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Samstag, 18. April 2026

Rezension: Eva Seifert - Wo die Lupinen blühen

Eine Liebe zwischen zwei Welten

1950/51: Die 19-jährige Ruth hat durch Zufall den gleichaltrigen Friedrich kennengelernt. Doch ihre Leben sind komplett verschieden, obwohl sie nur wenige Kilometer auseinander wohnen und beide Familien einen Bauernhof haben. Denn Friedrich lebt in der neu gegründeten DDR, während Ruth in der Bundesrepublik wohnt. Aber beide können gegen ihre Gefühle nichts tun und sorgen dafür, dass sie sich heimlich immer wieder treffen können. Als Friedrich schließlich eine Arbeitsstelle in Ruths Dorf findet, scheint es, als wäre die Zukunft der Beiden sicher...

2025: Romy ist glücklich, denn ihre drei Kinder und ihr Mann Markus geben ihr das, was sie sich immer gewünscht hat - ein glückliches Familienleben. Doch innerhalb weniger Minuten ändert sich alles, denn die Firma, bei der Markus arbeitet, hat Insolvenz angemeldet und er droht, arbeitslos zu werden. Für ihn scheint der Verkauf von Romys Ferienhaus im Harz die einzige richtige Lösung, denn nur so können sie weiterhin alle festen Ausgaben tätigen. Doch Romy spürt, dass sie diese Hütte mit all ihren Erinnerungen nicht einfach verkaufen kann und beschließt, mit ihren Freundinnen ein Wochenende dort zu verbringen. Dass sie dort auf so manches Geheimnis trifft, hätte sie nicht erwartet...

Eva Seifert erzählt die Geschichte der beiden Frauen kapitelweise abwechselnd. So erfahren die Leser*innen lange vor Romy von Ruths Geschichte. Die Einblicke in das Leben an der neuen Grenze zur DDR sind sehr interessant und werden von der Autorin sehr geschickt in die Handlung eingebunden, sodass sie nahbarer und eindrücklicher werden. Obwohl dieser Roman in die Reihe der Frühstücksfrauen gehört, kann er problemlos einzeln gelesen werden, sind doch die vier Freundinnen das einzige Bindeglied. 

Ich habe den Roman begeistert gelesen und war bewegt vom Schicksal der jungen Ruth, aber auch Romy und ihre Freundinnen sind mit mittlerweile ans Herz gewachsen. Die Verbindung von Gegenwart und Vergangenheit ist der Autorin auch in diesem zweiten Band so perfekt gelungen, dass ich hoffe, dass es noch weitere Bände dieser Reihe geben wird.  

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Blanvalet
Seitenzahl: 480
Ersterscheinung: 17.09.2025
ISBN: 9783734114298
Preis: 12,00
Reihe: Die Frühstücksfrauen, Band 2 

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Blanvalet-Verlag und Eva Seifert für das Rezensionsexemplar! 

Donnerstag, 12. Februar 2026

Rezension: Sylvia Lott - Duftwickensommer

Der Sommer der duftenden Wicken

England, 1911: Annie lebt als Vorleserin bei ihrer Chefin Mrs Moss. Denn diese liebt die großen Klassiker und lauscht voller Hingabe, wenn Annie sie ihr vorliest. Als sie von einem Wettbewerb der Daily Mail erfährt, der nach dem schönsten Wickenstrauß Englands sucht und eintausend Pfund als Preisgeld ausgelobt hat, weiß sie, dass sie auch gerne gewinnen möchte. Während sie also ihre Wicken im Garten des Kutscherhäuschens des Anwesens zieht, gedeiht auch die Freundschaft zu Meg, die ebenfalls teilnimmt. Da der, für den Contest zuständige Redakteur auch mit Rosabel Moss verlobt ist, begegnet sie auch diesem immer wieder. Doch kann sie die Gefühle, die damit einhergehen nicht richtig deuten. 

Borkum, 2024: Marieke hat sich nach der Scheidung von ihrem fremdgehenden Ex-Mann ein kleines Häuschen auf der Nordseeinsel gekauft. Denn mit diesem Ort verbindet sie neben glücklichen Familienurlauben mit ihren Kindern auch vergangene Aufenthalte bei ihren Großeltern. Eher nebenbei lernt sie den Umweltschützer und Biologen Tibo kennen, der in ihr den Blick für die Pflanzenwelt der Insel weckt und ihr erzählt, dass die Wicken, die an ihrem Zaun wachsen, etwas besonderes sind. Dank dieser wunderschönen Blumen kommen die Beiden auch mit Nachbarin Alwine ins Gespräch und schnell wird deutlich, dass diese eine spannende und berührende Geschichte über Anni, die bereits verstorbene Besitzerin von Mariekes Haus, zu erzählen hat. 

Sylvia Lott hat diesen Roman abwechselnd auf zwei Zeitebenen spielen lassen. Während Marieke in der Gegenwart versucht, einen Weg zu finden, sich eine Zukunft ohne ihren Ex-Mann aufzubauen und endlich die depressiven Vormittage, die sie beinahe täglich lahmlegen, zu bekämpfen, wird parallel die Geschichte der mutigen und fortschrittlichen Annie erzählt. So fließen beide Handlungsstränge im Fortschreiten der Geschehnisse immer mehr ineiander und sorgen so für einen bewegenden und mitreißenden Roman. 

Das Buch hat mich schnell in seinen Bann gezogen und ich war schon nach wenigen Zeiten kaum mehr bereit, das Buch aus der Hand zu legen. Die beiden Frauen und ihr ganz besonderer und zukunftsweisender Sommer haben einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen und ich mag, wie die Autorin die Liebe zu Wicken als Aufhänger für einen rundum perfekten Roman verwendet hat.  

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Blanvalet
Seitenzahl: 464
Ersterscheinung: 23.07.2025
ISBN: 9783734114212 
Preis: 13,00 

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Blanvalet-Verlag und Sylvia Lott für das Rezensionsexemplar! 

Freitag, 26. Dezember 2025

Rezension: Manuela Inusa - Der kleine Teeladen zum Glück

♡ Laurie & Barry ♡

Laurie hat seit einigen Jahren ihren Teeladen in der Valerie Lane. Diese Straße ist eine ganz besondere, denn sie wurde von der wohltätigen und deshalb unvergessenen Valerie Bonham bewohnt und geprägt. Die fünf Läden dort werden immer noch von Frauen betrieben, die eine tolle Gemeinschaft und gemeinsame Träume und Ideale verbindet. Für Laurie ist deshalb jeder Tag von Neuem wunderschön, wenn sie zur Arbeit in ihren kleinen Laden gehen darf und sich jeden Mittwochabend mit ihren Freundinnen trifft. Auch der Dienstagmorgen ist zu einem wöchentlichen Highlight für Laurie geworden, denn der attraktive Teehändler Barry kommt immer pünktlich mit seiner Lieferung und sorgt für gute Laune bei Laurie. Allerdings kann sie seine Gefühle ihr gegenüber nicht einschätzen, auch wenn sie manchmal das Gefühl hat, er flirtet mit ihr. Daher beschließen die vier anderen Ladenbesitzerinnen, ihrer Freundin auf die Sprünge zu helfen und vorallem Orchid steht mit vielen Tipps und tatkräftiger Unterstützung immer an Lauries Seite. Doch braucht sie die Hilfe von anderen überhaupt?

Manuela Inusa entführt ihre Leser*innen in diesem Reihenauftakt der Valerie-Lane-Reihe in die romantische kleine Sackgasse in Oxford. Mit viel Empathie, Emotion und Sinn für Gemeinschaft zeigt sie, wie fest die Freundinnen und Ladenbesitzerinnen zusammenstehen und sich gegenseitig und auch andere Menschen unterstützen. Da sich der Erzählstil der Autorin sehr flüssig liest, fliegen die Seiten nur so dahin. 

Da ich schon viel Positives über diese Reihe gehört habe und diese auch schon lange (ungelesen) in meinem Bücherregal steht, habe ich nun kurzentschlossen damit begonnen. Mir hat der erste Band sehr gut gefallen, allerdings habe ich Laurie und ihre ausgeprägte Unsicherheit manchmal sehr schwierig gefunden, was aber zum Ende hin wesentlich besser geworden ist. Insgesamt ein sehr schöner Reihenbeginn, der mich neugierig auf die weiteren Teile gemacht hat.  

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Bewertung: 4 von 5 Sterne

Verlag: Blanvalet
Seitenzahl: 288
Ersterscheinung: 16.10.2017
ISBN: 9783734105005 
Preis: 11,00
Reihe: Valerie Lane, Band 1  

Donnerstag, 3. Juli 2025

Rezension: Anne Jacobs - Der Dorfladen - Was das Leben verspricht

Das Leben in Dingelbach geht weiter...

Dingelbach, am Fuße des Taunus, 1925: Mitten im Ort befindet sich der Dorfladen der Familie Haller, die aus der Mutter Marthe und den drei Töchtern Herta, Frieda und Ida besteht. Gemeinsam sorgen sie dafür, dass die Bewohner des kleinen Dorfes jederzeit genügend Lebensmittel und Kurzwaren im Haus haben. Doch neben ihrer Hilfe im Laden träumt Frieda von einer Karriere als Schauspielerin, weshalb sie seit einiger Zeit die Schauspielschule in Frankfurt besucht. Auch Ida besucht das Gymnasium in Frankfurt, um bald das Abitur abzulegen. Obwohl die Mutter am liebsten hätte, dass alle drei Töchter einen ähnlichen Werdegang wie Herta haben, lässt sie ihnen ihre Ausbildungen. Nur Herta ist immer bei der Mutter und unterstützt sie bei den Verkäufen im Laden. Denn ihre Liebe zu Kurzwarenhändler Sirius Engler ist bisher unerwidert. Doch natürlich wäre das Leben im Dort langweilig und unrealistisch, wenn nicht immer wieder etwas passieren würde. So hat die getrennt lebende Helga Schütz ihren Unterschlupf bei den Hallers nun verlassen und lebt in der Dortwirtschaft. Allerdings ist die Liebe zu Oskar Michalski immer noch unglücklich und vom langen Warten langsam wirklich strapaziert. Dennoch halten sie zusammen und bleiben im Dorf, wo vorallem Helga ständig der Hass der anderen Bewohner entgegenschlägt. Trotzdem will sie ihren Sohn Heinz nicht alleine bei Vater und Großmutter zurücklassen. Wird das auf Dauer eine gute Lösung für alle sein?

Anne Jacobs knüpft mit ihrem zweiten Band der Reihe nahtlos an den ersten an. Obwohl sie keine Wiederholungen in die Handlung einbaut, um wichtige Geschehnisse aus dem ersten Teil wieder in Erinnerung zu rufen, gelingt es ihr unheimlich schnell, ihre Leser an alles Wichtige zu erinnern. Auch jetzt wird das Dorfleben aus vielen unterschiedlichen Erzählperspektiven geschildert, was zu einem tiefen Einblick in den Alltag und die verschiedenen Leben der Dorfbewohner führt. Obwohl keine Kapitelüberschriften auf die Wechsel der Perspektiven aufmerksam machen, wird den Lesern meist schon während der ersten Sätze bewusst, wer nun der Erzählende ist.

Diese Reihe von Anne Jacobs hat mich bisher sehr beeindruckt und ich bin begeistert von der Art, wie es der Autorin gelingt, so vielschichtig und doch kurzweilig und unterhaltsam zu erzählen. Da mir alle Charaktere sehr ans Herz gewachsen sind, ist es sehr traurig, dass ich Abschied nehmen und mich nun bis zum Erscheinen des dritten Bandes gedulden muss. 

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Blanvalet
Seitenzahl: 576
Ersterscheinung: 13.11.2024
ISBN: 9783764508463 
Preis: 18,00
Reihe: Die Dorfladen-Saga, Band 2 

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Blanvalet-Verlag und Anne Jacobs für das Rezensionsexemplar! 

Samstag, 10. Mai 2025

Rezension: Romy Herold - Ritter Sport - Ein Traum von Schokolade

Eine mutige Frau und ihr großer Traum

Im Mai 1888 darf die zehnjährige Clara Göttle das erste Mal Schokolade kosten und sie weiß, dass sie niemals in ihrem Leben mehr so etwas wunderbares und einzigartiges essen wird. Seither hat sie ihren Traum nicht vergessen und mit neunzehn Jahren erstmals ihre eigene Schokolade hergestellt. Doch bis zu ihrem ersten Süßwarenladen ist es ein langer Weg, der sie für lange Zeit in den Ulmer Kolonialwarenladen von Karl Gaissmaier in Ulm führt, wo sie als Verkaufsmamsell wichtige Erfahrungen sammelt. Doch ihren Traum vom eigenen Geschäft, kann sie nicht vergessen und ihre Freundin Sofie weiß das auch, weshalb sie ihr ganz zufällig das passende Geschäft in Canstatt empfiehlt. Clara kann ihr Glück nicht fassen, den so werden ihre Schwester Marie und sie Geschäftsfrauen. Allerdings warten noch viele Jahre, eine Hochzeit, einige schlimme Schicksalsjahre und schließlich der Erste Weltkrieg bis Carla und ihr Mann Alfred Ritter die erste Tafel Schokolade unter dem Namen "Alrika" verkaufen können.

Das Autorenduo, das hinter dem Pseudonym Romy Herold steckt, besteht aus Eva-Maria Bast und Jorn Precht. Die beiden beherrschen es sehr gut, die Firmengeschichte von Ritter Sport auf eine fesselnde und mitreißende Art zu erzählen, sodass es niemals wie eine reine Aneinanderreihung von historischen Ereignissen und Fakten wirkt. Dennoch fließen sämtliche politische, regionale und familiäre Gegebenheiten in die Handlung mit ein und verleihen ihr so den Anschein, als wären die Leser selbst ein Teil der Geschehnisse und nicht nur Zuschauer. Dank einiger Zeitsprünge, die aber anhand von Daten in der laufenden Handlung und durch Benennung der einzelnen Teile immer nachvollziehbar und logisch sind, bleibt der Roman durchweg interessant und spannend und weißt keinerlei Längen auf.

Dieser Roman hat mich so begeistert, dass ich kaum mehr aufhören konnte zu lesen und froh war, dass ich am Wochenende viel Zeit habe, mich in mein Buch zu vertiefen. Clara Ritter ist eine großartige Frau, die großes Potential zu einem Vorbild hat, denn sie ist zielstrebig, mutig, steht für sich und ihre Mitmenschen ein, verliert aber sich und ihre Träume niemals aus dem Blick. Außerdem liebt sie Schokolade und das macht sie mir noch sympathischer, denn meine Lieblingsschokoladensorte ist von jeher Rum-Traube-Nuss.

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Blanvalet
Seitenzahl: 512
Ersterscheinung: 26.02.2025
ISBN: 9783734112324 
Preis: 17,00

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Blanvalet-Verlag und Romy Herold für das Rezensionsexemplar!

Dienstag, 22. April 2025

Rezension: Lisa Graf - Lindt & Sprüngli. Zwei Familien, eine Leidenschaft

 

Die großen Träume des Rudolf Sprüngli

Zürich, 1826: Rudolf Sprüngli ist der jüngere Sohn von David und Elsbeth Sprüngli. Als seine Mama krank ist und auch noch die Mesizin ausgeht, weiß er sich nicht anders zu helfen, als zu seinem Freund dem Apotheker Flückiger zu gehen. Dieser verkauft ihm nicht nur die übliche Thymian-Medizin, sondern auch zwei Stücke Schokolade, die er gerade selbst hergestellt hat und denen er große Heilkräfte nachsagt. Dass es seiner Mutter dann wirklich besser geht, ist für Rudolf ein Zeichen und sein größter Traum ist es ab jetzt, einmal in seinem Leben selbst Schokolade herzustellen. Nachdem er viele Jahre später seine Ausbildung zum Zuckerbäcker abgeschlossen hat und auf Wanderschaft gegangen ist, hat es ihn zu den beiden Schokoladenmachern gezogen, die es bisher in der Schweiz gibt. Drei Jahre verbringt er fern der Heimat und lernt die Herstellung der Schokolade. Nach seiner Rückkehr nach Zürich muss er den Traum trotzdem für viele Jahre hintanstellen, denn weder sein Vater, der gegen alle Neuerungen ist und gerne beim Altbewährten bleibt, noch die finanziellen Mittel reichen aus, um eine eigene Produktion einzurichten. Doch Rudolf ist mutig und gibt nicht auf. Gestärkt durch seine liebevolle und ebenfalls sehr starke Ehefrau Katharina bleibt die Idee immer bestehen und wartet nur auf den richtigen Zeitpunkt, in die Realität umgesetzt zu werden...

Lisa Graf gelingt es in diesem ersten Band rund um die Familie Sprüngli, ihre Leser zu fesseln und die Entstehungsgeschichte der Firma Lindt & Sprüngli spannend zu erzählen. Obwohl die Autorin nur die Anfänge des Unternehmens von 1826 bis 1862 erzählt und hier der Name Lindt noch nicht einmal fällt, ist es schon sehr interessant und füllt beinahe fünfhundert Seiten. Aufgrund der häufigen Perspektivwechsel bleibt die Handlung durchgehend interessant und erhält mehr Tiefe.

Ich kenne Lisa Graf bereits von anderen Romanen und war von der Trilogie rund um das Dallmayr in München so gefesselt, dass ich diesmal nur zu gerne in die Familie Sprüngli und deren Firmengeschichte eingetaucht bin. Es ist so faszinierend, wie bereits die Anfänge einer so großen Firma wie Lindt & Sprüngli so fesselnd beschrieben werden, dass ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen konnte. Rudolf ist ein beeindruckender Mann, der wagemutig und zukunftsorientiert gehandelt hat, aber immer auch die Konflikte mit seinem Vater hatte und deshalb noch mehr Stärke zeigen musste als sowieso schon. Das hat mir sofort gefallen und ich war von der ersten Seite an sein Fan. Aber obwohl die Autorin vorallem die Belange der Familie Sprüngli in den Mittelpunkt gestellt hat, kommen auch die Politik und das aktuelle Zeitgeschehen nicht zu kurz. Einfach ein rundum perfekt gelungener Reihenauftakt!

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Penguin
Seitenzahl: 480
Ersterscheinung: 02.10.2024
ISBN: 9783328603665
Preis: 17,00
Reihe: Lindt & Sprüngli-Saga, Band 1 

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Penguin-Verlag und Lisa Graf für das Rezensionsexemplar!

Sonntag, 20. April 2025

Rezension: Sabine Schmidt - Das kleine Nähcafé am Fluss

 

Ein unerwartetes Erbe mit vielen Erinnerungen an die Vergangenheit...

Maura hat sich in den letzten zwanzig Jahren ein eigenes Leben in Köln und eine erfolgreiche Karriere bei einem Handarbeitsmagazin aufgebaut. Als sie damals ihren Heimatort Rockenbrook vollkommen überstürzt verlassen hat und niemals zurückgekehrt ist, hat sie leider auch ihre Tante Hettie zurücklassen müssen und seither nur noch wenig gesehen. Dennoch ist die Verbundenheit zu ihr ungebrochen tief. Umso mehr schmerzt ihr überraschender Tod sie nun. Nun muss Maura notgedrungen zur Beerdigung zur Regelung des Erbes in ihr altes Heimatdorf zurück. Dass sie dort nicht nur mit offenen Armen empfangen wird, war ihr durchaus bewusst, aber gerade Bürgermeister Tossen und dessen Familie setzen ihr sehr zu. Doch Maura kann am Abend vor der Beisetzung ihrer einzigen Angehörigen, die sie noch hat, endlich die Trauer zulassen und mit ihr kommen viele Erinnerungen zurück. Vorallem die Frauen des Nähtreffs des Stoffladens ihrer Tante, ihre frühere beste Freundin Hilkka und der Fremde Marten sind ihr eine große Stütze...

Sabine Schmidt ist vorallem Bloggerin, Modemacherin und Gründerin von Sew-Simple. Nun hat sie sich an ihr Romandebüt gewagt und dafür natürlich ihr Herzensthema, das Nähen, schon in den Titel und dann in die Handlung gepackt. Da der Roman sich sehr flüssig liest, fliegen die Seiten nur so dahin. Auch an Dramatik und wilden Szenen hat die Autorin nicht gespart, denn gerade die Familie Tossen fällt mir ihren überzogenen Handlungen auf. Obwohl Maura anfangs ein schwieriger und unnahbarer Charakter ist, der eher unsympathisch wirkt, öffnet sie sich mit der Zeit immer mehr und zeigt die frühere Maura, die sie vor dem Betrug und dem Weggang aus ihrer Heimat war.

Ich habe den Roman wirklich gerne gelesen und mich gefreut, endlich meine beiden Hobbys, nämlich das Lesen und das Nähen, vereinen zu können. Das ist aber leider nicht so gut gelungen, wie der Titel und der Klappentext es versprechen. Denn der Laden von Tante Hettie, die Nähgruppe und Mauras frühere Leidenschaft für das Nähen müssen stark hinter der restlichen Handlung zurückstecken, wo vorallem die Machenschaften von Tossen und seiner Familie, die alten Geheimnisse und das Haus der Tante im Vordergrund stehen. Leider war mir Tossen und Konsorten durchgehend zu viel und ich hätte mir ein bisschen ein subtileres Vorgehen gewünscht, so wirkte alles so vorhersehbar und irgendwie dumm. Aber natürlich werde ich im Oktober trotz meiner kleinen Kritikpunkte den zweiten Band der Reihe lesen und mich über ein Wiedersehen mit allen Bewohnern von Rockenbrook freuen!

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Bewertung: 4 von 5 Sterne

Verlag: Blanvalet
Seitenzahl: 336
Ersterscheinung: 23.10.2024
ISBN: 9783734113727
Preis: 12,00
Reihe: Das Nähcafé, Band 1 

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Blanvalet-Verlag und Sabine Schmidt für das Rezensionsexemplar!

Donnerstag, 3. April 2025

Rezension: Ruth Kvarnström-Jones - Stockholm - Die fabelhaften Frauen des Grand Hôtel

Eine Gruppe mutiger Frauen führt das Grand Hôtel in eine neue glanzvolle Ära

Stockholm, 1902: Das Grand Hôtel befindet sich in direkter Nähe des Bahnhofes und des Königlichen Schlosses. Allerdings ist es längst nicht so erfolgreich, wie es hätte sein sollen, nachdem es für eine große Geldsumme aufwendig und luxuriös renoviert wurde. Daher beschließt der Vorstand, den jetzigen Generaldirektor durch eine neue Führung zu ersetzen. Hierbei sind sie sich schnell einig, dass die dreifache Hotelbesitzerin Wilhelmina Skogh die perfekte Personalie ist. Denn ihr Ehrgeiz ist groß, ihr Weitblick sehr gut, ihre Träume groß, ebenso ihr Perfektionismus. So übernimmt sie das renommierte Grand Hôtel und muss es zum Erfolg führen. Schnell sieht sie aber, dass einige ihrer männlichen Mitarbeiter keinen Respekt vor ihr haben, weshalb sie nicht lange fackelt, diese entlässt und nun auch Frauen führende Positionen übernehmen lässt. Und schnell wird deutlich, wie erfolgreich ihr Führungsstil ist und dass das Personal weit mehr zu einer großen Familie zusammenwächst, als es zuvor jemals war.

Ruth Kvarnström-Jones hat einen unheimlich fesselnden Erzählstil, der dafür sorgt, dass die Zeit beim Lesen nur so dahinfliegt. Dank der eher kurzen Kapitel ist die Handlung immer interessant und kurzweilig. Da vorrangig aus der Sicht von drei Protagonistinnen im stetigen Wechsel erzählt wird, erhält der Roman noch eine zusätzliche Tiefe. Denn so treten die Generaldirektorin Wilhelmina Skogh, die Vorgesetzte des Zimmerservice Ottilia Ekman und Hausdame Margareta Andersson und deren persönliche Erbnisse und Gedanken in den Vordergrund und spiegeln neben den unterschiedlichen Generationen auch die gesellschaftlichen Unterschiede wider. Die wahren Hintergründe sorgen noch für zusätzliches Interesse an der damaligen Zeit und dem Grand Hôtel in Schwedens Hauptstadt Stockholm.

Dieser historische Roman hat mir wunderschöne Lesestunden geschenkt, die mir noch lange im Kopf bleiben werden. Denn ich mochte die Erzählweise der Autorin sehr gerne und auch die historischen Hintergründe haben mich interessiert. Ich freue mich schon total auf den zweiten Band, der im August erscheinen soll.

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Blanvalet
Seitenzahl: 576
Ersterscheinung: 24.07.2024
ISBN: 9783764508944 
Preis: 17,00
Reihe: Die Stockholm-Saga, Band 1

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Blanvalet-Verlag und Ruth Kvarnström-Jones für das Rezensionsexemplar!

Donnerstag, 20. März 2025

Rezension: Eva Seifert - Die Frühstücksfrauen - Ein Geheimnis in Pommern

 

Marlenes bisher unbekannte Familiengeschichte

Marlenes Leben steckt in der letzten Zeit voller Überraschungen - und nicht alle sind positiv. Denn erst wurde ihre Mutter Editha immer pflegebedürftiger, bis sie schließlich in ein Altenheim musste, dann hat ihr Ehemann Karsten sich von ihr getrennt, um mit einer anderen Frau zusammenzuleben und schließlich ist sie nun nicht nur alleinerziehend, sondern auch noch beruflich nicht sonderlich erfolgreich. Das alles ist absolut unbefriedigend für Marlene, aber so genau weiß sie auch nicht, wie sie das ändern soll. Schließlich war das wichtigste, was sie von ihrer Mutter beigebracht bekam, dass die Familie im Mittelpunkt zu stehen habe, der Mann immer zufrieden sein solle und wenn er das nicht ist, liegt der Fehler allein bei der Frau. Das zeigt Editha ihr auch bei den regelmäßigen Besuchen im Pflegestift, was nun in einem Streit gipfelte. Der darauffolgende Herzinfarkt, den Editha erlitten hat, sorgt nun für weitere Aufregung in Lenes Leben. Den Wunsch ihrer Mutter, bitte einmal in ihre alte Heimat in Pommern zu fahren, um das Kästchen unter der losen Bodendiele zu holen, kann sie deshalb nur schlecht abstreiten und macht sich gemeinsam mit ihrer Frühstücksfreundin Alix auf den Weg nach Polen. Doch auf was sie dort stößt ist unfassbar und wirft noch mehr Fragen auf...

Eva Seifert erzählt diesen Roman in zwei Zeitebenen. So erlebt Marlene die Gegenwart mit den Schwierigkeiten mit ihrer Mutter, dem komplizierten Familienleben und den Nachforschungen in Polen, während Editha in wirren Träumen von ihrer Vergangenheit träumt und so den Lesern ihre Erlebnisse ab den Jahren 1940 mitteilt. Die Sprache der Autorin liest sich sehr flüssig, sodass die Seiten nur so dahinfliegen. Zudem ist die Handlung so fesselnd und berührend, dass die Neugier immer weiter ansteigt und das Buch kaum mehr aus der Hand gelegt werden kann.

Da ich Romane liebe, die zwischen der Gegenwart und Vergangenheit wechseln, war dieses Buch perfekt für mich. Obwohl Editha eine sehr schwierige Persönlichkeit ist und es Marlene niemals leicht macht, ist es faszinierend, deren Vergangenheit gemeinsam mit ihrer Tochter aufzudecken und so die schwierigen Lebenssituationen und die herbeigeführte charakterliche Härte nachzuvollziehen. Dieser Roman hat mich sehr berührt, gefesselt und mitgerissen - absolut empfehlenswert!

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Blanvalet
Seitenzahl: 400
Ersterscheinung: 17.07.2024
ISBN: 9783734111358 
Preis: 12,00
Reihe: Die Frühstücksfrauen, Band 1

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Blanvalet-Verlag und Eva Seifert für das Rezensionsexemplar!

Samstag, 8. März 2025

Rezension: Lilli Beck - Die Schwestern vom See - Dem Glück entgegen

 

Veränderungen in der Pension König und dem Tortenhimmel

Obwohl das Leben nach dem vielen Trubel im letzten Jahr nun endlich wieder etwas beschaulicher in der Pension König werden könnte, stehen doch wieder Veränderungen an. Denn Lissi ist ab jetzt nicht mehr nur als Auszubildende und bald Gesellin in der Konditorei angestellt, sondern auch Mitinhaberin des Familienbetriebs. So hat sie ihr stattliches Erbe, das sie nach dem Tod ihres österreichischen Großvaters erhalten hat, in die Pension und die Konditorei investiert und so dafür gesorgt, dass neuen Investitionen nichts mehr im Wege steht und eine drohende Insolvenz wie im letzten Jahr nicht mehr möglich ist. Allerdings stehen noch andere Änderungen vor der Familie. Denn Rose möchte baldmöglichst mit ihrem Ehemann Nico nach England auswandern und wartet nur noch darauf, dass jemand ihre Nachfolge antreten kann. Auch Herbert und vorallem Florence möchten ihren wohlverdienten langen Urlaub in Frankreich möglichst bald beginnen. Dafür muss aber eine neue Hausdame gefunden werden, die Florence' Aufgaben übernimmt. Als aber Philip sich auf den Job des Housekeepers bewirbt und schlussendlich von Annemarie eingestellt wird, ist Lissi sehr skeptisch. Die Gründe dafür möchte sie aber niemandem verraten...

Lilli Beck gelingt es immer wieder, die idyllische Stimmung der kleinen Pension am Ufer des Bodensees auch in ihren Roman zu übernehmen und so für wunderschöne Lesestunden in den heimischen Wohnzimmern zu sorgen. Obwohl die Handlung anfangs immer etwas vorhersehbar und somit nicht allzu spannend wirkt, sorgen so manche Verwicklungen für fesselnde Momente, die dafür sorgen, dass die Leser einfach immer weiterlesen wollen.

Diese Reihe hat mir vom ersten Moment an sehr gut gefallen und ich habe mich deshalb auch sehr auf diesen dritten Band gefreut. Dass nun Lissi im Mittelpunkt der gesamten Handlung steht, aber trotzdem auch noch alle anderen Familienmitglieder eine Rolle spielen, ist wirklich schön und sorgt so immer wieder dafür, dass sich das Lesen wie ein Nachhausekommen anfühlt. Hoffentlich wird es auch noch einen vierten Teil der Reihe geben, denn ich würde nur zu gerne wieder an den Bodensee reisen.

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Blanvalet
Seitenzahl: 384
Ersterscheinung: 21.08.2024
ISBN: 9783734110863 
Preis: 12,00
Reihe: Die Bodensee-Reihe, Band 3

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Blanvalet-Verlag und Lilli Beck für das Rezensionsexemplar!

Montag, 13. Januar 2025

Rezension: Lotte Grünewald - Gut Friesenhain - Zwischen Liebe und Skandal

 

Clara - Zwischen Vernunft und Gefühl

Münsterland, 1896: Clara von Scheweney ist die jüngere der beiden Töchter auf Gut Friesenhain. Seit jeher ist sie sehr vernünftig und denkt immer zuerst an das Wohl ihrer Mitmenschen, bevor sie an sich selbst denkt. So ist es auch nicht verwunderlich, dass sie sich in allen Fragen rund um den Betrieb des Gestüts und die Pferde selbst sehr gut auskennt und während ihr Bruder unter seiner plötzlichen Erblindung litt und ihr Vater im Koma lag, die Geschäfte größtensteils alleine führte. Doch nun, da es Wilhelm wieder besser geht und auch der Vater wieder wohlauf ist, weiß sie, dass sie niemals die Herrin über das Gestüt werden wird und sobald sie eine Ehe eingeht, den Hof verlasssen muss. Ihr einziger Ausbruch aus ihrem gehorsamen Leben sind die Treffen in der alten Jagdhütte mit ihrem Nachbarn Richard von Thebe. Dort fühlt sie sich lebendig und ernst genommen und genießt die angeregten Gespräche über die unterschiedlichsten Themen sehr. Als aber der Kaiserliche Rittmeister Georg von Hofburg Interesse an einigen Pferden und dann auch an Clara bekundet, ist sie zwischen der Vernunft, nur das Beste für das Gut zu wollen, und den Gefühlen für Richard gefangen...

Lotte Grünewald hat die Reihe rund um die drei jungen Frauen, die auf dem Gestüt leben, nun zu einem perfekten Abschluss gebracht. So manches ungelöste Rätsel findet nun seine Auflösung und auch die Liebe ereilt sie alle drei, wenn auch auf die verschiedensten Arten. Die Spannung bleibt bis zu den letzten Kapiteln hoch und ein aufregendes Ereignis reiht sich an das nächste.

Diese Reihe rund um das Gut Friesenhaim im Münsterland wird wohl für immer zu meinen Lieblingsreihen gehören, denn die Autorin schreibt so wunderbar und schafft es, die Spannung über siebenhundert Seiten hinweg perfekt aufrecht zu halten. Obwohl ich keine Pferdenärrin bin, liebe ich es, wie die Charaktere mit den Pferden umgehen und wie sie ihre Tierliebe immer wieder zum Ausdruck bringen. Natürlich sind es vorallem die Liebesgeschichten, die mich gefesselt haben, aber auch andere Ereignisse wie der Brand der Ställe oder die Art von Reuben, mit seinen Kindern umzugehen, sorgen für emotionale und mitreissende Momente. Gerade sitze ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge hier und schreibe diese Rezension, denn die Reihe ist einfach rundum gelungen. Was mich hoffen lässt, dass ich bald wieder einen Roman der Autorin in den Händen halten darf.

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Blanvalet
Seitenzahl: 720
Ersterscheinung: 17.04.2024
ISBN: 9783734110924 
Preis: 13,00
Reihe: Münsterland-Saga, Band 3

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Blanvalet-Verlag und Lotte Grünewald für das Rezensionsexemplar!

Donnerstag, 7. November 2024

Rezension: Katelyn Doyle - Just Some Stupid Love Story - Die Wette mit dem Ex

 

Eine großartige RomCom!

Molly hasst alle Feste, die in einem vermeintlich festlichen und romantischen weißen Partyzelt stattfinden. Also vorallem Hochzeiten, denn sie glaubt nicht an die Liebe, und nun auch dieses 15. Klassentreffen ihres Highschool-Abschlussjahrganges. Nur gut, dass ihre besten Freundin Dezzie mit ihrem Mann Rob und Alyssa mit ihr gemeinsam Gäste dieses schrecklichen Festes sind. Doch ein weiterer Tiefschlag lässt nicht lange auf sich warten, denn die Sitzordnung sieht sie am Tisch gemeinsam mit ihrem Ex-Freund Seth vor. Molly kann es nicht fassen, fühlt sie sich doch immer noch schuldig ihm gegenüber, denn sie hat ihre Beziehung damals nach vier Jahren innerhalb von fünf Minuten ohne große Erklärung beendet und ihn dann geghostet. Nun wirkt er aber gerade nicht allzu sauer, sondern lacht ihr entgegen. Der Abend zeigt aber, dass er durchaus noch wütend und verletzt ist und das lässt er sie auch spüren. Als sie aber schließlich gemeinsam im Bett landen, ändert sich alles. Sodass es am Ende sogar zu einer Wette kommt, bei der beide ihre Vorhersagen über das Schicksal von fünf Paaren treffen, von denen sie selbst das fünfte bilden. Doch wer hat Recht mit seinen Ahnungen - die realistische und zynische Molly, die nicht an die große Liebe glaubt, oder Seth, der romantische Scheidungsanwalt, der noch nach seiner großen Liebe sucht?

Katelyn Doyle hat einen Schreibstil, der sich sehr flüssig und schnell liest, sodass die Seiten nur so dahinfliegen. Ihre beiden Protagonisten, aus deren Perspektive abwechselnd erzählt wird, sind sehr sympathisch und so gegensätzlich, dass humorvolle und energiegeladene Begegnungen vorprogrammiert sind. Obwohl die Angst vor einer ernsthaften Beziehung Mollys und die wahnsinnig überzogenen romantischen Vorstellungen Seths auch nachdenklich gestimmt haben, war der Roman vielleicht auch gerade deswegen so perfekt, denn ein wenig Tiefgang sollte in jedem Roman enthalten sein.

Ich liebe RomComs, die mich von der ersten Seite an begeistern und fesseln, weil sie einerseits so gefühlvoll, andererseits aber auch voller witziger Momente stecken. Und genau diese Punkte hat dieser Roman von Katelyn Doyle erfüllt und mir großartige Lesestunden geschenkt.

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Blanvalet
Seitenzahl: 416
Ersterscheinung: 18.09.2024
ISBN: 9783734113604 
Preis: 17,00

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Blanvalet-Verlag und Katelyn Doyle für das Rezensionsexemplar!

Sonntag, 13. Oktober 2024

Rezension: Svenja Lassen - Strandversprechen

Eine Hochzeit, ein Fake-Date und die wahre Liebe

Mia freut sich schon auf ihre Reise an die Ostsee. Denn an der Flensburger Förde direkt am Strand heiratet ihre Freundin Hanna und Mia darf eine der beiden Trauzeuginnen sein. Diese Pause vom Alltag kann sie auch gut gebrauchen, denn ihre Arbeit macht keinen Spaß mehr, seit man ihr einen neuen Abteilungsleiter vor die Nase gesetzt hat, der ständig an ihr herumkritisiert und sich dann mit dem Lob für ihre Arbeit schmückt. Dass sie aber einen Mitfahrer für die mehrstündige Fahrt nach Flensburg haben würde, davon wusste sie bis kurz vor Abreise nichts. Allerdings kann Mia ihrer Freundin Hanna nichts abschlagen, sodass sie schließlich mit Jonas, Hannas Bruder, im Auto an die Ostsee düst. Früher war Jonas beinahe etwas wie ein Bruder für sie, das hat sich aber in Teenagerjahren geändert und schließlich in einem sehr peinlichen Zwischenfall geendet, seitdem sie Jonas nicht mehr gesehen hat. Nun fahren sie also gemeinsam zur Hochzeit und schnell merken sie, dass sie sich immer noch sehr gut verstehen und Mia die Zeit mit ihm genießt. Obwohl sie sich sehr auf die Hochzeit und den Urlaub am Meer zuvor sehr freut, fürchtet sie sich auch vor der Begegnung mit ihrem Ex-Freund Julius, der sie in einem ihrer schlimmsten Lebenssituationen einfach sitzen gelassen hat. Dass er auch noch seine neue Freundin dabei hat, macht das ganze nicht einfacher. Da ist Jonas als Fake-Date dann genau an der richtigen Stelle und schafft es, Mia die Zeit zu erleichtern. Doch das Kribbeln in der Magengegend kommt immer häufiger und Mia kann bald nicht mehr leugnen, dass da irgendwie mehr ist...

Svenja Lassen hat in diesem letzten Band der Reihe "Küstenliebe" Mia als Protagonistin gewählt. Diese stammt aus Göttingen und kommt vorallem wegen der Hochzeit nach Flensburg. So lernen die Leser des Romanes nicht nur eine neue Person kennen, sondern erhalten auch weitere Einblicke in die Stadt Flensburg und den Strand von Glücksburg. Das Fake-Dating von Mia und Jonas sorgt für Abwechslung und so manchen unterhaltsamen Moment.

Ich habe es genossen, dass dieser Roman unzählige prickelnde Momente enthalten und zwar alles auf ein Happy End hingedeutet hat, aber auch klar war, dass es nicht so einfach werden würde, bis die beiden Liebenden sich ihre Gefühle auch eingestehen werden und zusätzlich sämtliche Geheimnisse aufgedeckt wurden. Und genau das macht die Romane von Svenja Lassen aus! Ich hatte wunderschöne Lesestunden, die mir den Sonntag, den ich leider krank im Bett verbringen musste, versüßt haben. Leider war das der letzte Teil der Reihe, denn ich hätte mir noch viele weitere gewünscht, sorgen die Romane doch immer für gute Laune und eine zauberhafte Wohlfühlathmosphäre.

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Blanvalet
Seitenzahl: 368
Ersterscheinung: 20.03.2024
ISBN: 9783734112256 
Preis: 12,00
Reihe: Küstenliebe, Band 4

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Blanvalet-Verlag und Svenja Lassen für das Rezensionsexemplar!

Samstag, 12. Oktober 2024

Rezension: Svenja Lassen - Seesterntage

 

Ein bezaubernd schöner Liebesroman

Lara betreibt mit ihrer Zwillingsschwester Linn seit einiger Zeit den gemeinsamen Vintage-Möbelladen Hygge Up. Doch wenn Lara ehrlich ist, verbringt sie die meiste Zeit im Laden und Linn kommt immer nur sporadisch vorbei. Dabei war Lara ja bewusst, das Linn niemand ist, der sich nach den Vorgaben anderer richtet, sondern immer gerade das tat, was ihr so in den Sinn kam. Lara hat deshalb vieles ausgeglichen und ihre Schwester immer in Schutz genommen. Jetzt hat Linn aber den Vogel abgeschossen, ist sie doch einfach für einige Monate nach Gran Canaria abgehauen, um dort in einem Hotel die Touristen zu bespaßen. Lara ist alleine in Flensburg zurückgeblieben und hat nun nicht nur die Verantwortung für den Laden, sondern auch für den Zwergpudel-Welpen, den Linn einfach gekauft hat, obwohl Lara dagegen war. Sie ist so frustriert, wütend und enttäuscht, dass ihr neuer Ladennachbar Hendrik den ganzen Ärger abbekommt. Dabei kann er ja nichts dafür, dass Margarete, die den Laden neben dem Hygge Up früher hatte und nun an Hendrik und seinen Geschäftspartner Sven vermietet hat und diese nun ein Tattoo-Studio dort eröffnen wollen. Aber Lara hat Angst vor Unfrieden in dem kleinen beschaulichen Hinterhof, den vermeintliche Kunden des Studios mit sich bringen würden und außerdem ist Hendrik Linns Ex-Freund, der ihr absolut nicht gut in Erinnerung geblieben ist... Allerdings stimmt niemand Lara und ihren Vorurteilen zu und letztendlich muss sie auch selbst ihre Vorurteile revidieren und anerkennen, dass Hendrik gar nicht so übel ist...

Svenja Lassen ist eine Autorin, der es immer wieder gelingt, Liebesgeschichten so fesselnd und berührend zu erzählen, dass die Seiten nur so dahinfliegen. Obwohl Lara anfangs so abweisend auf Hendrik reagiert, gibt dieser nicht auf und bleibt freundlich, was letztendlich zu wunderbar knisternden Momenten zwischen den Beiden führt. So bleibt die Handlung immer emotionsgeladen und einfach nur wunderschön. Auch die winterliche Stimmung trägt zur Wohlfühlathmosphäre des Romans bei und sorgt für wunderbar kuschelige Lesestunden.

Da dieser Roman nicht der erste ist, den ich von der Autorin gelesen habe, ging ich mit hohen Erwartungen an ihn heran. Aber ich wurde nicht ein einziges Mal enttäuscht und habe das Buch innerhalb kürzester Zeit durchgelesen. Ein ganz großer Buchschatz, der es verdient hat, noch ganz vielen anderen Leser*innen den nun kommenden Herbst und Winter zu versüßen!

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Blanvalet
Seitenzahl: 400
Ersterscheinung: 22.11.2023
ISBN: 9783734112249 
Preis: 12,00
Reihe: Küstenliebe, Band 3

Donnerstag, 3. Oktober 2024

Rezension: Sylvia Lott - Neue Träume im Inselsalon

Eine großartige Reihe findet nun ihre Ende - sehr fesselnd!

Norderney in den Jahren von 1935 bis 1955: Im Inselsalon ist seit der Rückkehr Lissys aus Berlin, die ihre Tochter Marina mitgebracht hat, noch mehr Leben eingekehrt. Denn der Friseursalon und auch der Schönheitssalon der Familie Fisser erfreuen sich großer Beliebtheit und reger Betriebsamkeit. Frieda und Paul, die Seniorchefs, sehen es gerne, dass Lissy nun auch Teil der Inselsalon-Familie ist und es sogar Kunden gibt, die wünschen nur von ihr geschnitten und verwöhnt zu werden. Unter anderem ist das gerade der Hesse Hardy Winter, der mehrmals die Woche kommt und einen Schnitt und eine Kopfmassage wünscht. So wächst mit der Zeit eine Vorfreude auf seine Besuche in Lissy heran, die sie nicht richtig einordnen kann, denn bisher hat sie sich nie bereit für eine neue Liebe nach dem Verlust von Ivo, ihrer großen Liebe, gefühlt. Dennoch wagt sie irgendwann den Schritt und lässt sich auf Hardy und ihre Gefühle ein, was auch Marina sehr freut, hat sie sich doch immer einen Vater gewünscht. Doch die Zeiten ändern sich gerade rasant und die Nationalsozialisten gewinnen auf Norderney immer mehr die Überhand, sodass Frieda zuerst ihre Schwägerin Frauke und deren jüdischen Mann in Sicherheit bringen muss, um dann zuzusehen, wie bald alle Juden von der Insel vertrieben werden und man bald aufpassen muss, was man überhaupt noch sagen kann. So brechen mit dem Kriegsbeginn harte Zeiten für die Familie an...

Sylvia Lott beschreibt in diesem letzten Band der Norderney-Reihe sehr eindrücklich, wie die Familie Fisser durch die harten Jahre des Zweiten Weltkrieges kommt und welche Schicksalsschläge damit einhergehen. Daher ist dieser Roman geprägt von Leid und Glück, die nah beieinanderstehen und dafür sorgen, dass die Handlung durchgehend spannend und fesselnd ist. Der Schreibstil der Autorin ist gewohnt flüssig und kurzweilig, sodass keine Längen entstehen.

Ich war nun wirklich schon sehr gespannt auf das weitere Schicksal der, aus den vorhergehenden Bänden bekannten, Charaktere. Denn Frieda, Else, Lissy und all die anderen Persönlichkeiten haben schon so viel in ihrem Leben erlebt und sind mir deshalb sehr ans Herz gewachsen. Dieser Abschlussband der Reihe ist der Autorin perfekt gelungen und alles findet zu einem runden und wirklich großartigen Ende.

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Blanvalet
Seitenzahl: 512
Ersterscheinung: 20.03.2024
ISBN: 9783734108938
Preis: 12,00
Reihe: Die Norderney-Reihe, Band 4 

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Blanvalet-Verlag und Sylvia Lott für das Rezensionsexemplar!

Samstag, 14. September 2024

Rezension: Lotte Grünewald - Gut Friesenhain - Zwischen Hoffnung und Vernunft

 

Maries Entscheidung zwischen Liebe und Vernunft

Münsterland, 1896: Marie Paas ist die Tochter des Stallmeisters auf Gut Friesenhain. Da ihre Mutter nach nur wenige Tage nach ihrer Geburt am Kindbettfieber verstorben ist, wuchs sie alleine mit ihrem Vater im Pförtnerhaus von Gut Friesenhain auf. Doch ihr Vater bemühte sich immer um eine liebevolle und allumfassende Erziehung, sodass sie sich seiner Liebe immer bewusst ist und auch niemals mit Schlägen gezüchtigt wurde. Dank ihm ist auch die Liebe zu den Pferden so groß und Marie beweist schon in ihren jungen Jahren ein ganz besonderes Gespür für die Bedürfnisse der Pferde. Besonders bei Stürmer, dem schreckhaften Friesenhengst, den Komtess Luise eines Tages im Wald gefunden hat, ist dieses Feingefühl gefragt und Marie ist es gelungen, gemeinsam mit Graf Wilhelm, ihrem Freund aus Kindheitstagen, Stürmer wieder an den Mensch zu gewöhnen. Diese gestohlenen Stunden am frühen Morgen haben sie und Wilhelm noch enger zusammenwachsen lassen. Doch die Beziehung hat sich verändert und Marie fragt sich immer häufiger, wie wohl ihre Zukunft aussehen wird, ist Wilhelm doch ein Grafensohn und sollte eine Ehefrau seines Standes finden...

Lotte Grünewald widmet den zweiten Band der Münsterland-Saga ganz Marie Paas, der Tochter des Stallmeisters. Sie ist eine sehr mutige junge Frau, die dank der großartigen Erziehung ihres Vaters und der freundlichen und hilfsbereiten Grafenfamilie von Scheweney, eine umfassende Bildung erhalten hat und nun, aufgrund ihrer ganz besonderen Fähigkeit mit Pferden umzugehen, auch den angemessenen Respekt für ihr Arbeit erhält. Das Band zwischen den drei Sprösslingen der Grafenfamilie und Marie ist sehr eng und nicht nur die Komtessen Luise und Clara sind gute Freundinnen, sondern auch Wilhelm spielt eine wichtige Rolle für Marie. So dreht sich in diesem zweiten Band weiterhin alles um das Leben auf dem Gutshof, allerdings darf nach Luise im ersten Band nun Marie die Hauptrolle spielen. So rückt eine Bedienstete und deren Lebenssituation in den Mittelpunkt. Trotzdem wechseln die Erzählperspektiven zwischen den drei jungen Frauen kapitelweise und sorgen so für eine noch interessantere und vielschichtigere Handlung.

Obwohl dieser zweite Band wieder beinahe siebenhundert Seiten umfasst, liest er sich relativ schnell und ist sehr fesselnd, sodass mich eine Unterbrechung oft wirklich genervt hat, wollte ich doch wissen, wie es weitergeht. Schon im ersten Band mochte ich Marie sehr gerne und habe mich nun gefreut, noch weiter in ihr Leben und Denken einzutauchen. Da aber auch Luise und Clara weiterhin aus ihrer Sicht erzählen, bleibt es immer spannend. Deshalb freue ich mich jetzt schon sehr auf den dritten Teil und bin gespannt, was dann in Claras Leben geschieht.

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Blanvalet
Seitenzahl: 688
Ersterscheinung: 17.01.2024
ISBN: 9783734110917 
Preis: 13,00
Reihe: Münsterland-Saga, Band 2

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Blanvalet-Verlag und Lotte Grünewald für das Rezensionsexemplar!

Dienstag, 6. August 2024

Rezension: Anne Jacobs - Der Dorfladen - Wo der Weg beginnt

 

Ein Dorf, seine Bewohner und ihre Träume

Dingelbach, am Fuße des Taunus, 1924: Das kleine Dorf in der Nähe von Frankfurt ist sehr in seinen Traditionen verhaftet und Neuerungen werden immer sehr skeptisch, wenn nicht sogar verachtend betrachtet. In diesem kleinen Dorf führt Marthe Haller ihren Dorfladen, unterstützt von ihren drei Töchtern, wobei nur Herta jeden Tag im Laden steht und ihrer Mutter hilft. Frieda, die mittlere Tochter, träumt von einer Karriere als Schauspielerin und blüht auf, wenn sie eigene Stücke schreibt und in ihrem Zimmer einübt. Ida, mit dreizehn Jahren die jüngste Schwester, ist ein Wirbelwind, die durch ihre große Intelligenz glänzt, aber auch viel Unsinn im Kopf hat und gerne die Dorfclique anführt. Da der Vater im Ersten Weltkrieg als vermisst gemeldet wurde, stehen die vier Frauen nun alleine da, was für die Mutter nicht immer leicht ist, möchte sie doch nur das Beste für ihre Kinder, weshalb sie die Ausbildung zur Schauspielerin auch nicht gutheißen kann. Doch Frieda erhält Unterstützung vom Dorfschullehrer, ihrem Onkel und allenvoran von Ida. So kämpft sie für ihre Träume. Aber auch Helga, die Frau des Bürgermeisters hat geheime Wünsche und Träume, die nur niemand erfahren darf. Ebenso die Fabrikdirektorin Ilse Küpper, die gegen den Willen ihres Bruders die Spazierstock- und Regenschirmstockfabrik des Vaters alleine weiterführen und wieder zum Erfolg führen will.

Anne Jacobs stellt in dieser neuen Reihe rund um das kleine, traditionelle Dorf Dingelbach die verschiedensten Bewohner in den Mittelpunkt. Denn sie erzählt das Dorfgeschehen aus immer wechselnden Perspektiven, sodass der neunjährige Heini ebenso wie seine Großmutter Anni einen Teil der Geschichte erzählen. Allerdings stehen Frieda, Ida, der Dorflehrer, Ilse Küpper und Helga Schütz im Mittelpunkt der gesamten Handlung. Durch die wechselnden Perspektiven bekommt der gesamte Roman eine unterwartete Tiefe und Vielschichtigkeit und zeigt das Leben der Dorfbewohner in den verschiedensten Situationen. Besonders eindrücklich zeigt sich immer wieder, wie traditionsbehaftet und wenig fortschrittlich viele der Dorfbewohner noch denken und leben, auch der Klatsch und Tratsch nimmt einen wichtigen Platz im alltäglichen Leben ein, was vielen das Leben nachhaltig erschwert.

Die Autorin hat mit diesem Auftaktband zu ihrer neuen Reihe genau meinen Geschmack getroffen und ich konnte das Buch kaum mehr aus der Hand legen. Ich mag es sehr, wie sie das Dorfleben von seinen verschiedenen Seiten beschreibt und die positiven wie negativen Aspekte aufzeigt. Auch sind ihre Charaktere allesamt sehr realistisch, sodass ich immer sofort ein Bild vor Augen hatte und häufig auch Mitleid mit ihnen, wenn ein anderer wieder allzu böse gesprochen und gehandelt hat. Nun freue ich mich schon, wenn im November der zweite Band erscheint und bin gespannt, wie das Leben in Dingelbach weitergeht.

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Blanvalet
Seitenzahl: 576
Ersterscheinung: 01.11.2023
ISBN: 9783764508432 
Preis: 18,00
Reihe: Die Dorfladen-Saga, Band 1

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Blanvalet-Verlag und Anne Jacobs für das Rezensionsexemplar!

Freitag, 7. Juni 2024

Rezension: Lotte Grünewald - Gut Friesenhain - Zwischen Traum und Freiheit

 

Der Kampf um die eigenen Träume

Ein Gestüt in der Nähe von Ibbenbüren im Münsterland, 1895: Der Gutshof Friesenhain ist bekannt für seine Pferdezucht. Schon allein deshalb hegen alle Mitglieder der Grafenfamilie eine große Liebe zu den großen, eleganten Tieren. Vorallem Luise, die ältere der beiden Töchter, genießt die Zeit auf den Pferden und kann hier eine Freiheit erleben, die es in ihrem sonstigen Leben nicht gibt. Auch Clara, die jüngste der drei Geschwister, fühlt sich den Pferden sehr verbunden, denn seit sie ein kleines Mädchen war, interessiert sie sich für alle Belange des Gestüts weit über die Liebe zu den Tieren hinaus. Nur zu gerne würde sie irgendwann das Gut führen, das aber wird ihrem großen Bruder Wilhelm einmal gehören. Obwohl dieser seit einem schweren Reitunfall des Vaters den Pferden und ihrer teilweisen Unberechenbarkeit misstrauisch gegenübersteht. Alle drei Geschwister haben mit den Zwängen der Gesellschaft zu kämpfen, erwarten die Eltern doch, dass sie die angedachten Pläne erfüllen. Dennoch pflegen die zwei Schwestern und auch Wilhelm eine enge Freundschaft zu Marie, der Tochter des Stallmeisters, die als Halbwaise vom Vater aufgezogen wurde und nun selbst beinahe das Amt eines Stallmeisters ausführt, denn sie liebt Pferde und hat ein Verständnis für die Tiere, wie es sehr modern und fortschrittlich ist. Doch vorallem Luise hält es seit einer Versammlung des Frauenvereins, der sie beiwohnen durfte, kaum mehr aus zwischen den gesellschaftlichen Konventionen und dem Druck, der auf sie ausgeübt wird, sich all dem zu Beugen und der Familie keine Schande zu bereiten, wie die Eltern es nennen...

Lotte Grünewald schildert die Lebenssituationen der drei jungen Frauen und auch des Grafensohnes sehr anschaulich und lebendig. Schnell hat man als Leser das Gefühl, selbst Teil der Handlung zu sein. Obwohl die Protagonisten in einer sehr konservativen und wenig fortschrittlichen Umgebung aufwachsen, entwickeln sie sich zu modernen und weltoffenen Menschen. Was ihnen wiederum das Leben nicht erleichtert, denn die Erwartungen der Eltern sind groß und setzen sie unter Druck. Vorallem das Thema der Frauenrechte steht im Mittelpunkt des Romans und zeigt, wie wichtig der Einsatz unserer Vorfahrinnen war, damit wir heute ein so selbstbestimmtes und gleichberechtigtes Leben führen können. 

Als ich das Buch begonnen habe, war ich wirklich gespannt, was mich erwartet, denn ich habe bisher ausschließlich Positives über diesen Roman gehört. Und es hat sich bereits auf den ersten Seiten gezeigt, dass ich mich dieser Meinung anschließen werde. Innerhalb kürzester Zeit war ich bereits in der Mitte des Buches angelangt und konnte mich kaum mehr lösen, denn ich wollte immer weiterlesen. Ich mag die drei jungen Frauen, die so unterschiedliche Träume haben, aber dennoch immer füreinander da sind und eine die andere trösten und verstehen kann. Auch Wilhelm war mir sofort sympathisch und es gefällt mir, wie er neben dem Sozialdemokraten Max Brugge, eine so elementare Rolle einnimmt und die modernen Männer dieser Zeit vertritt. Nun bin ich schon sehr auf den zweiten Band gespannt und freue mich, dass ich nicht jetzt schon endgültig Abschied von Gut Friesenhain nehmen muss, sondern noch zwei weitere Teile dieser wunderbaren Reihe auf mich warten!

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Blanvalet
Seitenzahl: 736
Ersterscheinung: 18.10.2023
ISBN: 9783734110900 
Preis: 13,00
Reihe: Münsterland-Saga, Band 1

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Blanvalet-Verlag und Lotte Grünewald für das Rezensionsexemplar!

Dienstag, 28. Mai 2024

Rezension: Lilli Beck - Die Schwestern vom See - Neue Wege

 

Rose und Iris geben nicht auf!

Auerbach am Bodensee, 2023: Rose König, die zweitälteste der König-Schwestern, wird nun, nach dem Tod der jüngsten Schwester Viola, die Pension gemeinsam mit ihrer Schwester Iris weiterführen, wenn die Eltern und Tante Annemarie irgendwann in Rente gehen. Doch die Zeiten nach der Pandemie sind schwierig, denn obwohl die Geschäfte wieder laufen und viele der Stammgäste ihre Zimmer bereits wieder reserviert haben, steckt die Pension doch noch in den Miesen. Das soll aber nun für einen Moment vergessen werden, denn Rose heiratet bald ihren Verlobten Nico. Die Hochzeit soll im Wintergarten stattfinden und nur die engsten Verwandten sind eingeladen. Doch bereits am Polterabend erfährt Rose von einem Geheimnis, das Nico ihr schon längst hätte offenbaren müssen. Sie ist so enttäuscht von ihrem Verlobten, dass sie an Ort und Stelle die Verlobung löst und von der Feier verschwindet. Auch Nico setzt sich in sein Auto und braust davon. Dass er aber aufgrund des schlechten Wetters und der nassen Straßen schon kurz nach Auerbach schwer verunglückt und gegen einen Baum rast, das war nicht abzusehen und erschüttert Roses Welt tief. Denn nach dem Unglück liegt er im künstlichen Koma und Rose spürt, wie übereilt ihre Entscheidung war und wie tief die Liebe zu Nico eigentlich ist. Deshalb ist sie nun jeden Tag bei ihm und hofft auf seine baldige Genesung.

Lilli Beck knüpft mit diesem zweiten Teil der Bodensee-Reihe nahtlos an den ersten Band an, wiederholt aber die wichtigsten Ereignisse nochmals, sodass der Roman auch gelesen werden kann, wenn man den Vorgängerband noch nicht kennt. Ihr Schreibstil ist so fesselnd, dass ich das Buch wieder einmal nicht mehr aus der Hand legen konnte und deshalb innerhalb kürzester Zeit am Ende angelangt war.

Da ich gerade Urlaub habe, aber leider nicht am Strand liegen kann, konnte mir dieses Buch das Fernweh ein wenig nehmen und mich an den Bodensee und das wunderschöne Café "Tortenhimmel" träumen lassen. Die bewegende Familiengeschichte wird so fesselnd geschildert, dass ich nun sehnsüchtig auf den dritten Band warte, mich aber leider noch bis August gedulden muss.

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Blanvalet
Seitenzahl: 352
Ersterscheinung: 23.08.2023
ISBN: 9783734110856 
Preis: 12,00
Reihe: Die Bodensee-Reihe, Band 2

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Blanvalet-Verlag und Lilli Beck für das Rezensionsexemplar!

Sonntag, 26. Mai 2024

Rezension: Lilli Beck - Die Schwestern vom See

 

Drei Schwestern halten zusammen

Auerbach am Bodensee, 2022: Nachdem die drei Schwestern sich bereits 2019 geschworen haben, immer zusammenzuhalten, müssen sie das nun wirklich tun. Denn vor drei Jahren hat Iris, die älteste Schwester, Auerbach verlassen, um mit ihrem Mann Christian nach Frankfurt zu gehen. Dieser betreibt dort mit seinen Eltern ein großes Hotel und es war immer klar, dass er dieses einmal von seinen Eltern übernehmen wird. Iris hat den Bodensee bereitwillig verlassen, wünscht sie sich doch eine Familie und eine Zukunft mit ihrem Traummann. Nun ist überraschend Großvater und Familienoberhaupt Max König verstorben. Iris und ihre Schwestern trauern sehr und für Iris war es selbstverständlich nach Hause zu reisen und ihrer Familie beizustehen. Dass ihre Ehe mit Christian momentan in Schwierigkeiten steckt, macht ihr die Entscheidung sogar ein wenig leichter, hofft sie doch, dass der Abstand ihnen guttun wird. Denn leider ist der Kinderwunsch in Iris mittlerweile beinahe übermächtig, während Christian immer mehr zeigt, dass er auch ohne Kinder gut zurechtkommt und keinen gesteigerten Wert auf eine Familie legt. Da in der Pension König gerade einiges an Arbeit anfällt, bleibt Iris gerne und packt mit an. Doch ihre Ehe-Probleme löst das leider nicht...

Lilli Beck beschreibt in diesem ersten Teil der Reihe rund um die drei Schwestern König alles aus Iris' Sicht. Diese ist die älteste der drei Schwestern und hat ein großes Verantwortungsbewusstsein ihrer Familie gegenüber, flüchtet aber auch vor ihren Eheproblemen. Durch ihre anpackende Art ist sie eine starke Frau, die zwar mit Selbstzweifeln kämpft, aber immer mit viel Pragmatismus weitermacht und so die Leser für sich einnimmt. Da die Autorin einen sehr lebendigen Erzählstil hat, gelingt es ihr, die Leser schnell mit in die Handlung einzubeziehen und so zu fesseln.

An diesem sonnigen Wochenende konnte ich mich mit diesem Buch an den wunderschönen Bodensee träumen. Dieser Roman und Reihenauftakt hat mir meinen Sonntag auf ganz besondere Art und Weise versüßt, denn ich war gefangen in den Schicksalen der Familie König und hatte trotzdem entspannte Lesestunden. Ein rundum gelungener Roman! Ich bin gerade wirklich froh, dass der zweite Band bereits hier neben mir liegt und ich direkt weiterlesen kann, wie es denn nun mit der Pension, der Konditorei und den Schwestern weitergeht.

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Blanvalet
Seitenzahl: 416
Ersterscheinung: 18.07.2022
ISBN: 9783734110849 
Preis: 11,00
Reihe: Die Bodensee-Reihe, Band 1