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Donnerstag, 10. September 2026

Rezension: Alix Bente - Kiss me in Orange

Eine bezaubernde Lovestory mit Herbstromantik 

Emma ist vor einiger Zeit in ihre Heimatstadt Goldried an der Mosel zurückgekehrt. Vorallem natürlich weil ihre Schwester bald ein Baby bekommt, aber auch weil ihr in Berlin die Decke auf den Kopf gefallen ist. War es doch auch wirklich unmöglich von ihrem besten Freund Niclas (in den Emma schon seit ihrem ersten Zusammentreffen als Studenten verliebt ist) sie erst zu küssen und dann plötzlich einen Rückzieher zu machen und sich über drei Monate nicht mehr bei ihr zu melden. Doch jetzt steht er unangemeldet vor ihrer Tür - 700 Kilometer entfernt von Berlin und bringt ihr gesamtes Gefühlsleben durcheinander. Dass er nun plötzlich wieder mit ihr spricht, sogar Zeit verbringen will, ist für Emma gerade einfach zu viel. Dennoch kann sie nicht aufhören an ihn zu denken, ist aber auch immer noch mega sauer auf ihn. Aber kann sie ihm auch längere Zeit widerstehen, wenn er sich mit ihr in der Kleinstadt voller Herbstfans in romantischer Stimmung mitten im Herbst aufhält?

Alix Bente lässt diesen Roman nur so vor Herbstromantik strotzen und sorgt so schnell für Lust auf diese wunderschöne Jahreszeit bei ihren Leser*innen. Zusätzlich zu diesem wunderbaren Setting sind auch Emma und Niclas zwei sehr sympathische Protagonisten, die auch mithilfe anderer Stadtbewohner schnell wieder zueinander finden. Da sie immer abwechselnd aus ihrer Perspektive erzählen, wird die Handlung zusätzlich interessanter und erhält mehr Tiefe. 

Spätestens nach diesem Buch bin ich nun voll in Herbststimmung und genieße die langsam kühler werdenden Tage und die dadurch steigenden gemütlichen Stunden auf dem warmen, kuscheligen Sofa. Der Roman war wunderschön, unterhaltsam und kurzweilig. Dass bereits von Anfang an klar war, wie das Ende dieser Friends to Lovers-Romance aussehen wird, hat mich kein bisschen gestört. 

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Ullstein Taschenbuch Verlag
Seitenzahl: 352
Ersterscheinung: 27.08.2026
ISBN: 9783548074696 
Preis: 15,00

Vielen Dank an Vorablesen, den Ullstein-Verlag und Alix Bente für das Rezensionsexemplar! 

Dienstag, 21. Juli 2026

Rezension: Judith Pinnow - Rendezvous in zehn Jahren

Eine Begegnung und ein Date in zehn Jahren

Valerie macht mit ihrer Schwester Anne Urlaub in Amsterdam. Da der Zug von Anne Verspätung hat, setzt sie sich in ein kleines Café und lernt dabei den attraktiven Niederländer Ted kennen. Nach einem anregenden Gespräch vereinbaren sie, sich in zehn Jahren am gleichen Ort und zur gleichen Uhrzeit wieder zu treffen und Bilanz zu ziehen, wie die letzten Jahre so waren. Nach kurzer Zeit spürt Ted aber, dass er niemals so lange auf Valerie warten kann und macht sich auf die Suche. Doch er findet sie nicht und das Leben nimmt seinen Lauf. Er ahnt aber nicht, dass auch Valerie nach ihm sucht... Können sie es schaffen, sich früher wieder zu sehen und ihren Gefühlen auf den Grund zu gehen?

Judith Pinnow erzählt auf einfühlsame Weise von einer Liebe, die über die Jahre immer stärker wird und neben dem Alltag weiter existiert. Valerie und Ted sind zwei Menschen, die zwar versuchen, gegen ihre Gefühle anzukämpfen, sie aber nie vollständig besiegen können. So wird ihre Geschichte von einer Menge Zufälle begleitet und sorgt für eine unterhaltsame Handlung. Da die Autorin geschickt und teilweise im schnellen Tempo zwischen den beiden Protagonisten und teilweise auch anderen Charakteren, erhalten die Leser viele Einblicke in die Gefühle und Gedanken der Personen. 

Ich mochte diesen kurzweiligen Roman unheimlich gerne und fand es spannend, zwischen den verschiedenen Orten und Personen hin und her zu wechseln. So war die Handlung immer interessant und leider auch viel zu schnell am Ende angelangt. 

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Ullstein Taschenbuch Verlag
Seitenzahl: 256
Ersterscheinung: 15.06.2020
ISBN: 9783548062594
Preis: 12,99 

Mittwoch, 11. März 2026

Rezension: Eva Mirasol - Staying Alive

Nicki, Assistenzärztin der Rettungsstelle

Nicki hat eine neue Stelle in einer großen Berliner Klink angetreten. Doch bereits am ersten Tag sieht sie, wie viel in der Rettungsstelle dort los ist und bekommt weder von ihrem Vorgesetzten noch ihren Kollegen eine Schonzeit. So ist sie mitten im täglichen Wahnsinn von Kleinigkeiten bis hin zu Reanimationen gefangen und wird schnell zu einer erfahrenen Ärztin. Doch sie hat kaum Freizeit und bald mehr Überstunden, als sie zählen kann. Trotzdem mag sie ihren Job als Ärztin und erlebt so einige skurrile Situationen, die es aufzuschreiben lohnt. Außerdem  ist da noch Micha, der attraktive Oberarzt, der mit seinem speziellen Humor willkommen heißt und sich dann ganz unbemerkt in ihr Herz schleicht...

Eva Mirasol ist selbst Ärztin und kennt den Trubel und die Hektik einer Notaufnahme selbst sehr gut. Mit viel Witz und fachlichem Wissen vermittelt sie ihren Leser*innen die alltäglichen, komischen bis traurigen Situationen und baut durch die Authentizität schnell eine Bindung auf. Besonders das Zitat "Ich bin Ärztin. Das ist so etwas ähnliches wie Arzt." ist einprägsam und leider wahrer, als es anfangs den Anschein hat. 

Als Krankenschwester in einer Notaufnahme kenne ich den täglichen Wahnsinn sehr gut. Auch deshalb kann ich den teilweise schwarzen und makabren Humor gut nachvollziehen. Denn die Tage in einer, wie die Autorin es nennt, Rettungsstelle sind lange, hart und wirklich zehrend. Sehr gut gefällt mir neben der fesselnden Handlung und den vielen Anekdoten aus dem Klinikalltag auch die gut verständlichen Erklärungen zu sämtlichen Fachbegriffen am unteren Rand der jeweiligen Seiten. Ein rundum gelungener Roman, der mich gefesselt und häufig an eigene Patientenbegegnungen erinnert hat. 

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Ullstein Taschenbuch Verlag
Seitenzahl: 336
Ersterscheinung: 30.05.2025
ISBN: 9783548070315 
Preis: 14,99

Vielen Dank an den Ullstein-Verlag und Eva Mirasol für das Rezensionsexemplar! 

Montag, 26. Januar 2026

Rezension: Caroline Jansen - Der Salon in der Neustadt

Mariannes Neuanfang in der Neustadt

Bremen, 1975: Marianne ist seit sieben Jahren zurück aus London und hat sich in Bremen wieder ein Leben aufgebaut. Obwohl der Friseursalon ihrer Eltern noch vorhanden ist, hat sie sich einen neuen Laden in der Neustadt gesucht. Dort ist es sehr modern und neben Pop-Musik und fröhlichem Geplauder frisiert es sich wunderbar. Da sie bisher nur Frauen annehmen, wagt sie den Schritt, baut den Salon um und möchte ab sofort auch Männern zu schönen Frisuren verhelfen. Allerdings ist das gar nicht so einfach, denn gerade die wollen meist nur von Männern bedient werden, die es bei Marianne aber nicht gibt. So ist Geduld gefragt und erst mit einem Trick ihrer Mutter Gisela locken sie schließlich auch Männer an. Doch trotz des Erfolgs spürt Marianne mehr und mehr, dass die Arbeit sie anstrengt und sie dringend eine Pause bräuchte. Erst mit der Bekanntschaft von Felix Niehaus, dem vermeindlichen Sohn ihres Onkels, erfährt sie wieder ein wenig Leichtigkeit. Dennoch weiß sie nicht so recht, was sie von ihren Gefühlen halten soll, denn Felix könnte ja durchaus ihr Cousin sein.

Caroline Jansen erzählt die Geschichte der drei verwandten Frauen Marianne, Gisela und Ruth auf eine kurzweilige und fesselnde Weise weiter. So ist Marianne in den Vordergrund gerückt, während ihre beiden Tanten nur noch eine untergeordnete Rolle spielen, dennoch so manchen Schicksalsschlag zu verkraften haben. Da der Erzählstil sehr flüssig ist und die Perspektivwechsel für Abwechslung sorgen, fliegen die Seiten nur so dahin. 

Bereits der erste Band der Reihe hat mir sehr gut gefallen. Deshalb war ich nun total gespannt, ob mich auch die Fortsetzung wieder so in ihren Bann ziehen würde - und es ist ihr gelungen! Denn die Familiengeschichte ist so interessant wie mitreißend und hat mich durchweg gut unterhalten. Da die Familie und ihre zwischenmenschlichen Probleme sehr realistisch dargestellt werden, war ich immer wieder sehr berührt und hatte das Gefühl selbst Teil der Handlung zu sein.  

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Ullstein Taschenbuch Verlag
Seitenzahl: 320
Ersterscheinung: 29.06.2023
ISBN: 9783548066516 
Preis: 11,99
Reihe: Die Friseursalon-Reihe, Band 2 

Vielen Dank an den Ullstein-Verlag und Caroline Jansen für das Rezensionsexemplar! 

Donnerstag, 23. Oktober 2025

Rezension: Caroline Jansen - Der Salon am Rosenplatz

Ein Friseursalon, zwei Schwestern und das Leben mit seinen Widrigkeiten

Bremen, 1966: Als der Vater der drei Geschwister Gisela, Kurt und Ruth verstorben ist, hat er in seinem Testament verfügt, dass der Friseursalon an seine älteste Tochter Gisela geht und diese ihren beiden jüngeren Geschwistern dort Arbeit gibt. Allerdings war Gisela immer lieber im Büro als vorne im Geschäft und hat sich daher in den vergangenen Jahren lieber den Zahlen als den Kunden gewidmet. Leider hat sie auch nicht auf ihre Tochter Marianne, die zwischenzeitlich ebenfalls den Beruf der Friseuse erlernt und im Familiengeschäft tätig ist, und Ruth gehört und nichts modernisiert. So kommt es, dass nur noch Stammkunden in den Salon am Rosenplatz kommen und das Geld immer knapper wird. Auch die Stimmung ist angespannt, denn seit Giselas Mann plötzlich und überraschend verstorben ist, hat sie keinen Antrieb mehr und versteckt sich lieber in ihrem Büro. Für Ruth und Marianne wird es dadurch immer anstrengender, lediglich Kurt geht stoisch seiner Arbeit nach. Nachdem erst Marianne den Salon verlassen hat, um als Mannequin in London durchzustarten und Gisela Ruth gekündigt hat, ist sie nun mit Kurt allein und die Kunden werden noch weniger. Der Schmorbrand, der dann auch noch ausbricht, bringt das Fass schließlich zum Überlaufen und fordert die Geschwister heraus, bringt sie aber auch dazu, endlich wieder zusammenzuhalten. 

Caroline Jansen erzählt sehr kurzweilig und wechselt zwischen den Perspektiven von Marianne, Gisela und Ruth ab. So erhalten die Leser viele Einblicke in die Leben der Drei und auch ihre Gedanken und Gefühle. Dank dieser Nahbarkeit, wachsen sie den Lesern weit mehr ans Herz als bei einer eindimensionaleren Erzählweise. 

Leider stand dieser Roman viel zu lange ungelesen in meinem Bücherregal. Denn nun hat er mir wirklich schöne und unterhaltsame Lesestunden geschenkt, weshalb ich auch froh bin, den zweiten Band der Reihe bereits hier liegen zu haben.

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Ullstein Taschenbuch Verlag
Seitenzahl: 320
Ersterscheinung: 30.03.2023
ISBN: 9783548066509 
Preis: 11,99
Reihe: Frauen wie wir, Band 1

Vielen Dank an den Ullstein-Verlag und Caroline Jansen für das Rezensionsexemplar! 

Montag, 21. Juli 2025

Rezension: Julia Niermann - Schatten der Schuld

 

Toni Russo jagt den Mörder

Berlin, 1900: Antonella Russo, Spitzname Toni, lebt nahe dem Prenzlauer Tor in Berlin. Als Teil der italienischen Arbeiterfamilien, die größtenteils für das Entstehen der vielen neuen Mietskasernen verantwortlich sind, kennt sie Armut und Hunger nur zur gut. Doch Toni ist intelligent und hat einen Ausweg aus dem eintönigen und harten Leben als Frau gefunden - sie verkleidet sich als Mann und erlangt so ein klein wenig mehr Freiheit. Doch die Neujahrsnacht hat es in sich, denn erst kümmert sie sich um eine junge Frau, Grete, die ganz verloren und vollkommen fehl am Platz in einer Kneipe aufgetaucht ist, dann werden sie beinahe von zwei Männern gestellt und sexuell angegriffen und schließlich entdeckt sie ihren behinderten Onkel Francesco tot an einer Laterne hängen. Toni ist entsetzt und weiß, dass sie diese Nacht niemals mehr vergessen wird. Aber die Polizei beendet die Ermittlungen ohne große Ergebnisse und wieder einmal voller Vorurteile gegenüber den italienischen Familien. Aber erst durch Grete, die nach Toni gesucht hat, gewinnt sie wieder Mut und macht sich gemeinsam mit ihrer neuen Freundin auf die Suche nach dem Mörder.

Julia Niermann ist Wahl-Berlinerin und liebt die Stadt. Auch deshalb hatte sie großen Spaß an diesem Roman rund um die Italienerin Toni, die im historischen Berlin um 1900 gelebt hat. Der Erzählstil der Autorin liest sich sehr flüssig und sorgt dafür, dass der Roman innerhalb kürzester Zeit fertig gelesen ist. Da die Handlung eine sehr gelungene Mischung aus historischem Roman und Krimi mit durchaus spannenden Anteilen ist, bekommen die Leser tiefe Einblicke in das Leben zur damaligen Zeit und die schrecklichen Verhältnisse, in denen die ärmeren Menschen leben mussten.

Ich finde den Roman wirklich super, denn er hat die beiden Genres perfekt vereint, die ich gerne lese. Obwohl es niemals extrem spannend war, wollte ich doch immer weiterlesen und war gefesselt von den Geschehnissen. Falls es jemals noch einen zweiten Band rund um Toni Russo geben sollte, werde ich ihn auf jeden Fall lesen. 

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Ullstein Taschenbuch Verlag
Seitenzahl: 352
Ersterscheinung: 29.12.2022
ISBN: 9783548066448 
Preis: 11,99

Vielen Dank an den Ullstein-Verlag und Julia Niermann für das Rezensionsexemplar! 

Sonntag, 29. Juni 2025

Rezension: Leonie Zenk - Muschelglück und Meeresrauschen

Ein großartiger Sommerroman mit Gute-Laune-Garantie

Christin lebt seit sieben Monaten nur noch für die Arbeit, denn nur so kann sie alles Geschehene vergessen. Hat damals doch ihr Ex-Mann die Beziehung aus heiterem Himmel beendet und Christin mit einem gebrochenen Herzen zurückgelassen. Leider hat Christin noch nicht in einen fröhlichen und selbstbestimmten Alltag zurückgefunden, sondern lebt nur so dahin. Daher reißt die Postkarte ihrer Oma Rosa aus St. Peter sie aus ihrem Alltagstrott. Beichtet ihre Oma ihr darin, dass sie große Probleme mit ihrem Lädchen, der Muschelkiste hat, und dringend Hilfe benötigt, dabei ist sie sonst so ein Sturschädel, der niemals Hilfe annimmt. Chrstin ist alarmiert und reist schnellstmöglich in ihren Lieblingsort an der Nordsee. Dort findet sie eine etwas tüdelige Oma vor, die leider kaum mehr Kunden in ihrem Laden hat. Dabei macht sie so wunderschönen Schmuck aus Muscheln, dass ihr der Laden eingerannt werden müsste. Außerdem droht der Vermieter damit, ihr den Laden nicht meht weiter zu vermieten, wenn sie ihre Miete demnächst nicht wieder pünktlich zahlt, schließlich hätte er schon einen Interessenten für den Laden. Das kann Christin nicht hinnehmen und beschließt, ihrer Oma tatkräftig unter die Arme zu greifen. Dass diese aber auch schon eigene Pläne gemacht und dafür Christins Ex Samuel eingeladen hat, da er als Innenarchitekt ein wundervolle neue Ladeneinrichtung erarbeiten soll, bringt Christins Gefühlsleben ganz schön durcheinander. Außerdem ist da auch noch Florian, der Mieterberater, der gerne mehr als nur das für Christin wäre...

Leonie Zenk hat in diesem Roman die perfekte Mischung aus Familienleben, Gefühlen und Meerfeeling vereint und schenkt ihren Lesern so einen wunderschönen Sommerroman mit Wohlfühlstimmung. Die Charaktere sind allesamt sehr realistisch und sympathisch und erfüllen den Roman mit Leben.

Da das Wetter gerade ständig viel zu heiß ist, um die Zeit draußen zu verbringen, träume ich mich mit meinen Büchern gerne ans kühle, erfrischende und einfach nur wunderschöne Meer. Dieser Roman hat mir wundervolle Lesestunden in St. Peter-Ording an der Nordsee geschenkt, die leider viel zu schnell vorbei waren. Denn das Buch hat sich schnell und flüssig gelesen und mir bis zur letzten Seite viel Freude bereitet. Gerne noch mehr davon!

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Ullstein Taschenbuch Verlag
Seitenzahl: 384
Ersterscheinung: 27.03.2025
ISBN: 9783548069388
Preis: 12,99 

Vielen Dank an den Ullstein-Verlag und Leonie Zenk für das Rezensionsexemplar! 

Freitag, 28. März 2025

Rezension: Christin-Marie Below - Unser Reetdachhaus am Strand

 

Wiedersehen auf Norderney

Bereits seit vier Jahren war Marla nicht mehr auf ihrer Heimatinsel Norderney. Damals war die Bestattung ihrer geliebten Oma Jella der Anlass des Besuchs und dieser war mehr als traurig. Seither kamen Marla immer wieder andere Dinge in die Quere, denn ihr Lebensmittelpunkt liegt seit dem Studium in Kassel. Hier hat sie auch in Jula eine neue beste Freundin gefunden und erholt sich noch von der gescheiterten Beziehung mit ihrem Ex-Freund Kai, der sie mehrmals mit anderen Frauen betrogen hat und ihr Vertrauen auf die mieseste Art missbraucht hat. Dennoch findet Jula, dass es Zeit für einen neuen Mann an ihrer Seite ist und versucht sie mit dem attraktiven Marc zu verkuppeln. Sie kann ihn aber nicht mehr näherkennenlernen, denn die Abreise nach Norderney steht kurz bevor. Möchte sie dort doch endlich ihre beiden besten Freundinnen aus Kindheit- und Jugendzeit wiedertreffen. Wie erwartet wird ihr Eintreffen auf der schönen Nordseeinsel eine sehr emotionale Angelegenheit und die drei Frauen haben das Gefühl, sofort an die Vergangenheit anknüpfen zu können. Und bald haben sie neben der aufzuholenden Zeit auch noch eine Mission, denn das Haus von Oma Jella soll an einen Investor verkauft und abgerissen werden und das muss verhindert werden.

Christin-Marie Below beschreibt in diesem sommerlich-leichten Roman die Freundschaft dreier junger Frauen, die gemeinsam bei Tagesmutter "Oma Jella" aufgewachsen sind. Der Roman ist kurzweilig und sofort für gute Stimmung bei den Lesern, denn die Handlung ist unterhaltsam und der Schauplatz lässt Meerweh aufkommen. Da die Autorin einen flüssigen Erzählstil hat, fliegen die Seiten nur so dahin.

Dieser Roman war genau das, was ich gerade gebraucht hat und ich bin voller Freude gemeinsam mit Marla und Yve nach Norderney gereist. Da die Handlung durchweg interessant und unterhaltsam ist, habe ich das Buch innerhalb eines Tages beendet und war richtiggehend traurig, dass ich viel zu schnell am Ende angelangt bin. Ein wunderschöner Wohlfühlroman für kuschelige Lesestunden bei diesem wechsalhaften Aprilwetter draußen.

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Bewertung: 4 von 5 Sterne

Verlag: Ullstein Taschenbuch Verlag
Seitenzahl: 288
Ersterscheinung: 30.03.2023
ISBN: 9783548067179 
Preis: 11,99

Vielen Dank an den Ullstein-Verlag und Christin-Marie Below für das Rezensionsexemplar!

Donnerstag, 25. Juli 2024

Rezension: Renate Greil - Die Kranichfrauen

Ein packender Roman über Freundschaft, Mut und die Liebe zum Segeln

München, 1946: Paula lebt mit ihren Eltern in einer Villa in München. Obwohl um sie herum viel zerstört wurde, wurde ihr Haus weitestgehend verschont und die wenigen Schäden bereits wieder behoben. Paula würde gerne ihre Freiheit genießen, denn der Krieg hat ihr ihre Jugend genommen. Doch ihre Mutter hat andere Pläne und möchte sie schnellstmöglich an einen gut betuchten Mann verheiraten, der mit seinem Geld den Wideraufbau der Firma der Familie unterstützen kann. Nur der Vater teilt die Pläne der Mutter nicht vollkommen, denn er möchte auch den verlorenen Segelclub am Ammersee wieder in seinen Besitz bringen und neu eröffnen. Sein Veto verhilft Paula deshalb zu einem Sommer am Ammersee, im Segelclub der Familie, wo sie im GYA, einem Jugendclub der amerikanischen Besatzer, mitarbeiten und die Segelboote wieder herrichten soll. Gemeinsam mit Anna, einer Freundin aus Kindheitstagen, die auch damals bereits mit Paula viele Stunden auf den Segelbooten des Clubs verbracht hat, wird dieser Sommer unvergesslich. Als aber bekannt wird, dass das Segelschiff "Kranich" nach Amerika verschleppt werden soll, können Anna und Paula nicht einfach zusehen und machen einen Plan, wie sie das Boot verstecken können. Denn die Kranich ist seit jeher das wertvollste Segelboot der Familie und ein Erbstück der Großmutter mit kostbarem Wert und einer ganz besonderen Geschichte noch dazu.

Renate Greil versteht es, die Geschichte rund um die Kranichfrauen sehr fesselnd und packend zu erzählen. Ganz nebenher wechselt sie während dem Erzählen zwischen den einzelen Perspektiven der Charaktere und sorgt so für eine unverhoffte Tiefe und viele Einblicke in die Gedanken und auch gesamten Lebenssituationen der Protagonisten. Das Besondere daran ist, dass sie niemals Überschriften oder andere Mittel dafür benötigt, sondern alles ganz beiläufig geschieht. Die Handlung selbst ist durchgehend spannend und interessant, sodass keine Längen oder ähnliches aufkamen.

Als großer Fan von historischen Romanen, wusste ich schnell, dass dieser hier perfekt für mich sein könnte. Dieser erste Eindruck hat sich auch tatsächlich schon während der ersten Seiten bestätigt und ich wollte einfach immer weiterlesen. Paula und Anna sind sehr sympathische junge Frauen, die während den Kriegsjahren ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht haben und auch aus komplett gegensätzlichen Gesellschaftsschichten stammen, die aber die Liebe zum Wasser und dem Segeln verbindet. So verbringen sie einen wunderschönen Sommer gemeinsam, der auch für die Leser unvergessen bleiben wird!

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Ullstein Taschenbuch Verlag
Seitenzahl: 480
Ersterscheinung: 25.04.2024
ISBN: 9783548068787 
Preis: 13,99

Vielen Dank an den Ullstein-Verlag und Renate Greil für das Rezensionsexemplar!

Mittwoch, 24. Juli 2024

Rezension: Tanja Janz - Tödliche Tide in St. Peter-(M)Ording

 

Der Tote in der Sauna

Ganz St. Peter-Ording ist auf den Beinen, denn neben den vielen Touristen, die jeden Sommer anreisen, wird auch noch ein Krimi gedreht. Auch die Einheimischen sind begeistert und versuchen immer wieder einen Blick auf die Schauspieler zu werfen. Schließlich sind einige bekannte Filmgrößen unter ihnen, vorallem Titus Frank hat es der Frauenwelt angetan. Umso tragischer ist aber, dass während der Filmpremiere sein Ferienhaus abbrennt und er, gefangen in der Sauna, dort tot aufgefunden wird. Weder Fred noch Ernie, die Polizisten vor Ort, noch Ede Glabotki, Freds Vater und Hauptkommissar aus Gelsenkirche in Ruhestand glauben an einen Zufall. Die Jagd auf den Mörder beginnt, aber auch mit Ernies Schwester Ilva, die fleißig mitermittelt, tappen sie noch lange im Dunkeln...

Tanja Janz liebt St. Peter-Ording und verbringt jedes Jahr ihre Ferien in diesem wunderschönen Ort. Diese Liebe spiegelt sich in jedem ihrer Romane wider, so auch hier. Die Beschreibungen des Ortes an der Nordsee sind häufig so bildlich, dass die Leser selbst das Gefühl haben, gerade mittendrin und nicht zuhause zu sein. Das Ermittlerteam, bestehend aus Polizisten und Hobbyermittlern ist so sympathisch, dass man es einfach mögen muss. Die Spannung ist, wie bei Cosy Crime üblich, durchgehend vorhanden, aber eher von unterhaltsamer als von beängstigender Weise.

Diese Reihe hat mir schon von Beginn an sehr sehr gut gefallen, sodass ich mich sehr über diesen neuen Band gefreut habe. Dieser Mordfall war so fesselnd, dass ich das Buch tatsächlich an einem Tag beendet habe und finde auch, dass es sich hiermit um den bisher besten der drei Teile handelt. Hoffentlich wird es noch viele weitere St. Peter-Mording-Krimis geben!

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Ullstein Taschenbuch Verlag
Seitenzahl: 304
Ersterscheinung: 25.04.2024
ISBN: 9783548068169 
Preis: 12,99
Reihe: Die St. Peter-Mording-Reihe, Band 3

Vielen Dank an den Ullstein-Verlag und Tanja Janz für das Rezensionsexemplar!

Mittwoch, 1. Mai 2024

Rezension: Lilly Bernstein - Sturmmädchen

 

Drei junge Frauen und eine Freundschaft, die auf die Probe gestellt wird...

Ein kleines Dorf in der Nähe von Monschau, 1939: Elli ist die Tochter der Dorfhebamme und überall nur bekannt als das "Hinkemädchen", denn sie leidet und einem kürzeren und verkrüppelten rechten Bein. Schon immer hat ihr diese Behinderung das Leben schwergemacht, doch seit die Nationalsozialisten an der Macht sind und die Menschen dazu ermutigen, allen, die krank, behindert oder irgendwie anders sind, dies zu zeigen, wird ihr Leben von Tag zu Tag schwerer. Auch die Freundschaft zu Margot, die Jüdin ist und in Aachen lebt, und Käthe, aus dem gleichen Dorf wie Elli und Tochter eines glühenden Nazis, wird überschattet von den Ideologien und miteinhergehenden Vorurteilen Juden und Behinderten gegenüber. Für Elli ist diese Situation nur schwer erträglich, denn ihrer Mutter kann sie bei ihrer Arbeit als Hebamme kaum zur Hand gehen, sind doch immer weite Wege zurückzulegen, was Ellis Bein nur unter großen Schmerzen leisten kann. Trotzdem spürt sie immer mehr, dass sie eine Aufgabe braucht, bei der sie anderen Menschen helfen kann und nicht mehr nur als das "Hinkemädchen" betrachtet wird...

Die Autorin Lilly Bernstein erzählt in diesem Roman über eine junge Frau, die nach einer Lebensaufgabe sucht und immer mehr spürt, wie wenig sie mit den Ansichten der Nazis übereinstimmen kann, aber immer zwischen ihren Freundinnen steht, die aus den gegenüberstehenden Lagern stammen. Anhand dieser mutigen Protagonistin zeigt die Autorin, wie das Leben auf dem Land nahe der belgischen Grenze ablief und wie knallhart manche Menschen dort gegen andere vorgingen, nur weil die nationalsozialistische Ideologie es so von ihnen forderte.

Lilly Bernstein ist eine großartige Autorin, der es regelmäßig gelingt, mich zu fesseln und ganz in ihren Handlungen versinken zu lassen. Ich bewundere die Protagonistin Elli sehr für ihre Stärke und ihren Mut, denn sie lässt sich niemals unterkriegen und hat Ziele, für die sie bereit ist, sich auch in Gefahr zu begeben. Ein rundum perfekt gelungener Roman, der mich dazu gebracht hat, eine Lese-Nachtschicht einzulegen!

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Ullstein Paperback
Seitenzahl: 416
Ersterscheinung: 01.02.2024
ISBN: 9783864932328 
Preis: 16,99

Vielen Dank an den Ullstein-Verlag und Lilly Bernstein für das Rezensionsexemplar!

Freitag, 1. März 2024

Rezension: Henrike Engel - Die Hafenärztin. Ein Leben für die Hoffnung der Menschen

 

Eine spannende Reihe findet nun ihren perfekten Abschluss!

Hamburg, 1911: Die Ärztin Anne van der Zwaan findet unverhofft eine Tote, die im Stehen an ihrer eigenen Wohnungstür verstorben ist. Bei der Obduktion stellt sich heraus, dass sie zwar seit langer Zeit große Mengen an Alkohol getrunken hat, aber ihr Todesurteil war das Heroin, das sie durch die Nase konsumiert hat. Diese Art der Berauschung ist neu in der Hafenstadt, denn bisher wird das Medikament Heroin in Tablettenform eingenommen und wirkt sehr gut gegen Husten und andere Erkrankungen dieser Art, nicht aber als Droge. Dem Pathologen sind auch noch weitere Frauen bekannt, die so unverschuldet in den Tod gefunden haben, drei von ihnen hatten auch das gleiche Papierbriefchen in der Tasche wie das letzte Opfer. Anne weiß, dass sie dem weiter auf die Spur gehen möchte. Allerdings lastet auch die nahende Gerichtsverhandlung auf ihr, wo sie als Kronzeugin gehen ihren Vater Roger van der Zwaan aussagen muss. Dieser scheint aber immer noch sehr siegessicher, was Anne einerseits traurig macht, ihr aber auch zeigt, wie niederträchtig und geldbesessen ist Vater eigentlich ist. Unterstützung in ihren Ermittlungen rund um die Heroinbriefchen findet sie auch wieder in Kommissar Berthold Rheydt, der den Kriminellen und ihren Handlangern endlich den Garaus machen möchte. Aber auch Helene Curtius, die Verlobte von Kommissar Rheydt und gute Freundin von Anne, möchte den Menschen helfen. Auf einer Reise nach Berlin hat sich ihre Überzeugung verfestigt, dass eine kranke Seele geheilt werden kann, wenn man ihr richtig hilft.

Henrike Engel hat diesen letzten Band der Reihe rund um die Hafenärztin etwas anders gestaltet. Denn hier steht kein Mordfall im Mittelpunkt, bei dessen Ermittlungen Anne, Helene oder andere Personen in Gefahr geraten, sondern die Heroinverteilung und die Anwendung dieses vermeintlich harmlosen Medikaments. Dennoch ist die Handlung durchgehend spannend, hat keine Längen und verliert sich auch nicht in unwesentlichen Details. In diesem Teil der Reihe werden so einige Ereignisse aus den vorangegangenen Bänden aufgearbeitet, was zeigt, wie eng alles zusammenhängt. Somit eignen sich die Bücher auch nicht unbedingt dazu, einzeln gelesen zu werden.

Ich habe jeden der vier Bände voller Begeisterung gelesen. Anne ist eine unheimlich starke und mutige Frau, die sich weder von bösen Machenschaften, Gefahren oder gesellschaftlichen Konventionen aufhalten lässt. Sie weiß, was richtig ist und verfolgt ihre Ziele. Immer an ihrer Seite hat sie dabei die Polizisten rund um Kommissar Rheydt und ihre Freundin Helene Curtius. Auch sie sind mir ans Herz gewachsen und ich bin nun etwas traurig, dass es keine weiteren Teile der Hafenärztin mehr geben soll... Eine wirklich starke Reihe, die ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann!

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Ullstein Paperback
Seitenzahl: 432
Ersterscheinung: 30.11.2023
ISBN: 9783864932144 
Preis: 15,99
Reihe: Die Hafenärztin, Band 4

Vielen Dank an den Ullstein-Verlag und Henrike Engel für das Rezensionsexemplar!

Donnerstag, 22. Februar 2024

Rezension: Nina Dias - Run For Love

 

Sehr unterhaltsam und kurzweilig!

Luca ist vierunddreißig, trägt Kleidergröße 44, ist 1,80m groß und fühlt sich in ihrem Körper sehr wohl. Dennoch muss sie es immer wieder ertragen, wie sie von Menschen auf ihr "Übergewicht" reduziert wird. Vorallem ihre Mutter treibt es immer wieder auf die Spitze und kann ihre Sticheleien nicht lassen. Als sie eines Tages ihrer Freundin Charles zu Hilfe eilt, die die Anmache eines Mannes kaum mehr abwehren kann, und dem aufdringlichen Verehrer einen Schlag auf die Nase gibt, wird sie zu Sozialstunden verurteilt. Schon das stört Luca gewaltig, aber auch noch wöchentlich drei Nachmittage in einem Jugendzentrum zu verbringen, das ist beinahe zu viel. Hier lernt sie aber dann Noel kennen und findet es auf einmal gar nicht mehr so schlimm, Zeit mit ihm verbringen zu müssen. Denn er durchschaut sie und die körperliche Anziehung ist beinahe nicht mehr auszuhalten...

Nina Dias hat diesen Roman allen Frauen gewidmet, die nicht der Norm entsprechen, gerne essen und sich nicht von gesellschaftlichen Konventionen einengen lassen. Luca ist stellvertretend für alle diese Frauen die Protagonistin in diesem Roman und erfüllt diese Rolle mit Bravour. Denn sie liebt das Leben, lässt sich nur selten wirklich in ihre Entscheidungen hineinreden und genießt die Momente, die sie glücklich machen. Dennoch leidet auch sie darunter, dass Bodyshaming und Bodypositivity überhaupt so einen großen Stellenwert in unserer Gesellschaft einnehmen (müssen).

Schon ab der ersten Seite war mir Luca super sympathisch und ich mochte ihre Art, mit ihrem Körper, ihrem Leben und ihren Mitmenschen umzugehen. Dennoch wirkt sie nie unrealistisch, denn natürlich hat auch sie ihre Schwächen, die teilweise nicht zu übersehen sind. Trotzdem strahlt das Buch eine sehr positive Stimmung aus, dir mir sofort gute Laune bereitet hat. Ein wunderbar unterhaltsamer und kurzweiliger Roman, der aber auch zum Nachdenken anregt!

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Bewertung: 4 von 5 Sterne

Verlag: Ullstein Taschenbuch Verlag
Seitenzahl: 320
Ersterscheinung: 30.11.2023
ISBN: 9783548068138 
Preis: 11,99

Vielen Dank an den Ullstein-Verlag und Nina Dias für das Rezensionsexemplar!

Mittwoch, 24. Januar 2024

Rezension: Lydia Schmölzl - Ein guter Plan ist die halbe Liebe

 

Roxy sucht den Baby-Daddy

Roxy ist fünfunddreißig Jahre alt, arbeitet als Personalchefin in einem Bauunternehmen und hat für alles im Leben einen Plan. Als sie aber zur Frauenärztin wegen einem vermeintlichen Routinetermin muss, erfährt sie, dass der Bluttest ergeben hat, dass sie nur noch wenige Eizellen hat und deshalb schnell schwanger werden muss, falls sie jemals Kinder haben möchte. Roxy ist durcheinander, verspürt aber, dass sie es sich durchaus vorstellen kann, selbst einmal Mutter zu sein - nur den Mann, den braucht sie nicht. Doch welcher Mann eignet sich überhaupt als Vater ihres Kindes? Da fallen ihr eigentlich nur die drei Männer ein, die auch jetzt schon eine Rolle in ihrem Leben spielen: Jonas, ihr Ex-Freund und immer noch Reparateur von kaputten Gegenständen in ihrer Wohnung, Max, bester Freund in allen Lebenslagen, und Dorian, heißer Arbeitskollege mit gleicher Leidenschaft für lange Abende im Büro. Um die Zügel nicht vollkommen aus der Hand zu geben und weiterhin einen Plan zu haben, gestaltet Roxy einen inkognito Einstellungstest. Nun dürfen nur keine Gefühle ins Spiel kommen...

Lydia Schmölzl schreibt in diesem Roman über ein sehr zeitgemäßes Thema, denn gerade für Frauen sind Kinder durchaus ein Traum, aber entweder es fehlt der richtige Mann oder man möchte seine Eigenständigkeit nicht für eine Beziehung aufgeben, die man doch gar nicht zum Glücklichsein braucht. Roxy ist eine sehr starke, selbstbewusste und gefestigte Frau, die ihren Plänen folgt und der ein Mann eher ein Klotz am Bein wäre, so sieht sie es zumindest zu Beginn des Buches. Trotzdem kann sie ihren neuerlichen Kinderwunsch nicht verleugnen und gerät erst einmal ins Schleudern, als sie so plötzlich eine so wichtige Entscheidung treffen muss. Die Geschichte des Eignungstests zum Vater ist sehr unterhaltsam und kurzweilig und wird so bildhaft beschrieben, dass sich der Roman auch als Verflimung sicherlich gut machen würde.

Ein richtig toller Roman, der durch seine humorvollen, aber auch nachdenklichen Stellen überzeugt hat. Ich mag es, wie die Autorin erzählt und niemals Langeweilie durch zu ausführliche Beschreibungen oder ähnliches aufkommen lässt. Allerdings fand ich Roxy gerade zu Anfang sehr anstrengend, denn ihre unabänderlichen Meinungen und überzogenen Reaktionen auf Taten, die ihrer Lebenseinstellung widersprechen, sind manchmal einfach nicht nachvollziehbar für mich. Insgesamt ein unterhaltsamer Roman, perfekt für ein paar kuschelige Lesestunden auf dem Sofa, wenn das Wetter mal nicht so toll ist.

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Bewertung: 4 von 5 Sterne

Verlag: Ullstein Taschenbuch Verlag
Seitenzahl: 384
Ersterscheinung: 26.10.2023
ISBN: 9783548068268 
Preis: 11,99

Vielen Dank an den Ullstein-Verlag und Lydia Schmölzl für das Rezensionsexemplar!

Donnerstag, 28. Dezember 2023

Rezension: Ivan Sciapeconi - Die Kinder des Don Arrigo

 

... und manchmal braucht es ein ganzes Dorf!

Der elfjährige Natan lebt mit seinen Eltern, seinem jüngeren Bruder Sami und seinem Onkel Herrmann in Berlin. Schon früher musste er mitansehen, wie eines Nachts jüdische Geschäfte, Synagogen und andere Orte, an denen Juden sich wohlfühlten, in Flammen aufgingen. Damals hat sein Vater sein Lachen verloren, dabei war er immer dabei, eine Geschichte oder einen Witz zu erzählen, um damit seinen Mitmenschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern und seine Botschaften weiterzutragen. Dann wurde die Judenverfolgung immer schlimmer udn die Braunhemden wurden immer mehr. Einfach so holten sie dann auch den Vater ab und Natan konnte nur tatenlos dabei zusehen. Als es immer schlimmer wurde, hat es an der Tür geklopt und eine Frau hat darum gebeten, dass Natan mit ihr kommen soll, denn sie bringe ihn nach Israel. Nun beginnt Natans Reise, denn über Umwege landet er schließlich mit seiner Gruppe im kleinen Dorf Nonantola, wo erst einmal Ende des unsteten Lebens ist und Natan spürt, wie das ganze Dorf darum bemüht ist, den jüdischen Kindern zu helfen. Allen voran Don Arrigo, der örtliche Pfarrer, der mit viel Mut und Einfallsreichtum seine schützende Hand über die Kinder hält.

Ivan Sciapeconi schildert die Flucht und die lange Reise mit schließlicher Rettung aus der Sicht des elfjährigen Jungen Natan. Somit sind die Gefühle und Erlebnisse häufig sehr einfach und trotzdem bewegend erzählt. Dass der gesamte Roman auf einer Tatsache beruht, macht alles noch faszinierender und beeindruckender. Es ist zwar schade, dass gerade Natan eine Erfindung des Autors ist, allerdings macht es das Geschehen deswegen nicht weniger interessant.

Ich bin immer noch ganz beeindruckt, wie es einem kleinen Dorf in Italien gelungen ist, so viele jüdische Kinder vor den deutschen Nazis und den italienischen Faschisten zu verstecken und zu schützen. Allerdings fand ich die Erzählweise aus kindlicher Perspektive teilweise etwas schwierig, denn ich hatte oft das Gefühl, die Situationen werden verkannt oder sehr vereinfacht dargestellt. Außerdem war auch die Sprache teilweise sehr kindlich, was zwar zu einem sehr flüssigen und schnellen Lesen geführt hat, mich aber trotzdem nicht so gepackt hat, als hätte ein Erwachsener erzählt. Insgesamt ein berührender Roman, der aber manchmal etwas zu oberflächlich und kindlich ist.

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Bewertung: 4 von 5 Sterne

Verlag: Ullstein Paperback
Seitenzahl: 208
Ersterscheinung: 28.09.2023
ISBN: 9783864932229 
Preis: 15,99

Vielen Dank an den Ullstein-Verlag und Ivan Sciapeconi für das Rezensionsexemplar!

Sonntag, 29. Oktober 2023

Rezension: Amelia Martin - Salz und Schokolade: Süße Wunder

 

Eine mitreißende Reihenfortsetzung

Halle an der Saale, 1905: Julius Mendel ist der Sohn von Leopold Mendel. Dieser hat seinen Sohn nach Brüssel geschickt, um dort eine Ausbildung zum Chocolatier zu absolvieren und später mit in die Firma einzusteigen. So ist die Liebe zu Schokolade in Julius immer weiter gewachsen und er widmet sich am liebsten der Herstellung von feinen Pralinen, die er auch gerne im Café David verkauft. So lernt er auch Ida, die Tochter einer alteingesessenen Hallorenfamilie kennen. Schnell spürt er die Verbindung zu ihr und kann den heimlichen Treffen nicht widerstehen. Und das obwohl er schon lange weiß, dass er Cäcilie David heiraten soll, um eine familiäre Verbindung zwischen Schokoladenfabrik und Café zu erschaffen. Doch als er nach dem Tod von Ernst David, dem Hauptanteilseigner von Café und Schokoladenmanufaktur, in die Firmenleitung einsteigt, eckt er immer wieder mit seinen Wünschen nach besseren Bedingungen für die Angestellten an und spürt, dass ihm die Entwicklung von neuen Pralinensorten sehr fehlt und er nicht für ein Leben am Schreibtisch geschaffen ist...

Amelia Martin hat mit dieser Fortsetzung der Halloren-Saga perfekt an den ersten Teil angeknüpft. Obwohl die Bände nicht chronologisch aneinander anschließen, fügen sie sich perfekt zusammen, hat doch Julius Rezeptbüchlein auch im ersten Teil schon eine wichtige Rolle gespielt.

Selten habe ich bisher eine Reihe gelesen, die mich so gefesselt und mitgerissen hat. Ich mag es, wie nun die Geschichte der Entstehung der großen Mignon-Schokoladenfabrik erzählt wird. Auch die vielen verschiedenen, authentischen Persönlichkeiten, aus deren Perspektive immer wieder erzählt wird, machen die Handlung facettenreicher und somit interessanter. Da neben dem Leben der Fabrikanten aus der gehobenen Bürgerschicht auch Sozialisten eine Rolle spielen, erlebt man deren Bestrebungen sehr gut mit, ebenso wie den Kaiser und sein Militär, das nun im Vorfeld des Ersten Weltkrieges immer weiter erstarkt.

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Ullstein Taschenbuch Verlag
Seitenzahl: 496
Ersterscheinung: 27.07.2023
ISBN: 9783548066349 
Preis: 11,99
Reihe: Die Halloren-Saga, Band 2

Vielen Dank an den Ullstein-Verlag und Amelia Martin für das Rezensionsexemplar!

Samstag, 28. Oktober 2023

Rezension: Amelia Martin - Salz und Schokolade: Der Geschmack von Freiheit

 

"Schokolade ist Liebe, aber ohne Liebe ist Schokolade nichts."

Halle an der Saale, 1950: Irene Mendel ist die Tochter des Schokoladenfabrikanten Friedrich Mendel, dem die Mignon-Schokoladen-Werke als Hauptanteilseigner gehören. Doch der Sozialismus macht es den Unternehmen schwer, die noch in privater Hand sind. Da Irene schon seit ihrer Kindheit viel Zeit in der Manufaktur verbracht hat, verspürt sie die gleiche Liebe zu Schokolade und dem Familienunternehmen wie ihr Vater. Doch auch sie ist machtlos gegen die Mittel, die die SED anwendet, dennoch kämpft sie und es gelingt ihr, die Produktion weiterhin aufrecht zu erhalten. Als sie sich aber in Paul Thulke verliebt, der ebenso wie viele Hallenser als Salzwirker in der Saline arbeitet und damit die Familientradition voller Stolz fortsetzt, bemerkt sie, dass sie wohl irgendwann vor der Wahl stehen wird: Liebe oder Schokolade?

Amelia Martin ist es gelungen, einen historischen Roman zu erschaffen, der von der ersten Seite an fesselt. So ist Irene eine unheimlich starke und mutige Protagonistin, die weiß, was sie liebt und dennoch auch immer an ihre Familie denkt und nur deren Wohlergehen möchte. Aber auch Paul, Petra und sämtliche andere Charaktere sind sehr realistische Persönlichkeiten und nehmen wichtige Rollen im Geschehen ein, sodass am Ende ein spannender Roman entsteht. Die historischen Begebenheiten wie das sozialistische Gedankengut, das mit Zwang in die Köpfe der Menschen gelangen soll und die erzwungenen Mitgliedschaften in der SED, die Enteignung der sogenannten Kapitalisten und die Verfolgung von Andersdenkenden werden perfekt in die Handlung eingebaut, sodass nichts konstruiert wirkt, sondern den Lesern das Gefühl gibt, selbst Teil des Geschehens zu sein.

Leider lag das Buch viel zu lange auf meinem Stapel ungelesener Bücher und ich habe erst jetzt beim Lesen bemerkt, was für ein Buchschatz mir bisher entgangen ist. Schon nach den ersten Seiten war ich so gefangen in der Handlung, dass es mir schwerfiel, das Buch aus der Hand zu legen. So sind die Seiten auch nur so dahingeflogen und die vergangene Nacht waren entsprechend kurz, denn wenn ich erst einmal in die Welt von Irene und Paul abgetaucht war, kam ich nur schwer wieder heraus... Nun bin ich gespannt auf den zweiten Teil der Reihe, der ja weiter in die Vergangenheit der Mignon-Schokoladen-Werke reist...

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Ullstein Taschenbuch Verlag
Seitenzahl: 512
Ersterscheinung: 27.10.2022
ISBN: 9783548066332 
Preis: 11,99
Reihe: Die Halloren-Saga, Band 1

Vielen Dank an den Ullstein-Verlag und Amelia Martin für das Rezensionsexemplar!

Mittwoch, 25. Oktober 2023

Rezension: Anna-Maria Caspari - Perlenbach

 

Die fesselnde Geschichte einer Freundschaft

Monschau, 1867: Jakob, Sohn eines Tuchfabrikanten darf seinen Vater mit aufs Land begleiten, als dieser wie jedes Jahr im Juni aufbricht, um Schaffelle zu kaufen. In Wollseifen lernt er dabei den Bauernsohn Wilhelm kennen, der ihn sofort so freundlich behandelt, dass er seinen Vater bittet, ihm diesen Freund auch zuhause zur Seite zu stellen. Sein Vater tut ihm den Gefallen, woraufhin Wilhelm nun jedes Jahr den Winter in Montjoie bei Jakob verbringt und dort auch Schulunterricht bei Hauslehrer Linden erhält. So begegnet Wilhelm auch der gleichaltrigen Louise, die viel lieber Hosen als Röcke tragen würde und Abenteuer erleben will. Die drei werden zu besten Freunden. Diese Freundschaft verändert sich aber mit den Jahren, denn die Standesunterschiede werden mit zunehmendem Alter immer wichtiger und auch die unterschiedlichen Lebenspläne trennen sie zwangsläufig. So soll Jakob eines Tages das Gymnasium in Aachen besuchen und danach bei einem befreundeten Tuchhändler in die Lehre gehen, Louise dagegen verfolgt ihre Pläne, Ärztin zu werden hartnäckig und muss deshalb nach Greifswald ziehen, während Wilhelm eine Lehrstelle in der Tuchfabrik von Jakobs Vater antritt. Dennoch kreuzen sich ihre Wege immer wieder...

Anna-Maria Caspari erzählt in ihrem fesselnden historischen Roman über drei Freunde, die nur zu gerne ewig befreundet bleiben würden, denen aber das Leben einen Strich durch die Rechnung macht. Mit viel Einfühlungsvermögen und anhand vieler historischer Begebenheiten schildert sie die unterschiedlichen Schicksale auf sehr bewegende Art und Weise. Die Einteilung in Kapitel anhand des Schauplatzes und des Jahres sorgt für eine gute Übersichtlichkeit, da die Handlung sich ja auf knapp 380 Seiten über 37 Jahre erstreckt.

Ich mochte es, wie der Klappentext andeutet, dass es wohl nicht ewig mit der tollen und unkomplizierten Freundschaft der drei Kinder weitergehen wird, er aber nicht zu viel verrät. Deshalb war ich auch neugierig, wie es den jungen Menschen weiterhin ergehen wird und wollte mehr erfahren. So habe ich immer weitergelesen und war (leider) innerhalb kürzester Zeit am Ende angelangt, ohne bemerkt zu haben, wie schnell die Seiten dahingeflogen sind. Somit ist das ein großes Kompliment an die Autorin, die mich so fesseln und berühren konnte!

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Ullstein Paperback
Seitenzahl: 384
Ersterscheinung: 27.07.2023
ISBN: 9783864932014 
Preis: 16,99

Vielen Dank an den Ullstein-Verlag und Anna-Maria Caspari für das Rezensionsexemplar!

Montag, 23. Oktober 2023

Rezension: Petra Aicher - Fräulein Anna, Gerichtsmedizin - Die Schwabinger Morde

 

Ein ganz besonderer historischer Krimi!

München, 1914: Seit dem letzten großen Fall von Anna Zech, der Assistentin der Gerichtsmedizin, und Friedrich von Weynand, dem adligen Skandalreporter, sind zwei Jahre vergangen. Nun, da die ersten Kriegsmonate bereits viele Männer an die Front geholt und so manche Frau unehelich schwanger und ohne Ehemann ist, steigt die Not. So ist der tote Säugling, der in einem Hinterhof aufgefunden wird, zwar schrecklich, aber zeigt auch die Not der Frauen. Deshalb ist auch nicht überraschend, als bei der Obduktion des Babys keine Spuren auf Fremdeinwirkung gefunden werden. Trotzdem verbeißt sich die Polizei in diesem Fall, tauchen doch zwei anonyme Hinweise auf, in denen immer von einem bestimmten Mann als Täter die Rede ist. Leider gerät dieser nach dem Fund einer schwangeren Frau, die wohl augenscheinlich so aussehen sollte, als habe sie sich erhängt, allerdings mehrere Spuren auf einen Mord hindeuten, aber weiter in den Fokus der Polizei. Weder Anna noch Friedrich glauben an eine Täterschaft und merken, dass sie wohl wieder einmal selbst tätig werden müssen...

Petra Aichers historische Krimis wirken auf den ersten Blick immer wenig besonders, was sich aber beim Lesen immer schnell als vorzeitiger, falscher Eindruck herausstellt, denn sie thematisiert viele ungewöhnliche Dinge und auch ihre Fälle sind alles andere als gewöhnlich. So kommen in diesem zweiten Teil der Reihe ein Transvestit, ein schwules Paar und die Not der unverheirateten, schwangeren Frauen zur Sprache. Und gerade das macht die Bücher aus! Obwohl der Kriminalfall an sich eher weniger spannend ist, ist das niemals ein Grund, das Buch vorzeitig abzubrechen, unterhalten doch die außergewöhnlichen Inhalte sehr gut. Auch die beiden Protagonisten Anna und Friedrich harmonieren perfekt, trotz ihrer großen charakterlichen Unterschiede.

Auf diesen zweiten Band der Reihe habe ich mich wieder ganz besonders gefreut und es nach Erhalt innerhalb weniger Tage begonnen zu lesen. Ich liebe es, wie die Autorin die Fälle aufbaut und dafür sorgt, dass lange Zeit vollkommen unklar ist, wer denn nun der Täter ist und welche Hintergründe dazu geführt haben. Ein rundum gelungener zweiter Teil, der hoffentlich noch lange nicht der letzte der Reihe ist...

 

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Ullstein Taschenbuch Verlag
Seitenzahl: 416
Ersterscheinung: 27.07.2023
ISBN: 9783548064017 
Preis: 12,99
Reihe: Die Gerichtsärztin, Band 2

Vielen Dank an den Ullstein-Verlag und Petra Aicher für das Rezensionsexemplar!

Donnerstag, 28. September 2023

Rezension: Pascal Engman & Johannes Selåker - Sommersonnenwende

 

Die Jagd auf einen brutalen Frauenmörder

Schweden, 1994: Der Polizist Tomas Wolf ist seit er im März aus Bosnien heimgekehrt ist, wo er als Söldner ein halbes Jahr stationiert war, nicht mehr der Alte. Denn die Erlebnisse haben ihn traumatisiert, schließlich hat er niemals so viel Brutalität erlebt und hautnah mitansehen müssen. Er tut sich sehr schwer, wieder in ein normales Leben mit seiner Frau und seinen Kindern zu finden, trinkt zu viel und wird immer wieder von Flashbacks heimgesucht, die er mit Tabletten versucht in den Griff zu bekommen. Als er nun an einem heißen Sommertag am Tatort eines brutalen Frauenmordes vorbeikommt, holen seine Erinnerungen ihn beinahe wieder ein und er hält es schier nicht aus. Dennoch wird dieser und zwei ähnliche Fälle ihn noch länger beschäftigen... Die Journalistin Vera Berg möchte sich ein neues Leben aufbauen, da ihr Ex-Freund immer weiter in den Drogensumpf und kriminelle Machenschaften rutscht. Aber sie kann seinen sechsjährigen Sohn Sigge nicht bei ihm zurücklassen und nimmt ihn schließlich mit. Doch ihr Ex kommt ihr auf die Spur und wieder soll sie für ihn Geld besorgen, was ihren Job erneut in Gefahr bringt. Durch Zufall erfährt sie von den Morden mit vorhergehenden Vergewaltigungen und fühlt sich sofort an einen alten Fall erinnert, den sie durch ihre frühere Arbeitsstelle kennt. Sie nimmt Kontakt zu dem Opfer auf, das nur durch Zufall überlebt hat und beginnt wieder zu ermitteln...

Dem Autorenduo Pascal Engman und Johannes Selåker ist mit diesem Auftaktband ein interessanter und spannender Krimi gelungen, der lange nicht den wahren Täter erahnen lässt. Die kurzen Kapitel und häufigen Perspektivwechsel machen das ganze noch zusätzlich fesselnd. Die Fälle an sich sind sehr komplex und regen die Leser dazu an, selbst mitzudenken und zu raten, denn häufig werden nur Andeutungen gemacht.

Ich war sehr gespannt auf den Krimi, denn ich hatte keine Vorstellung, was mich genau erwartet. Allerdings hat es ein bisschen gedauert, bis das Buch mich so gefesselt hat, dass ich nicht mehr aufhören zu lesen wollte. Allerdings fand ich den Aufbau der Handlung richtig gut und durchweg gelungen. Da beide Protagonisten eine sehr bewegte Vergangenheit mit so manchem Trauma haben, spielt diese auch in der Gegenwart immer wieder eine Rolle und sorgt so für eine vielschichtigere Handlung. Ich bin schon gespannt, wie es wohl im zweiten Band der Reihe weitergeht...

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Bewertung: 4 von 5 Sterne

Verlag: Ullstein Paperback
Seitenzahl: 592
Ersterscheinung: 29.06.2023
ISBN: 9783864932397
Preis: 17,99
Reihe: Band 1 der schwedischen Krimireihe

Vielen Dank an den Ullstein-Verlag, Pascal Engman und Johannes Selåker für das Rezensionsexemplar!