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Sonntag, 17. Mai 2026

Rezension: Stefan Kuhlmann - Umweg zum Sommer

Ein ganz besonderer Roadtrip

Martins Leben ist gerade geprägt von Geldproblemen und fehlender Inspiration für neue Songs. Denn der Chartstürmer hatte in den Nullerjahren einen Hit, der ihm zu großem Ruhm verholfen hat, konnte aber keinen zweiten nachlegen und ist so wieder in Vergessenheit geraten. Dennoch hat Martin sein Leben der Musik verschrieben und muss deshalb auch den Gig als Aushilfsbassist einer anderen Band annehmen. Obwohl er bereits 49 Jahre alt ist, hat er kaum Geld und lebt immer noch in seiner Studentenbude. Als seine Freundin Sophie auch noch Schluss macht, hat er das Gefühl, wieder bei Null starten zu müssen. Als aber nun seine Schwester Nicole aufgrund eines Burnouts eine Therapie in Bayern antreten muss, hat er automatisch die Verantwortung für ihren Sohn Karl. Für Martin droht der Gig in Portugal ins Wasser zu fallen - höchstens er fährt einfach und erzählt seiner Schwester nichts davon. Das ist der Beginn eines ganz besonderen Roadtrips, der für so manchen unvergesslichen Moment für Martin und Karl sorgt. 

Stefan Kuhlmann hat hier einen unterhaltsamen, kurzweiligen Sommerroman geschaffen, der teilweise nachdenklich stimmt, aber auch mit so mancher Situation zum Schmunzeln aufwartet. Die Reise führt Onkel und Neffe durch die Schweiz, Italien, Frankreich, Spanien und Portugal und schon allein durch die wechselnde Kulisse dieser südeuropäischen Länder kommt Urlaubsstimmung auf. Da sich der Erzählstil des Autors flüssig liest, fliegen die Seiten nur so dahin. 

Obwohl ich anfangs ein paar Schwierigkeiten mit dem Einstieg in die Handlung hatte und erst im zweiten Drittel in einen stetigen Lesefluss gefunden habe, konnte ich letztlich den Roman sehr genießen und in die besondere Atmosphäre eintauchen. Da mir beide Protagonisten im Lauf der Geschichte immer mehr ans Herz gewachsen sind, war ich mit dem Ende sehr zufrieden und fand es perfekt gelungen. 

Hier geht es zur Verlagsseite und zur Leseprobe.

 

Bewertung: 4 von 5 Sterne

Verlag: ROWOHLT Taschenbuch
Seitenzahl: 352
Ersterscheinung: 13.05.2025
ISBN: 9783499015984
Preis: 16,00 

Vielen Dank an den Rowohlt-Verlag und Stefan Kuhlmann für das Rezensionsexemplar! 

Sonntag, 1. Februar 2026

Rezension: Isabell Linn - Falling in too deep

Ein Neuanfang an der Küste Portugals

Iva ist überglücklich, denn endlich erhält sie die Chance auf einen Neuanfang an der Küste Portugals. Denn dort befindet sich das Camp von fünf Influencern, die bereit sind, Iva in ihrer Gemeinschaft aufzunehmen und sie von ihrem Erfolg profitieren zu lassen. Ivas Traum geht endlich in Erfüllung und sie wird herzlich im Camp aufgenommen. Es ist unglaublich, wie schnell ihre Followerzahl steigt und sie endlich die Anerkennung bekommt, die sie in Deutschland nie so erfahren hätte. Nicht nur Sunny wird schnell zu einer sehr guten Freundin, sondern auch ihr Insta-Crush Ishaan und das Paar Aurélie und Ed und sogar Yasmin, die gerade kaum zuhause ist, empfangen sie offen und freudig. Doch Iva spürt auch, dass in der Community nicht alles so fröhlich ist, wie es den Anschein hat und versucht, hinter die Kulissen zu blicken. 

Doch vorallem steht die Frage im Raum: Warum verschwindet Iva nach drei Wochen im Camp spurlos?

Isabell Linn beginnt den Roman mit einem Blick in die Zukunft und zeigt den Post der Camp-Bewohner, indem sie nach Iva suchen, die einfach verschwunden ist. Erst dann beginnt sie chronologisch mit der Ankunft von Iva und deren ersten Zeit im Camp. Da sie alles aus Ivas Ich-Perspektive erzählt, wirkt es nahbar und vermittelt eine Nähe zu den Leser*innen, die ansonsten nicht so möglich wäre. Die Spannung besteht die gesamte Handlung über und wird durch einige Posts aus der Zukunft nach der fraglichen Entführung weiter erhöht. Insgesamt enthält das Buch so einige Tropes, wie Opposites Attract, Slow Burn und Secrets & Lies und noch einige weitere.

Leider hatte ich mit dem Buch so meine Schwierigkeiten, denn ich konnte mich mit dem Aufbau der Handlung einfach nicht anfreunden. Es ist wirklich eine tolle Einleitung in den Roman, einmal kurz in die Zukunft zu blicken und so zu zeigen, dass noch so manches auf die Leser*innen zukommt. Allerdings geschieht dann beinahe das halbe Buch nichts in die anfangs angedeutete Richtung. Die Handlung kommt sehr langsam in Gang und ist so eher weniger spannend und fesselnd. Da sämtliche Charaktere geheimnisvoll für mich nicht einzuschätzen waren, war ich durchgehend gespannt, wie es am Ende wohl ausgehen mag und wer an Ivas Verschwinden seinen Anteil hat. Doch der Schluss selbst kam mir dann zu schnell und wirkt so etwas zu schnell abgehandelt und konstruiert. Auch ein Minuspunkt war für mich der Klappentext, der einfach zu weit vorgreift und so beinahe schon spoilert. 

So gebe ich dem Buch solide 4/5 Sterne. Denn trotz meiner Kritikpunkte hat sich der Erzählstil der Autorin sehr flüssig und gut gelesen und ich musste mich nicht nur das Buch quälen.  

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Bewertung: 4 von 5 Sterne

Verlag: Knaur Taschenbuch
Seitenzahl: 448
Ersterscheinung: 01.10.2025
ISBN: 9783426563465 
Preis: 16,00

Vielen Dank an den Knaur-Verlag und Isabell Linn für das Rezensionsexemplar! 

Dienstag, 27. August 2024

Rezension: Vanessa Ebert - Schnee in Portugal

 

Ein ganz besonderer Roadtrip

Nessa ist enttäuscht und kann nicht fassen, dass sie gerade ihren Job verloren hat, dabei hätte sie doch heute ihr erstes Meeting alleine leiten sollen. Aufgrund dieser schrecklichen Situation fällt sie in ein Loch und hat das Gefühl, den kompletten Tag nicht erlebt zu haben. Leider kennt sie diese Zustände bereits und kann nur wenig dagegen tun. Als sie aber endlich mit ihrer besten Freundin Sunny telefoniert, die vor einiger Zeit spontan nach Portugal ausgewandert ist, beschließt sie spontan nach Portugal zu fliegen und sie endlich zu besuchen. Nessa macht alles so kurzfristig, dass sie gar keine Zweifel an ihrem Plan entwickeln kann, denn eigentlich liebt sie das Planbare. Bei Sunny angekommen jagt eine Party die nächste und Nessa kommt kaum zur Ruhe. Nachdem sie beim Versuch von einer Klippe zu springen, kurz vor dem entscheidenden Moment eine Panikattacke bekommen hat, wird sie von Férnando gerettet und verbringt immer wieder ganz besondere Momente mit ihm, wird aber auch immer wieder sehr enttäuscht. Eine aufregende, abenteuerliche Zeit beginnt, die Nessa und Sunny einiges abverlangt...

Die Autorin Vanessa Ebert ist eine bekannte ADHS-Influencerin und hat diesen Roman mit autobiegrafischen Zügen verfasst. In diesem Romandebüt ist es ihr gelungen, den Blick ihrer Leser mehr auf ein Leben mit dieser Erkrankung zu lenken und das Denken und Fühlen der Betroffenen zu verdeutlichen. Auch die Linkliste am Ende des Buches ist sehr interessant und hilfreich. Der Roadtrip selbst ist unterhaltsam und geprägt von den sich überschlagenden Ereignissen.

Ich war sehr gespannt auf das Buch, denn ADHS ist eine Krankheit, die immer bekannter wird und ich war sehr neugierig darauf, wie die Autorin das Leben von Nessa beschreibt. Leider kam ich aber lange Zeit mit dem Erzählstil von Vanessa Ebert nicht zurecht und hatte Schwierigkeiten, den raschen Gedankensprüngen und etwas chaotischen Denkweisen zu folgen. Auch die Handlung war mir manchmal etwas zu überzogen und übertrieben spektakulär. Wirklich schade, dass mich das Buch nicht so fesseln konnte, wie erhofft und erwünscht!

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Bewertung: 3 von 5 Sterne

Verlag: Community Editions
Seitenzahl: 368
Ersterscheinung: 26.04.2024
ISBN: 9783960963608
Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren 
Preis: 15,00

Vielen Dank an die Bloggerjury, Community Editions und Vanessa Ebert für das Rezensionsexemplar!