Dienstag, 30. Juni 2020

Rezension: Hanna Caspian - Gut Greifenau Abendglanz

Die Welt der Adeligen in den Jahren 1913 und 1914

1913: Der Patriarch Donatus von Auwitz-Aarhayn erleidet einen schweren Unfall bei Waldarbeiten und verstirbt kurze Zeit später an den Folgen. Nun ist sein Sohn Adolphis der neue Gutsherr, doch dieser hatte bisher immer andere Interessen und kümmert sich nicht weiter darum, sondern überlässt alles dem Gutverwalter. Dass sich dieser jedoch gegen jegliche Art von Fortschritt wehrt, erkennt Adolphis nicht oder will es nicht sehen, denn seiner Meinung nach läuft alles sehr gut und das wird es auch weiterhin. Konstantin, der älteste Sohn von Adolphis ist jedoch komplett anderer Meinung, denn er kehrt nach seinem Studium der Landwirtschaft wieder auf das Gut zurück und erkennt sofort, dass es sehr rückschrittlich arbeitet und in der Zukunft so nicht bestehen kann. Allerdings kann er seine neuen Ideen nur langsam durchsetzen und muss immer wieder Kämpfe mit seinem Vater austragen. Zudem verliebt er sich in die Dorflehrerin Rebecca, Kurscheidt aus Berlin-Charlottenburg, die sozialistisch eingestellt ist und somit alles Adelige verachtet. Auch Katharina, die jüngste Tochter hat es nicht leicht. So muss sie zwar keine Duelle mit ihrem Vater austragen, aber ihrer Mutter Feodora möchte sie schnellstmöglich in einer standesgemäßen Verbindung sehen -  auch wenn Katharina den ausgesuchten Mann verachtet...

Hanna Caspian hat einen wunderbaren Schreibstil. Das Buch hat sich schnell und flüssig gelesen. Zudem hat sie geschichtliche Ereignisse, Mode und technischen Fortschritt der Zeit gut recherchiert und die Handlung so sehr realistisch gestaltet.

Das Buch hat mir sehr gut gefallen und es ist ein gelungener Auftakt einer Familien-Saga.


Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Knaur Taschenbuch
Seiten: 560
Ersterscheinung: 02.11.2018
ISBN: 9783426521502
Preis: 9,99
Reihe: Gut Greifenau, Teil 1

Sonntag, 28. Juni 2020

Rezension: Emma Winter - Hopelessly in Love

"Wir halten immer zusammen, wenn es sein muss gegen das ganze Universum."

Ben und Sasha leiden immer noch an den Ereignissen des vergangenen Tages, an dem die Weihnachtsfeier stattgefunden hat. Denn Bens Ex-Freundin Carolin hat nur eins im Sinn, sie will Ben zurück und seine Beziehung zu Sasha zerstören. Doch die Liebe ist stärker als alles und besteht weiter, auch wenn Sasha immer wieder mit den Stimmen in ihrem Kopf zu kämpfen hat, die ihr sagen, dass Ben nicht treu sein kann und eine ziemlich bewegte Vergangenheit hinter sich hat. Auch June kämpft um ihre große Liebe Jess. Da Jess immer sagt, dass sie aus zwei verschiedenen Welten kommen und sie nicht zusammenpassen, verletzt er June immer wieder und gleichzeitig merkt June, dass ihre Gefühle so tief sind, dass sie ihm beweisen will und muss, wie sehr...

Emma Winter hat einen tollen zweiten Teil geschrieben, der dem ersten Teil in nichts nachsteht. Beim Lesen merkt man nicht, dass man ein neues Buch begonnen hat, so nahtlos ist der Übergang. Nur eine Änderung gibt es, June hat nun eigene Abschnitte, in denen alles nun auch aus ihrer Sicht heraus beschrieben wird. Auch hier gibt es wieder ein offenes Ende, sodass der Leser nicht aufhören will zu lesen.

Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Gerade der nahtlose Übergang vom ersten auf den zweiten Band ist super! Ich würde empfehlen, alle Teile nacheinander zu lesen, wenn das möglich ist, da man vor Spannung nicht aufhören möchte....

Mein Lieblingszitat aus diesem Buch ist:
"Du bist das Beste, was mir je passiert ist. Besser als alles, besser als Schreiben, besser als all meine Freunde, besser als die Milchstraße!"


Bewertung: 4,5 von 5 Sterne

Verlag: Ullstein Paperback
Seitenzahl: 352
Ersterscheinung: 02.06.2020
ISBN: 9783864931277
Reihe: Weston-High-Reihe, Teil 2
Preis: 12,99

Freitag, 26. Juni 2020

Rezension: Eithne Shortall - Liebe in Reihe 27

Der Check-in als Liebeslabor...


Cora arbeitet am Flughafen London-Heathrow für die irische Airline Aer-Lingus. Durch eine Sicherheitspanne wurde der Online-Check-in gestrichen und jeder muss sich nun am Schalter anstellen und alles wie früher machen. An einem dieser Schalter ist Coras Arbeitsplatz. Da Cora schon früh entdeckt hat, dass sie gerne Menschen verkuppelt und diesen in Sachen Liebe gerne auf die Sprünge hilft, kommt ihr ihre, wenn auch nur vorübergehende Arbeit, doch sehr entgegen. Doch Cora selbst hat kein Interesse an Männern, ihr genügt das Verkuppeln momentan. Denn vor ihrer Zeit am Flughafen hat sie in Berlin gelebt und dort eine Beziehung zu einem Deutschen gehabt, der sie letztendlich nur ausgenutzt hat. Seitdem hat sie die Nase voll. Aber auch mit ihrer Mutter hat sie es nicht leicht, denn diese scheint immer mehr ein anderer Mensch zu werden durch ihre Alzheimer-Erkrankung...

Eithne Shortall hat einen sehr schönen, einfach und flüssigen Schreibstil. Sie hat das Buch in kürzere Kapitel unterteilt, die immer aus anderen Perspektiven geschildert werden, was dem Buch zusätzlich an Leichtigkeit verleiht und den Lesefluss fördert.

Das Buch hat mir gut gefallen und ich war positiv überrascht, dass es mehr Tiefgang hatte, als ich mir von Titel und Klappentext versprochen hatte.


Bewertung: 4 von 5 Sterne

Verlag: Diana
Seiten: 384
Ersterscheinung: 11.06.2018
ISBN: 9783453359802
Preis: 9,99

Mittwoch, 24. Juni 2020

Rezension: Greta Henning - Halligmord

Die Nordsee gibt ein Geheimnis wieder frei...

Minke van Hoorn kehrt in ihre Heimat nach Nordfriesland zurück und tritt dort ihre erste Kommissarsstelle an. Denn nach dem Tod ihres Vaters vor vier Jahren wollte sie dessen Lebenswerk weiterführen und als Polizistin für Sicherheit sorgen. Dafür hat sie sogar ihre eigentliche Traumarbeitsstelle als Meeresbiologin aufgegeben. Nun gleich an ihrem ersten Arbeitstag ruft sie aufgebracht der Postbote an und berichtet von einem freigespülten menschlichen Schädel, den er auf der Hallig Nekpen entdeckt hat. Sofort begibt sich Minke auf die Suche nach dem Täter und stößt immer wieder auf Ungereimtheiten...

Greta Henning ist eine tolle Autorin. Sie hat einen sehr guten, flüssigen und kurzweiligen Schreibstil. Die Handlung ist geschickt aufgeteilt in verschiedene Personen, die jeweils aus ihrer Sicht einen Teil der Geschichte weitererzählen. Am Ende ergibt jedoch alles eine großes Ganzes. Der Krimi ist spannend, aber trotzdem nie unrealistisch oder übertrieben.

Das Buch hat mir sehr gut gefallen! Ich war total gefesselt und habe das Buch innerhalb eines Tages gelesen. Ich könnte mir dieses Buch auch sehr gut als Film vorstellen... Schade, dass es bisher nur einen Band dieser neuen Reihe gibt. Ich warte schon sehnlichst auf die Fortsetzung!


Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Ullstein Paperback
Seitenzahl: 272
Ersterscheinung: 29.06.2020
ISBN: 9783864931307
Preis: 12.99


Vielen Dank an Vorablesen, Ullstein-Verlag und Greta Henning für das Rezensionsexemplar!

Montag, 22. Juni 2020

Rezension: Laura Dave - Hello Sunshine

Wenn das Leben nicht so ist, wie es scheint...


Sunshine Mackenzie oder doch Sunshine Stephens, wie sie eigentlich heißt, lebt ihren Traum. Mit ihrem Traummann Danny lebt sie seit 14 Jahren glücklich in New York. Er arbeitet als Architekt, sie hat einen erfolgreichen YouTube-Channel, wo sie kocht und mit ihrer umwerfenden Art alle beeindruckt und zu ihren Fans macht. Doch eines Tages ist Schluss damit, denn jemand hat ihren Twitter-Account gehackt und postet eine Story, die sie als Lügnerin entpuppt. Gemeinsam mit ihrem Manager Ryan, der es leider mit der Wahrheit noch nie so genau nahm, versucht sie alles abzuwenden. Doch das ist nicht mehr möglich als irgendwann auch noch Nacktbilder von ihr mit Ryan im Hintergrund auf einer Website namens "Ain't no Sunshine" auftauchen. So verliert sie innerhalb kürzester alles - ihr Leben in New York, ihren Mann, ihre Karriere und letztendlich auch ihre Glaubwürdigkeit. Es bleibt ihr nichts anderes übrig, als wieder in ihre Heimat Montauk zurück zu gehen und bei ihrer Schwester Rain Unterschlupf zu suchen....

Laura Dave hat einen besonderen Schreibstil, der den Leser direkt anspricht und so in die Handlung einbezieht. Das Buch hat eine Einteilung in die Monate Juni, Juli und August, sodass die Zeitebene immer klar ist. Die zusätzlichen Kapitel vereinfachen das Lesen und fördern den Lesefluss. Die Charaktere sind allesamt realistisch, denn jeder hat deutliche Macken, aber auch Stärken. 

Das Buch hat mir gut gefallen. Anfangs fand ich den Schreibstil etwas gewöhnungsbedürftig, mit der Zeit war ich aber begeistert davon. Die Handlung fand ich von Beginn an interessant und wollte immer weiterlesen. Sehr toll fand ich den Tiefgang, der anfangs gar nicht vorhanden war, aber mit dem Fortschreiten der Handlung immer mehr kam und mich immer mehr zum Nachdenken gebracht hat. Denn das Thema "Social Media" wird hier nicht nur positiv gesehen, sondern auch die negativen Aspekte.

Mein Lieblingszitat:

"Wir sind es, und wir sind es nicht. Wir wagen den Schritt und scheitern. Wir sagen die Wahrheit, dann lügen wir. Wir wollen so unbedingt Teil des Geschehens sein, dass wir alles vorgeben würden, um eingelassen zu werden. Nur um bleiben zu dürfen, würden wir vorgeben, jemand anders zu sein. Wir wollen gesehen werden, und wir wollen, dass die Leute rätseln. Wir wollen, dass sie verstehen. Wir wollen Vergebung. Wir vergeben uns selbst. Und fangen von vorne an."


Bewertung: 4,5 von 5 Sterne

Verlag: Blanvalet
Seitenzahl: 384
Ersterscheinung: 16.04.2018
ISBN: 9783734103537
Preis: 9,99

Samstag, 20. Juni 2020

Rezension: Karen White, Beatriz Williams, Lauren Willig - Das saphirblaue Zimmer

Wunderschön, rätselhaft und traurig!

Manhattan 1944: Kate Schuyler ist eine junge Ärztin, die sich in einem Krankenhaus um verletzte Soldaten kümmert. Ihr neuester Patient Captain Ravenel kommt mit einer starken Infektion des Beines aus Frankreich zurück nach Amerika. Kate weigert sich, Dr. Greeleys Rat das Bein sofort zu amputieren zu akzeptieren und erfüllt damit auch den Wunsch des Patienten. Ihr gelingt die vollständige Genesung des Patienten.

Manhattan 1892: Olive muss nach dem Tod ihres Vaters eine Stellung als Dienstmädchen im Haushalt der Familie Pratt annehmen. Im Haus, das ihr Vater entworfen hat und das auch zu seinem Niedergang geführt hat. Ihr Leben dort ist hart, doch sie will die Ehre ihres Vaters widerherstellen und daher ist es erträglicher dort zu sein.

Manhattan 1920: Lucy Young ist Sekretärin bei einer Anwaltskanzlei und wird nach dem Krankheitsausfall einer Kollegin dem Juniorpartner Philip Schuyler zugeteilt. Die beiden lernen sich mit der Zeit besser kennen und auch vertrauen und so kommt es, dass Philip mit seiner Stiefmutter die Oper besuchen muss und Lucy bittet, einen Klienten für einen Abend zum Essen zu begleiten.

Die drei Autorinnen haben hier ein tolles Buch geschaffen. Die Handlung ist fesselnd und ich wollte immer weiterlesen. Ihr Schreibstil ist sehr emotional. Die Protagonistinnen sind allesamt sympathisch und realistisch. Ihre Handlungsweisen können jederzeit vom Leser nachvollzogen werden und wirken nie konstruiert oder unrealistisch. Durch die Gliederung in drei Zeitebenen und auch das konstante Abwechseln zwischen den Protagonistinnen und den Zeitebenen wird eine tolle Spannung aufgebaut, die auch die Neugier des Lesers auf weitere Informationen immer weiter steigert.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich habe es innerhalb von zwei Tagen verschlungen. Das Ende hat mich zu Tränen gerührt, da es gleichzeitig wunderschön aber auch tieftraurig war.


Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Blanvalet
Seiten: 480
Ersterscheinung: 18.09.2017
ISBN: 9783734104275
Preis: 9,99

Donnerstag, 18. Juni 2020

Rezension: Maria Nikolai - Die Schokoladenvilla - Goldene Jahre


Die Schokoladenvilla und ihre Familie muss schwere Zeiten meistern...

Die goldenen Zwanziger in Stuttgart: Beinahe zwanzig Jahre nach den, dem Leser bekannten Ereignisse, beginnt nun der zweite Teil. Judith und Victor sind immer noch ein glückliches Paar, mittlerweile haben sie zwei Kinder, Martin und Viktoria und leben nach wie vor in der Degerlocher Villa, von Victor liebevoll Schokoladenvilla genannt. Karl ist seit einigen Jahren mit in der Geschäftsführung der Schokoladenfabrik tätig, Anton dagegen hat seine eigene Klavierfabrik eröffnet. Doch die Familie wächst weiter, denn nach dem Tod von Victors Vater kommt dessen Tochter und die Halbschwester von Victor, Serafina nach Stuttgart. Leider ist Serafina momentan sehr verängstigt, da jemand von ihr Fotografien angefertigt hat, die sie vernichten könnten und damit erpresst. Aber sie lernt am Stuttgarter Bahnhof die Französin Lilou kennen, der sie sich schließlich anvertraut und bei ihr großen Rückhalt erfährt. Doch auch in der Familie wird sie herzlich aufgenommen und sofort als ein vollwertiges Mitglied der Familie anerkannt. Leider entwickeln sich die Dinge nicht so gut wie erhofft und die Familie muss schließlich nicht nur um ihre Schokoladenfabrik bangen...

Maria Nikolai hat es auch in diesem zweiten Teil geschafft, ihre Leserschaft zu fesseln. Ihr Schreibstil ist immer an die jeweilige Zeit angepasst, in der das Buch spielt und nimmt den Leser so noch tiefer in diese Epoche mit. Ihre Personen sind realistisch und keine ihrer Handlungen wirkt konstruiert. Durch die klare Einteilung in Kapitel mit genauen Zeit- und Ortsangaben kommt es zu keinerlei Verwirrung. Auch die Personenübersicht am Ende des Buches hilft, sich einen Überblick zu verschaffen. Ebenfalls sehr gut gelungen ist die Übernahme von realen Personen dieser Zeit in die Handlung.

Mir hat das Buch von der ersten Seite an sehr gut gefallen! Es ist bestens geeignet für Leser wie mich, die die geschichtlichen Hintergründe ebenso interessieren wie eine spannende Geschichte.


Bewertung: 5 von 5 Sterne

Verlag: Penguin 
Seiten: 720
Ersterscheinung: 14.10.2019
ISBN: 9783328104063
Preis: 10,00
Reihe: Die Schokoladenvilla, 2. Teil

Vielen Dank an Random House Testleser, den Penguin-Verlag und Maria Nikolai für das Rezensionsexemplar.