Montag, 22. Juni 2020

Rezension: Laura Dave - Hello Sunshine

Wenn das Leben nicht so ist, wie es scheint...


Sunshine Mackenzie oder doch Sunshine Stephens, wie sie eigentlich heißt, lebt ihren Traum. Mit ihrem Traummann Danny lebt sie seit 14 Jahren glücklich in New York. Er arbeitet als Architekt, sie hat einen erfolgreichen YouTube-Channel, wo sie kocht und mit ihrer umwerfenden Art alle beeindruckt und zu ihren Fans macht. Doch eines Tages ist Schluss damit, denn jemand hat ihren Twitter-Account gehackt und postet eine Story, die sie als Lügnerin entpuppt. Gemeinsam mit ihrem Manager Ryan, der es leider mit der Wahrheit noch nie so genau nahm, versucht sie alles abzuwenden. Doch das ist nicht mehr möglich als irgendwann auch noch Nacktbilder von ihr mit Ryan im Hintergrund auf einer Website namens "Ain't no Sunshine" auftauchen. So verliert sie innerhalb kürzester alles - ihr Leben in New York, ihren Mann, ihre Karriere und letztendlich auch ihre Glaubwürdigkeit. Es bleibt ihr nichts anderes übrig, als wieder in ihre Heimat Montauk zurück zu gehen und bei ihrer Schwester Rain Unterschlupf zu suchen....

Laura Dave hat einen besonderen Schreibstil, der den Leser direkt anspricht und so in die Handlung einbezieht. Das Buch hat eine Einteilung in die Monate Juni, Juli und August, sodass die Zeitebene immer klar ist. Die zusätzlichen Kapitel vereinfachen das Lesen und fördern den Lesefluss. Die Charaktere sind allesamt realistisch, denn jeder hat deutliche Macken, aber auch Stärken. 

Das Buch hat mir gut gefallen. Anfangs fand ich den Schreibstil etwas gewöhnungsbedürftig, mit der Zeit war ich aber begeistert davon. Die Handlung fand ich von Beginn an interessant und wollte immer weiterlesen. Sehr toll fand ich den Tiefgang, der anfangs gar nicht vorhanden war, aber mit dem Fortschreiten der Handlung immer mehr kam und mich immer mehr zum Nachdenken gebracht hat. Denn das Thema "Social Media" wird hier nicht nur positiv gesehen, sondern auch die negativen Aspekte.

Mein Lieblingszitat:

"Wir sind es, und wir sind es nicht. Wir wagen den Schritt und scheitern. Wir sagen die Wahrheit, dann lügen wir. Wir wollen so unbedingt Teil des Geschehens sein, dass wir alles vorgeben würden, um eingelassen zu werden. Nur um bleiben zu dürfen, würden wir vorgeben, jemand anders zu sein. Wir wollen gesehen werden, und wir wollen, dass die Leute rätseln. Wir wollen, dass sie verstehen. Wir wollen Vergebung. Wir vergeben uns selbst. Und fangen von vorne an."


Bewertung: 4,5 von 5 Sterne

Verlag: Blanvalet
Seitenzahl: 384
Ersterscheinung: 16.04.2018
ISBN: 9783734103537
Preis: 9,99

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