Freitag, 8. März 2024

Rezension: Melissa C. Feurer - Love Sometimes Hurts

 

Eine emotionale Liebesgeschichte mit Tiefgang!

Leonor lebt endlich ihren Traum und führt ihr eigenes Hotel am Sylvensteinsee. Schon als Kind träumte sie immer von einem Hotel und hat sich damals bereits ausgemalt, wie es einmal aussehen soll. Allerdings wusste sie da noch nicht, wie viel Stress es bedeutet, ein Haus dieser Größe zu führen - immer mit den Eltern im Nacken, die Perfektion erwarten und auf ihren gelegentlichen Besuchen alles hinterfragen und kritisieren. Nora fühlt sich häufig gestresst und weiß oft nicht, wann sie ihre To Do-Listen eigentlich noch abarbeiten soll. Die Folge sind vernachlässigte Freundschaften, schlaflose Nächte und Kopfschmerzen.

Liam ist Koch im Leonor. Er liebt seine Arbeit und bekommt durchweg positive Rückmeldungen zu seinen Gerichten. Trotzdem ist er nicht allzu glücklich mit seinem Leben, denn außer seinem Traumjob hat er einige Probleme, für die er sich verantwortlich fühlt. So kümmert er sich um seine alleinerziehende Schwester und deren Tochter, steckt ihr immer wieder Geld zu und sorgt für Freiräume, dass sie ab und zu einfach durchatmen kann. Aber auch sein zwanzigjähriger Bruder Silas steckt aufgrund seiner Alkoholsucht immer in der Klemme, braucht Geld und Rettung aus so manch schwieriger Situation.

Nora und Liam begegnen sich zufällig bei einem Vorstellungsgespräch und irgendwie funkt es sofort zwischen den Beiden. Allerdings überschattet das Chef-Angestellten-Verhältnis die junge Liebe...

Melissa C. Feurer ist es gelungen, ihre Leser von der ersten Seite an mitzunehmen. So berichtet sie von Nora, ihrem Leben und der wenigen Zeit, die ihr nie ausreicht für all die Aufgaben, die auf ihren Schultern lasten. Aber auch Liam ist sofort ein sehr nahbarer und sympathischer Charakter, denn er kämpft mit seiner Rolle als ältester Bruder und dem Verantwortungsgefühl seinen Geschwistern gegenüber. Es ist natürlich schnell klar, wer sich in der Liebesgeschichte in wen verliebt, das tut dem Lesevergnügen aber keinen Abbruch, denn außer dieser Begebenheiten ist kaum etwas von vornherein schon durchschaubar.

Da ich bereits den ersten Teil der Reihe sehr sehr gut fand, war klar, dass ich die Lichtenberg-Trilogie weiterlesen möchte. Nun war ich gespannt auf Nora, denn im ersten Band kam sie nur als sehr zielstrebig und unnahbar rüber, dieser Eindruck bewahrheitet sich beim Lesen aber gar nicht und Nora ist mir mit der Zeit sehr ans Herz gewachsen und ich habe mir immer wieder gewünscht, dass sie nun endlich einmal ihren Eltern Paroli bietet und sagt, dass deren Verhalten häufig wirklich nicht in Ordnung ist. Obwohl der Schauplatz ja nun hauptsächlich am Sylvensteinsee ist, kommt doch auch wieder der Brombachsee vor und noch besser gefallen hat mir, dass sogar Gunzenhausen mit seiner Osterkonferenz eine Rolle spielen durfte. Denn ich komme ganz aus der Nähe und habe selbst so manchen tollen Abend auf der Oko verbracht und erinnere mich immer wieder gerne an diese Momente als Jugendliche zurück. Da ich den zweiten Teil nun innerhalb kürzester Zeit beendet habe, beginnt nun die harte Zeit des Wartens auf den dritten, und leider schon letzten, Band, denn ich bin wirklich gespannt, wer dort die Hauptrolle spielen darf!

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Francke-Buch
Seitenzahl: 335
Ersterscheinung: 01.2024
ISBN: 9783963623776 
Preis: 16,00
Reihe: Die Lichtenberg-Trilogie, Band 2

Vielen Dank an den Francke-Verlag und Melissa C. Feurer für das Rezensionsexemplar!

Donnerstag, 7. März 2024

Rezension: Alexander Steffensmeier - Lieselotte, was machen die Hühner?

 

Lieselotte und die Hühner

Auf Lieselottes Bauernhof gibt es eine Menge Hühner und sie alle tragen dazu bei, dass das Leben unterhaltsam bleibt. So helfen sie der Bäuerin beim Ausladen der Einkäufe, beim Sport sind sie immer dabei und auch bei Partyspielen macht ihnen niemand etwas vor. So sind nicht nur die Tage der Hühner ausgefüllt mit Spaß und Freude, sondern auch die von Lieselotte und den anderen Bauernhofbewohnern.

Alexander Steffensmeier hat in diesem Pappbilderbuch eine Geschichte für Kinder ab zwei Jahren geschaffen. Denn Lieselotte und ihre Hühner erleben viele lustige Sachen, aber die Texte sind in ganz einfacher Sprache verfasst und eher kurz gehalten und die Bilder erinnern an Wimmelbilder, so viele Details gibt es darauf zu entdecken.

Ich liebe Lieselotte und ihre Abenteuer auf dem Bauernhof. Daher finde ich auch super, dass sich dieses Pappbilderbuch an die ganz Kleinen richtet. Sehr gelungen!

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: FISCHER Sauerländer
Seitenzahl: 16
Ersterscheinung: 24.01.2024
ISBN: 9783737372794
Empfohlenes Alter: ab 2 Jahren 
Preis: 8,90
Reihe: Kuh Lieselotte, Band 14

Vielen Dank an den Fischer-Verlag und Alexander Steffensmeier für das Rezensionsexemplar!

Rezension: Andreas Dutter - Zodiac Love: Starlight in Our Dreams

 

Leider nicht packend genug....

Felix hat den Schritt gewagt und ist zum Studium nach Cork in Irland ausgewandert. Dafür hat er sein Heimatdorf in Österreich hinter sich gelassen. Allerdings hatte er dort immer mit mobbenden Mitschülern und dem Gerede seiner Mitmenschen zu tun, was ihm viel Selbstbewusstsein genommen hat. Auch die nötige Unterstützung seiner Eltern hat er nie erfahren, weshalb dieser Schritt nun perfekt für einen Neuanfang geeignet ist. Leben tut Felix bei seiner Internetbekanntschaft Cara, die ebenso wie er, eine große Liebe zu Astrologie, Sternzeichen, Geburtshoroskopen und ähnlichem besitzt. An seinem ersten Arbeitstag bei einem Herrenausstatter und kurz danach bei der Collegeführung am Tag vor dem offiziellen Studienbeginn lernt er Owen kennen, der absolut unfreundlich und unnahbar ist. Owen, der sich ausschließlich seiner Karriere widmet und am liebsten niemals mehr jemanden ins Herz schließen möchte, um jeglicher Verletzung aus dem Weg zu gehen. Aber auch er kann sich der Liebe nicht verschließen, wie er mit der Zeit immer mehr bemerkt...

Andreas Dutters Roman klingt auf den ersten Blick schon sehr vielversprechend, denn der Klappentext verspricht eine "romantische, herzerwärmende queere Liebesgeschichte". Felix und Owen sind sehr gegensätzliche Protagonisten, die aber beide mit den Erlebnissen aus ihrer Vergangenheit kämpfen. Bei Felix ist während der Handlung eine interessante und bewundernswerte Entwicklung zu beobachten, denn er gewinnt in der neuen Umgebung mit seinen neuen Freunden mehr Selbstbewusstsein. Auch Owen verändert sich, aber lange Zeit nicht zum Positiven, denn er kann seine Schutzmauer nicht niederreißen und gibt weiter den Unnahbaren, obwohl er tief in seinem Inneren spürt, dass Felix ihm nahegeht.

Obwohl ich eher weniger an Astrologie glaube, war ich gespannt auf den Roman. Allerdings konnte mich das Buch lange Zeit einfach nicht packen und ich habe mit der sehr langsam voranschreitenden Handlung gekämpft. Auch der Schreibstil des Autors war sehr anstrengend zu lesen, denn es wechselt zwischen den sehr umgangssprachlichen Ausdrucksweisen, bei denen auf Personalpronomen verzichtet wird, und ganz normaler Sprache, sodass die Umgangssprache noch mehr wie ein Fremdkörper im Text wirkt. Auch einige unlogische und unpassende Szenen sind mir aufgefallen, wie der kurze Einblick in die geheime Gesellschaft, die sich am UCC trifft. Insgesamt leider nicht so vielversprechend, wie erwartet, sodass ich wirklich lange an dem Buch gelesen habe, ohne gefesselt zu sein.

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Bewertung: 3 von 5 Sterne

Verlag: Knaur Taschenbuch
Seitenzahl: 432
Ersterscheinung: 01.03.2023
ISBN: 9783426529805
Preis: 14,00
Reihe: Zodiac Love, Band 1 

Vielen Dank an den Knaur-Verlag und Andreas Dutter für das Rezensionsexemplar!

Dienstag, 5. März 2024

Rezension: Amy Guglielmo & Ginnie Hsu - Große Kunstgeschichten. Claude Monet

 

"Vielleicht verdanke ich es den Blumen, dass ich Maler geworden bin." Claude Monet

Oscar-Claude Monet wurde am 14. November 1840 in Paris geboren. Mit fünf Jahren zog er mit seiner Familie in die Hafenstadt Le Havre. Claude konnte der Schule nie etwas abgewinnen, sodass er häufig schwänzte und seine Tage lieber in den Dünen am Meer verbrachte. Sein Traum, Künstler zu werden bestand auch schon zu dieser Zeit. Nicht nur seine Mutter, sondern auch später seine Tante standen ihm zur Seite und bestärkten ihn darin, seine Küstlerkarriere voranzutreiben. Bereits mit fünfzehn Jahren verkaufte er erste Karikaturen. Dank dem Künstler Eugène Boudin erlernte er die Freilichtmalerei und ging wenig später nach Paris. In der Académie Suisse und in den Cafés knüpfte er Kontakte zu anderen Künstlern und entwickelte sich weiter. Auch sein Militärdienst in Algerien beeinflusste seinen Stil. Er bemerkt immer mehr, dass es die Natur und die Landschaft ist, die er malen möchte, sodass er das vertieft. Als im Pariser Salon 1865 zum ersten Mal zwei Werke von ihm ausgestellt werden, möchte er unbedingt an diesen Erfolg anknüpfen. Allerdings eckt er mit seiner Maltechnik mit breiten Pinselstrichen und farbintensiven, skizzenhaften Darstellung immer wieder an. Da er nicht alleine ist und auch andere Künstler nicht mehr nur traditionelle Techniken bevorzugen, wird der Name "Impressionisten" geboren. Obwohl sie erst belächelt werden, werden sie doch immer mehr anerkannt und Claude wird erfolgreich. Deshalb kann er sich endlich ein Haus und einen großen Garten in Giverny leisten. Gerade der Garten und die Blumen haben es ihm angetan, sodass er viel Zeit dort verbringt. Er beginnt, Serien eines einzigen Objekts zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten zu malen, er bereist fremde Länder und begeistert sich an den neuen Farben dort. Als aber sein Augenlicht schwindet und er aufgrund einer Linsentrübung immer schlechter sieht, hat er lange Angst vor einer Operation und zögert sie lange hinaus. Diese Angst war aber unbegründet, denn danach kann er mit seiner Spezialbrille wieder sehr gut sehen. Im Alter von 86 Jahren verstirbt er schließlich in Giverny und hinterlässt viele wunderschöne Gemälde.

Amy Guglielmo beschreibt das Leben des bekannten Künstlers Claude Monet auf kindgerechte Art und Weise. Denn die Texte sind immer kurz gehalten und über die Illustrationen verteilt. Trotzdem vermittelt sie sehr genau und strikt chronologisch, was sich im Leben des Künstlers zugetragen hat. Dank der Jahreszahlen, die zuverlässig genannt werden, ist ein Überblick immer gegeben. Die Illustrationen von Ginnie Hsu ergänzen die Texte perfekt, sodass das Buch auch ohne die Texte zu lesen, großen Spaß bereitet. Da auch einige Aufforderungen auf den Seiten verteilt und am Ende des Buches zu finden sind, die zum Mit- und Nachmachen anregen, wird aus dem Kindersachbuch auch ein Mitmachbuch.

Dieses Buch passt gerade perfekt für uns, denn meine Tochter hat im Kunstunterricht über Claude Monet gesprochen und einige seiner Werke betrachtet und war nun sehr neugierig, wer denn dieser Künstler ist. Aber auch für mich ist dieses Buch sehr interessant, denn ich kannte zwar viele seiner Bilder, wusste aber nur wenig über sein Leben. Eine ganz große Empfehlung deshalb an große und kleine Kunstbegeisterte!

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: DK Verlag Dorling Kindersley
Seitenzahl: 56
Ersterscheinung: 07.02.2023
ISBN: 9783831044542
Empfohlenes Alter: ab 8 Jahren 
Preis: 12,95
Reihe: Große Kunstgeschichten

Vielen Dank an den DK-Verlag, Amy Guglielmo und Ginnie Hsu für das Rezensionsexemplar!

Montag, 4. März 2024

Rezension: Katharina Matzig - 101 Traumhäuser

 

101 beeindruckende Einfamilienhäuser

Katharina Matzig vereint in diesem Bildband die 101 beeindruckendsten und interessantesten Einfamilienhäuser, die in den Jahren 2017 bis 2021 im Wettbewerb "Häuser des Jahres" eingereicht und dessen Büchern gezeigt wurden. In ihrem Vorwort betont sie, wie wichtig es ist, in einem Haus nicht nur einen reinen Wohnort zu sehen, sondern auch die physische und psychische Gesundheit nicht außer Acht zu lassen. Schließlich verbringen wir rund sechzig Prozent unserer Lebenszeit in unserem Zuhause.

Die Einfamilienhäuser sind allesamt grundverschieden und reichen von Wohnflächen von 127 bis hin zu 652 Quadratmetern. Auch die Grundstücke und deren Größen sind alle unterschiedlich. Somit sollten sämtliche Geschmäcker und Ansprüche befriedigt und Ideen für das eigene Haus entdeckt werden. Aufgrund der hochwertigen Fotografien, der Beschreibungen in Text- und Skizzenform und des Lageplans erhält der Leser schnell einen Überblick über das dargestellte Einfamilienhaus.

Jedes Mal von Neuem begeistern mich die qualitativ hochwertigen und inhaltsstarken Bildbände des Callwey-Verlages. Da ich mich schon immer für Architektur interessiere passte dieses Buch perfekt für mich. Gerade die Grundrisse und ganz besonderen Gestaltungsideen der Architekten haben es mir angetan. Sehr gelungen finde ich auch, dass die Projekte nicht nur Neubauten, sondern auch umgestaltete, bereits bestehende Bauten sind. Trotzdem haben mir in diesem Buch die Renovierungs- und Sanierungsobjekte besser gefallen, allen voran "Das Patchworkhaus" und "Das Bauernhaus". Insgesamt ein beeindruckender Bildband, der moderne, traditionelle und einzigartige Einfamilienhäuser vereint!

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Callwey
Seitenzahl: 224
Ersterscheinung: 14.03.2023
ISBN: 9783766726247 
Preis: 45,00

Vielen Dank an den Callwey-Verlag und Katharina Matzig für das Rezensionsexemplar!

Samstag, 2. März 2024

Rezension: Olga Strobel - So wunderbare Ostern - Mein Pop-up-Überraschungsbuch

 

Ein bezaubernd schönes Pop-up-Bilderbuch!

Der kleine Osterhase Ben darf in diesem Jahr das erste Mal alleine die Ostereier verteilen und er macht sich freudig auf den Weg. Allerdings dauert es ein bisschen länger, denn auf seinem Weg hilft er dem Igel beim Blumengießen, er holt dem Hörnchen den Schlüssel herunter und auch das Schweinchen bekommt eine Osterüberraschung von ihm. Doch dann sind seine Ostereier einfach verschwunden.... Gut, dass alle Tiere zusammenhelfen können, um das Osterfest zu retten!

Olga Strobel erzählt die Geschichte von Ben, dem kleinen Osterhasen, der sich nun endlich alleine auf den Weg machen darf, in Reimform. Da die Texte pro Doppelseite immer nur vier Zeilen lang sind, sind sie sehr eingängig und können von Kindern gut verstanden und nach wenigen Wiederholungen auch schon mitgesprochen werden. Die Illustrationen sind farbenfroh und wunderbar kindgerecht. Da immer auf der rechten Seite ein Pop-up-Element enthalten ist, werden die Seiten so zum Leben erweckt und es macht noch mehr Spaß, das Buch anzusehen.

Dieses Bilderbuch ist wunderbar gelungen, denn es weckt die Vorfreude auf Ostern, ist spannend und interessant und dank der beweglichen Szenerien sehr lebendig. Die Verarbeitung, ist wie beim Penguin Junior-Verlag immer, sehr stabil und langlebig. Einfach ein zauberhaft schönes Kinderbuch, das sich auch perfekt als Ostergeschenk eignet!

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Penguin JUNIOR
Seitenzahl: 12
Ersterscheinung: 21.02.2024
ISBN: 9783328302773 
Empfohlenes Alter: ab 2,5 Jahren
Preis: 13,00

Vielen Dank an das Bloggerportal, den Penguin Junior-Verlag und Olga Strobel für das Rezensionsexemplar!

Freitag, 1. März 2024

Rezension: Henrike Engel - Die Hafenärztin. Ein Leben für die Hoffnung der Menschen

 

Eine spannende Reihe findet nun ihren perfekten Abschluss!

Hamburg, 1911: Die Ärztin Anne van der Zwaan findet unverhofft eine Tote, die im Stehen an ihrer eigenen Wohnungstür verstorben ist. Bei der Obduktion stellt sich heraus, dass sie zwar seit langer Zeit große Mengen an Alkohol getrunken hat, aber ihr Todesurteil war das Heroin, das sie durch die Nase konsumiert hat. Diese Art der Berauschung ist neu in der Hafenstadt, denn bisher wird das Medikament Heroin in Tablettenform eingenommen und wirkt sehr gut gegen Husten und andere Erkrankungen dieser Art, nicht aber als Droge. Dem Pathologen sind auch noch weitere Frauen bekannt, die so unverschuldet in den Tod gefunden haben, drei von ihnen hatten auch das gleiche Papierbriefchen in der Tasche wie das letzte Opfer. Anne weiß, dass sie dem weiter auf die Spur gehen möchte. Allerdings lastet auch die nahende Gerichtsverhandlung auf ihr, wo sie als Kronzeugin gehen ihren Vater Roger van der Zwaan aussagen muss. Dieser scheint aber immer noch sehr siegessicher, was Anne einerseits traurig macht, ihr aber auch zeigt, wie niederträchtig und geldbesessen ist Vater eigentlich ist. Unterstützung in ihren Ermittlungen rund um die Heroinbriefchen findet sie auch wieder in Kommissar Berthold Rheydt, der den Kriminellen und ihren Handlangern endlich den Garaus machen möchte. Aber auch Helene Curtius, die Verlobte von Kommissar Rheydt und gute Freundin von Anne, möchte den Menschen helfen. Auf einer Reise nach Berlin hat sich ihre Überzeugung verfestigt, dass eine kranke Seele geheilt werden kann, wenn man ihr richtig hilft.

Henrike Engel hat diesen letzten Band der Reihe rund um die Hafenärztin etwas anders gestaltet. Denn hier steht kein Mordfall im Mittelpunkt, bei dessen Ermittlungen Anne, Helene oder andere Personen in Gefahr geraten, sondern die Heroinverteilung und die Anwendung dieses vermeintlich harmlosen Medikaments. Dennoch ist die Handlung durchgehend spannend, hat keine Längen und verliert sich auch nicht in unwesentlichen Details. In diesem Teil der Reihe werden so einige Ereignisse aus den vorangegangenen Bänden aufgearbeitet, was zeigt, wie eng alles zusammenhängt. Somit eignen sich die Bücher auch nicht unbedingt dazu, einzeln gelesen zu werden.

Ich habe jeden der vier Bände voller Begeisterung gelesen. Anne ist eine unheimlich starke und mutige Frau, die sich weder von bösen Machenschaften, Gefahren oder gesellschaftlichen Konventionen aufhalten lässt. Sie weiß, was richtig ist und verfolgt ihre Ziele. Immer an ihrer Seite hat sie dabei die Polizisten rund um Kommissar Rheydt und ihre Freundin Helene Curtius. Auch sie sind mir ans Herz gewachsen und ich bin nun etwas traurig, dass es keine weiteren Teile der Hafenärztin mehr geben soll... Eine wirklich starke Reihe, die ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann!

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Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Ullstein Paperback
Seitenzahl: 432
Ersterscheinung: 30.11.2023
ISBN: 9783864932144 
Preis: 15,99
Reihe: Die Hafenärztin, Band 4

Vielen Dank an den Ullstein-Verlag und Henrike Engel für das Rezensionsexemplar!