema, nämlich der Geburtshilfe im Jahre 1893. Diese befindet sich gerade mitten im Umbruch und hat mit so manchen Hindernissen zu kämpfen. Doch die Protagonistin Maria ist eine starke, junge und sehr intelligente Frau, die sich nicht unterkriegen lässt und immer den Fokus auf dem Richtigen und Wichtigen behält. Da die Autorin einen fesselnden Erzählstil hat, fliegen die Seiten nur so dahin.

Dieser Roman hat mich von der ersten Seite an gepackt, denn durch den abrupten Einstieg in die Handlung hat die Autorin keine Zeit verschwendet und ihre Leser direkt in Marias Leben mitgenommen. Ich finde die Geburtshilfe und Medizin während dieser längst vergangenen Zeit spannend und interessant und habe die Einblicke sehr genossen. Gut gefällt mir auch, dass die junge Hebamme Maria immer wieder in bayerischer Mundart spricht und auch den ein oder anderen Fluch loslässt, so wirkt sie weitaus sympathischer, nahbarer und authentischer. Insgesamt ein rundum gelungener Reihenauftakt, dessen zweiter Teil bald erscheint, sodass ich nicht mehr allzu lange darauf warten muss.

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Aufbau TB
Seitenzahl: 410
Ersterscheinung: 17.09.2024
ISBN: 9783746641386 
Preis: 14,00
Reihe: Die Kinder-der-Berge-Saga, Band 1

Vielen Dank an den Aufbau-Verlag und Linda Winterberg für das Rezensionsexemplar!

Montag, 7. April 2025

Rezension: Anna Husen - Die Frauen der Villa Sommerwind. Das Glück am Horizont.

 

Ein Neuanfang am Timmendorfer Strand

Im April des Jahres 1903 startet das neue Leben für Eberhart Hohnhold und seine drei Kinder Henriette, Sybille und Hermann. Das Hotel, die Villa Sommerwind, hat Eberhart überraschend von einem Verwandten geerbt und in den letzten Monat auf den neuesten Stand gebracht. Nun wurde es auch endlich Zeit für seine Kinder, zu ihm an den Timmendorfer Strand und in das mondäne und wunderschöne Hotel zu ziehen. Henriette ist es gewohnt, wichtige Entscheidungen gemeinsam mit ihrem Vater zu treffen, oder sogar eigenständig, denn die Ausbildung an der Hotelschule hat sich in vielen Bereichen bezahlt gemacht. Auch musste sie ihren Geschwistern schon bald die Mutter ersetzen und viel Verantwortung übernehmen. So ist sie es auch gewohnt, von vielen Männern von oben herab behandelt zu werden und weiß es, sich durchzusetzen. In der Tochter der Schneiderin des Ortes findet sie schnell eine ebenbürtige Freundin, die ebenso wie sie mutig voranschreitet. Doch der Entscheidung, dass Henriette den Architektensohn Eduard Graff heiraten soll, hat sie nichts entgengenzusetzen, denn ihr Vater lässt sie dabei nicht mitreden. So ist diese Heirat beschlossene Sache, auch wenn Henriettes Herz einem anderen gehört...

Anna Husen ist es gelungen, diesen Roman von der ersten Seite an spannend und fesselnd zu gestalten. Denn die Handlung schreitet schnell voran, ist kurzweilig und von vielen packenden Situationen geprägt. Henriette ist eine sehr starke, emotionale und sympathische Protagonistin, die für ihre Träume kämpft, auch weil ihre Mutter ihr das von Kindesbeinen an beigebracht hat. Da die Kapitel nicht allzu lange sind und auch immer mit Zeitangaben versehen wurden, bleibt es trotz des langen Zeitraumes von 16 Jahren immer übersichtlich.

Es passiert mir nicht sehr häufig, dass ich Romane mit fast 500 Seiten innerhalb von 24 Stunden beende, doch dieses Buch gehört dazu. Ich fand den Schreib- und Erzählstil der Autorin so gelungen, dass die Handlung und damit die Seiten nur so dahingeflogen sind. Die Charaktere waren allesamt liebenswürdig und sind mir im Lauf der Geschehnisse immer mehr ans Herz gewachsen, denn von dramatischen Momenten wurden Henriette und ihre Familie nicht gerade verschont. Ein rundum gelungener Auftaktband einer Reihe, die ich nun unbedingt weiterlesen möchte.

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Knaur Taschenbuch
Seitenzahl: 480
Ersterscheinung: 03.04.2023
ISBN: 9783426529720 
Preis: 11,99
Reihe: Timmendorfer Strand, Band 1

Vielen Dank an den Knaur-Verlag und Anna Husen für das Rezensionsexemplar!

Dienstag, 21. Januar 2025

Rezension: Sonja Roos - Eine grenzenlose Welt - Schicksal

 

Harte Schicksalsschläge, viel Mut und die Macht der Liebe

1899: Obwohl Maggie seit zwei Jahren in San Francisco lebt und dort für eine Zeitung arbeitet, hat sie sich dort immer noch nicht richtig eingelebt. Ihr Chef unterdrückt jedes Talent und lässt sie nur Aufgaben übernehmen, die seines Erachtens nach Tätigkeiten für eine Frau sind und würdigt sie dadurch ständig herab. Als nun ein Telegramm von Rosie aus New York bei ihr eintrifft, in dem sie sie um Hilfe bittet, zögert Maggie nicht lange und bricht alle Brücken in dieser, ihr immer noch fremden Stadt ab. Doch Maggie fürchtet sich auf vor der Rückkehr, denn der Kuss mit Simon, den Rosie mitansehen musste, hat die Freunde entzweit. Allerdings besteht zuerst keine Zeit für weitere Zerwürfnisse, denn der Grund für Rosies Nachricht war ein Überfall auf Simon, den dieser beinahe nicht überlebt hätte. Maggie soll deshalb in der Redaktion des Hareld für geregelte Abläufe sorgen, das lässt aber der neue Redaktionsleiter nicht zu und Maggie muss sich unterordnen. Auch Nando, ihre große Liebe und Vater ihres zweijährigen Sohnes bleibt verschwunden und Maggie hofft sehr, ihn bald zu finden, denn ihre Liebe gehört nur ihm, das hat sie in den letzten Jahren ohne ihn schmerzhaft gelernt.

Sonja Roos sorgt in diesem zweiten Band der Reihe dafür, dass zwar eine zweijährige Pause zwischen den beiden Romanen besteht, diese aber lückenlos gefüllt wird durch Gespräche, Erinnerungen und Rückblicke. So knüpft sie perfekt an den ersten Teil an. Denn nun überschlagen sich die Ereignisse wieder und die gesamte Handlung wird vom Konkurrenzdenken zwischen Simon und seinem größten, und auch sehr unfairen Konkurrenten Hearst überschattet. Beginnt doch alles mit dem Brand in der Zeitung, der ihm nie nachgewiesen werden konnte und wird nun durch den Mordanschlag auf Simon, kurz nach einem brisanten Gespräch zwischen den beiden Männern, noch übertroffen. Aber auch die Liebe von Maggie zu Nando, die Ehe von Rosie und Simon und einige weitere Handlungen, die sich wie ein roter Faden durch die Handlung ziehen, sorgen für Spannung und fesselnde Momente.

Bereits der erste Band hat mich so gefesselt, dass ich kaum mehr aufhören konnte zu lesen. Vorallem der Cliffhanger an dessen Ende war fies und hat mich nur noch neugieriger auf den zweiten Teil gemacht. Dieser hat diese Spannung aber noch gesteigert und ich konnte das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen. Am liebsten würde ich jetzt direkt mit dem dritten Band weitermachen, ich habe ihn aber leider noch nicht hier und muss ihn mir noch besorgen...

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Goldmann
Seitenzahl: 448
Ersterscheinung: 19.06.2024
ISBN: 9783442494149 
Preis: 16,00
Reihe: Eine grenzenlose Welt, Band 2

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Goldmann-Verlag und Sonja Roos für das Rezensionsexemplar!

Sonntag, 19. Januar 2025

Rezension: Franziska Stadler - Die Hofreiterin - Der Traum von Freiheit

 

Irma - Nie ohne Novio

Wien, 1898: Irma Rehberger ist die uneheliche Tochter einer Gestütsbesitzerin aus der Steiermark. Sie liebt ihr Leben auf dem Pferdehof und kann sich eine Zukunft ohne ihren fünfjährigen Lipizzaner-Hengst Novio nicht mehr vorstellen. Bedeutet er für sie doch so viel mehr, als nur ein Pferd, das nur ihr vertraut, denn er wurde kurz nach dem Tod ihres Zwillingsbruders geboren und wird sie immer, als sein Vermächtnis an ihn erinnern. Doch nun endet ihre Zeit in der alten Heimat und ein Neuanfang in Wien stehr bevor. Denn Novio soll zukünftig an der berühmten Spanischen Hofreitschule ausgebildet werden, ist er doch außergewöhnlich gelehrig. Aber für Irma bedeutet das, dass sie ihm unter allen Umständen folgen muss, weshalb sie sich als Mann ausgibt und eine Ausbildung als Eleve beginnt. Leider wird sie ohne adelige Herkunft nicht anerkannt, kommen die anderen Eleven doch aus höhergestellten Familien. Irmas, oder besser gesagt ab jetzt Konrads, Talent sticht schnell heraus und sie sorgt für Respekt unter ihren Kollegen durch ihr Können. Doch wird sie ihre Tarnung für lange Zeit aufrecht erhalten können? Und was tut sie, wenn sie auffliegt? Kann sie Novio dann einfach alleine lassen?

Franziska Stadler ist das Pseudonym der Autorin Martina Sahler. Der Schreibstil ist flüssig und die Seiten fliegen nur so dahin, was aber auch am sehr geschickten Handlungsaufbau liegt, der so manche Überraschung bereithält und so die Spannung bis zur letzten Seite niemals ganz nachlässt. Irma ist eine sehr mutige junge Frau, die bereit ist, für ihre Träume Opfer zu bringen. Das lässt sie sofort sympathisch und echt wirken.

Ich mochte den Roman sofort, denn ich liebe es, wenn eine Handlung schnell an Fahrt aufnimmt. Das alles war gegeben, denn Irmas Leben in Wien ist nicht immer einfach und hat mich immer für einen positiven Ausgang der Situationen hoffen lassen. Ich liebe es, wie die Autorin die Spannung hochhält und immer wieder neue Zwischenfälle auftreten, die absolut unerwartet und überraschend sind. Nun freue ich mich sehr auf Band 2 und welche Entwicklungen er bereithält!

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
Seitenzahl: 432
Ersterscheinung: 14.03.2024
ISBN: 9783423220507 
Preis: 13,00
Reihe: Die Hofreiterin von Wien, Band 1

Vielen Dank an den dtv-Verlag und Franziska Stadler für das Rezensionsexemplar!